Forum: Offtopic Unmögliches möglich machen


von Einstein (Gast)


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Habt Ihr schon mal in Eurer Firma ein Projekt erfolgreich realisiert, 
was vom Wettbewerber, bzw. vielleicht sogar vom Kunden, für unmöglich 
gehalten wurde?

von Kest S. (kest)


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Sowas gibt es nicht! Wenn der Kunde es für unmöglich hält, dann bezahlt 
er dafür doch gar nicht ;-)

Kest

von Korax K. (korax)


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Unmögliches wird sofort erledigt, Wunder dauern etwas länger...

von j. c. (jesuschristus)


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Wie soll man denn ein Projekt realisieren, dass der Kunde für unmöglich 
hält??? Wer bezahlt dafür denn?
Was die Wettbewerber für unmöglich halten schreiben die üblicherweise 
auch nicht auf die Webseite.

von Uhu U. (uhu)


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j. c. schrieb:
> Wie soll man denn ein Projekt realisieren, dass der Kunde für unmöglich
> hält??? Wer bezahlt dafür denn?

So weltfremd ist das nun auch wieder nicht:
Kunde hat eine tolle Idee, geht zu ein paar Firmen, die ihm erzählen, 
sie sei nicht realisierbar.

Dann hört irgend ein anderer Anbieter von der Sache, hat die zündende 
Idee, geht zum Kunden und überzeugt den, daß die Sache sehr wohl 
realisierbar ist, man wird handelseinig und der Anbieter beweist durch 
die Tat, daß er recht hat.

Wo ist das Problem? Phantasielose 0815-Krauter gibts doch wie Sand am 
Meer...

von Timm T. (Gast)


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Schon oft.

Echt jetzt, aus alten Geräten noch was rausholen, was der Betrieber und 
auch der Hersteller* nicht für möglich gehalten hat ist mein täglich 
Brot. ;-)

*) Wobei der Hersteller natürlich not amused ist, schließlich will der 
neue Geräte verkaufen..

von Dave C. (dave_chappelle)


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Timm Thaler schrieb:
> Echt jetzt, aus alten Geräten noch was rausholen, was der Betrieber und
> auch der Hersteller* nicht für möglich gehalten hat ist mein täglich
> Brot. ;-)

Wobei das "unmöglich" in diesem Kontext einfach nur dazu dient ein neues 
Gerät zu verkaufen ;)

von Weingut P. (weinbauer)


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Hab gerade so n Projektauftrag auf der Werkbank ...
Wettbewerb sagt geht nicht zum Kunden und siehe da, geht doch.
Danke Wettbewerb :o)

von Uhu U. (uhu)


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Siehste, das schafft noch nichtmal der Jesus...

Was schließt man daraus?
Weingeist ist mächtiger, als heiliger Geist.

von Hannes J. (pnuebergang)


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Eigentlich sollte es zur Grundausbildung von Ingenieuren gehören, dass 
System Scotty. Der Scotty aus Raumschiff Enterprise.

Immer wenn er gefragt wurde, wie lange eine Reparatur oder 
Rekonfiguration der Schilde dauern würde, kam er mit einer übertriebenen 
Zeitschätzung an, nur um es dann in einem Bruchteil der Zeit zu 
schaffen. Captain James Tiberius Kirk glaubte daher er sei ein Genie.

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Uhu Uhuhu schrieb:
> j. c. schrieb:
>> Wie soll man denn ein Projekt realisieren, dass der Kunde für unmöglich
>> hält??? Wer bezahlt dafür denn?
>
> So weltfremd ist das nun auch wieder nicht:
> Kunde hat eine tolle Idee, geht zu ein paar Firmen, die ihm erzählen,
> sie sei nicht realisierbar.
>
> Dann hört irgend ein anderer Anbieter von der Sache, hat die zündende
> Idee, geht zum Kunden und überzeugt den, daß die Sache sehr wohl
> realisierbar ist, man wird handelseinig und der Anbieter beweist durch
> die Tat, daß er recht hat.

Es gibt sogar Fachkräfte, die glauben etwas noch nicht einmal dann, wenn 
sie das arbeitende Gerät vor sich sehen ;-)

Da ist es kein Problem, einem Kunden etwas "Unmögliches" zu entwickeln.

> Wo ist das Problem? Phantasielose 0815-Krauter gibts doch wie Sand am
> Meer...

Allerdings ... sind übrigens meist die Großen.

