Was sagt ihr zu den neuen Gesetzesentwürfen aus den USA (SOPA / PIPA). Wenn ich das richtig sehe wird doch damit das Internet komplett eingeschränkt und mehr oder weniger unbrauchbar / kaputtzensiert...
Aber es ist doch nur zum Schutz vor den Milliarden bösen Raubkopierern!!!
Seit das Internet aufkam wurde hagelt es immer wieder mal Versuche der
USA, unliebsame Inhalte zu verbannen oder in Ghettos auszulagern. Das
war schon in der Clinton-Ära so, als man "unanständige" Inhalte durch
rigide Pflicht zur Registrierung der Kunden wegsperren oder austrocknen
wollte, im Communication Decency Act von 1996.
Die Reaktion der Bundesgerichte war freilich eine phänomenale und sehr
lesenswerte Ohrfeige ("to burn the village to roast the pig", im Urteil
vom Court of Appeals). Das blieb nicht der letzte Versuch dieser Art,
endete aber stets mit ähnlichem Ergebnis.
Wie anderswo auch unterliegen US-Abgeordnete und -Regierung schnell der
Versuchung, mit restriktiven Regeln die Verfassungsgarantie "free
speach" zu unterlaufen. Egal ob es die öffentlich hochgehaltene Prüderie
ist oder jetzt die kommerziellen Interessen Hollywoods. Meist ist die
Verfassung stärker. Auch das dürfte einem hierzulande bekannt vorkommen.
Was mich bei der Sache auch wieder aufregt ist die Angewohnheit der "Gesetzesentwerfer" einen ellenlangen, schmierigen Text aufzusetzen mit dem sich kaum einer befassen will und dann irgendeinen wohlklingenden Titel zu geben damit die lesefaulen Abgeordneten nur anhand des Namens abstimmen. A la "protect puppies from evildoers act", wer würde denn da dagegenstimmen?
Hier die Seite für alle Raubkopierer, die Ihr die Welt ruiniert, an 9/11 verantwortlich ward, an der Klimaerwärmung und wahrscheinlich geht auch das mit der Costa Concordia auf Euer Konto: www.guantanamo.de
A. K. schrieb: > Meist ist die Verfassung stärker. In GB, Frankreich und Spanien - in letzterem mit rabiatem Druck durch das US-Außenministerium und den Botschafter in Madrid - wurden die in USA gescheiterten Aktionen der Urheberrechtslobby durchgesetzt. In USA wird eine Watchlist geführt, auf der Staaten vermerkt sind, die angeblich die Urheberrechte ungenügend schützen. Spanien wurde damit gedroht, auf die Liste gesetzt zu werden, falls das Internet-Gesetz nicht durchgesetzt werden solte.
Uhu Uhuhu schrieb: > In GB, Frankreich und Spanien - in letzterem mit rabiatem Druck durch > das US-Außenministerium und den Botschafter in Madrid - wurden die in > USA gescheiterten Aktionen der Urheberrechtslobby durchgesetzt. Erstens ist das ein anderes Thema und zweitens gilt die US-Verfassung nicht in Spanien und Frankreich.
A. K. schrieb: > Erstens ist das ein anderes Thema und zweitens gilt die US-Verfassung > nicht in Spanien und Frankreich. Das ist eben kein anderes Thema. Die US-Regierung fühlt sich den Lobbyinteressen verpflichtet, kann sie im eigenen Land aber nicht durchsetzen. Dafür tut sie alles, daß dieses "Recht" in Ländern durchgesetzt wird, für die nicht die US-Verfassung gilt und selbst wenn es deren eigener Verfassung massiv widerspricht. Die US-Regierung besteht also national und international aus einer Bande von Verfassungsfeinden.
Bei millardenfachen Urheberrechtsverletzungen, teilweise gewinnträchtig betrieben, muss man sich allerdings auch nicht wundern das die Lobbyisten irgendwann erfolg haben.
Jörg S. schrieb: > Bei millardenfachen Urheberrechtsverletzungen Quelle dafür sind natürlich nur Zahlen von den Rechteinhabern. Da werden ja gerne mal große Zahlen genannt. Auch wenn die Zahlen stimmen würden, es wundert mich kein bisschen, so wie die ehrlichen Kunden verarscht werden. Beispiele: * Spiele: Die leute werden gezwungen Überwachungsprogramme zu installieren, müssen permanent online sein, gebrauchte kann man nicht mehr weiterverkaufen, usw. * Filme: DVDs hatten diesen netten Zusatz "Regional Codes"; Blu-Rays können ganze Player sperren. Wenn bei einem Gerät der Serie der Enkodierschlüssel geknackt wurde, werden eben alle Geräte mit diesem Schlüssel gesperrt. Dazu kommen völlig übertriebene Preise (was kostet zur Zeit eine Album-CD? mind. 20€) und bei jedem Film erstmal ein paar Minuten Warnhinweise, dass man nichts runterladen soll. Hallo? Ich habe den verdammten Film gekauft, wieso soll ich ihn runterladen??? Ich lade nichts runter, aber ich kaufe auch keine Filme oder Musik, da ich diese Industrie nicht unterstütze.
@ "Milliarden Raubkopierer": Das müsste gerade in einer so ausdrücklichen Demokratie wie Nordamerika dann ja die Mehrheit darstellen.
K. Laus schrieb: > Jörg S. schrieb: >> Bei millardenfachen Urheberrechtsverletzungen > Quelle dafür sind natürlich nur Zahlen von den Rechteinhabern. Da werden > ja gerne mal große Zahlen genannt. Da brauch mal keine Quelle, das ist doch wohl klar. Das Internet ist ein Selbstbedienungsladen wo es alles kostenlos gibt. Und das wird AUSGIEBIG genutzt. > Auch wenn die Zahlen stimmen würden, es wundert mich kein bisschen, so > wie die ehrlichen Kunden verarscht werden. > Beispiele: Sehe ich auch so, aber das ist kein Henne Ei Problem. Die Raubkopierer waren eher da als die Gängelungsmaßnahmen. Und der Musikindustrie muss man zugestehen das sie die Gängelungsmaßnahmen auch wieder teilweise zurück gefahren haben. Im Spiele und TV Bereich macht mal leider wieder die gleichen Fehler wie bei Musik.
Jörg S. schrieb: > Da brauch mal keine Quelle, das ist doch wohl klar. Aha. Weil du das hier behauptest, oder warum? > Und der Musikindustrie muss > man zugestehen das sie die Gängelungsmaßnahmen auch wieder teilweise > zurück gefahren haben. Ja, das merkt man vor allem daran, daß sie in etlichen Ländern Gesetz geworden sind und nun natürlich mit der Musikindustrie absolut überhaupt nichts mehr zu tun haben...
