Namen, die mit Zsch beginnen

#2537767
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jupp, aus dem Slawischen. Deshalb im Osten Deutschlands recht 
verbreitet, im Westen dafür so gut wie gar nicht. Auch Stadtnamenendung 
-itz, sie deutet auf einen Fluss hin, ist z.b. slawischen Ursprungs und 
hier recht häufig anzutreffen.
Überhaupt gibt es einige Ortsnamen, die erst mit dem slawischen Ursprung 
Sinn ergeben.
Moderator Persönliche Seite #2537774
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Christian S. schrieb:
> Auch Stadtnamenendung
> -itz, sie deutet auf einen Fluss hin, ist z.b. slawischen Ursprungs und
> hier recht häufig anzutreffen.

Bis nach Rügen rauf, Nonnevitz, sie haben da noch viel mehr -vitze. :)

Die Slawen waren mal recht weit verbreitet in Mitteleuropa, man nannte
sie Wenden:

http://de.wikipedia.org/wiki/Wenden

Dürfte auch der Grund sein, warum deutsche Städte in slawischen Sprachen
teilweise noch eigene Namen haben: Dresden heißt auf Tschechisch
Drážďany, und das tschechische Wikipedia schreibt, dass es auf Sorbisch
Drježdźany heißt.  Leipzig heißt auf Tschechisch Lipsko.
Moderator Persönliche Seite #2539912
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Namen sind Schall und Rauch. Letzterer rührt wohl von solchen
> Zungenbrechern.

Wenn du mal hier sein solltest, können wir dich ja dann redeflussmäßig
von Zschieren über Zschertnitz nach Zitschewig schicken, danach
entlang der Kirnitzsch und durch den Großen Zschand auf einen kleinen
Ausflug ins tschechische Hřensko, das du erst wieder verlassen darfst,
wenn du es nicht mehr "Rensko" oder "Schensko" aussprichst (nein,
"Herrnskretschen" lassen wir nicht gelten ;), abschließend darfst du
dir die Zunge ausruhen, wenn du in der Lausitz vom Czorneboh zum
Bieleboh wanderst und dabei drüber nachdenken kannst, dass die Namen
dieser Berge "Schwarzer Gott" und "Weißer Gott" bedeuten ...
#2540210
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Jörg Wunsch schrieb:
> Hagen Re schrieb:
>> Ne Schulkameradin, deutschstämmig, hieß Zschiesche.
>
> In der 35. Generation dann wohl doch wendischstämmig. ;-)
>
> So viel zum Sinn der Aussage "deutschstämmig".

Tja kann ich nicht beurteilen, sie hieß so, ihre Eltern sollen in 
Deutschland geboren sein, und wichtig ist mir das allemal auch nicht. 
Letzendlich bezog ich mich auf "Namen, die mit Zsch beginnen"?
Moderator Persönliche Seite #2540922
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Timm Thaler schrieb:
> Alternativ kannst Du ihn auch den Kleinen Zschirnstein rauf und den
> Großen Zschirnstein wieder runterjagen.

Auf dem Rückweg durchs Tal des Weißen Bachs, ähem, Bielatal meinte
ich, und in der Kiesgrube in Zschieren noch ein Bad nehmen.  Wenn
er dann wieder nach Hause will, sollte er sich nach Klotzsche zum
Flughafen begeben. :-)
OP #2541191
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Jörg Wunsch schrieb:
> Wenn
> er dann wieder nach Hause will, sollte er sich nach Klotzsche zum
> Flughafen begeben. :-)

Ein Uhu braucht keine Landebahn und über Berge rennen könnt ihr selbst, 
bis ihr über eure Zungen stolpert...

Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Fehlen da die Ironie-Tags?

Sächsisch ist reinster Wohlklang. Dagegen könnt ihr Schwaben euch nur in 
den tiefsten Albhöhlen verstecken.
Moderator Persönliche Seite #2541220
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Uhu Uhuhu schrieb:
> Ein Uhu braucht keine Landebahn und über Berge rennen könnt ihr selbst,
> bis ihr über eure Zungen stolpert.

