45455 schrieb:
> Auch die neueste Masche wird dort vorgestellt: Werksverträge. Nachdem es
> in der Zeitarbeit nun einen Mindestlohn (knapp 8 €/h Gebiet West) und
> einen Tarifvertrag gibt, wird erneut versucht, den Lohn zu drücken. Sub-
> und Sub-Sub-Unternehmer schicken ihre Leute in die Firmen. Die Tarife
> und der Mindestlohn der Zeitarbeitsbranche gelten bei Werksverträgen
> nicht.
Sowas hatten wir doch vor Wochen schon mal hier im Forum:
Die Drogeriekette Roßmann beschäftigt anscheinend Regaleinräumer über
Personaldienstleister mit Werkverträgen. D.h., die bekommen nicht
einfach einen (Mindest-)Stundenlohn nach Stunden, sondern haben überdies
noch ihre ganze Arbeitsvorgabe, Arbeitspaket, zu verantworten. Klingt
nach Akkordarbeitsbedingungen mit Mindestlohnsätzen. Das ist schon
wieder eine Fliege mehr, mit der selben Klatsche. Maximal schnell rennen
sollen die Leute für ihren Mindestlohn. Man packt sie so voll, daß sie
kaum alles schaffen können.
Wer das Paket nicht zeitgerecht schafft, bekommt dann anstatt 6€ brutto
eben mal nur 3€ brutto die Stunde, oder auch gar nichts.
Eine Nachbarin war Putzfrau. Die hat es aber aufgegeben, als ihr Job in
die Zeitarbeit ausgegliedert wurde. Sie sagte: Plötzlich stand ein
Antreiber der Zeitarbeit bei der Arbeit. Und der klatschte nur laut in
die Hände, und brüllte stundenlang das Personal an: Marsch, Marsch,
schneller. Autoritäre Typen wie Zuhälter oder Türsteher. Einige
Arbeitskräfte brachen irgendwann weinend zusammen. Das war der Punkt, wo
sie aufgab. Aber sie erzählte mir das. Das ist Deutschland. Wir sind
Deutschland. ;-)