Uhu Uhuhu schrieb: > Aha. Weil du das hier behauptest, oder warum? Das sagt einem doch der gesunde Menschenverstand. Oder glaubst du das die Nutzer von Seiten wie kino.to eine kleine Spende den Rechteinhabern überwiesen haben. Selbst die gemäßigten Quellen gehen von 400.000 Nutzern pro Tag aus, als die Seite noch online war. Und hat sich nach der Abschaltung was geändert? Kurz nach der Sperrung war das wichtigste Thema alternative Seiten zu finden. Glaubst du nicht, das dadurch ein gewisser Schaden entstanden ist? Schutz der des Urheberrechts ist meiner Meinung wichtig. Man muss es aber mit geeigneten Mitteln umsetzen. Die aktuelle Initiative versucht fragliche Methoden zu etablieren. LG Christian
Christian L. schrieb: > Schutz der des Urheberrechts ist meiner Meinung wichtig. Man muss es > aber mit geeigneten Mitteln umsetzen. Die aktuelle Initiative versucht > fragliche Methoden zu etablieren. Das ist der Punkt. Unkontrollierte privatisierte Zensur ist auch nicht besser als staatliche.
Uhu Uhuhu schrieb: >> Da brauch mal keine Quelle, das ist doch wohl klar. >Aha. Weil du das hier behauptest, oder warum? Lebst du hiterm Mond? Uhu Uhuhu schrieb: >Ja, das merkt man vor allem daran, daß sie in etlichen Ländern Gesetz >geworden sind und nun natürlich mit der Musikindustrie absolut überhaupt >nichts mehr zu tun haben... Das Three Strikes Gesetz ist doch ein zahnloser Tiger. Ich weiss überhaupt nicht warum man darum so einen Aufhebens macht. Die Methoden bei der Ermittlung mögen vielleicht fragwürdig sein, die Folgen für den Betroffenen sind doch harmlos. Geldstrafe und 4 Wochen kein Internet (Frankreich), oh mein Gott... Christian L. schrieb: > Schutz der des Urheberrechts ist meiner Meinung wichtig. Man muss es > aber mit geeigneten Mitteln umsetzen. Die aktuelle Initiative versucht > fragliche Methoden zu etablieren. Volle Zustimmung. Es wäre mal an der Zeit das die Gegener dieser Gesetze eigene Vorschläge machen. Dann müssten die Politiker nicht auf den Ratschlag der Lobbyisten zurückgreiffen.
Wie schnell das Land der Freiheit doch die Freiheit wegschmeisst nur wenn ein paar millionen Gewinn versprochen werden. Die Millionen kommen dann zwar nicht, weil genau Null CD's mehr verkauft werden, aber die Freiheit bleibt weg...
Jörg S. schrieb: > 4 Wochen kein Internet (Frankreich), oh mein Gott... 2-12 Monate. Das wäre besonders sinnvoll in Zusammenhang mit DeMail, weil du dann die Mails, die du von Amts wegen innerhalb weniger Tage lesen musst um keine Fristen zu verpassen, von Amts wegen nicht lesen kannst.
Jörg S. schrieb: > Das Three Strikes Gesetz ist doch ein zahnloser Tiger. Ich weiss > überhaupt nicht warum man darum so einen Aufhebens macht. Ja lieber Jörg, ich glaube dir gerne, daß du das nicht weißt. Das kannst du aber ändern, indem du mal gründlich darüber nachdenkst, warum solche, auf spezielle Interessengruppen "zugeschnittenen" Gesetze, die im krassen Widerspruch zu ganz fundamentalen Verfassungsgrundsätzen stehen, ein Rechtssystem in Windeseile erodieren. Das ist wie mit einem Deich, in den das Wasser eine Lücke gerissen hat. Pico Oschi schrieb: > Wie schnell das Land der Freiheit doch die Freiheit wegschmeisst nur > wenn ein paar millionen Gewinn versprochen werden. Die Millionen kommen > dann zwar nicht, weil genau Null CD's mehr verkauft werden, aber die > Freiheit bleibt weg... So ist es. Das ganze Theater geht hauptsächlich zu Lasten derer, die ohne betrügerische Absicht im Web unterwegs sind, also eine Mehrheit in der Gegend oberhalb 99%. Dem restlichen Bruchteil kommt man mit derlei Methoden sowieso nicht bei, weil sie clever genug sind, immer neue Löcher im System zu finden, auf die die entsprechenden Lobbies dann mit dem nächst größeren Totschläger reagieren - und wieder nur die Ehrlichen treffen. Wenn man aber genauer hinsieht, sehen die Amis viele der Sachen, die sie ihren Vasallenstaaten mit finstersten Drohungen, Sanktionen und ähnlich militanten Methoden aufs Auge drücken, im eigenen Land durchaus nicht so eng... Das Problem ist halt, daß man das Digitalzeitalter nicht um seine herausragendste Eigenschaft, die leichte Kopierbarkeit von Inhalten, berauben kann, ohne es damit gänzlich abzuschaffen. Man kann zwar einzelne Uhren leicht zurückdrehen, aber die Zeit geht dabei nicht rückwärts. Aber das einem beizubringen, der mit Inbrunst an Sommer- und Winterzeit glaubt, kann sich schwierig gestalten. Vor allem, wenn der dabei kräftig verdient. Gewisse Ähnlichkeiten zwischen den Kirchen und der Contentindustrie sind nicht zu übersehen... PS.: @Jörg: Bitte nimm mir nicht übel, daß ich dich jetzt wieder gnadenlos überfordert habe ;-)
Uhu Uhuhu schrieb: > So ist es. Das ganze Theater geht hauptsächlich zu Lasten derer, die > ohne betrügerische Absicht im Web unterwegs sind, also eine Mehrheit in > der Gegend oberhalb 99%. Und wie werden die noch gleich durch "Three Strikes" eingeschränkt? > Dem restlichen Bruchteil kommt man mit derlei Methoden sowieso nicht bei, Die Standardausrede. > ... auf die die entsprechenden Lobbies dann mit dem nächst größeren > Totschläger reagieren - und wieder nur die Ehrlichen treffen. "Three Strikes"? > Das Problem ist halt, daß man das Digitalzeitalter nicht um seine > herausragendste Eigenschaft, die leichte Kopierbarkeit von Inhalten, > berauben kann, ohne es damit gänzlich abzuschaffen. Deine Lösung wäre also ein Freibrief einfach alles kopieren zu dürfen? > Vor allem, wenn der dabei kräftig verdient. Stimmt, alle die Geld verdienen sind ja eh des Teufels.
