Forum: Offtopic Nice Idea: Telefon und Internet für Verwandte oder Kinder


von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Ich wollte mal ein interessantes Test-Szenario diskutieren ...

Also: Ich habe gerade zu 1und1 16000 Doppelflat gewechselt. Dazu habe 
ich ungewollt und nicht benötigt auch den sog. Homeserver (Fritz 7330 
Sl) bekommen (habe bereits anderen Draytek-Router mit VOIP). 
Gleichzeitig bin ich im Besitz eines 1und1-Surfstick für 
Unterwegs/Dienstreise, der kostet mit "Notebook-Flat" 9.99 im Monat und 
gestattet bis zu 1 GB per maximalem UMTS-Speed, danach 64kBit.

Meine Mutter (72) hat nun vor einiger Zeit, nach einem (gezielt 
provokanten) Notebook-Geschenk von mir, das Internet für sich entdeckt. 
Daneben hat sie nur ein Festnetztelefon, von dem sie regen Gebrauch 
macht. Bisher bei der Telkom, mit ordentlich Grundgebür und 
Gesprächskosten.

In einem lichten Moment habe ich nun mal den Surfstick an den Homeserver 
gesteckt, dessen WLAN eingerichtet, eine meiner 1und1-VOIP-Nummern 
aktiviert und ein DECT-Mobilteil angemeldet. Und siehe da: plötzlich hat 
man eine kleine autonome Einheit, die man praktisch überall hinstellen 
kann und die einem für 9.99 Euro im Monat WLAN-Surfen und das 
Telefonieren per Flatrate gestattet. Altersgerecht mit "normalem" 
DECT-Telefon. Einen klassischen AB (der Mensch ist einn Gewohnheitstier) 
kann man auch noch per Kabel anschliessen.

Meine Mutter wird kaum Filme schauen oder Musik laden, also sollten das 
1GB für "Normales" Sufen, etwas Mail und gelegentlich 10 Minuten Skype 
absolut ausreichen. Ein Telefonat von 1 Stunde benötigt lt. Sipgate ca. 
50 MB. Und selbst bei Erreichen der 64kBit-Schwelle kann man noch 
telefonieren, habe ich ausprobiert ...

Was wäre noch zu bedenken, bevor ich meiner Mutter rate, ihren Anschluss 
zu kündigen? UMTS-Abdeckung gibt es an Ihrem Wohnort satt und mit der 
neuen Nummer aus meinem Portfolio könnte Sie sich auch abfinden ...

von Pink S. (pinkshell)


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- ist im Vertrag der Notebookflat VOIP erlaubt?

- der Rufnummernwechsel. Alte Bekannte haben noch die alte Nummer, 
manche Kontakte werden nicht zustande kommen, bei der tendenziellen 
Einsamkeit der Älteren kann das problematisch sein.

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Pink Shell schrieb:
> - ist im Vertrag der Notebookflat VOIP erlaubt?

Nö, geht aber trotzdem ...

von Frank E. (Firma: Q3) (qualidat)


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Pink Shell schrieb:
> - der Rufnummernwechsel. Alte Bekannte haben noch die alte Nummer,
> manche Kontakte werden nicht zustande kommen, bei der tendenziellen
> Einsamkeit der Älteren kann das problematisch sein.

Eine Zeitlang würden ja beide Anschlüsse laufen, da wäre Zeit zum 
Mitteilen.

von P. M. (o-o)


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Das System mag gut funktionieren, aber eins musst du bedenken: Es wird 
nicht 100% zuverlässig sein. Du musst also damit rechnen, dann und wann 
zu deiner Mutte fahren zu müssen, um ihren Telefon/Internetanschluss 
wieder zum laufen zu bringen. Auch wenn du z.B. im Urlaub oder auf 
Geschäftsreise bist...

Ohne Internet mag sie ein paar Tage auskommen, bei Telefon wird es wohl 
schon eher kritisch. Auch wenn man bedenkt, dass der Telefonanschluss 
gerade bei einer älteren Frau auch im Notfall gut funktionieren sollte.

von Willi W. (williwacker)


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Ich würde auch das Problem in der zuverlässigen Verfügbarkeit sehen. 
Selbst stolzer User eines Surfsticks weiß ich, dass das Ding auch mal 
über Stunden nicht tut. Stört mich zumeist nur wenig, aber wenn alte 
Leute sich in den Kopf gesetzt haben, jetzt mal die Erna anzurufen und 
das geht nicht, können die ganz schön wild werden. Und das Thema Notruf 
wurde ja bereits angesprochen.

Wie wäre es mit einem Telefonanbieterwechsel, aber dazu vielleicht Mutti 
in Urlaub schicken, hier gibt es viele Berichte, auch aus meiner 
Verwandtschaft, dass direkt nach dem Wechsel erst einmal gar nichts 
geht. Zu dieser Zeit hatte mein Onkel Geburtstag und keiner hat 
angerufen, da war der schon etwas sauer, eigentlich voll stinkig. 
Rufnummernmitnahme wäre hier gar kein Problem.

