Forum: Offtopic Warum sollen Mikroships kleiner werden?


von Mark Meier (Gast)


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Hallo,

warum ist die Industrie so daran interessiert ständig mehr Transistoren 
auf einen Mikroship unterzubringen?

Computerprozessoren sind mittlerweile nur noch wenige Quadratmillimeter 
groß, warum macht man den Chip nicht einfach größer, wenn man mehr 
Leistung will?

von Purzel H. (hacky)


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Man will aber weniger Leistung haben, da wo man miniaturisiert.

von guenther (Gast)


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Mark Meier schrieb:
> Hallo,
>
> warum ist die Industrie so daran interessiert ständig mehr Transistoren
> auf einen Mikroship unterzubringen?
>
> Computerprozessoren sind mittlerweile nur noch wenige Quadratmillimeter
> groß, warum macht man den Chip nicht einfach größer, wenn man mehr
> Leistung will?

Weil dein Mobiltelefon dann 42 Kilo wiegen würde und Rollen hätte.
Was sind "Mikroships"?!

von Hans Wurst (Gast)


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kleinere Transistoren = weniger Verlustleistung(Stichwort Stromverbrauch 
und Wärmeentstehung) bei gleicher Rechenleistung und auf lange Sicht 
auch geringere kosten.

von Mark Meier (Gast)


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"kleinere Transistoren = weniger Verlustleistung"

Hast du dafür eine Gleichung?
Was ist der Zusammenhang zwischen Verlustleistung und Größe eines 
Transistors?

von Noname (Gast)


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Im Gegenteil die Ships werden eigentlich immer grösser. Es gibt 
mitterlweile Oilfrachtschiffe mit 100.000 Bruttoregistertonnen.

Du meinst vermutlich "Chips".

von Vlad T. (vlad_tepesch)


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kleinere Transistoren = mehr chips auf einem Wafer

von Peter (Gast)


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Das mit der Verlustleistung ist nicht ganz richtig, wegen höheren 
Leckströmen von so kleinen Transistoren nimmt dir Verlustleistung wieder 
zu

Kleinere Transistoren = schneller
Kleinere Transistoren, weniger Silizium, mehr Chips pro Waver und somit 
billiger, oder es haben mehr Transistoren Platz => Komplexere + 
Leistungsfähigere Chips....

von Hans Wurst (Gast)


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Mark Meier schrieb:
> "kleinere Transistoren = weniger Verlustleistung"
>
> Hast du dafür eine Gleichung?
> Was ist der Zusammenhang zwischen Verlustleistung und Größe eines
> Transistors?

Beim Schalten des FET wird eine Kapazität umgeladen (sieht man im 
Ersatzschaltbild des verwendeten Transistoren, wenn man es den kennt).
Aus diesen Grund besteht auch der lineare Zusammenhang zwischen Takt und 
Verlustleistung (doppelter Takt = doppelt so viele Schaltvorgänge = 
doppelter Stromverbrauch usw.).

Durch die Verkleinerung der Abmaße verringert ich die Kapazität im 
Ersatzschaltbild(nehme ich an^^).

Ne Gleichung dazu habe ich nicht.

von B. S. (bestucki)


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> warum ist die Industrie so daran interessiert ständig mehr Transistoren
> auf einen Mikroship unterzubringen?

Damit man
- alles in einem Baustein vereinigen kann -> weniger Kosten
- weniger Zeit zum layouten benötigt -> weniger Kosten
- weniger Fehler im Layout hat (insbesondere bei HF-Anwendungen) -> 
weniger Kosten
- eine kleinere Leiterplatte fertigen kann -> weniger Kosten
- ein kleineres Gehäuse fertigen kann -> weniger Kosten
- weniger Lötzinn benötigt -> weniger Kosten
- mehr Geräte auf einmal transportieren kann -> weniger Kosten
- usw... -> weniger Kosten
Es geht nur ums Geld und um Bequemlichkeit

Stell dir ein iPhone vor, welches nur mit NAND Gattern aufgebaut ist... 
oder mit Relais :)

von Mark Meier (Gast)


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"Beim Schalten des FET wird eine Kapazität umgeladen (sieht man im
Ersatzschaltbild des verwendeten Transistoren, wenn man es den kennt)."