Jörg S. schrieb: > Deine Lösung wäre also ein Freibrief einfach alles kopieren zu dürfen? Habe ich eine Lösung beschrieben? Ich dachte, ich hätte das Problem skizziert und gezeigt, daß der von der Content-Lobby gepushte Weg eben keine Lösung dafür ist. > Und wie werden die noch gleich durch "Three Strikes" eingeschränkt? Alle werden überwacht... Und nun komm nicht mit der Gebetsmühle "Wer nichts zu verbergen hat..."
Jörg S. schrieb: > Es wäre mal an der Zeit das die Gegener dieser Gesetze eigene Vorschläge > machen. Erstens: Gibt es, z.B. Kulturflatrate. Dass das von der "Musikindustrie" nicht gewollt wird, ist wohl klar. Zweitens: Das ist nicht der Punkt. Die Versuche, auch in D, sind eine Verarschung des Rechtsstaats. Die Unschuldsvermutung ist ausgehebelt, es gibt Beweislastumkehr. Da werden anhand unzertifiziert durch irgendwelche Firmen irgendwie ermittelter IP-Adressen Leute verklagt, und die können sich nicht wehren: Beweis mal, dass Du zu der fraglichen Zeit nicht diese IP-Adresse hattest. Da werden alte Omas wegen Störerhaftung verurteilt, obwohl sie zu der Zeit keinen PC und kein Modem hatten. Da werden im Prinzip sämtliche Internetnutzer kriminalisiert - Abschaffung der Unschuldsvermutung -, um deren Daten on the fly durchsuchen zu können. Ja gehts noch? Und sowas wird hier noch verteidigt?
Timm Thaler schrieb: > Ja gehts noch? Und sowas wird hier noch verteidigt? Jörg verteidigt alles, was von irgend welchen staatlichen Autoritäten kommt, die nicht von den USA auf der Schurkenstaatliste geführt werden.
Timm Thaler schrieb: > Und sowas wird hier noch verteidigt? Ich verteidige das Recht der Kontentindustrie mit ihrer Ware Geld verdienen zu dürfen und dies auch zu schützen. Das ich den Methoden nicht gänzlich zustimme habe ich weiter oben schon geschrieben.
Uhu Uhuhu schrieb: > Jörg verteidigt alles, was von irgend welchen staatlichen Autoritäten > kommt, die nicht von den USA auf der Schurkenstaatliste geführt werden. Und du hast mal wieder was schönen um gegen deinen Lieblingsfeind (USA) zu stänkern. Jetzt sogar mal mit der Argumentation das sie mal was NICHT gemacht haben.
Jörg S. schrieb: > Ich verteidige das Recht der Kontentindustrie mit ihrer Ware Geld > verdienen zu dürfen und dies auch zu schützen. Und die Urheber verteidigst du nicht? Die werden nämlich in aller Regel von den Content-Konzernen mit ein paar Brosamen abgespeist und am Erfolg meistens nicht, oder nur ganz minimal beteiligt. Deswegen sind nämlich selbst erfolgreiche Künstler zu Lebzeiten meistens arme Schlucker. Dagegen hilft auch nicht, daß ein paar ganz wenige reich werden - die dienen den Content-Haien nur als Entschuldigung.
Jörg S. schrieb: > Jetzt sogar mal mit der Argumentation das sie mal was NICHT gemacht haben. Das spanische Contentgesetz wurde mit massiven Drohungen durch die US-Regierung durchgesetzt - von NICHT kann also nicht die Rede sein. Wenn dus nicht glaubst: Google hilft dir gerne beim suchen...
Uhu Uhuhu schrieb: >> Und wie werden die noch gleich durch "Three Strikes" eingeschränkt? > Alle werden überwacht... Und nun komm nicht mit der Gebetsmühle "Wer > nichts zu verbergen hat..." Nö, ich komm mit dem Argument das das Verfassungsgericht diese "Überwachung" grundsätzlich erlaubt hat.
Uhu Uhuhu schrieb: > Jörg S. schrieb: >> Jetzt sogar mal mit der Argumentation das sie mal was NICHT gemacht haben. > Das spanische Contentgesetz wurde mit massiven Drohungen durch die > US-Regierung durchgesetzt - von NICHT kann also nicht die Rede sein. Du weisst doch ganz genau das ich das auf deine Aussage bezogen habe das die USA diese Sachen im Inland nicht haben: Uhu Uhuhu schrieb: > Wenn man aber genauer hinsieht, sehen die Amis viele der Sachen, [..] im > eigenen Land durchaus nicht so eng...
Jörg S. schrieb: > Nö, ich komm mit dem Argument das das Verfassungsgericht diese > "Überwachung" grundsätzlich erlaubt hat. Beitrag "Re: Neue Gesetze in den USA"
Uhu Uhuhu schrieb: > Und die Urheber verteidigst du nicht? > Die werden nämlich in aller Regel von den Content-Konzernen mit ein paar > Brosamen abgespeist und am Erfolg meistens nicht, oder nur ganz minimal > beteiligt. Das ist Sache der Urheber. Wenn die einen schlechten Vertrag unterschreiben ist das ihr Bier. Ausserdem wüsste ich nicht wie Raubkopieren den Urhebern helfen soll?
Uhu Uhuhu schrieb: > Jörg S. schrieb: >> Nö, ich komm mit dem Argument das das Verfassungsgericht diese >> "Überwachung" grundsätzlich erlaubt hat. > Beitrag "Re: Neue Gesetze in den USA" Ja richtig, das Verfassungsgericht ist natürlich auch von Illuminanten unterwandert :)
Jörg S. schrieb: > Das ist Sache der Urheber. Wenn die einen schlechten Vertrag > unterschreiben ist das ihr Bier. Das wäre eine Lösung, wenn die Künstler auf Augenhöhe mit Konzernen verhandeln könnten. Aber das ist Wunschdenken. In der Realität werden sie gegeneinander ausgespielt und im Zweifelsfall am ausgestreckten Arm verhungern gelassen. Dein Einwurf ist also ein weiteres mal wieder nur ein Eingeständnis deiner Inkompetenz.
Uhu Uhuhu schrieb: > Jörg S. schrieb: >> Das ist Sache der Urheber. Wenn die einen schlechten Vertrag >> unterschreiben ist das ihr Bier. > Das wäre eine Lösung, wenn die Künstler auf Augenhöhe mit > Konzernen verhandeln könnten. Aber das ist Wunschdenken. > In der Realität werden sie gegeneinander ausgespielt Inwiefern gegeneinander ausgespielt? > und im Zweifelsfall am ausgestreckten Arm verhungern gelassen. Das heisst, sie haben bereits einen Vertrag unterschrieben. Ansonsten sucht man sich einen anderen Anbieter. Dass es Künstler gibt, die nur wenig mit ihren Liedern verdienen, liegt vermutlich zum großen Teil daran, dass diese etwas unterschreiben, was sie nicht verstehen und einfach auch schlecht wirtschaften können. Künstler wollen sich (verständlicherweise) mit diesem "Krams" nicht belasten - aber das führt dann eben dazu. Im übrigen ist es heute dank Internet deutlich einfacher, seine Musik selbst zu vermarkten. Das tun auch schon viele und die leben davon ganz gut. Und natürlich gibt es wie in allen Berufsgruppen auch hier die große Gruppe derjenigen, die nichts auf die Reihe kriegen und dann jammern. Vermarkten muss man eben auch können. Chris D.