Chris D.

von Karl H. (kbuchegg)


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Ganz toll sind die Dinge, die der Entwickler nicht für möglich hält und 
der Kunde zeigt ihm dann erst mal was seine Entwicklung (in meinem Fall 
Software) eigentlich alles kann :-)

von Timm T. (Gast)


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Der umgekehrte Fall kommt auch vor: Der Kunde will etwas, was in dieser 
Konfiguration einfach technisch und physikalisch nicht machbar ist. Er 
ist aber überzeugt, dass es irgendwie gehen muss. Mach mal...

von Christian B. (luckyfu)


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Timm Thaler schrieb:
> Der umgekehrte Fall kommt auch vor: Der Kunde will etwas, was in dieser
> Konfiguration einfach technisch und physikalisch nicht machbar ist. Er
> ist aber überzeugt, dass es irgendwie gehen muss. Mach mal...

das ist unser Täglich Brot... Geräte entwickeln die alles können, selbst 
das physikalisch unmögliche, ewig halten, nie Fehler generieren und 
nichts in der Herstellung kosten. Natürlich darf eine derartige 
Entwicklung nur max 6 Monate dauern, incl. aller notwendigen Zulassungen 
:)

von Peter L. (Gast)


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oder:
hier ist das Gehäuse, da muss es rein.....

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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Und:
der Prozessor darf auch nur 8KB Flash haben, denn der größere ist nicht 
kalkuliert...

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Peter L. schrieb:
> oder:
> hier ist das Gehäuse, da muss es rein.....

Haha, sehr schön :-)

Gottseidank muss ich mich damit nicht rumschlagen.

Chris D.

von Uhu U. (uhu)


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Chris D. schrieb:
> Gottseidank muss ich mich damit nicht rumschlagen.

Baust du Gehäuse?

von Chris D. (myfairtux) (Moderator) Benutzerseite


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Chris D. schrieb:
>> Gottseidank muss ich mich damit nicht rumschlagen.
>
> Baust du Gehäuse?

Auch, ja ;-)

Gemeint war aber eher das:
Dadurch, dass wir keine Auftragsentwicklung (mehr) machen, sondern nur 
noch Kundenwünsche sammeln und dann ggf. daraus ein Produkt machen, 
fehlen naturgemäß Deadlines, obskure Sonderwünsche, Pflichtenhefte 
komplett.

Das macht die Entwicklung sehr angenehm: ein Produkt wird auf den Markt 
gebracht, wenn es ausgereift ist - nicht, weil es fertig sein muss.

Ich beneide die Leute, die auftragsbezogen arbeiten, nicht.

Chris D.

von Peter L. (Gast)


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wenn man es denn doch geschafft hat, nach 5Wochen Entwicklungszeit die 
Vorserie abzuliefern (die dann natürlich sofort unerprobt zum Endkunden 
wandert), kommen nach einigen Monaten die wildesten Anschuldigungen, 
wenn noch nachgebessert werden muss.

von Weingut P. (weinbauer)


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Peter L. schrieb:
> wenn man es denn doch geschafft hat, nach 5Wochen Entwicklungszeit die
> Vorserie abzuliefern (die dann natürlich sofort unerprobt zum Endkunden
> wandert), kommen nach einigen Monaten die wildesten Anschuldigungen,
> wenn noch nachgebessert werden muss.
__
Hatte ich letztes jahr den fall ... von erster anfrage bis die 
anforderungen halbwegs beisammen waren. 8 monate, dann für entwurf, 
prototyp und nullserie 4 wochen inklusive programm versteht sich ... 
argh

von Christian B. (luckyfu)


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achja, es ist erfrischend zu lesen, daß es anderen genauso geht...

Entwicklung ohne Pflichtenheft machen wir auch, auch ein Lastenheft 
brauchen wir nicht. Aber wir haben fixe Termine wann etwas fertig sein 
muss, nur dummerweise sind die Anforderungen mehr als schwammig 
formuliert und werden auch gern in unregelmäßigen Abständen, ich sag 
mal: neu interpretiert...

das geht nun schon soweit, daß die 4 Meilensteine bis zum Launch eines 
gerätes zurückdatiert werden müssen, weil selbst diese nicht mehr 
gemacht werden. Gottseidank bin ich nur für die elektronik zuständig und 
muss mich nicht um die Projektarbeiten kümmern :)

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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das nennt sich gleitende Projektierung

Oder wie ich es auch schon erlebt habe:

Zeichnung? Die machen wir nachher fangt schon mal an.
gemeint war ein Aufzug (Unikat) zu bauen die Kompnennten wurden auf 
zuruf bestellt.