Ich habe danach gesucht aber nicht gefunden. Gibt es überhaupt ein 
Ersatzschaltbild für Transistoren?

von B. S. (bestucki)


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> Ich habe danach gesucht aber nicht gefunden. Gibt es überhaupt ein
> Ersatzschaltbild für Transistoren?

http://de.wikipedia.org/wiki/Metall-Oxid-Halbleiter-Feldeffekttransistor#Schaltbetrieb

von Hans Wurst (Gast)


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Mark Meier schrieb:
> "Beim Schalten des FET wird eine Kapazität umgeladen (sieht man im
> Ersatzschaltbild des verwendeten Transistoren, wenn man es den kennt)."
>
> Ich habe danach gesucht aber nicht gefunden. Gibt es überhaupt ein
> Ersatzschaltbild für Transistoren?

Ich hab nicht einmal 1min gesucht und es schon gefunden, allerdings 
nicht über google sondern ganz oldschool auf papier ;-)

(bzw. habe mehrere, Bipolar, Unipolar für Großsignalverhalten und 
Kleinsignalverh. usw.)

von MaWin (Gast)


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> warum ist die Industrie so daran interessiert ständig mehr
> Transistoren auf einen Mikroship unterzubringen?

Kleinere Chips (für dieselbe Funktion) sind billiger,
und gleich grosse Chip (mit mehr Funktionen) lassen sich
teurer verkaufen, zumindest kann man mithalten mit der
Konkurrenz die auch nicht schläft.

> warum macht man den Chip nicht einfach größer, wenn man mehr
> Leistung will?

Weil grössere Chips überproportional teurer sind,
ein Staubkorn in der Fertigung macht ihn kaputt,
und weil man Probleme hat, die Hitze loszuwerden,
die sie entwicklen.

Für Super-Sonderanwendungen gibt es schon mal
Chips die einen ganzen Wafer gross sind, aber zu
Preisen die du nicht bezahlen willst.

von B. S. (bestucki)


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Ach Mist. Ich habe nur an die Kapazitäten gedacht.

Bipolarer Transistor -> Stromgesteuerte Stromquelle
Fet -> Spannungsgesteuerte Stromquelle

Damit kommt man schon weit. Danach das Modell beliebig erweitern, je 
nach benötigter Genauigkeit.

von Hans Wurst (Gast)


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be stucki schrieb:
> Bipolar Transistor -> Stromgesteuerte Stromquelle
> Fet -> Spannungsgesteuerte Stromquelle

also ich hab das so in Erinnerung:
Bipolar Transistor -> Stromverstärker
Fet -> Spannungsgesteuerter Widerstand

von Mark Meier (Gast)


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Aber normalerweise haben Kapazitäten doch keinen Verluststrom der 
verloren geht. Wie kann eine Kapazität einen Leistungsverlust erklären?

von Hans Wurst (Gast)


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Mark Meier schrieb:
> Aber normalerweise haben Kapazitäten doch keinen Verluststrom der
> verloren geht. Wie kann eine Kapazität einen Leistungsverlust erklären?
Es geht ja um das Auf und Entladen was Stromfluss und Verlustleistung 
verursacht, deswegen ja auch die direkte Abhängigkeit vom Takt.

von ich (Gast)


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> Weil grössere Chips überproportional teurer sind,
> ein Staubkorn in der Fertigung macht ihn kaputt,
> und weil man Probleme hat, die Hitze loszuwerden,
> die sie entwicklen.

Ein Staubkorn ist für kleinere Chips nicht weniger schlimm und die Wärme 
kann man bei größeren Flächen eher besser abführen.

von B. S. (bestucki)


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Ersatzschaltbilder:
http://de.wikipedia.org/wiki/Ersatzschaltungen_des_Bipolartransistors

> Aber normalerweise haben Kapazitäten doch keinen Verluststrom der
> verloren geht. Wie kann eine Kapazität einen Leistungsverlust erklären?