Chris D. schrieb: > Inwiefern gegeneinander ausgespielt? Ganz einfach: Wenn du nicht spurst... draußen warten noch hundert wie du. Für einen Künstler - sie sind meist jung und vermögenslos - gibt es da nur die alternative, zu kuschen, der sich auf beschissene Vertragsbedingungen einzulassen. Wenn dich die Auswüchse dieses Showbusynes sehen willst, dann guck die diese Schmuddelshows wie Dschungelcamp u.ä. an. Würde sich ein gut ausgebildeter Ingenieur auf so eine Scheiße einlassen? >> und im Zweifelsfall am ausgestreckten Arm verhungern gelassen. > > Das heisst, sie haben bereits einen Vertrag unterschrieben. > Ansonsten sucht man sich einen anderen Anbieter. Da mußt du erst mal einen finden. Der Markt wird nämlich von ganz wenigen Riesen dominiert, die das Marketing machen und den Vertrieb fest in ihren Händen haben und vor deren Türen Armeen von nicht nur jungen Leuten anstehen. > Dass es Künstler gibt, die nur wenig mit ihren Liedern verdienen, liegt > vermutlich zum großen Teil daran, dass diese etwas unterschreiben, was > sie nicht verstehen und einfach auch schlecht wirtschaften können. Das trifft auf viele junge sicherlich zu - die geben dem Musikoligopol die Lohndrücker ab. Wenn man die Biographien von Musikern liest, die es zu Ruhm gebracht haben, findet man immer wieder Geschichten darüber, wie sie von erfahrenen Managern für nen Appel und n Ei unter einen Knebelvertrag genommen wurden, aus dem sie nur unter aller größten Schwierigkeiten wieder heraus kamen. Auf der anderen Seite gibt es dann Urheberrechtsvereine, wie die GEMA, die angeblich die Interessen der Künstler durchsetzten. Die Realität sieht aber so aus, daß nur Massenproduzenten und Rechteinhaber davon profitieren - der Rest wird mit ein paar Euros im Jahr abgespeist. Das hindert die GEMA allerdings nicht daran, auch kackfrech für gemeinfreie Musikstücke, Tantiemen zu verlangen. Auf diesem Sektor wird ein Schindluder getrieben, das ist unglaublich. Junge Musiker können dank Internet jetzt natürlich relativ leicht ihre eigenen Labels betreiben, über die sie ihre Musik verkaufen - nur haben sie es auch da sehr, sehr schwer, sich gegen das Gedröhn der ganz Großen bei zahlungskräftigem Publikum Gehör zu verschaffen. In den vergangenen Jahrhunderten hat sich für Künstler leider nicht viel geändert. Sieh dir nur mal an, wie Maler, für deren Bilder heute zwei- bis dreistellige Millionenbeträge bezahlt werden, darben mußten. Ein Beispiel von vielen ist Vincent van Gogh. Das ist unverändert das Prinzip des Geschschäfts mit Kunst aller Art. Der Künstler ist nur ein notwendiges Übel in dem ganzen Rummel und so wird er behandelt.
Uhu Uhuhu schrieb: > Chris D. schrieb: >> Inwiefern gegeneinander ausgespielt? > > Ganz einfach: Wenn du nicht spurst... draußen warten noch hundert wie > du. > > Für einen Künstler - sie sind meist jung und vermögenslos - gibt es da > nur die alternative, zu kuschen, der sich auf beschissene > Vertragsbedingungen einzulassen. Oder selbst etwas aus dem Boden zu stampfen. > Wenn dich die Auswüchse dieses Showbusynes sehen willst, dann guck die > diese Schmuddelshows wie Dschungelcamp u.ä. an. > Würde sich ein gut ausgebildeter Ingenieur auf so eine Scheiße > einlassen? Wie man hier im Forum zu Genüge sieht: ja. Und die wehren sich auch nicht. >>> und im Zweifelsfall am ausgestreckten Arm verhungern gelassen. >> >> Das heisst, sie haben bereits einen Vertrag unterschrieben. >> Ansonsten sucht man sich einen anderen Anbieter. > > Da mußt du erst mal einen finden. Der Markt wird nämlich von ganz > wenigen Riesen dominiert, die das Marketing machen und den Vertrieb fest > in ihren Händen haben und vor deren Türen Armeen von nicht nur jungen > Leuten anstehen. Genau - und alle meinen, sie wären Künstler, weil sie nicht hoffnungslos falsch singen. Meiner Meinung nach setzt sich Qualität immer durch, gerade auch in der Kunst. Und wenn ich hier die regionalen Veranstaltungen mit regionalen Künstlern sehe: die Kontingente sind so schnell weg, dass man nur mit Glück Karten erhascht. Wohlgemerkt: bei echten Künstlern. Denn die sind richtig gut. Viele Leute nennen sich Künstler, haben aber weder das Talent noch den Willen, auch richtig Arbeit in ihre Ausbildung zu stecken. > Die Realität sieht aber so aus, daß nur Massenproduzenten und > Rechteinhaber davon profitieren - der Rest wird mit ein paar Euros im > Jahr abgespeist. Mittlerweile vermarkten sich viel mehr Künstler selbst - und zwar übers Netz und eben über Live-Auftritte. > Junge Musiker können dank Internet jetzt natürlich relativ leicht ihre > eigenen Labels betreiben, über die sie ihre Musik verkaufen - nur haben > sie es auch da sehr, sehr schwer, sich gegen das Gedröhn der ganz Großen > bei zahlungskräftigem Publikum Gehör zu verschaffen. Auch hier hilft die Mund-zu-Mund-Propaganda - und in Zeiten des Internet geht das sehr, sehr schnell. > Das ist unverändert das Prinzip des Geschschäfts mit Kunst aller Art. > Der Künstler ist nur ein notwendiges Übel in dem ganzen Rummel und so > wird er behandelt. Es gibt eben heute viel mehr, die meinen, sie wären Künstler ... Es ist in der Kunst nicht anders als im technischen Bereich: Wer wirklich etwas kann, der setzt sich auch am Markt durch Chris D.
