Gerade hat der dhl-Mann ein Amazon-Paket bei uns abgegeben. Am Sonntag. Meine Herren, das Weihnachtsgeschäft ist ein ganz harte und lässt zum Vorbereiten auf das Weihnachtsfest ja überhaupt keine Zeit mehr. Mir tut der Kerl leid, dass er Sonntags ausrücken muss. Immerhin ist er bei der dhl fest angestellt - wahrscheinlich muss er deswegen diese Kröte "Adventssonntagsdienst" schlucken. Aus meiner Sicht könnte man sich 90% des weihnachtlichen Sakralkitsches schenken.
Michael K-punkt schrieb: > Immerhin ist er bei der dhl fest angestellt Hat er das erzählt? Oder wie kommst Du darauf?
Michael K-punkt schrieb: > Mir tut der Kerl leid, dass er Sonntags ausrücken muss. Vor 30 Jahren kannte ich ja die Jungs bei der Briefpost. Eben zwangsläufig, weil Fernmelder damals (tm) auch zur Post gehörten, und wir im selben Wohnheim unter gebracht waren. Einige waren in den Briefsortierzentren der Großstadt, oder in der Bahnverladung, hatten Schichtdienst, Heiligabend, Sylvester, Neujahr, Sonntage, vorzugsweise sogar nachts, das waren die gewohnt, war ganz normal. Auch in den Postbankzentralen (früher Giroämter) wurde so Schicht gearbeitet, hinter den Kulissen die schriftlichen Kundenaufträge (Scheckeinreichung, Überweisung) bearbeitet. Sicher gab es dafür auch Gehaltszuschläge. Da es hinter den Kulissen spielt, sieht es natürlich kein Normalbürger. Da ist nicht freitags Feierabend, und montags wird wieder genau dort weiter gearbeitet, wo man freitags aufhörte... Und der Lokführer bei der Bahn: Der fährt auch feiertags und nachts. Und die Polizei kommt am 1. Weihnachtsfeiertag, wenn nötig, im Krankenhaus ist auch Personal (für die Familienschlägerei ebenfalls an diesem Tag ;-)), ach, und im Knast ist für diesen Fall natürlich auch Personal. Die Liste kann man beliebig fortführen.
Ja das ist bei uns (kleiner Ort in Bayern) auch so, heute werden ebenfalls Pakete ausgeliefert. Ob das nötig ist? Ich denke man will da weniger dem Kunden was gutes tun, sondern eher versuchen den restlichen Tagen bis Weihnachten ein wenig den Stress zu nehmen. Denn insbesondere kurz vor Weihnachten werden extrem viele Pakete verschickt. Nachdem man sich alles mögliche per Post schicken lassen kann, nutzen das auch viele Leute. Egal ob sinnvoll oder nicht ;-) (angeblich werden sogar schon getränke per post geliefert...)
Johannes O. schrieb: > Ob das nötig ist? Ja, das ist scheinbar nötig. Wir warten seit Mittwoch auf ein DHL-Paket, diverse andere Pakete waren auch letzte Woche schon ein bis zwei Tage länger unterwegs als üblich. Bei vielen anderen Paketdiensten sieht es besser aus, nur hat man manchmal auf die Wahl des Paketdienstes bei seinen Lieferanten keinen Einfluss... Allerdings möchte ich mit unseren Paketboten durch die Bank weg nicht tauschen, wobei es den Jungs von DHL und UPS noch am besten gehen dürfte, die haben zumindest hier ihre gestellten Fahrzeuge, bei Läden wie Hermes sieht es ja ganz anders aus. Zumindest dürften sie für die Sonntags-Zustellung noch Feiertags-Zuschläge bekommen. Man sollte aber nicht vergessen, dass auch in anderen Branchen die Weihnachtszeit alles andere als besinnlich ist, vorne weg mal der gesamte Handel (vom Einzelhandel bis zu Logistikriesen wie Amazon und Co.).
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Wilhelm Ferkes schrieb: >> Postbankzentralen (früher Giroämter) > > Und davor Postscheckamt. Rufus, der mußte jetzt sein, oder? ;-) So weit wollte ich nicht zurück, das kennt ja nur noch die Generation Ü96. Wie z.B. auch das Reichstelegraphenamt. ;-)
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Michael K-punkt schrieb: >> Immerhin ist er bei der dhl fest angestellt > > Hat er das erzählt? Oder wie kommst Du darauf? Ja, aber nicht heute, schon früher mal. Wenn der Typ sonntags seine Runde macht, häng ich ihm nicht auch noch ein Gespräch ans Bein. Andererseits: am Sonntag sind vielleicht auch mehr Leute daheim als sonst. Also muss er weniger bei den Nachbarn klingeln, Zettel schreiben etc. etc. Ich glaube, dass dürfte das Ätzendste sein: wenn die Leute nicht daheim sind.
