SSR mit Trafo

Gast #2547264
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Hallo, ein Kollege hat heute 2 SSR hinereinander zerschossen, als es 
versucht hat, einen 2,5kVA Trafo im Zero-Cross einzuschalten. Ist wohl 
ein 70A SSR gewesen, trotzdem gestorben. Geht das überhaupt? Wenn ich im 
Spannungsnulldurchgang einschalte, hat der Strom doch gerade seinen Peak 
da hauptsächlich induktiv, oder?

Ingo
Gast #2547273
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Lag wohl eher am Einschaltstrom des Trafos. Je nachdem wo seine 
Magnetisierung beim letzten Abschalten stehengeblieben ist, wird der 
Einschaltstrom nur durch die Netzspannung und den Drahtwiderstand 
begrenzt.
#2547282
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Ingo schrieb:
> Wenn ich im
> Spannungsnulldurchgang einschalte, hat der Strom doch gerade seinen Peak
> da hauptsächlich induktiv, oder?

So ist es. Bei Betrachtung der Induktivität des Trafos ist der 
0-Durchgang der schlechteste Zeitpunkt. Da wäre 90° optimal.
Allerdings: Wenn am Trafo-Ausgang ein Kondensator hängt (z.B. 
Netzgerät), dann ist bei 90° der Ladestrom-Impuls an größten.
Also in beiden Fällen ist das schlecht :-((

Vielleicht hilft dann nur eine Strombegrenzung mit PTC / Vorwiderstand + 
verzögertes Überbrücken... !?!

Gruß Dietrich
Gast #2547369
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Dietrich L. schrieb:
> So ist es. Bei Betrachtung der Induktivität des Trafos ist der
> 0-Durchgang der schlechteste Zeitpunkt. Da wäre 90° optimal.

Schwachsinn! Wo soll denn der Strom herkommen? Deine Aussage gilt 
allenfalls für den danach folgenden Nulldurchgang. Nimm doch mal einen 
unbestromten Trafo (von mir aus auch einen den Du gerade in Betrieb 
hattest), leg mal 0V an und miss mal den Strom. Kleiner Tipp: DMM im 
Wechselstrommessbereich an eine Wicklung halten.
Gast #2547384
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Ingo schrieb:
> Wenn ich im
> Spannungsnulldurchgang einschalte, hat der Strom doch gerade seinen Peak
> da hauptsächlich induktiv, oder?

Nein! Bei deiner Annahme wäre der dann fließende Strom die Folge der 
vorherigen Spannungshalbwelle (n-1). Geht ja gar nicht, da Du zu dem 
Zeitpunkt (n) erst den Stromkreis schliesst..
Gast #2547415
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Dazu brauch ich keinen math. Nachweis, da reicht der gesunde 
Menschenverstand aus.

Gegenfrage: Beantworte mir doch, wo der Strom herkommen soll wenn ich 
einen unbestromten Trafo im Nulldurchgang (U=0V) anschließe.
Gast #2547423
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MiWan schrieb:
> Dazu brauch ich keinen math. Nachweis, da reicht der gesunde
> Menschenverstand aus.

Die Hemdsärmel versagen halt öfter.


> Gegenfrage: Beantworte mir doch, wo der Strom herkommen soll wenn ich
> einen unbestromten Trafo im Nulldurchgang (U=0V) anschließe.

Zum Einschaltzeitpunkt fließt natürlich noch kein Strom, aber kurz 
danach um so heftiger. Lös doch einfach mal die dazu gehörigen 
Differentialgleichungen, oder miss es halt.
Gast #2547425
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Zur Wiki: Selbst wenn dein Ttrafo noch mit Bmax in der ungüstigen 
Richtung aufmagnetisiert ist, fließt zum Zeitpunkt U0 (Nulldurchgang) 
noch kein Strom. Erst wenn die Spannung beginnt zu steigen und der Trafo 
in die Sättigung gerät, dann hast Du die hohe Einschaltstromspitze.
Gast #2547430
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Was sag ich denn die ganze Zeit?

Meine Aussage bezog ich auf das:

Ingo schrieb:
> Wenn ich im
> Spannungsnulldurchgang einschalte, hat der Strom doch gerade seinen Peak
> da hauptsächlich induktiv, oder?