Uhu Uhuhu schrieb: > Chris D. schrieb: >> Inwiefern gegeneinander ausgespielt? > Ganz einfach: Wenn du nicht spurst... draußen warten noch hundert wie > du. Kann der Künstler aber genausogut sagen. Wenn ihr das Geld was ihr mit mir verdient nicht wollt, gehe ich eben wo anders hin. > Für einen Künstler - sie sind meist jung und vermögenslos - gibt es da > nur die alternative, zu kuschen, der sich auf beschissene > Vertragsbedingungen einzulassen. Beide Vertragspartner versuchen das bestmöglichste herauszuholen. Das ist nicht verboten. Welche Alternative soll es dazu auch geben? > Der Markt wird nämlich von ganz > wenigen Riesen dominiert, die das Marketing machen und den Vertrieb fest > in ihren Händen haben und vor deren Türen Armeen von nicht nur jungen > Leuten anstehen. Angebot und Nachfrage. Wenn es viele Künstler gibt, wozu sollen die Plattenfirmen denen dann allen ein Leben in Saus und Braus bezahlen? > In den vergangenen Jahrhunderten hat sich für Künstler leider nicht viel > geändert. Sieh dir nur mal an, wie Maler, für deren Bilder heute zwei- > bis dreistellige Millionenbeträge bezahlt werden, darben mußten. Ein > Beispiel von vielen ist Vincent van Gogh. Jetzt wird es absurd. > Das ist unverändert das Prinzip des Geschschäfts mit Kunst aller Art. > Der Künstler ist nur ein notwendiges Übel in dem ganzen Rummel und so > wird er behandelt. Du vergisst das es auch anders sein kann. Viele Künstler verdienen sehr sehr gut mit ihrer Arbeit.
Jörg S. schrieb: > Kann der Künstler aber genausogut sagen. Wenn ihr das Geld was ihr mit > mir verdient nicht wollt, gehe ich eben wo anders hin. Ja was passiert denn, wenn eine Maus so gegenüber einem Elefanten auftritt? > Wenn ihr das Geld was ihr mit mir verdient nicht wollt, gehe ich eben wo > anders hin. Wenn du über die entsprechende künstlerische Durchschalgskraft verfügst, kannst du das machen - nur mußt du sie erst mal haben. Der Elefant sagt sich, auf eine Maus, auch wenn sie einen goldenen Schwanz hat, kommt es mir nicht an, so lange ich aus 20 anderen Mäusen denselben Nutzen ziehen kann, ohne mich weit hinunter bücken zu müssen. > Beide Vertragspartner versuchen das bestmöglichste herauszuholen. Bist du schonmal nach zwei Runden nachträglich in ein Monopoley-Spiel eingestiegen? > Jetzt wird es absurd. Nicht alles, was du nicht verstehst, ist absurd. > Viele Künstler verdienen sehr sehr gut mit ihrer Arbeit. Falsch. Es sind relativ wenige. Die große Masse ist arm wie die Kirchenmäuse - nicht zufällig gibt es die Künstlersozialkasse. http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstlersozialkasse
Uhu Uhuhu schrieb: > Jörg S. schrieb: >> Kann der Künstler aber genausogut sagen. Wenn ihr das Geld was ihr mit >> mir verdient nicht wollt, gehe ich eben wo anders hin. > Ja was passiert denn, wenn eine Maus so gegenüber einem Elefanten > auftritt? Wenn der Elefant zu arrogant ist, entgeht ihm evt. ein gutes Geschäft. >> Wenn ihr das Geld was ihr mit mir verdient nicht wollt, gehe ich eben wo >> anders hin. > Wenn du über die entsprechende künstlerische Durchschalgskraft verfügst, > kannst du das machen - nur mußt du sie erst mal haben. Ja und? Ich hab auch nicht gleich als Geschäftsführer angefangen. > Der Elefant sagt sich, auf eine Maus, auch wenn sie einen goldenen > Schwanz hat, kommt es mir nicht an, so lange ich aus 20 anderen Mäusen > denselben Nutzen ziehen kann, ohne mich weit hinunter bücken zu müssen. Richtig, Firmen sind keine Sozialverbände. Sie haben nicht die Aufgabe Bedürftige "durchzufüttern". >> Jetzt wird es absurd. > Nicht alles, was du nicht verstehst, ist absurd. Dann erklär mir mal was ein Vincent van Gogh damals für ein Bild hätte verlangen sollen. Den Preis den es in 10, 100 oder 1000 Jahren hat? > Falsch. Es sind relativ wenige. Die große Masse ist arm wie die > Kirchenmäuse - nicht zufällig gibt es die Künstlersozialkasse. Wenn du so besorgt um die Künstler bist, verstehe ich nicht warum dir das Problem der Raubkopie so egal ist. Soll der Künstler lieber überhaupt nichts verdienen nur damit nich noch die Gefahr besteht das die Plattenfimra noch nen Euro bekommt? Und was ist mit denen die ihre Sachen selber vertreiben, die sollen auch nur zusehen?
Jörg S. schrieb: > Wenn du so besorgt um die Künstler bist, verstehe ich nicht warum dir > das Problem der Raubkopie so egal ist. Hättest du dein Hirn eingeschaltet, als du meinen Beitrag oben gelesen hast, wüßtest du es - oder hast du ihn gar nicht gelesen?
Uhu Uhuhu schrieb: >> Viele Künstler verdienen sehr sehr gut mit ihrer Arbeit. > > Falsch. Es sind relativ wenige. Meiner Meinung nach sind das vor allem die richtigen Künstler. > Die große Masse ist arm wie die > Kirchenmäuse - nicht zufällig gibt es die Künstlersozialkasse. Das heißt nicht viel. Solche Kassen gibt es auch für andere Berufsstände wie die Landwirtschaft usw. Aber wenn ich sehe, was viele "Künstler" so erschaffen, dann wundert es mich nicht, dass viele kein Auskommen haben. Da war der Wunsch, ein Künstler zu sein, einfach viel viel größer als das Talent. Mir erscheint der Gedankengang: "ich will mich nicht anpassen, also mach ich auf Künstler" bei vielen nicht so abwegig. Das fängt bei der oftmals nicht vorhandenen Ausbildung (insbesondere bei Leinwandmalerei) an und hört bei der Organisation auf - mal abgesehen von der öfter nicht vorhandenen Bodenhaftung, wie ich sie schon in einigen Gesprächen erlebt habe. Niemand bestreitet, dass es einfach ist, von der Kunst zu leben. Aber das Problem haben andere Selbstständige auch. Und die zahlen sogar den vollen Beitragssatz. Chris D.
