Ich wollte mal ein interessantes Test-Szenario diskutieren ... Also: Ich habe gerade zu 1und1 16000 Doppelflat gewechselt. Dazu habe ich ungewollt und nicht benötigt auch den sog. Homeserver (Fritz 7330 Sl) bekommen (habe bereits anderen Draytek-Router mit VOIP). Gleichzeitig bin ich im Besitz eines 1und1-Surfstick für Unterwegs/Dienstreise, der kostet mit "Notebook-Flat" 9.99 im Monat und gestattet bis zu 1 GB per maximalem UMTS-Speed, danach 64kBit. Meine Mutter (72) hat nun vor einiger Zeit, nach einem (gezielt provokanten) Notebook-Geschenk von mir, das Internet für sich entdeckt. Daneben hat sie nur ein Festnetztelefon, von dem sie regen Gebrauch macht. Bisher bei der Telkom, mit ordentlich Grundgebür und Gesprächskosten. In einem lichten Moment habe ich nun mal den Surfstick an den Homeserver gesteckt, dessen WLAN eingerichtet, eine meiner 1und1-VOIP-Nummern aktiviert und ein DECT-Mobilteil angemeldet. Und siehe da: plötzlich hat man eine kleine autonome Einheit, die man praktisch überall hinstellen kann und die einem für 9.99 Euro im Monat WLAN-Surfen und das Telefonieren per Flatrate gestattet. Altersgerecht mit "normalem" DECT-Telefon. Einen klassischen AB (der Mensch ist einn Gewohnheitstier) kann man auch noch per Kabel anschliessen. Meine Mutter wird kaum Filme schauen oder Musik laden, also sollten das 1GB für "Normales" Sufen, etwas Mail und gelegentlich 10 Minuten Skype absolut ausreichen. Ein Telefonat von 1 Stunde benötigt lt. Sipgate ca. 50 MB. Und selbst bei Erreichen der 64kBit-Schwelle kann man noch telefonieren, habe ich ausprobiert ... Was wäre noch zu bedenken, bevor ich meiner Mutter rate, ihren Anschluss zu kündigen? UMTS-Abdeckung gibt es an Ihrem Wohnort satt und mit der neuen Nummer aus meinem Portfolio könnte Sie sich auch abfinden ...
- ist im Vertrag der Notebookflat VOIP erlaubt? - der Rufnummernwechsel. Alte Bekannte haben noch die alte Nummer, manche Kontakte werden nicht zustande kommen, bei der tendenziellen Einsamkeit der Älteren kann das problematisch sein.
Pink Shell schrieb: > - der Rufnummernwechsel. Alte Bekannte haben noch die alte Nummer, > manche Kontakte werden nicht zustande kommen, bei der tendenziellen > Einsamkeit der Älteren kann das problematisch sein. Eine Zeitlang würden ja beide Anschlüsse laufen, da wäre Zeit zum Mitteilen.
Das System mag gut funktionieren, aber eins musst du bedenken: Es wird nicht 100% zuverlässig sein. Du musst also damit rechnen, dann und wann zu deiner Mutte fahren zu müssen, um ihren Telefon/Internetanschluss wieder zum laufen zu bringen. Auch wenn du z.B. im Urlaub oder auf Geschäftsreise bist... Ohne Internet mag sie ein paar Tage auskommen, bei Telefon wird es wohl schon eher kritisch. Auch wenn man bedenkt, dass der Telefonanschluss gerade bei einer älteren Frau auch im Notfall gut funktionieren sollte.
Ich würde auch das Problem in der zuverlässigen Verfügbarkeit sehen. Selbst stolzer User eines Surfsticks weiß ich, dass das Ding auch mal über Stunden nicht tut. Stört mich zumeist nur wenig, aber wenn alte Leute sich in den Kopf gesetzt haben, jetzt mal die Erna anzurufen und das geht nicht, können die ganz schön wild werden. Und das Thema Notruf wurde ja bereits angesprochen. Wie wäre es mit einem Telefonanbieterwechsel, aber dazu vielleicht Mutti in Urlaub schicken, hier gibt es viele Berichte, auch aus meiner Verwandtschaft, dass direkt nach dem Wechsel erst einmal gar nichts geht. Zu dieser Zeit hatte mein Onkel Geburtstag und keiner hat angerufen, da war der schon etwas sauer, eigentlich voll stinkig. Rufnummernmitnahme wäre hier gar kein Problem. Hat Mutti Kabelanschluss? Hier kann man über das KabelBW-Kabel surfen und telefonieren, habe ich gemacht. Beim Umstieg war das Telefon ca. 1 Stunde tot, das kann man verschmerzen, musst Du halt mit Mutti Eis essen gehen, ist auch mal schön. Rufnummernmitnahme hat super geklappt und viel günstiger als der lila Riese ist es auch. Nur mal so ein paar Gedanken, Du siehst vielleicht, das Thema ist mir nicht ganz neu (meine Eltern wollen aber partout beim lila Riese bleiben, weil mein Cousin dort arbeitet, da kannst nix machen). Ciao
Willi Wacker schrieb: > Hat Mutti Kabelanschluss? Hier kann man über das KabelBW-Kabel surfen > und telefonieren Das ist dank VoIP auch nicht wirklich sehr zuverlässig, jedenfalls deutlich unzuverlässiger als POTS/ISDN. Und bei Stromausfall nicht nutzbar, im Gegensatz zu einem nicht schnurlosen Telephon an POTS bzw. einem notspeisefähigen ISDN-Telephon.
