Hallo zusammen,
Vor ein paar Tagen bin ich auf die Idee gestoßen, mir ein bisschen
Deuterium anzuschaffen und seine Merkmale zu betrachten, da es sich auf
meinem Schreibtisch sicher gut macht. Darauf habe ich mich ein Bisschen
über diesen schweren Wasserstoff informiert und rausgefunden, dass es
mit mehreren Methoden herstellbar sein müsste. Einmal wäre da die Idee
Atomreaktor-Kühlwasser "zu spalten" bzw einzelne Teile herraus zu
picken, was aber einem Schüler nicht gerade einfach gemacht wird.
Andererseits gäbe es die, von mir Spaßeshalber bevorzugte Weise, einen
Neutronen bzw. Ionenbeschleuniger zu basteln, natürlich im kleinen
Format. Bauanleitungen lassen sich da aber nicht mit Google finden ;-).
Kann man sich soetwas überhaupt zusammenstellen? (Abgesehen vom Kauf der
Materialien)
Was bräuchte man dafür?
Oder kann man einfach Deuterium im Internet kaufen?
Würde mich mal interessieren was es da zu sagen gibt.
Hoffe ihr könnt mir helfen/mich weiterbringen.
Gruß
Yomyo
Wow, danke. Hätte nicht gedacht, dass mir so schnell jemand helfen kann.
Dieses Forum ist echt klasse ;-).
Was ich damit mache? Naja wie erwähnt, beobachten, rumfuchteln und
bestaunen...
Gruß und danke...
(Offen bleibt das mit dem Beschläuniger....)
Yomyo Seethaler schrieb:> (Offen bleibt das mit dem Beschläuniger....)
warte ich auch auf eine Antwort g
und noch ne doofe Frage Deuterium ist bei Raumtemperatur (20°C) flüssig
richtig?
dann muss mir mal wer Wikipedia ( http://de.wikipedia.org/wiki/Deuterium
) erklären:
Die Dichte von D2O beträgt 1,1047 g·cm−3 bei 25 °C, der Schmelzpunkt
liegt bei 3,8 °C und der Siedepunkt bei 101,4 °C.
rechts steht allerdings:
Schmelzpunkt −254,43 °C[2]
Siedepunkt −249,58 °C[2]
ist Deuterium jetzt nicht D²O?
Mich wundert, dass man das nicht einfach zentrifugieren kann. Der
Dichteunterschied von 10% müßte doch das schwere Wasser anreichern?
Vermutlich ist es zu unwirtschaftlich
"Der Anteil an Deuterium in natürlich vorkommendem Wasserstoff beträgt
0,015%." also 150ppm oder 150 Kubikmillimeter in einem Liter Wasser.
Schweres Wasser kaufen, Elektrolyse und fertig ist das Deuterium. Nur
was will man mit dem Zeug? Sieht halt aus wie eine leere Glasampulle. Um
genau zu sein unterscheiden sich Wasserstoff, Sauerstoff, Deuterium und
Vakuum nicht sonderlich in ihren offensichtlichen optischen
Eigenschaften...
>Nur was will man mit dem Zeug?
Deuterium ? Eine Deuteriumlampe ist ein guter breitbandier UV Emitter.
Dafuer drueckt man heftig ab. Allerdings leuchtet das Deuterium nicht
von selbst und bis man's zum Leuchten hat, ist auch wieder etwas Zeit
vergangen.
Christoph Kessler (db1uq) schrieb:> Mich wundert, dass man das nicht einfach zentrifugieren kann. Der> Dichteunterschied von 10% müßte doch das schwere Wasser anreichern?
Wer sagt, dass man das nicht kann? Nur ist es anders vermutlich
billiger.
>Vor ein paar Tagen bin ich auf die Idee gestoßen, mir ein bisschen>Deuterium anzuschaffen und seine Merkmale zu betrachten, da es sich auf>meinem Schreibtisch sicher gut macht.
Du hast anscheinend nicht die geringste Ahnung, was Deuterium überhaupt
ist.
Deuterium ist weder als reines Element noch als flüssiges Deuteriumoxid
spektakulär. Da kannst du dir genau so gut eine leere Glasampulle oder
ein Glas Wasser auf den Schreibtisch stellen, das hätte exakt den
gleichen "Merkmalebetrachtungseffekt".
Reines Deuterium mit mehr als 99,8% Reinheit ist im Handel erhältlich,
z. B. in Druckdosen, einem Behälter ähnlich wie eine Spraydose:
http://www.linde-gase.de/produkte/gase_in_kleinbehaeltern/minican.html
Selber machen wäre völlig unwirtschaftlich.
>Seit wann ist basteln denn wirtschaftlich ;-)
In diesem Fall wären Investitionen von sicher einigen tausend Euro zu
tätigen, um Deuterium vernünftig anreichern zu können.
Hast du ein solches Bastelbudget?
Andreas H. schrieb:> In diesem Fall wären Investitionen von sicher einigen tausend Euro zu> tätigen, um Deuterium vernünftig anreichern zu können.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, daß es Leute gibt, die auf "dumme
Fragen" saudumme Antworten geben.