Chris D. schrieb: > Meiner Meinung nach sind das vor allem die richtigen Künstler. Da kann man durchaus geteilter Meinung sein... > Das heißt nicht viel. Solche Kassen gibt es auch für andere Berufsstände > wie die Landwirtschaft usw. Nur werden die nicht subventioniert und sind nicht auf die unstete Einkommenslage von Künstlern ausgerichtet. > Mir erscheint der Gedankengang: "ich will mich nicht anpassen, also mach > ich auf Künstler" bei vielen nicht so abwegig. Dir vielleicht, aber das spricht eher dafür, daß du wenig Einblick hast. Meine Mutter war Malerin, da habe ich ziemlich hautnah mitbekommen, wie das funktioniert... > Das fängt bei der oftmals nicht vorhandenen Ausbildung (insbesondere bei > Leinwandmalerei) an und hört bei der Organisation auf - Kunst kommt von Können - sonst hieße sie nämlich Wullst, aber auch eine gediegene Ausbildung an einer Kunstakademie hilft nicht unbedingt und Künstler sind oft Chaoten. > mal abgesehen > von der öfter nicht vorhandenen Bodenhaftung, wie ich sie schon in > einigen Gesprächen erlebt habe. Bodenhaftung und Höhenflüge passen eben nicht unbedingt zusammen - aber das ist für einen Ingenieur wohl schwer zu verstehen ;-)
Chris D. schrieb: > Uhu Uhuhu schrieb: > >>> Viele Künstler verdienen sehr sehr gut mit ihrer Arbeit. >> >> Falsch. Es sind relativ wenige. > > Meiner Meinung nach sind das vor allem die richtigen Künstler. ..zu meinem Verständnis,was ist ein richtiger Künstler?
>..zu meinem Verständnis,was ist ein richtiger Künstler?
Ein Bohemian, der von Luft und Liebe lebt, oder ein
durchkommerzialisierter Absahner wie Picasso ?
Naja ob man sich jetzt ein Bild zieht oder nicht kümmert wahrscheinlich keinen. Solange das Internet eine gratis Bezugsquelle für kostenpflichtige Dinge ist (so z.B. auch dieses Forum - Informationen sind auch nicht gerade kostenlos) wird es immer irgendjemanden geben, der versuchen will das ganze zu zensieren.
Pico Oschi schrieb: > durchkommerzialisierter Absahner wie Picasso Absahner? Ich glaub du spinnst. Seine Werke sind erst seit seinem Tod so richtig furchtbar teuer.
Die Musikindustrie hat schon so oft versprochen am Internet zugrundezugehen. Wird Zeit, dieses Versprechen endlich einzufordern!
>>Pico Oschi schrieb: >> durchkommerzialisierter Absahner wie Picasso > >Absahner? Ich glaub du spinnst. Seine Werke sind erst seit >seinem Tod so richtig furchtbar teuer. Ich hab mir einen mittleren Querschnit durch sein Wirken reingezogen. Er lebte eher sehr gut damit. Die Werke sind genialer Minimalismus. Wie kann man mit moeglichst wenig Geschmier moeglichst viel abgreifen. Eine runde Form .. eine Frau ..
Chris D. schrieb: >> Die große Masse ist arm wie die >> Kirchenmäuse - nicht zufällig gibt es die Künstlersozialkasse. > > Das heißt nicht viel. Solche Kassen gibt es auch für andere Berufsstände > wie die Landwirtschaft usw. Es gibt übrigens vom Bundespräsidialamt die "Deutsche Künstlerhilfe" - hat mit dem derzeitigen Amtinhaber nichts zu tun. http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_K%C3%BCnstlerhilfe
"durchkommerzialisierter Absahner wie Picasso" Er hat niemanden gezwungen seine Werke zu kaufen, oder? Ausserdem wäre das eine moralische Frage, und Moral tendiert eher dazu Kunst zu vergiften als Geld.
Pico Oschi schrieb: > Wie kann man mit moeglichst wenig Geschmier moeglichst viel abgreifen. Daß du ein Banause bist, mußt du hier nicht nochmal extra betonen...
Uhu Uhuhu schrieb: > Pico Oschi schrieb: >> durchkommerzialisierter Absahner wie Picasso > Absahner? Ich glaub du spinnst. Seine Werke sind erst seit seinem Tod so > richtig furchtbar teuer. D.h. auch Picasso wurde wie van Gogh betrogen?
Dieser Logik zufolge werden nur Stümper und Trivialgenies nicht betrogen. Denn die wahren Genies erkennt man daran, dass man ihren Wert erst nach dem Tod wirklich zu schätzen weiss (ok, die Spitzenklasse der Genies erkennt man nie, aber das ist ein anderes Thema). Insofern kann man Picasso nur als Genie mittlerer Klasse einstufen, denn der wurde schon zu Lebzeiten so gesehen. Dass die Werke nach dem Tod teurer werden hat aber eigentlich einen recht einfachen Grund: Es kommt garantiert nix mehr nach. Kein Risiko, dass man plötzlich vor einem Dutzend echter Guernicas steht, weil der Maestro plötzlich Geld braucht.
Schaden entsteht der Musikindustrie doch nur wenn jemand mit den Kopien Geld macht, aber die Urheber nichts abbekommen. Kopien für den persönlichen Gebrauch sind dagegen, zumindest bei uns, legal, aber das will die Industrie so nicht hinnehmen. Also wird die Justizmaschinerie bemüht die Wurzel des Übels auszumerzen, egal ob irgendwo legal oder nicht. Wenn das keine Rechtsbeugung ist, dann verstehe ich es auch nicht.
Jörg S. schrieb: > D.h. auch Picasso wurde wie van Gogh betrogen? Wenn es um MSPs geht, bist du nicht so belämmert...
Anonymous nimmt mal wieder ordentlich Webseiten zum Protest auseinander :)
Die Urheberrechtsgeschichten sind schon besonders absurd. Eine CD kann ich nur durch Kopie abspielen, die Daten werden von der CD ins RAM meines CD-Players geladen und von dort verarbeitet. Jetzt darf ich die gleichen Daten aber nicht anderweitig kopieren. Das ist wie wenn IKEA sagen würde das Regal Billy darf nur in Nord-Süd-Richtung aufgestellt werden. Nach dem Urheberrecht dürften die das wohl auch... In Hinblick auf das Internet gibts da wohl nur die zwei Möglichkeiten: Freigeben und Akzeptieren oder radikal Zensieren. D.h. man kann auch keine Lösungsvorschläge verlangen. Entweder oder. Die Drohkullissen, denk ich, werden immer bleiben.
Alter Feind schrieb: > Das ist wie wenn IKEA > sagen würde das Regal Billy darf nur in Nord-Süd-Richtung aufgestellt > werden. Das ist mit Verlaub an den Haaren herbeigezogen. Wenn du das Billy anguckst, machst du eine Kopie auf deine Netzhaut und lädst die Kopie dann ins Gehirn hoch - oder wie willst du sonst überhaupt wissen, daß das Ding, das du da gerade kopiert hast, ein Regal und kein Pferdeapfel ist? Also das Äquivalent für IKEA wäre das Verbot, Billy anzusehen.