Willi Wacker schrieb: > Selbst stolzer User eines Surfsticks weiß ich, dass das Ding auch mal > über Stunden nicht tut. So ist es. Ich habe selbst einen. Und es ist dann gut, wenn man direkt am Stick sitzt, und die Kontroll-LEDs sieht. Manchmal fliegt hier ein Flugzeug oder Hubschrauber, oder ein Auto fährt vorbei, die Verbindung bricht ab. Nebel, Regen, oder Sturm. Ich überlege dann, ob es damit zu tun hat. Sicher aber terrestrische Störungen. Aber ich kann es verschmerzen, da ist nichts weiter sicherheitskritisch bei mir. Und last but not least: 2005 hatten wir hier einen mehrstündigen Stromausfall in der Gegend. Da funktionierte der Mobilfunk auch nicht mehr. Aber das Festnetz. Es ist ziemlich unabhängig von EVU, dank Notstromanlagen. Besonders für alte Leute ist etwas ganz sicher funktionierendes sehr wichtig, die bekommen nicht mehr alles so schnell gepeilt und auf die Reihe, wie mit 20 noch. Und erst recht nicht in einer Störungssituation.
Wilhelm Ferkes schrieb: > Da funktionierte der Mobilfunk auch nicht > mehr. Aber das Festnetz. Es ist ziemlich unabhängig von EVU, dank > Notstromanlagen. Dann sollte man bei den eingesetzten Endgeräten allerdings auf DECT-Telephone verzichten, und wenn man ISDN nutzt, darauf achten, daß die verwendeten Geräte notspeisefähig sind.
Kenne das von einem VOIP-Anschluss über damals Arcor am Festnetz, bei Freunden: - Modem zwischendurch mal unmotiviert aufgehängt => Telefon geht nicht mehr - ab und an keine Anrufe reingekommen, obwohl 3 Rufnummern frei - ab und an keine Verbindung nach aussen über VOIP, da hat das Modem dann den alternativen noch vorhandenen Analogkanal genutzt, konnt man auf der Rechnung sehen - Modem kaputt => 2 Wochen nur Telefon über den zum Glück noch vorhandenen Analogkanal, bis Ersatz da war Die Probleme musste man halt so hinnehmen, inzwischen läuft das über Telekom (Call & Surf IP) besser, aber für eine ältere Dame, die da auch Zuverlässigkeit braucht, würde ich das nicht empfehlen.
Rufus Τ. Firefly schrieb: > daß > die verwendeten Geräte notspeisefähig sind. Auf jeden Fall. Als ich noch die größeren Telefonanlagen baute, gab es für den Kunden oft die Möglichkeit, zu wählen, ob er am Hauptapparat eine Notspeisung haben möchte, oder nicht. Manchmal konnten die Anlagen das schon von sich aus, und manchmal benötigte man ein Einsteckmodul. Das kostete allerdings Geld, als zusätzliche Dienstleistung in den monatlichen Gebühren oder Einmalgebühr. Da muß er entscheiden, wie wichtig ihm das ist. Bei Stromausfall funktionierte ja immer die gesamte Telefonanlage nicht, weil sie logischerweise vom Stromnetz gespeist ist. Es mag sein, daß ein großer Kunde eine eigene partielle Notstromversorgung hat. Bei z.B. Größenordnungen wie Ford in Köln ist es wahrscheinlicher, als im kleinen Anwaltsbüro oder kleinem Unternehmen. Größere Anlagen mit vierstelliger Teilnehmerzahl hatten auch Akkus, einen separaten Akkuraum, wie Vermittlungsstellen. Es gab aber immer Alternativen. Manchmal montierte man einem Kunden auch eine TAE-Dose vor die Anlage in die Amtsleitung, und gab ihm einen einfachen analogen Telefonapparat, den er für Notfälle im Karton im Aktenschrank aufbewahrt...
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