Hallo, mich interessiert, wie die das machen, wenn man so eine Solaranlage auf das Dach nagelt, die ins Stromnetz einspeist. Wird da ein extra Kabel gezogen? Oder wird die einfach mit am vorhandenen Stromanschluss rangesteckt? Wie wird die Datenübertragung-/Fernsteuerung realisiert? Einfach ein PLC-Modem oder doch eine extra Glasfaser mit Telekom T-SCADA-Entertain, PMX, OLT, NT, <viele weitere wichtige Abkürzungen einfügen> und 800 € Grundgebühr/Monat ;)
Stefan Helmert schrieb: > Wird da ein extra Kabel gezogen? Klar, von der PVA bis zum Wechselrichter. > Oder wird die einfach mit am vorhandenen Stromanschluss > rangesteckt? Der Wechselrichter wird mit dem normalen Stromanschluss verbunden. Was für eine Datenübertragung oder Fernsteuerung magst Du meinen?
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Was für eine Datenübertragung oder Fernsteuerung magst Du meinen? Naja, die vom EVU werden ja die Anlage rund um die Uhr überwachen. Sie werden die eingestrahlte/abgegebene Leistung messen, den Anlagenwirkungsgrad ermitteln und bei zu großen Abweichen feststell, da läuft was falsch. Aus der statistischen Verteilung der Sonneneinstrahlung an den einzelnen Orten der Solaranlagen werden, sowie Schneebedeckung werden sicher Daten für Wettermodelle gewonnen und die erwartete Solarenergie statistisch für die nächsten Minuten, Stunden, Tage, Wochen vorausgeschätzt um Verbraucher und andere Kraftwerke inzwischen anfahren oder abstellen zu können. Dann noch die Analyse der Ausfallwahrscheinlichkeit von Komponenten anhand der ermittelten Komponenten- und Systemwirkungsgrade sowie die Verifikation der richtigen Dimensionierung für das jeweiligen Bestrahlungsprofil. Steuerung der Kurzzeitspeicherung in den Solarbatterien sowie Überprüfung dieser, Fernabschaltung, Wartungsmodus, Manipulationsüberwachung, Schwarzanfahrmodus und die täglichen Firmwareupdates in den verteilten Regelungssystemen. Kann kommt noch die ganze Netzstabilisierung und Lastoptimierung des gesamten dezentralisierten Stromnetzes + Überwachung und Fehlerfrüherkennung hinzu...
Das nennt sich dann neue, smarte Welt :-) bin in der Beziehung sicher nicht auf dem neuesten Stand, aber ich kenn nur (Klein)Anlagen, mit stinknormalem Einspeisezähler.
Stefan Helmert schrieb: > Wird da ein extra Kabel > > gezogen? Kommt drauf an. Wenn die Anlage zu groß für dein Netz ist, muss das EVU eine Leitung, evtl. mit Trafo zu dir legen. Bezahlt wird das vom allen Kunden des EVU. Richtig wäre, wenn die PV-Betreiber eine Abgabe für diese Art Netzausbau zahlen müssten. So bezahlt die Allgemeinheit und wenige kassieren.
Thilo M. schrieb: > > Richtig wäre, wenn die PV-Betreiber eine Abgabe für diese Art Netzausbau > zahlen müssten. So bezahlt die Allgemeinheit und wenige kassieren. Das gleiche gilt auch für die Betreiber von Atomkraftwerken. Die Entsorgung des strahlenden Mülls bezahlt die Allgemeinheit - am Strom verdienen nur wenige... Ach vergessen wir bei der Gelegenheit auch nicht die Kosten der Entwicklung - auch die hat zum größten Teil die Allgemeinheit bezahlt... nitraM
Bei Solaranlagen gibt es zwei Faelle. Die einen haben eine kostendeckende Einspeiseverguetung bekommen, die anderen eben nicht. Bei denen mit kostendeckender Einspeiseverguetung bezieht das EW alles, dh die Solaranlage hat einen eigenen Zaehler und ist direkt ans Stromnetz angesclossen. Die Verguetung liegt dann ueber dem, was man fuer den Strom bezahlt. Die anderen, ohne kostendeckende Einspeiseverguetung speisen ins Hausnetz ein und haben einen speziellen Zaehler, der die Rueckspeisemenge gesondert zaehlen kann. Die Verguetung liegt dann unterhalb dem was man selbst fuer den Strom bezahlt.
Stefan Helmert schrieb: > Naja, die vom EVU werden ja die Anlage rund um die Uhr überwachen. Nein, das stellst Du Dir zu aufwendig vor, das Procedere beschreibt "hacky" ganz gut, da kommt i.d.R. nur ein zweiter Zähler, der den eingespeisten Strom zählt, und fertig. Statistikdaten kann der Anlagenbetreiber für sich selbst erheben (dazu muss er aber eigene Messtechnik installieren), das EVU interessiert das bei den üblichen Kleinanlagen nicht.