Es gab IIRC in den 1970ern doch mal einen solchen Fall wo ein Softwarehersteller einen Drittanbieter von Support dadurch ausgebootet hat, dass er gerichtlich feststellen lies dass der Mitarbeiter der Supportfirma nicht zum Laden des Programms auf dem Kundenrechner lizenziert sei...
Aktuell: Grad versucht König von Narnia von 2008 auf dem Rechner zu schauen. Original DVD. Läuft nicht, VLC-Player bricht mit Fehlermeldung ab. Die VOBs haben einen CRC-Fehler. Im DVD-Player lief die DVD. Dummerweise haben wir keinen DVD-Player. Die - seltenen - Filme werden über Rechner geschaut. Und wie erklär ich jetzt meinem Kind, das es die DVD von der Oma, auf die es sich seit Tagen freut, nicht sehen kann? Weil irgendwelche Idioten bewusst fehlerhafte DVDs herstellen... Aber vielleicht find ich bis morgen noch den Stream im Inet, dann ist der Filmnachmittag gerettet.
Timm Thaler schrieb: > Weil irgendwelche Idioten bewusst fehlerhafte DVDs herstellen... Das weisst du woher?
Es sind gängige Methoden, das Format von CDs und DVD so zu manipulieren, daß zwar Player damit zurecht kommen, nicht aber PCs. Man möcht die Medien damit kopierschützen. Das kann aber Profis nicht daran hindern, es trotzdem zu tun. Ehrliche Erweber sind wie immer die Dummen...
Jörg S. schrieb: > Das weisst du woher? Denk doch mal selbst darüber nach. Eine Original DVD hat natürlich nur ganz zufällig eine ungültige Prüfsumme... Außerdem wurde das bei Audio-CDs auch schon so gemacht: http://de.wikipedia.org/wiki/Compact_Disc_Digital_Audio#Technische_Details (2. Punkt)
Ich frag nur weil ich bisher nur den umgedrehten Fall hatte. Stand-alone bekommts nich hin (erkennt keine DVD), am PC gehts. Was aber vermutlich am schlechten Laufwerk den Stand-alone Players lag :)
K. Laus schrieb: > Eine Original DVD hat natürlich nur ganz zufällig eine ungültige > Prüfsumme... Die hat nicht nur eine ungültige Prüfsumme. Da hat jede VOB eine ungültige Prüfsumme, und möglicherweise noch andere Fehler. Die VOBs alleine lassen sich nicht abspielen, nur wenn man sie als komplette DVD startet, wird wohl der Kopierschutz aktiviert, der die Dateien dann on the fly so manipuliert, dass sie gelesen werden können. Und einige Laufwerke machen das anscheinend nicht mit. Hab letztens auch eine DVD - war ein Weihnachtswunsch - wieder ins Regal gestellt, weil da So-nie draufstand. Sollen sie ihren Mist behalten, so wichtig ist der Film dann auch nicht. Die Meise einiger Audio-CD-Hersteller, Un-CDs zu liefern, die dann in bestimmten Playern, z.B. Auto-CD-Radio nicht liefen, hat sich anscheinend erledigt. Peinlich für den Künstler, bei dem dann auf dem Konzert solche CDs reklamiert werden, und er muss so tun als könne er sich gar nicht erklären, warum sich die CDs nicht abspielen lassen. ;-) Bei DVDs wird man diesen Kopierschutzmist nebst der gängigen Raubmordkopiererwerbung wohl nie mehr los. Und natürlich redet sich der Handel fein raus, wenn die DVD nicht läuft. Man hats ja aufgemacht, also ist Rückgabe ausgeschlossen.
Man muß sich eben einschlägige Kopierprogramme beschaffen, die den Scheiß ausbügeln und eine saubere Kopie erzeugen, um seine Rechte wahrnehmen zu können. Selbstredend, daß solche Software illegal ist...
Timm Thaler schrieb: > K. Laus schrieb: > Und natürlich redet sich der > Handel fein raus, wenn die DVD nicht läuft. Man hats ja aufgemacht, also > ist Rückgabe ausgeschlossen. Wandeln in diesem Falle möglich,nicht Abbwimmeln lassen.
Timm Thaler schrieb: > Und einige Laufwerke machen das anscheinend nicht mit. Liegt das nicht eher am (Software)Player? Weil so großartige Unterschiede zwischen den Laufwerken in den Playern und dem PC gibt's ja nicht. Bei CD war das noch was anderes. > Und natürlich redet sich der Handel fein raus, wenn die DVD nicht läuft. > Man hats ja aufgemacht, also ist Rückgabe ausgeschlossen. Hatte ich bisher keine Probleme mit. Ohne einen Grund zu nennen hat die (zumindest MM) ohne Probleme zurückgenommen.
Jörg S. schrieb: > Liegt das nicht eher am (Software)Player? Das liegt am OS, das CRC-Fehler ernst nimmt und die Daten nicht zur Anwendung durchreicht. Software, die dermaßen mutwillig beschädigte Sektoren verarbeitet, greift per Lowlevel-Zugriff direkt auf das Laufwerk zu und beteiligt das OS nur insoweit, daß dessen Device-Lock Service genutzt wird, um zu verhindern, daß andere Anwendungen in die Quere kommen.
Jörg S. schrieb: > Liegt das nicht eher am (Software)Player? Auf Laptop und PC läuft der VLC. Auf dem Laptop geht die DVD garnicht, auf dem PC nur, wenn man sie komplett startet, die einzelnen VOBs bringen CRC-Fehler. Andere DVDs laufen auf beiden Rechnern. Und nein, ich hab keine Lust, mir wegen irgendwelcher Kopierschutzverfolgungswahnheinis einen WMP oder anderen DVD-Player zu installieren, der erstmal nach Hause telefonieren will, und erstmal auszuprobieren, welche Kombination von Laufwerk und Player der DVD den genehm wäre.
>Und natürlich redet sich der Handel fein raus, wenn die DVD nicht läuft. Man hats
ja aufgemacht, also ist Rückgabe ausgeschlossen.
Nee. Nee. Ich geb DVD's und CD's zurueck und mach auf alter Mann. Der
Opa, der's eh nicht rafft... der eh nie kopieren koennt, Zug abgefahren
... das Alter muss man haben ...
Die Frage ist ob man da evtl die Händler mit Gewährleistungsansprüchen (zugesicherte Eigenwilligkeit etc blabla etc...) verunsichern könnte :)
Andy D. schrieb: > Die Frage ist ob man da evtl die Händler mit Gewährleistungsansprüchen Die legen dann die DVD in einen ihrer DVD-Player, wo sie natürlich läuft, und drücken sie Dir wieder in die Hand. Auf den Packungen steht ja auch drauf: Ist kopiergeschützt, da kann das schon mal passieren...