Wilhelm Ferkes schrieb: > So weit wollte ich nicht zurück, das kennt ja nur noch die Generation > Ü96. Äh, nö. Das Postscheckamt in Berlin ist erst 1985 in "Postgiroamt" umbenannt worden. http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4c/Extranoise_Berlin_sunset.jpg ist ein recht schönes Photo davon, aufgenommen 2006 (wie an der "Schlaaand!"-Beklebung des Fernsehpümpels zu sehen ist), Aufnahmestandort müsste die Monumentenbrücke oder der Lidl-Parkplatz in der Nähe gewesen sein.
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Wilhelm Ferkes schrieb: >> So weit wollte ich nicht zurück, das kennt ja nur noch die Generation >> Ü96. > > Äh, nö. Das Postscheckamt in Berlin ist erst 1985 in "Postgiroamt" > umbenannt worden. > http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4c/Extranoise_Berlin_sunset.jpg > ist ein recht schönes Photo davon, aufgenommen 2006 (wie an der > "Schlaaand!"-Beklebung des Fernsehpümpels zu sehen ist), > Aufnahmestandort müsste die Monumentenbrücke oder der Lidl-Parkplatz in > der Nähe gewesen sein. Schöne Aufnahme! Hier arbeitete ich zeitweise mal: http://www.flickr.com/photos/schuberts/2301533791/
Es ist noch schlimmer als angenommen. Die DHL ausfahrer müssen eine Quote erreichen. Das heist, die dürfen nur eine gewisse menge an Pakete wieder mit ins Depot bringen. Die sind dazu angehalten, das die Pakete entweder beim Empfänger direkt oder bei einem Nachbarn abgegeben werden müssen. Wenn sie Ihre Quoten nicht erreichen, gibt es dicke Backen. Dem Unternehmen DHL ist es schlicht egal, ob die meisten der Empfänger berufstätig sind und somit in aller regel nicht zu erreichen sind. Grund dahinter ist auch, das dass Unternehmen DHL keine Filialen besitzt, bei denen die Kunden die Pakete abholen können. Wenn der Fahrer eine benachrichtigung in den Briefkasten gibt, dann wird das Paket zwar an einen Ausgabeschalter gebracht, wo man das abholen kann. Der Schalter ist aber eine eigene Kostenstelle, wo dann wieder abgerechnet werden muss. Daher will das Unternehmen natürlich sparen um die kosten decken zu können. Daher werden die wohl kaum eine Wahl haben, als das die am Sonntag noch ins Auto sitzen und versuchen die Quote wieder ins reine zu bekommen. Alles in allem, war das privatisieren für das Unternehmen nicht gut. Die Leute am Schalter sind teilweise sehr unfreundlich. Flexibel ist schon lange vorbei. Das hatte ich selbst auch schon, das ich ein Paket am Schalter nicht bekommen habe, obwohl das definitiv im selben Gebäude lag, aber eben nicht in der Abteilung des Ausgabeschalter, sondern in der DHL Abteilung. Und solange die DHL Abteilung das nicht an den Schalter weiter gibt, ist da kein ran kommen an das Paket. Kleiner Schwank aus dem DHL alltag: Bei mir war das eine Sendung an eine Pakstation, die zum einen 8 Stunden mit dem DHL Wagen durch unseren Ort gefahren wurde (stand zumindest sehr deutlich im Tracking, das dass Paket zur Packstation unterwegs ist), welche aber schon mindestens 1 Woche nicht mehr auf seinem Betonsockel stand. Am Abend wurde dann im Tracking und per Email gemeldet, das dass Paket am nächsten Tag in der Filiale abgeholt werden kann. Das Paket war also wieder im selben Gebäude angelangt (oder wohl eher 8 Stunden schon da), da der Fahrer ja die Packstation nicht finden konnte. Da ich dann gerade in der nähe war, wollte ich das dann gleich abholen, da ich im nächsten Tag keine Zeit hatte. Aber daraus wurde nichts. Nur ein unfreundliches "Da müssen Sie morgen kommen, da wir das Paket nicht haben" wurde mir an den Kopf geworfen. DHL ist also nicht einmal fähig, das die Pakete welche an die Packstation gehen sollen, direkt am morgen aussortiert werden und direkt zum Schalter gelangen (zumal ich nachträglich erfahren habe, das die Pakete schon sortiert angeliefert kommen) . Nein das muss erst 8 Stunden eine Stadtrundfahrt machen, das man dass dann am nächsten Tag abholen kann. Mir tun die Leute bei DHL sehr leid, das die so geschunden werden. Ich kenne hier einen Ausfahrer (etwas älteres Semester) der mir so einige sachen erzählt hat. Früher war das alles viel angenehmer. Man hatte keine Quote, die man erreichen muss. Es war alles das selbe Unternehmen, somit waren Pakete am selben Tag noch zur abholung bereit... usw...
Stephan W. schrieb: > Früher war das alles viel angenehmer. Tja, das war bevor die Optimierer zugeschlagen haben... ...
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