Transistoren haben auch Widerstände im Ersatzschaltbild und irgendwie 
muss der Strom für die Umladung getrieben werden. Zuerst von VCC in den 
Kondensator und dann vom Kondensator nach GND.

von H.Joachim S. (crazyhorse)


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Lade ihn schnell auf und entlade ihn wieder schnell.
Zum besseren Verständnis nimm einen Elko :-)

von MaWin (Gast)


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> Ein Staubkorn ist für kleinere Chips nicht weniger schlimm

Aber da ist dann (bei Chips halber Kantenlänge)
nur 1 von 4 betroffen und die anderen 3 können verkauft werden,
bei einem Wafer von 400 kleinen oder 100 grossen Chips
haben 10 Staubkörner also 90 bzw. 390 verkaufbare Chips,
oder eine Ausbeute von 90% vs. 97.5%.

> und die Wärme kann man bei größeren Flächen eher besser abführen.

Es entsteht aber bei kleineren Chipstrukturen weniger Wärme,
die Begründung haben die anderen schon geliefert.

von Chipi (Gast)


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>Computerprozessoren sind mittlerweile nur noch wenige Quadratmillimeter
>groß, warum macht man den Chip nicht einfach größer, wenn man mehr
>Leistung will?

Je kleiner die Streu- und Schaltungskapazitäten, um so geringer der 
Stromverbrauch in CMOS-Schaltungen. Wenn man die Chipfläche gleichmäßig 
schrumpft, dann werden diese Kapazitäten automatisch kleiner. 
Beispielsweise wird C = e0 x er x A / d kleiner, weil "A" stärker 
schrumpft als "d".

von unbekannter (Gast)


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Wobei die Begründung der geringeren Gatekapazität auch nur bedingt 
stimmt.
Kleinere Strukturgrösse bedeutet auch:
-höherer Widerstand der Leiterbahnen
-höherer parasitäre Kapazitäten
-höhere Tunnelströme
Ausserdem sterben die in kleinem Fabrikationsprozess gefertigten CPUs 
eher an Elektromigration etc und sind empfimdlicher auf ionisierende 
Strahlung. Würde mich interessieren, ob die 32nm CPUs auch in 10 Jahren 
noch laufen, wie mein Athlon und PIII Rechner heutzutage.

Daher glaub ich auch, das sich die Miniaturisierung bei irgendwo 
zwischen 60-30nm einpendelt.
An 22 nm glaub ich ehrlich gesagt nicht, da es zuviele ungelöste Dinge 
wie die nicht weiter reduzierbare Gatedicke und die begrenzte Auflösung 
des Photolackes existieren. Eher werden die CPUs langsamer getacktet und 
in 3D gestapelt gebaut.

von B. S. (bestucki)


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unbekannter schrieb:
> Daher glaub ich auch, das sich die Miniaturisierung bei irgendwo
> zwischen 60-30nm einpendelt.
> An 22 nm glaub ich ehrlich gesagt nicht, da es zuviele ungelöste Dinge
> wie die nicht weiter reduzierbare Gatedicke und die begrenzte Auflösung
> des Photolackes existieren. Eher werden die CPUs langsamer getacktet und
> in 3D gestapelt gebaut.

Ich bin eher der Meinung, dass irgendwann wieder eine neue Technologie 
erfunden wird. War ja in der Vergangenheit schon immer so, dass wenn 
eine Technologie ausgeschöpft war, irgendwas Neues kam.

Mechanik -> Relais -> Röhren -> Transistor -> ICs -> ???

Ich mach mich dann mal an die Arbeit :)

von Nils S. (kruemeltee) Benutzerseite


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Stargate's Kristalltechnologie!

von Christian B. (casandro)


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von ich (Gast)


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Und damit wir möglichst viel und kleine Hydraulik "auf einen Waver" 
bekommen:

http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-14338-2012-01-18.html

Noch flüssiger sind nur Fragen zu Fusebits ...

von ... (Gast)


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guenther schrieb:
> Was sind "Mikroships"?!