Andy D. schrieb: > WENN es draufsteht ist der Fall ja ohnehin klar. Mein Gudsder, ich will die nicht kopieren. Ich will die einfach nur anschauen. Ich dachte eigentlich, dazu werden die verkauft. Muss ich wohl was verwechselt haben...
Timm Thaler schrieb: > Ich will die einfach nur > anschauen. Ich dachte eigentlich, dazu werden die verkauft. Muss ich > wohl was verwechselt haben... Ja da hast du was verwechselt. Die werden verkauft, damit du ihnen dein Geld gibst. Dass du auch was davon hast, ist nur ein Nebeneffekt. :)
Hier ein Bericht über die wirtschaftliche Situation von Schauspielern: Hungergagen für Schauspieler "Manche Filmtiere bekommen mehr Geld" http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/0,1518,806727,00.html
Dave B. schrieb: > Was mich bei der Sache auch wieder aufregt ist die Angewohnheit der > "Gesetzesentwerfer" einen ellenlangen, schmierigen Text aufzusetzen mit > dem sich kaum einer befassen will und dann irgendeinen wohlklingenden > Titel zu geben damit die lesefaulen Abgeordneten nur anhand des Namens > abstimmen. > A la "protect puppies from evildoers act", wer würde denn da > dagegenstimmen? Dies entspricht der Anwendung des chinesischen Strategems "Unter den Augen des Himmels das Meer überqueren" oder "wie schaffe ich es, unter den Augen der Öffentlichkeit meine Schweinerei über die Bühne zu bekommen?" Ziemlich einfach - indem man den gewünschten Inhalt mit so viel Text drumherum auflegt, daß sich dies sowieso keiner durchliest. Als damals der Lissabonner Vertrag durch den Bundestag abgesegnet wurde hat man durch Befragung nach Details festgestellt, daß sich kein Bundestagsabgeordneter mit dem Text, den er gerade Beschlußkraft verliehen hatte, beschäftigt hat. Als vor kurzem der ESM-Vertrag durchgewunken wurde konnte kaum ein Abgeordneter angeben, zu welcher Summe man sich da gerade verbürgt hatte - 223 Milliarden erstmal direkt, mit der Option zum unbegrenzten erweitern. http://www.china-zeichen.de/html/36_strategeme.html
Rüdiger Knörig schrieb: > Als damals der Lissabonner Vertrag durch den Bundestag abgesegnet wurde > hat man durch Befragung nach Details festgestellt, daß sich kein > Bundestagsabgeordneter mit dem Text, den er gerade Beschlußkraft > verliehen hatte, beschäftigt hat. Die Gegner des ganzen haben sich aber auch nicht mit Ruhm bekleckert mit ihrer unsinnigen "Todestrafen", "Ermächtigungsgesetz" Argumentation. Die haben den Text vielleicht auch gelesen, aber verstanden haben sie ihn wohl nicht.
Jörg S. schrieb: > Die > haben den Text vielleicht auch gelesen, aber verstanden haben sie ihn > wohl nicht. Na wenigstens hast du ihn verstanden ;-)
Hier ein Bericht, wie die Urheberschutzgesetze in Polen durchgesetzt wurden und welche dubiose Rolle der Weltpolizist dabei gespielt hat: ACTA-Unterzeichnung führt zu Regierungskrise in Polen http://www.heise.de/tp/blogs/8/151313
Und jetzt hat auch das ehemalige Nachrichtenmagazin nachgelegt: Warum Acta in den Papierkorb gehört http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,811808,00.html Die Vorgehensweise kennt man von den Cross Border Leasing-Verträgen. Harte Zeiten für Jörg S....
Die Rechteverwerter probieren halt immer wieder ihre Interessen durchzudrücken und Helfershelfer finden sie dazu auch in der deutschen Parlamentslandschaft schnell, wie man liest. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Megaupload-CDU-CSU-verteidigt-Notwendigkeit-von-SOPA-1422056.html "In einer Stellungnahme begrüßt die Bundestagsfraktion der CDU/CSU die Bemühungen der USA, mit den Gesetzesvorschlägen SOPA (Stop Online Piracy Act) und PIPA (Protect IP Act) gegen Urheberrechtsverstöße vorzugehen. Bedauert wird hingegen, dass die ursprünglich für heute geplante Abstimmung im US-Senat heute aufgrund von Protesten im Internet unbestimmt verschoben wurde."
"Union streitet über SOPA-Haltung" http://www.sueddeutsche.de/digital/kampf-gegen-internet-piraterie-union-streitet-ueber-sopa-haltung-1.1267987
A. K. schrieb: > "Union streitet über SOPA-Haltung" > http://www.sueddeutsche.de/digital/kampf-gegen-internet-piraterie-union-streitet-ueber-sopa-haltung-1.1267987 Naja das will ich erst mal sehen, dass gerade die sattsam bekannt-wirtschaftsnahe CDU/CSU ernsthaft auch mal über das Interesse der Bevölkerung streitet, den Rechteverwertern keine noch größeren Keulen in die Hand zu geben. Das riecht ja förmlich für jeden alt-gemeierten-eingesessenen wirtschaftsliberalen Unionisten nach einem "Ansinnen von links" und dem weiteren "Verrat" konservativer Tugenden. Da muss schon der Druck aus der Bevölkerung kommen, nicht alles was wenige, mächtige Interessengruppen sich wünschen "im Namen des Volkes" dem Souverän in undurchsichtigen und zwielichtigen Gesetzen mal wieder dem Pöbel (uns) vor die Füße zu kippen.
Zitat: "Es erstaune aber "dass Wikipedia, Google, die Grünen und viele andere durch ihre Proteste gegen SOPA und PIPA auch geldgierigen Internetkriminellen wie dem Gründer von Megaupload beispringen"." Diese - Tschuldigung - Drecksäcke! Das ist ungefähr so eine Argumentation wie: Wer gegen Netzsperren ist, muss ja ein Kinderschänder sein. Wer gegen Deep-Paket-Inspektion ist, muss ja ein krimineller Raubkopierer sein. Warum wird die CDU / CSU eigentlich nicht vom Verfassungsschutz überwacht? Anlass haben sie doch reichlich gegeben.
weil zur schau gestellte dummheit nicht verfolgt werden kann?und der verfassungsbruch wie immer durch die Hintertür erfolgen soll.
Polen: Straßenschlachten wegen ACTA http://www.heise.de/tp/blogs/8/151317 Aber auch bei der EU brodelt es: > Kurz nach der Unterschrift trat Kader Arif, der Berichterstatter des für > ACTA federführenden Handelsausschusses im Europaparlament, zurück, weil er > nach eigenen Angaben "nicht weiter an dieser Maskerade teilnehmen" will.
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