Wir stolpern ja nicht drüber. ;-)  Wir hatten dann auch keine Probleme,
russisch zu lernen. :-)

Womit sich der landläufige Deutsche schon schwerer tut ist mit der
tschechischen Sitte, auch mit `l' oder `r' eine betonte Silbe bilden
zu können, was dann zu dem Phänomen führt, dass es Wörter ganz ohne
Vokal gibt.  Aber selbst die mit Vokal brauchen zum Teil etwas Übung,
wie zum Bleistift "Vltava" (tschechischer Namen für die Moldau).  Die
Betonung liegt dabei auf dem `l'.  Und weil wir Deutschen auch kein
"Plzenský Prazdroj" aussprechen können, müssen wir das Gebräu halt
"Pilsner" nennen. :-)
Persönliche Seite #2541814
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Ich wüsst' jetzt grad net, warum grad des Schwäbisch unbeliebt sein 
sollte.

Mir gfellat des Hessische ond des, wos d'Leit rund om Magdeburg 
schwätzet, viel wenger.

(An die, die Schwäbisch nicht nur verstehen, sondern auch schreiben 
können, sei meine inständige Bitte um Verzeihung ob dieser 
Verschandelung ihres Dialekts gerichtet)

Allerdings sei hinzugefügt, daß ich mit dem sogenannten Dialekt meiner 
Heimatsstadt auch nicht viel anfangen kann, das klingt mir zu "prollig", 
und scheint mir auch kein Dialekt im dialektischen Sinne zu sein.
Mario Barth, der sein Geld durch geringen Humoranspruch und eben genau 
diesen Sprachduktus verdient, gehört jedenfalls nicht zu den von mir 
geschätzten Humoristen.

Die persönlichen Antipathien gewissen regionalen Sprachausformungen 
gegenüber haben wohl oft mit dem Primärkontakt mit der jeweiligen 
Sprachvariante und den diese sprechenden Personen zu tun.
Warum gerade Schwaben in Ostdeutschland so verhasst sind, ist mir 
beispielsweise überhaupt nicht nachvollziehbar, aber es mag sein, daß 
diese in Form von importierten "Besserwessis" gerade im Südwesten des 
Ostens sich nicht beliebt gemacht haben.
Leute, die Sächsisch oder Thüringisch reden (zu meiner Schande muss ich 
gestehen, beides kaum auseinanderhalten zu können), sind mir nach wie 
vor weitestgehend suspekt, weil die ersten 20 Jahre meines Lebens ich 
mit solchen Leuten nur bei Grenzkontrollen Kontakt hatte.
Mit Bayern mag man als Berliner sowieso nichts anfangen (obwohl es 
Gerüchten zufolge dort auch intelligentes Leben geben soll, wenn man 
denn lange genug sucht), und gewisse sehr weit aus dem Westen stammende 
Dialekte und Sprachmelodien ziehen mir die Zehennägel 'raus, wie z.B. 
das, was unsere ehemalige wie-Scheiße-am-Schuh*-Gesundheitsministerin 
redet, oder halt Hessisch. Andererseits kann einem auch das Alemannische 
(Südwestdeutschland und grundsätzliche Grundlage des Schweitzerdeutsch) 
merkwürdig vorkommen.

Letzlich ist das alles nur eine Frage von mehr oder weniger gut 
kultivierten Vorurteilen, gar nicht frei nach dem Motto "Wat de Buur 
nich kennt, dat frett he nich".

Ich jedenfalls habe Leute aus Dresden kennengelernt, bei der die 
Empfindungen sich wiederstreben, dieser "eklige Zonendialekt**", aber 
richtig nette Menschen ... Und das gleiche ist mir mit Bayern, mit 
Schwaben, mit Hessen und sogar mit Berlinern passiert -- ei verbibbsch 
nochmal, da halten die Vorurteile aber nicht, was sie versprechen.

*) Ulla Schmidt, so von Volker Pispers tituliert

**) Achtung! Stilistische Überzeichnung, um Vorurteile zu demonstrieren!
#2541883
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Richtig schlimm wirds nur, wenn eigentlich Dialekt sprechende dann 
versuchen Hochdeutsch zu sprechen. Das ist einfach nur grausam. Es hat 
nun mal jeder seinen Dialekt, und ja auch Hannoveraner, denn das ist 
auch alles andere als akzentfrei. Und man darf ruhig stolz auf seinen 
Dialekt sein, wäre ja blöd, wenn wir alle gleich reden würden, nu woahr?
#2541937
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Uwe N. schrieb:
> Was mich immer sehr betroffen macht ;) ist die Tatsache, das mein
> geliebtes Sächsisch Deutschlandweit NACH dem Schwäbischen der
> unbeliebteste Dialekt ist.