Kleine Schiffe halt, vermutlich Modellboote ;-)

Bei Modelleisenbahnen ging der Trend auch mit kleiner werdender 
Hobbyecke von den verbreiteteten Spurbreiten I (Maßstab 1:32) über H0 
und N bis zu Z (1:220)

von John B. (johnbauer)


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... schrieb:
> guenther schrieb:
>> Was sind "Mikroships"?!
>
> Kleine Schiffe halt, vermutlich Modellboote ;-)
>
> Bei Modelleisenbahnen ging der Trend auch mit kleiner werdender
> Hobbyecke von den verbreiteteten Spurbreiten I (Maßstab 1:32) über H0
> und N bis zu Z (1:220)

http://www.microships.de/werke.html

von debugger (Gast)


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Die Frage wurde auch schon vor 25 Jahren gestellt, meist zusammen mit 
der Frage : "Wozu braucht man noch Festplatten mit höherer 
Speicherkapazität"

von (prx) A. K. (prx)


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Mark Meier schrieb:

> Computerprozessoren sind mittlerweile nur noch wenige Quadratmillimeter
> groß, warum macht man den Chip nicht einfach größer, wenn man mehr
> Leistung will?

Versuch spasseshalber mal auszurechnen wie gross eine 32GB µSD-Karte 
wäre, wenn sie nicht in heutiger 22nm Technik sondern mit der 6µm 
Halbleitertechnik eines Intel 8080 Mikroprozessors gebaut wäre.

> warum macht man den Chip nicht einfach größer, wenn man mehr
> Leistung will?

Macht man auch, d.h. die Strukturen werden kleiner und die Chips 
trotzdem grösser. Manche Prozessoren haben heute eine Chipfläche von 
über 500mm².

von Michael (Gast)


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Ich hätte jedenfalls keine Lust, die 4 Milliarden Transistoren in 28 nm 
Technik eines modernen Graphik-Controllers als diskrete Bauelemente auf 
Leiterplatten zu verlöten. Wenn die Strukturen nicht immer kleiner 
würden, säßen wir heute selbst für Heimanwendungen vor raumfüllenden 
Computern, die wegen der Signallaufzeiten um Größenordnungen langsamer 
wären und könnten uns mindestens eine separate Heizung sparen.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Die Miniaturisierungsgrenzen von Mikroships sind durch die 
Fingerfertigheit von Herrn Koppen festgelegt: http://www.microships.de/

Die Grenze liegt in etwa bei Reiskorngröße.

von Andreas D. (rackandboneman)


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Das mit dem Staubkorn auf einem größeren Chip ist wohl schlimmer, und 
mich wunderts dass es hier in >10 Posts noch keiner erklärt hat.

Gehen wir mal von hundert halbwegs gleichmässig verteilten Staubkörnern 
oder Materialfehlern auf einem Wafer aus.

Wenn wir jetzt den Wafer so aufteilen, dass wir ihn nachher in hundert 
Chips zerschneiden ... kann man fast alle davon anschliessend direkt 
wegwerfen.

Wenn wir ihn auf tausend Chips aufteilen, müssen wir nur einen kleinen 
Anteil um die 10% wegwerfen.

Bei analogen Komponenten benutzt man gröbere Strukturen um zusammen mit 
der feineren wirklich erreichbaren Auflösung mehr Präzision zu bekommen 
- aber die sind eh auch dann noch klein, und sollten es aus einem 
anderen Grunde (thermisches Gleichgewicht!) auch bleiben.

von Andreas D. (rackandboneman)


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Interessanter ist wie wenig man andere Möglichkeiten zur 
Miniaturisierung ausgeschöpft hat bevor man ICs gebaut hat. Frühe 
Transistorrechner bestehen aus einer erstaunlich großen Menge 
Aluminium/Gusseisen/Leiterplattenmaterial und einer erstaunlich kleinen 
Menge Transistor :)

Wenn man die CPU einer PDP8 der ersten Generation dichtgepackt 
(aufrechte Module auf Träger) mit SOT323-Transistoren und 
0402-Passivbauteilen aufbauen würde, natürlich auf niedrigere Ströme 
runterdimensioniert weil man auch keine langen Leitungen mehr treiben 
muss, wäre das Ergebnis wohl kaum größer als ein Brockhausband, eher 
noch kleiner.

von Sni T. (sniti)


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Andy D. schrieb:
> Das mit dem Staubkorn auf einem größeren Chip ist wohl schlimmer, und
> mich wunderts dass es hier in >10 Posts noch keiner erklärt hat.

