Es gibt schon noch ausgezeichnet gute Personalberater, um sie nicht
gleich Headhunter zu nennen. Denn Headhunter bedeutet ja sowas wie
Kopfjäger.
Sogar in der längeren Arbeitslosigkeit kontaktierte mich einer aus einer
Jobbörse heraus, der Mann war schon hinter dem Rentenalter, fast 70, und
macht das Geschäft 40 Jahre lang.
Am Telefon fragte er interessehalber nach meinem Alter. Dann klingelt es
bei mir schon etwas seltsam, weil ich bereits die 50 überschritt. Ich
erlaubte die Gegenfrage. Natürlich nicht ganz direkt, ich formulierte es
so: Dann ist ihr Interessent sicher älter als sie. Er sagte: Erschrecken
sie nicht, ich könnte gut ihr Vater sein. Richtig angenehm.
Daß ich arbeitslos bin, das interessierte den gar nicht groß. Der Mann
fragte mich einmal, warum ich das überhaupt erwähne. Meine Unterlagen
und mein Verhalten seien doch ausgezeichnet. Hat mich auch nie nur eine
Sekunde lang versucht, irgendwie abzuwerten.
Aber, man ist doch sonst von überall her so geimpft und getrimmt!!! Auch
hier im Forum. Vielleicht vernahm mal in den letzten 3 Tagen jemand das
Wort: Oberpfeifen. Denn so bezeichnete einer pauschal Arbeitslose, und
damit mich auch.
Er suchte einen Fachmann, der genau in das Schema eines guten
Mittelständlers paßt, von dem er direkt beauftragt war. Daß ich mal aus
dem Beruf raus bin, von wegen aktueller Tool-Kenntnisse und
Technikkenntnisse, interessierte in erster Linie auch nicht besonders.
Da ist man ja schnell wieder mit dabei.
Abrechnungen über Kosten machte er Schritt für Schritt täglich mit dem
Unternehmen, so wie sie gerade aktuell anfallen. Z.B. wurden mir die
gesamten Auslagen zu einem Gespräch vor Ort erstattet, einschließlich
die Speisen in einem Lokal, welches der Treffpunkt war. Die Auslagen
hatte ich am Folgetag centgenau auf dem Konto. Und die Rechnung ging
zeitgleich von ihm ans Unternehmen. Alles völlig transparent.
Seriösität geht doch anscheinend, wenn man nur will. Anderswo läuft es
anders, da handelt man gleich mit Pauschalangeboten, und versucht, die
Interessenten abzuwerten, den billigsten zu finden.
Warum es bei mir nicht klappte: Und zwar wurde mir die Frage gestellt,
wie ich mir den Arbeitsplatz vorstellen würde. Ich sagte dann auch offen
und ehrlich geradeaus: Kleines Büro, nur kein lautes Großraumbüro, denn
das ist alles, was einem Ingenieur zu konzentrierter und guter Arbeit
fehlt. Genau das war es dann.