Hat Mutti Kabelanschluss? Hier kann man über das KabelBW-Kabel surfen 
und telefonieren, habe ich gemacht. Beim Umstieg war das Telefon ca. 1 
Stunde tot, das kann man verschmerzen, musst Du halt mit Mutti Eis essen 
gehen, ist auch mal schön. Rufnummernmitnahme hat super geklappt und 
viel günstiger als der lila Riese ist es auch.

Nur mal so ein paar Gedanken, Du siehst vielleicht, das Thema ist mir 
nicht ganz neu (meine Eltern wollen aber partout beim lila Riese 
bleiben, weil mein Cousin dort arbeitet, da kannst nix machen).

Ciao

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Willi Wacker schrieb:
> Hat Mutti Kabelanschluss? Hier kann man über das KabelBW-Kabel surfen
> und telefonieren

Das ist dank VoIP auch nicht wirklich sehr zuverlässig, jedenfalls 
deutlich unzuverlässiger als POTS/ISDN. Und bei Stromausfall nicht 
nutzbar, im Gegensatz zu einem nicht schnurlosen Telephon an POTS bzw. 
einem notspeisefähigen ISDN-Telephon.

von Wilhelm F. (Gast)


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Willi Wacker schrieb:

> Selbst stolzer User eines Surfsticks weiß ich, dass das Ding auch mal
> über Stunden nicht tut.

So ist es. Ich habe selbst einen. Und es ist dann gut, wenn man direkt 
am Stick sitzt, und die Kontroll-LEDs sieht.

Manchmal fliegt hier ein Flugzeug oder Hubschrauber, oder ein Auto fährt 
vorbei, die Verbindung bricht ab. Nebel, Regen, oder Sturm. Ich überlege 
dann, ob es damit zu tun hat. Sicher aber terrestrische Störungen. Aber 
ich kann es verschmerzen, da ist nichts weiter sicherheitskritisch bei 
mir.

Und last but not least: 2005 hatten wir hier einen mehrstündigen 
Stromausfall in der Gegend. Da funktionierte der Mobilfunk auch nicht 
mehr. Aber das Festnetz. Es ist ziemlich unabhängig von EVU, dank 
Notstromanlagen.

Besonders für alte Leute ist etwas ganz sicher funktionierendes sehr 
wichtig, die bekommen nicht mehr alles so schnell gepeilt und auf die 
Reihe, wie mit 20 noch. Und erst recht nicht in einer Störungssituation.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Wilhelm Ferkes schrieb:
> Da funktionierte der Mobilfunk auch nicht
> mehr. Aber das Festnetz. Es ist ziemlich unabhängig von EVU, dank
> Notstromanlagen.

Dann sollte man bei den eingesetzten Endgeräten allerdings auf 
DECT-Telephone verzichten, und wenn man ISDN nutzt, darauf achten, daß 
die verwendeten Geräte notspeisefähig sind.

von Timm T. (Gast)


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Kenne das von einem VOIP-Anschluss über damals Arcor am Festnetz, bei 
Freunden:

- Modem zwischendurch mal unmotiviert aufgehängt => Telefon geht nicht 
mehr
- ab und an keine Anrufe reingekommen, obwohl 3 Rufnummern frei
- ab und an keine Verbindung nach aussen über VOIP, da hat das Modem 
dann den alternativen noch vorhandenen Analogkanal genutzt, konnt man 
auf der Rechnung sehen
- Modem kaputt => 2 Wochen nur Telefon über den zum Glück noch 
vorhandenen Analogkanal, bis Ersatz da war

Die Probleme musste man halt so hinnehmen, inzwischen läuft das über 
Telekom (Call & Surf IP) besser, aber für eine ältere Dame, die da auch 
Zuverlässigkeit braucht, würde ich das nicht empfehlen.

von Wilhelm F. (Gast)


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Rufus Τ. Firefly schrieb:

> daß
> die verwendeten Geräte notspeisefähig sind.

Auf jeden Fall. Als ich noch die größeren Telefonanlagen baute, gab es 
für den Kunden oft die Möglichkeit, zu wählen, ob er am Hauptapparat 
eine Notspeisung haben möchte, oder nicht. Manchmal konnten die Anlagen 
das schon von sich aus, und manchmal benötigte man ein Einsteckmodul. 
Das kostete allerdings Geld, als zusätzliche Dienstleistung in den 
monatlichen Gebühren oder Einmalgebühr. Da muß er entscheiden, wie 
wichtig ihm das ist.

Bei Stromausfall funktionierte ja immer die gesamte Telefonanlage nicht, 
weil sie logischerweise vom Stromnetz gespeist ist. Es mag sein, daß ein 
großer Kunde eine eigene partielle Notstromversorgung hat. Bei z.B. 
Größenordnungen wie Ford in Köln ist es wahrscheinlicher, als im kleinen 
Anwaltsbüro oder kleinem Unternehmen. Größere Anlagen mit vierstelliger 
Teilnehmerzahl hatten auch Akkus, einen separaten Akkuraum, wie 
Vermittlungsstellen.

Es gab aber immer Alternativen. Manchmal montierte man einem Kunden auch 
eine TAE-Dose vor die Anlage in die Amtsleitung, und gab ihm einen 
einfachen analogen Telefonapparat, den er für Notfälle im Karton im 
Aktenschrank aufbewahrt...

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