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Nein, das stellst Du Dir zu aufwendig vor, das Procedere beschreibt > "hacky" ganz gut, da kommt i.d.R. nur ein zweiter Zähler, der den > eingespeisten Strom zählt, und fertig. IIRC gabs da schon ein paar Fälle, wo Betrüger billigen Atomstrom als Solarstrom weiterverkaufen wollten. Aufgefallen, weil von einem Jahr aufs andere die Einspeisung gewaltig gestiegen ist, und keine Anlagen-Erweiterung gemeldet wurde. Vergleichswerte von anderen Solaranlagen in Ähnlicher Lage haben die Versorger ja genug, um da statistische Ausreisser sofort festzustellen. Ob du hingegen Nachts Solarstrom einspeist oder bei Flaute Windenergie wird nicht geprüft. Stefan Helmert schrieb: > Solar-/Windkraft einspeisen da brauchst du sogar zwei Einspeisezähler, da sich die Förderungen unterscheiden.
Martin L. schrieb: > Das gleiche gilt auch für die Betreiber von Atomkraftwerken. > > Die Entsorgung des strahlenden Mülls bezahlt die Allgemeinheit - am > > Strom verdienen nur wenige... Das ist leider Falsch! Der Betreiber zahlt, der Bund entsorgt. Bitte informieren! Aber das gehört hier nicht hin ...
Thilo M. schrieb: > Martin L. schrieb: >> Das gleiche gilt auch für die Betreiber von Atomkraftwerken. >> >> Die Entsorgung des strahlenden Mülls bezahlt die Allgemeinheit - am >> >> Strom verdienen nur wenige... > > Das ist leider Falsch! Der Betreiber zahlt, der Bund entsorgt. > Bitte informieren! > > Aber das gehört hier nicht hin ... Bitte informieren...: http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2009/0723/atom.php5 nitraM
> Der Wechselrichter wird mit dem normalen Stromanschluss verbunden.
Hat man eine Solarzellenbatterie, sind dann also 2 Zähler vorhanden:
Der üblicherweise sowieso vorhandene, und der zweite für den
Sonnenstrom.
Beide sind "vorne" an der Hauptsicherung zusammengeklemmt.
Nur so ein Gedanke: Den "alten" Zähler-Ausgang mit dem
Solarzählereingang zu verbinden ( dazwischen Spartrafo zum minimalen
Hochtransformieren ), dann laufen beide Zähler ...
Ist diese Art "kreativer Einspeise-Ausgleich bei Dunkelheit" schon mal
versucht worden ???
U. B. schrieb: > Ist diese Art "kreativer Einspeise-Ausgleich bei Dunkelheit" schon mal > versucht worden ??? Ja ist, aber bitte verwende in Zukunft die richtigen Fachbegriffe. Das ganze nennt sich Reibach-Leitung. Benannt ist sie nach Ernst Reibach, dem Begründer der modernen Quantenwirtschaftspädagogik.
> Reibach-Leitung.
Ach ja, stimmt ...
Das ist die Schnur, bei der der cos φ nie grösser als 0 wird ...
Rufus Τ. Firefly schrieb: > ), das EVU interessiert das > > bei den üblichen Kleinanlagen nicht. und bei den großen auch nicht, ab einer gewissen Größe der Anlage lassen die dich aber einen Rundsteuerempfänger installieren um deine Anlage stufenweise abzuschalten. Interessant ist es für dich selber, sind alle WR in Ordnung usw. Thilo M. schrieb: > Wenn die Anlage zu groß für dein Netz ist, muss das EVU eine Leitung, > > evtl. mit Trafo zu dir legen. Bezahlt wird das vom allen Kunden des EVU. auch hier, ab einer gewissen Anlagengröße (100KW) muss eine Voranfrage beim Energieversorger gestellt werden, wenn sein Netz diese Anlage nicht "schafft" kann er dir die Einspeisung ablehnen. Bei kleineren Anlagen muß er dir den Strom abnehmen. Sollte sein Netz zu schwach sein muß er nachbessern. Die Leitung und den eventuell nötigen Trafo zum vom EVU genannten Einspeisepunkt bezahlt der Anlagenbetreiber selbst.
Sebastian H. schrieb: > Die Leitung und den eventuell nötigen Trafo zum vom EVU genannten > Einspeisepunkt bezahlt der Anlagenbetreiber selbst. Das ist mir neu. Bei der EnBW zahlt der Betreiber nichts, das muss das EVU erledigen. Ist evtl. von EVU zu EVU unterschiedlich?