Das hast du wohl nur übersehen ;-)

MaWin schrieb:
>> Ein Staubkorn ist für kleinere Chips nicht weniger schlimm
>
> Aber da ist dann (bei Chips halber Kantenlänge)
> nur 1 von 4 betroffen und die anderen 3 können verkauft werden,
> bei einem Wafer von 400 kleinen oder 100 grossen Chips
> haben 10 Staubkörner also 90 bzw. 390 verkaufbare Chips,
> oder eine Ausbeute von 90% vs. 97.5%.
>
>> und die Wärme kann man bei größeren Flächen eher besser abführen.
>
> Es entsteht aber bei kleineren Chipstrukturen weniger Wärme,
> die Begründung haben die anderen schon geliefert.

von (prx) A. K. (prx)


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Andy D. schrieb:

> Interessanter ist wie wenig man andere Möglichkeiten zur
> Miniaturisierung ausgeschöpft hat bevor man ICs gebaut hat.

Vergiss nicht, dass man die Dinger einzeln zusammengelötet hat. 
Bestückungsautomaten hatten damals noch zwei Beine.

Damals wie heute war zudem ein zentrales Problem leistungsstarker 
Rechner die Wärmeleistung. Wenn du die Komponenten zu dicht baust, wird 
die Kühlung schwieriger und wenn du zu wenig Strom durch die 
Transistoren schickst, dann entsteht zwar weniger Wärme, aber sie werden 
langsamer.

Abgesehen davon finde ich diese Konstruktion ziemlich kompakt, wenn man 
die Grösse marktverfügbarer Komponenten berücksichtigt:
http://en.wikipedia.org/wiki/CDC_6600#Physical_design
http://en.wikipedia.org/wiki/Printed_circuit_board#.22Cordwood.22_construction

Nicht jeder konnte es sich leisten, eine komplett eigene Technologie 
einzusetzen, in der diskrete Komponenten zu IC-artigen Hybridschaltungen 
verbaut wurden:
http://en.wikipedia.org/wiki/IBM_Solid_Logic_Technology

von Daniel -. (root)


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be stucki schrieb:
> Mechanik -> Relais -> Röhren -> Transistor -> ICs -> ???

optische gatter

von Jonny O. (-geo-)


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am Ende der Kette geht es wieder von vorne los. ;)

von Axel L. (axel_5)


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Andy D. schrieb:
> Das mit dem Staubkorn auf einem größeren Chip ist wohl schlimmer, und
> mich wunderts dass es hier in >10 Posts noch keiner erklärt hat.
>
> Gehen wir mal von hundert halbwegs gleichmässig verteilten Staubkörnern
> oder Materialfehlern auf einem Wafer aus.

Weil es eigentlich keine Rolle spielt. Staubkörner kommen in so einer 
Fertigung kaum noch vor, schon gar keine 100 pro Wafer. Das könnte sich 
keiner leisten.

Es geht letztlich um die Fertigungskosten. Man bekommt bei kleineren 
Strukturen mehr Chips auf die gleiche Wafergrösse, wobei die höhere 
Komplexität nicht linear mehr kostet. Ergo sinkt der Preis pro Chip.

Das andere sind nette Nebeneffekte, die aber bei den ganz neuen 
Technologien kaum noch zum Tragen kommen.

Zwar sinken die Transistorkapazitäten, die spielen aber in den Bereichen 
keine Rolle mehr. Die Leitung zum Transistor hat bereits eine vielfach 
höhere Kapazität als die Eingangskapazität des Transistors. Da bringt es 
schon mehr, dass durch die höhere Gatterdichte die Leitungen kürzer 
werden.