Jedenfalls leitet sich aus der sächsischen Mundart die heute 
gebräuchliche Grammatik ab. Näheres dazu hier:

Kurz: http://www.dw-world.de/dw/article/0,,4246184,00.html
Lang: http://www.wer-weiss-was.de/theme197/article661805.html

Christian.
Moderator Persönliche Seite #2542439
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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Letzlich ist das alles nur eine Frage von mehr oder weniger gut
> kultivierten Vorurteilen

Größtenteils ja.  Andererseits muss ich sagen, dass ich "tiefes
Bayrisch" oder gar Österreichisch partout nicht verstehe, bei
Schwäbisch wird es grenzwertig.  Es gibt aber auch lausitzer und
erzgebirgische Mundarten, bei denen hier, keine 100 km entfernt,
die Verständlichkeitsquote bereits auf 50 % absinkt. ;-)

Was unsereins dabei natürlich besonders auf die Palme bringt ist, dass
man als waschechter Sachse eigentlich die ganze Zeit daran gewöhnt
wird, dass der Dialekt zwar vielleicht für Kinderspielplatz- und
Kneipengespräche gut ist, aber ansonsten (und insbesondere bei allen
"offiziellen" Gelegenheiten, also von Schule bis Behörde) Hochdeutsch
gesprochen wird, während gerade die Ösis mit völliger Inbrunst ihren
Dialekt als "Deutsch" bezeichnen ("Mit uns musst du deitsch
rede!"). ;-)  (Im Gegensatz übrigens zu den Schweizern, die mir da sehr
angenehm aufgefallen sind, da sie ihr Schwitzerdietsch klar und
deutlich von Hochdeutsch trennen und zwischen beiden umschalten können.)
Gast #2542503
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Was auch immer angenehm auffällt, sind Politiker besonders einer südlich 
angesiedelten Partei, die gern mal Deutschkurse für Immigranten zur 
Pflicht machen wollen.

Und wenn man die dann reden hört, denkt man: Ja, so eine Pflicht für 
Deutschkurse sollte es für Politiker auch geben.

Und für Radiomoderatoren!
Persönliche Seite #2542519
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Die Schweizer unterscheiden sich von ihren diversen Nachbarn durch die 
im eigenen Lande praktizierte echte Mehrsprachigkeit (Alemannisch, 
Französisch, Italienisch und Rätoromanisch), daher haben sie kein 
Problem damit, andere Sprachen auch als existent wahrzunehmen.

Das Nichtverstehenkönnen gewisser Extreme ist natürlich auch auf 
mangelnde Übung zurückzuführen, wann hast Du beispielsweise das 
allererste Mal Kontakt zu Leuten mit diesen, äh, Sprachvarianten gehabt?
OP #2542583
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Jörg Wunsch schrieb:
> (Im Gegensatz übrigens zu den Schweizern, die mir da sehr
> angenehm aufgefallen sind, da sie ihr Schwitzerdietsch klar und
> deutlich von Hochdeutsch trennen und zwischen beiden umschalten können.)

Das liegt nicht nur an der schweizer Höflichkeit, sondern auch daran, 
daß ein Deutscher, der nicht gerade mit dem allemannischen 
Dialektbereich vertraut ist, von unverfälschtem Schwitzerdütsch schlicht 
nichts versteht.

Bayrisch und österreichisch ist deutlich näher an hochdeutsch und 
zusammen mit der österreichischen Arroganz wird dann eben östereichisch 
das eigentliche Deutsch, genau wie Beethoven ein Österreicher und Hitler 
ein Deutscher war.


Aber mal was anderes: Das rollende R in deutschen Dialekten. Meine 
These: das ist eine Anpassung an gebirgiges Habitat. Ein rollendes R 
kann in gebirgigen Gegenden sehr weit tragen.

Die Bayern sind sozusagen die Gorillas unter den Deutschen ;-)
#2543014
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Timm Thaler schrieb:
> Und wenn man die dann reden hört, denkt man: Ja, so eine Pflicht für
> Deutschkurse sollte es für Politiker auch geben.
>
> Und für Radiomoderatoren!

Nicht zu vergessen jene Schulrektorin, die, unter anderem vorgeblich zum 
Schutz der deutschen Sprache, "Hallo" und "Tschüss" in ihrer Schule 
verbietet und dann im Fernsehen ein Interview gibt, bei dem ihr 
Hochdeutsch als verbesserungswürdig auffällt.

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