Ok, mit EnBW hatte ich noch nicht zu tun. Bei Vattenfall Hamburg, RWE und den Versorgern hier im Osten haben wir bei den Anlagen >100KW den Trafo und die Leitung zum Einspeisepunkt immer selber bezahlt (bzw. natürlich der Kunde) Bei den großen Anlagen speist du ja nicht mit 400V ein, sondern Mittelspannung. Was das EVU halt so will. Den Trafo bezahlt dir das EVU natürlich nicht. Kann ich mir bei EnBw ehrlich gesagt auch nicht vorstellen.
Εrnst B✶ schrieb: > IIRC gabs da schon ein paar Fälle, wo Betrüger billigen Atomstrom als > Solarstrom weiterverkaufen wollten. > Aufgefallen, weil von einem Jahr aufs andere die Einspeisung gewaltig > gestiegen ist, und keine Anlagen-Erweiterung gemeldet wurde. > Vergleichswerte von anderen Solaranlagen in Ähnlicher Lage haben die > Versorger ja genug, um da statistische Ausreisser sofort festzustellen. > > Ob du hingegen Nachts Solarstrom einspeist oder bei Flaute Windenergie > wird nicht geprüft. wie soll das denn bitte Funktionieren. Dann müsste ich ja erst ein Gerät bauen was die Spannung für die Rückspeisung erhöht.
Sebastian M. schrieb: > wie soll das denn bitte Funktionieren. Dann müsste ich ja erst ein Gerät > bauen was die Spannung für die Rückspeisung erhöht. Das Gerät nennt sich Wechselrichter und ist bereits vorhanden. :-) Der Trick bei der Sache ist, das es durchaus findige Leute gibt / gab, die aus dem "normalen" Netz Energie entnommen, diese gleichrichten und dann dem Wechselrichter wieder "zugefüttert" haben... Bei dieser Konstellation drehen sich beide Zähler gleichzeitig... nitraM
In der Zeitung stand kürzlich, das die Netze für den weiteren Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen nicht mehr ausreichen und Überlastungen drohen. Mal eben mal so ne Anlage anschaffen, einspeisen und Geld kassieren dürfte da wohl schwierig werden.
Michael S. schrieb: > In der Zeitung stand kürzlich, das die Netze für den weiteren Ausbau von > Solar- und Windkraftanlagen nicht mehr ausreichen und Überlastungen > drohen. Blaaaaaaa?
Simon K. schrieb: > Michael S. schrieb: >> In der Zeitung stand kürzlich, das die Netze für den weiteren Ausbau von >> Solar- und Windkraftanlagen nicht mehr ausreichen und Überlastungen >> drohen. > > Blaaaaaaa? Brauchste nen Windelwechsel?
Nein, er bezog sich wohl auf die zunehmend hysterischer werdende Propaganda gegen erneuerbare Energiequellen.
Michael S. schrieb: > In der Zeitung stand kürzlich, das die Netze für den weiteren Ausbau von > Solar- und Windkraftanlagen nicht mehr ausreichen und Überlastungen > drohen. In DER Zeitung stand auch schon, dass im Dez flächendeckende Stromausfälle unabwendbar sind, wenn nicht ein paar der in der Ecke stehenden AKW wieder zum Spielen dürfen. Kann ich bestätigen, war flächendeckender Stromausfall, über Wochen, ging garnix mehr.
Das Dumme ist nur, dass bei Ausfall des örtlichen E-Netzes (Abschaltung, aus welchem Grund auch immer) der WR von jeder SA auf Abschaltung (Netztrennung) und damit Nicht-mehr-Einspeisung, gehen MUSS. Was macht man als Anlagenbetreiber dann, wenn in prächtigster Sonne tagsüber sowas passiert? In die Röhre gucken und hoffen dass das EVU das Netz wieder hoch bekommt. Zu den immer häufiger werdenden unterdimensionierten E-Versorgungs-Netzen, die sind ja auch nur so aufgebaut und konstruiert, daß an einem Einspeisepunkt in die eine Richtung E-Energie übertragen wird. Dass mit zunehmender Anzahl PVA-Anlagen in einem kleinen Ort eine Rückspeisung ins Mittel-U-Netz so ohne Weiters funktionieren sollte, kann ich mir gerade nicht so einfach vorstellen. Oder was würde passieren, wenn die erzeugte PV-Leistung in dem Netzbereich keiner abnimmt?
Quarks & Co: 17.01.2012, Blackout Deutschland - die Revolution im Stromnetz: http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2012/0117/uebersicht.jsp zum runterladen: http://medien.wdr.de/m/1326830400/quarks/wdr_fernsehen_quarks_und_co_20120117.mp4
Sven F. schrieb: > Oder was würde passieren, wenn die erzeugte PV-Leistung in dem > Netzbereich keiner abnimmt? Dann steigt die Netzspannung an und der WR sollte runterregeln / abschalten. Bei nem Bekannten aufm Dorf hab ich auch schon 248V Netzspannung gemessen, nachdem eine neue Anlage in Betrieb ging, üblicherweise lag die immer so um 234V.
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