Und bei den neuen Technologien bleiben auch die Spannungen gleich. 
Früher hat man noch erhebliche Vorteile vom Sprung von 5V auf 3,3V, und 
später auf 2,5V. Bei den letzten paar Generationen liegt man eigentlich 
immer um die 1V.

Gruss
Axel

von Stefan H. (Firma: dm2sh) (stefan_helmert)


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Vielleicht werden die Transistoren ja bald 3-dimensional frei im Raum 
angeordnet statt flächig und die Spannung auf 30 mV gesenkt.

von Andreas D. (rackandboneman)


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"Weil es eigentlich keine Rolle spielt"

Dann hat man also immer 100% Yield inzwischen, ausser bei einer 
schadhaften Maske?

von (prx) A. K. (prx)


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Andy D. schrieb:

> Dann hat man also immer 100% Yield inzwischen, ausser bei einer
> schadhaften Maske?

Bei Herstellungsprozessen an der Grenze der eingesetzten Technik wohl 
kaum, andernfalls könnte man mit dieser Technik die Strukturen weiter 
verkleinern. Folglich können sich aus der Fertigung ergebende Toleranzen 
ebenfalls die Funktion beeinträchtigen.

Und ob wohl das Rohmaterial auch immer 100% perfekt ist?

von Michael D. (etzen_michi)


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Mechanik -> Relais -> Röhren -> Transistor -> ICs ->

Ich denke als nächster Schritt ändert sich das Material von Silicium auf 
Graphen.

Überleg mal was alles nicht möglich wäre wenn die Chips nicht immer 
kleiner werden würden.

Wie würde die Mars Sonde wohl ausschauen?

von Axel L. (axel_5)


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Andy D. schrieb:
> "Weil es eigentlich keine Rolle spielt"
>
> Dann hat man also immer 100% Yield inzwischen, ausser bei einer
> schadhaften Maske?


Zwischen 100 defekten Chips pro Wafer alleine durch Staub und 100% Yield 
ist ja noch eine breite Grauzone. Ausserdem gibt es ja noch Ausfälle 
beim Packagen.

Ein AMD Bulldozer hat angeblich 315mm². Ein Wafer hat etwa 30.000mm² 
wenn ich mich recht erinnere. Macht also 100 Bausteine pro Wafer. Aber 
auch Intels Sandy Bridge hat noch 216mm².

Bei 100 Fehlern/Wafer wäre das ein ziemlich schlechtes Geschäft.

Gruss
Axel

von Simon H. (simi)


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Axel Laufenberg schrieb:
> Ein Wafer hat etwa 30.000mm²
> wenn ich mich recht erinnere.

inzwischen gibt es verbreitet 30mm-Waver. Die haben dann ca. doppelt so 
viel Fläche. Das gäbe also bei 100 defekten Chips wieder einen Yield von 
0.5.

von Sni T. (sniti)


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Dazu kommt noch, dass man defekte Bereiche abschalten kann. Dann hat der
ursprüngliche Quadcore eben nur noch 3 oder 2 Kerne, oder eben weniger
Speicher, etc. Das ist bei Prozessoren durchaus gängige Praxis ;-)

von Simon H. (simi)


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Christian Berger schrieb:
> Ach was, was jetzt dann kommt ist die Mikrofluidik.
>
> http://media.ccc.de/browse/congress/2010/27c3-4073...


Ich habe vor einigen Jahren im Labor am MIT gearbeitet, wo ein Doktorand 
an diesem "microfluidic computer" arbeitete. Wir diskutierten dann mal 
ein bisschen über den Sinn davon.