Ich finde, "dumme Fragen" darf man stellen, dumme Antworten geben nicht.
Warum ich das finde? Weil dumme Fragen immer wieder Denkanstöße geben,
während dumme Antworten genau das Gegenteil bewirken.
Leucht dir das ein?
Natürlich weiß ich was es ist, fände es nur interessant, es anderen
anhand des Stoffes zu erläutern.
Nun um auf die Frage mit dem Teilchenbeschläuniger zurück zu kommen:
Ich habe heute mal den Physik-Proffessor darauf angesprochen. Er meinte
es sei garnicht so schwierig und leicht umsetzbar, solange man das Ziel
im Kopf hat. Das Problem sei nicht der Aufbau des Geräts, sondern das
Vakuumisieren der "Röhre".
Dies sehe ich allerdings nicht so, denn mit einer guten Vakuumpumpe
schafft man das sichrelich.
Die Kosten halten sich nach meiner Ansicht in Grenzen (Stahlrohre,
Elektromagneten, Strom).
Wir müssen den Wasserstoff ja schließ lich nur mit Ionen beschiessen.
Falls ich mir desgleichen aneignen werde, könnte ich eine Bauanleitung
schreiben& dokumentieren.
Wenn ich also theoretische Vortschritte mache, versuche ich ihn zu
bauen.
Gruß
Die Anforderungen an das Vakuum sind relativ hoch. Ich glaube nicht,
dass du mit einem Grob bis Feinvakuum glücklich wirst. Berechne mal die
freie Weglänge und vergleiche sie mit der Länge im Beschleuniger.
Es gehört schon ein bisschen mehr dazu, wie Spulen, Magnete usw.
Wie willst du die Ionen beschleunigen? Mit einem Plattenkondensator?
Dann benötigst du aber einen van der Graph Generator oder ähnliches,
dass dir die Hochspannung erzeugt. Wenn du einen anderen Beschleuniger,
wie einen Linearbeschleuniger oder einen Ringbeschleuniger bauen
möchtest, wird es um einiges komplizierter, alles richtig zu timen.
Dann benötigst du noch eine Ionenquelle und zahlreiches Equipment, dass
man auch bedienen können muss. Eine Turbomolekularpumpe ist sehr schnell
zerstört.
Anstatt soetwas zu versuchen, wäre wohl eine bereits sehr sportliche
alternative Elektronen zu beschleunigen.
>Dies sehe ich allerdings nicht so, denn mit einer guten Vakuumpumpe
schafft man das sichrelich.
Man kann in einem Vakuum etwas Spannung anlegen und irgendwas gegen
irgendwas beschleunigen. Wenn der Druck zu hoch, resp das Vakkum
schlecht ist, dann ist die freie Weglaenge kurz und und die erreichbaren
Energien klein.
Wenn man eine schmale Bandbreite von Energien erreichen will benoetigt
man ein hinreichend gutes Vakuum. Fuer einfache Teilchenexperimente wird
man ein Vakuum von besser als 1E-8 mbar benoetigen. Das bedeutet eine
Turbomolekularpumpe. Schwup und der 10er (10kEuro) ist weg. Mit
Gummidichtungen ist man auch nicht mehr dabei, es muessen
Kupferdichtungen sein. Dann muss man die Apparatur ausheizen, um den
einlagigen Wasserfilm auf der Oberflaeche wegzubekommen.
Schweres Wasser D2O hat einen höheren Gefrierpunkt als Wasser.
Daher müsste es möglich sein D2O mit einer schnöden Tiefkühltruhe
anzureichern. Für die Abspaltung des Wasserstoffs vom Sauerstoff ist
sicher die Elektrolyse das Mittel der Wahl für den Hobbychemiker.
Wozu man schweres Wasser braucht?
Schweres Wasser hat eine andere Viskosität. Besonders fancy sind aber
Eiswürfel aus D2O. Diese schwimmen nämlich nicht auf der Oberfläche,
sondern gehen unter.
Dirk S. schrieb:> Besonders fancy sind aber> Eiswürfel aus D2O. Diese schwimmen nämlich nicht auf der Oberfläche,> sondern gehen unter.
Das jedenfalls war eine interessante Information. Wusste ich nicht.
man kann Essig im Eisschrank aufkonzentrieren,
das mag sein.
Aber kein Deuterium (in Wasser gebunden)
Soviel Wasser würdest Du garnicht einfrieren wollen,
bis Du auf vielleicht 20ml schweres Wasser kommst.
und dann haste ja auch nicht nur D2O im Wasser
sondern auch DHO
Dirk S. schrieb:> Daher müsste es möglich sein D2O mit einer schnöden Tiefkühltruhe> anzureichern.
Wenn jemand vor 10 Jahren, als der Thread gestartet worden ist, das
Experiment gestartet hätte, wer weiß, vielleicht hätte er ja dann jetzt
einen D2O-Würfel. ;-)
Jörg W. schrieb:> Wenn jemand vor 10 Jahren, als der Thread gestartet worden ist,
Ja, inzwischen muss man nicht nur auf die letzte Stelle der
Jahreszahl achten, sondern auch auf die vorletzte. :-)