Hallo, normalerweise haben Gehäusemasse und die Signalmasse der Elektronik doch keine Verbindung, zumindest bei der Kfz-Elektronik nicht. Warum macht man das? Bei welchen Anwendungen verbindet man Gehäusemasse und Signalmasse und bei welchen nicht? Danke, Roland
Bei einem Industrie Metallgehause ist Signalmasse gleich Gehausemasse sogar Vorschrift. Zumindest wenn Netz im Spiel ist. Wo und wieoft die beiden verbunden werden muss man sich jeweils ueberlegen.
Mikro Oschi schrieb: > Bei einem Industrie Metallgehause ist Signalmasse gleich Gehausemasse > sogar Vorschrift. Wo ist das festgelegt?
>Bei einem Industrie Metallgehause ist Signalmasse gleich Gehausemasse >sogar Vorschrift. Zumindest wenn Netz im Spiel ist. Nein, das ist nicht generelle Vorschrift!
Metallgehäuse und Signalmasse (bei Bussystemen) wird mit 1...10MOhm und 1...22nF (1206 Bauform) verbunden
>Metallgehäuse und Signalmasse (bei Bussystemen) wird mit 1...10MOhm und >1...22nF (1206 Bauform) verbunden Wenn das Netzteil Schutzklasse I ist und die Signalmasse berührbar ist, dann muß die Signalmasse geerdet werden. Wenn das Netzteil dagegen Schutzklasse II ist, muß die Signalmasse nicht geerdet werden, sondern kann weich geerdet werden, mit einem Cap gegen Erde, wie schon Bastler geschrieben hat. Allerdings sollte dieser Cap im industriellen Bereich Surge aushalten, weswegen es schon ein 1...10nF/1kV-Cap oder gar eine Y-Ausführung sein sollte.
Roland Schmied schrieb: > Warum macht man das? Weil es EMV-mäßig besser ist. (Weniger Abstrahlung weil auf dem Schirm keine Signalströme fließen). Roland Schmied schrieb: > Bei welchen Anwendungen verbindet man Gehäusemasse > und Signalmasse und bei welchen nicht? Bei Schutzklasse I müssen alle berührbaren Potentiale/Bedienelemente Erdbezug haben. (Berührschutz). Bei Schutzkleinspannung ist dies nicht notwendig. Gruß Anja
Gehäusi schrieb: > Wenn das Netzteil Schutzklasse I ist und die Signalmasse berührbar ist, > dann muß die Signalmasse geerdet werden. Wo ist die Signalmasse berührbar? Die Gehäusemasse ist natürlich oft berührbar, aber die Signalmasse? Trennt man die beiden Massen aus EMV-Gründen, wenn es irgendwie geht? Wie macht man das normalerweise in der Kfz-Elektronik? Dort hat ja die Gehäusemasse Kontakt mit dem Rahmen und der hat Kontakt mit dem Minuspol der Batterie. Benutzt man dann die Gehäusemasse als Signalmasse oder trennt man die Potentiale?
Roland Schmied schrieb: > Wo ist die Signalmasse berührbar? An allen Steckerpins die irgendwo am Gerät sind. Roland Schmied schrieb: > Trennt man die beiden Massen aus EMV-Gründen, wenn es irgendwie geht? Das ist meist der EMV-mäßig bessere Weg. Roland Schmied schrieb: > Wie macht man das normalerweise in der Kfz-Elektronik? Was ist schon normal: Es gibt tausende Hersteller und viele Meinungen zu dem Thema. Und immer auch die berühmte Ausnahme von der Regel. Letztendlich geht es darum für eine bestimmte Anwendung unter Berücksichtigung der spezifischen Randbedingungen die kostengünstigste Lösung umzusetzen. Ich kenne das ganze nur so: In der Nähe des A/D-Wandlers im Steuergerät ist der Sternpunkt für Analog / Digital (+ Leistungsmasse). Alle Leitungen (außer evtl. CAN) die ins Steuergerät gehen (auch die Massen für Versorgung, Sensormassen und Sensorversorgungsleitungen) werden im Steckerbereich gegen Gehäusemasse gefiltert. (Prinzip Durchführungskondensator). Ob das Gehäuse dann isoliert montiert oder auf Karosserie geschraubt (oder abgerostet ist) spielt dann EMV-mäßig kaum eine Rolle. Gruß Anja
>Benutzt man dann die Gehäusemasse als Signalmasse oder >trennt man die Potentiale? Ist unterschiedlich. Man kann einmal das Gehäuse und den Kabelschirm als Faradayischen Käfig betrachten und die Signalmasse gegen das Gehäuse weich erden, also über einen Cap. Oder man kann die Signalmasse direkt mit dem Gehäuse verbinden. Wichtig ist in beiden Fällen, daß die Kabel direkt auf dem Chassis verlegt werden, um die Schleifenflächen zwischen Kabel und Chassis möglichst klein zu halten.
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