- man kann das dreidimensional machen, also auch in die Höhe bauen.
--- Ja, aber Silizium kann man doch auch stapeln?
- Ja, aber da hast Du Probleme mit der Verlustleistung. Das ist ja 
elektrisch, das gibt Verluste!
--- Hm... Aber pneumatische Verluste gibt es doch auch?
- Richtig. Aber der Clou an der Sache ist, dass wir hier MIT DEM 
KÜHLMITTEL rechnen! Also die Verlustleistung wird immer gleich wieder 
abgeführt
--- ????? Hm.... ????? ..... Ok. Verlustleistung. Von welchen 
Grössenordnungen reden wir eigentlich im Hinblick auf Luftmenge und 
Druckunterschied in einem "Transistor"?
- (zwei ziemlich kleine Zahlen, weiss nicht mehr, wie klein).
--- Und wohin könnt Ihr theoretisch kommen?
- (zwei noch kleinere Zahlen)
--- Moment mal
(habe mich kurz an den Taschenrechner gesetzt)
--- Dir ist bewusst, dass ein fluidischer Chip der Grössenordnung eines 
Pentium die Verlustleistung eines kleinen Kraftwerks haben wird, oder? 
Und die willst Du da rauspusten?


Kurz vor meiner Heimreise sagte mir der Doktorand, dass er das Thema 
habe fallen lassen. Mir tat das sehr leid - um ihn, denn er war (ist 
vermutlich noch :-) ein sehr netter Typ.

So ganz nebenbei haben sie es als ein nur geringes Problem gesehen, dass 
prinzipbedingt keine Rückkopplungen möglich sind. State machines sind 
also keine möglich. Und sehr sehr stolz waren sie, dass sie bereits 
einen in der Realität existierenden Computerchip (ihre Wortwahl) 
fluidisch umgesetzt hatten! Es handelte sich um eine 4-Bit-Alu aus der 
74-Reihe.


Das nur so als Anekdote nebenbei. :-)

Gruäss
Simon

von Christian L. (cyan)


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Simon Huwyler schrieb:
> inzwischen gibt es verbreitet 30mm-Waver.

Du meinst wohl 300mm. Mittlerweile wird auch schon an 500mm Wafern 
gearbeitet.
Ich dürfte mir letzte Woche einen Vortrag eines Ings von Global 
Foundries aus Dresden (ehemals AMD) anhören. Als Ausblick für die 
Zukunft wurde sogar schon von 14nm Technologie gesprochen. Ob das nur 
geplant ist, oder sogar schon erste Ergebnisse gibt weis ich nicht. 
20/22nm sind also nur noch eine Frage der Zeit, bis sie auf den Markt 
kommen.

LG Christian

von (prx) A. K. (prx)


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Christian L. schrieb:

> 20/22nm sind also nur noch eine Frage der Zeit, bis sie auf den Markt
> kommen.

Intel produziert die kommende x86-Generation (Ivy Bridge) bereits jetzt 
in 22nm.

von Uwe N. (ex-aetzer)


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A. K. schrieb:
> Intel produziert die kommende x86-Generation (Ivy Bridge) bereits jetzt
> in 22nm.

... und einige Firmen (afaik IBM) sprachen vor einiger Zeit schon laut 
von 14nm (!) Technologie. Krass.

Gruss Uwe

von (prx) A. K. (prx)


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Uwe N. schrieb:

>> Intel produziert die kommende x86-Generation (Ivy Bridge) bereits jetzt
>> in 22nm.
>
> ... und einige Firmen (afaik IBM) sprachen vor einiger Zeit schon laut
> von 14nm (!) Technologie. Krass.

Ist völlig normal. Die Strukturgrösse der High-End Fertigungstechnik 
reduziert sich bislang ganz grob alle 2 Jahre. Es dauert es jedoch 
deutlich länger als 2 Jahre, bis eine neue in Vorbereitung befindliche 
Technik produktiv eingesetzt werden kann. Daher liest man solche 
Ankündigungen meist schon, bevor die Vorgängertechnik richtig in Fahrt 
ist.

von Ewald K. (ebtschi)


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Jonny Obivan schrieb:
> am Ende der Kette geht es wieder von vorne los. ;)


Man kann nicht so blöd reden dass es nicht wahr ist. ;-)

Rod Logic:
http://www.halcyon.com/nanojbl/NanoConProc/nanocon2.html

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