Namaste

von Matthias S. (da_user)


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Karl Heinz Buchegger schrieb:
> Ganz toll sind die Dinge, die der Entwickler nicht für möglich hält und
>
> der Kunde zeigt ihm dann erst mal was seine Entwicklung (in meinem Fall
>
> Software) eigentlich alles kann :-)

In meiner alten Firma wurde eine Maschine dazu gebracht, Dinge zu tun, 
die diese Anlage laut Hersteller unmöglich kann. Der zuständige Ingeneur 
soll bei nem Besuch Bauklötze gestaunt haben.

von Joachim D. (Firma: JDCC) (scheppertreiber)


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Das habe ich ständig. Ich bin in unserer Firma der einzige Entwickler.

* Der Kunde will etwas
* unsere Jungs besprechen es mit ihm
* es gibt ein Paar Mails was es sein soll
* ich mache ein flott zusammengehauenes Muster
* Kunde: "Oh!" geht ja (ich habe das Muster so gebaut, daß ICH damit
  etwas anfangen kann und im Normalfall komplett anders wie geplant)
* Kunde ist zufrieden

Unmöglich ? Alles ist möglich. Halt eine Geldfrage. Die "unmöglichen"
Sachen sind für mich das Salz in der Suppe, Spaß soll's ja auch
machen !

von Rick M. (rick-nrw)


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Joachim Drechsel schrieb:
> Das habe ich ständig. Ich bin in unserer Firma der einzige Entwickler.
>
> * Der Kunde will etwas
> * unsere Jungs besprechen es mit ihm
> * es gibt ein Paar Mails was es sein soll
> * ich mache ein flott zusammengehauenes Muster
> * Kunde: "Oh!" geht ja (ich habe das Muster so gebaut, daß ICH damit
>   etwas anfangen kann und im Normalfall komplett anders wie geplant)
> * Kunde ist zufrieden
>
> Unmöglich ? Alles ist möglich. Halt eine Geldfrage. Die "unmöglichen"
> Sachen sind für mich das Salz in der Suppe, Spaß soll's ja auch
> machen !

Nur dann sollten die Jungs, die mit dem Kunden sprechen Ahnung haben und 
keine falschen Versprechungen machen, die wirklich unmöglich sind.

Es sollte unkompliziert sein, Teile / Komponenten unkompliziert für 
einen Testaufbau zu bestellen, auch wenn diese Firme nicht in SAP etc. 
hinterlegt ist. Scheint manchmal ein riesiges Problem zus ein.

Ich "darf" direkt mit dem Kunden kommunizieren, nicht nur über einen 
Projekt- oder Komponentenverantwortlichen.

(...)

von Joachim D. (Firma: JDCC) (scheppertreiber)


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Ich dürfte auch. Dann ist es aber aus mit der Ruhe beim Arbeiten.
Ich habe eine ziemlich genaue Vorstellung wie das Geschreibsel zu
interpretieren ist. Das klappt recht gut.

SAP ist so eins der Probleme (Schrecken, Angst und Panik). Um diesen
Fuzzen ihrem Kram um die Ohren zu hauen habe ich mir da mal 
Schulungsunterlagen
besorgt. Hast Du den Slang werden auch die handzahm ...

Hauptberuflich machen wir Archivierung größerer Belegmengen über's
Internet. Es wird also NIE Software beim Kunden installiert, ich habe
immer Zugriff auf das mit dem sie arbeiten. Das vereinfacht viel.

von Bernd T. (bastelmensch)


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Timm Thaler schrieb:
> Schon oft.
>
> Echt jetzt, aus alten Geräten noch was rausholen, was der Betrieber und
> auch der Hersteller* nicht für möglich gehalten hat ist mein täglich
> Brot. ;-)
>
> *) Wobei der Hersteller natürlich not amused ist, schließlich will der
> neue Geräte verkaufen..

Bei mir standen auch mal 5 Japaner und haben ganz interessiert geschaut 
was ich aus einer Maschine rausgeholt habe. Schade das ich damals noch 
kein Wort Japanisch konnte. (OK, so viel ist es heute auch noch 
nicht...)
Vor allem meine Manipulationen beim Kamerasystem und der Beleuchtung 
wurde sehr interessiert begutachtet und da haben die auch nachgefragt.

Ich habe später gesagt bekommen das 3 von denen bei der Entwicklung der 
Maschine und des Nachfolgers wohl ziemlich "wichtig" waren.
Witzig fand ich das ein halbes Jahr später ein Angebot für eine Mschine 
kam die alles das was ich gebastelt hatte automatisch (und damit auch 
Prozesssicher) konnte. Wäre schön gewesen das zu nutzen, meine 
Bastellösung war immer ein gefriemel bis es endlich gelaufen ist.

Die Maschine war nur gemietet und die wollten sie uns natürlich gegen 
die neuere (und teuerere) Maschine austauschen. Nur leider kam die 
schließung der Abteilung dem zuvor. :-/

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