Lern lesen, bevor du anfängst von Diff.-Gleichungen zu reden!
#2547595
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Arno hat Recht, es ist der Einschaltstrom der von der Restmagnetisierung 
und Phasenlage bei Einschalten abhängt.

http://www.mikrocontroller.net/wikifiles/5/5d/Verlustarme_trafos.pdf

Einschalten beim Nulldurchgang der Spannung ist ganz falsch, Einschalten 
im Maximum löst das Problem auch nicht wirklich. Siehe Dokument. Das 
Zauberwort heißt Einschaltstrombegrenzer oder Trafoschaltrelais.

MFG
Falk

P S Den Effekt habe ich vor wenigen Tagen an einem kleinen Pulstrafo mit 
Ferritkern ungewollt gemessen. Mehrere Pulse positiv mit bestimmter (zu 
großem) Spannungszeitintegral, Puls wird gelutscht, weil der Kern 
sättigt. Der ERSTE negative Puls ist OK, weil man die doppelte 
Spannungszeitfläche dem Kern zumuten kann, ohne dass er sättigt. Die 
nachfolgenden negativen Pulse waren dann auch wieder abgefressen.
#2547705
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@  hinz (Gast)

>> Je nachdem wo seine
>> Magnetisierung beim letzten Abschalten stehengeblieben ist,

>Das wäre ja ein mistiges Trafoblech, wenn es eine nennenswerte Remanenz
>hätte.

Genau das Gegenteil ist der Fall. Die besten Trafos (Ringkerne) haben 
die größte Remanenz, und das ist auch nur Trafoblech aufgewickelt.

MfG
Falk
#2547732
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Falk Brunner schrieb:
> Die besten Trafos (Ringkerne) haben
> die größte Remanenz

Hm, also ich finde hinz Argumentationsweise auch nicht soo doll aber ich 
meine mich zu erinnern, dass man Trafos gern weichmagnetisch hätte und 
eine große Remanenz spräche dem entgegen. Große Remanenz führt zu großer 
Hysterese und die führt zu hohen Verlusten. Mir scheint, ihr redet 
aneinander vorbei und verwechselt Begriffe.
#2548174
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@  Michael Köhler (sylaina)

>Hm, also ich finde hinz Argumentationsweise auch nicht soo doll

eben.

>aber ich
>meine mich zu erinnern, dass man Trafos gern weichmagnetisch hätte und
>eine große Remanenz spräche dem entgegen.

Nö. Ummagnetisierungsverluste entstehen nicht allein duch die Remanenz, 
sondern die durchlaufene B-H Kurve, sprich FLÄCHE. Und die ist bei 
"normalen" Trafos deutlich größer, weil die Hysteresekurve durch den 
minimalen Luftspalt geschert ist. Dazu kommen die Kupferverluste, die 
eben dadurch auch schon im Leerlauf deutlich höher sind. Schau mal in 
das von mir verlinkte Dokument.

> Große Remanenz führt zu großer
>Hysterese

Nope!

>und die führt zu hohen Verlusten. Mir scheint, ihr redet
>aneinander vorbei und verwechselt Begriffe.

Hinz redet vor allem immer dazwischen ohne ansatzweise inhaltlich oder 
gar umfassend zu argumentieren. Also nix weiter als Verbalflatulenzen.

MFG
Falk
#2548392
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MiWan schrieb:
> Dietrich L. schrieb:
>> So ist es. Bei Betrachtung der Induktivität des Trafos ist der
>> 0-Durchgang der schlechteste Zeitpunkt. Da wäre 90° optimal.
>
> Schwachsinn! Wo soll denn der Strom herkommen? Deine Aussage gilt
> allenfalls für den danach folgenden Nulldurchgang.

Ich gebe zu, dass "So ist es." auf Ingos Aussage/Frage:
> Wenn ich im
> Spannungsnulldurchgang einschalte, hat der Strom doch gerade seinen Peak
> da hauptsächlich induktiv, oder?
falsch war. Zuerst ist der Strom natürlich 0.

Dass der 0-Durchgang bzgl. Magnetisierung aber der schlechteste 
Zeitpunkt zum Einschalten ist, gilt dennoch, allerdings - wie Du auch 
schon sagtest - erst "auf dem Wege" zum nächsten 0-Durchgang. Der Kern 
geht dann in die Sättigung, was den Strom ansteigen lässt.
Die Remanenz kann dies noch unterstützen, die Sättigung kann aber auch 
ohne Remanenz erreicht werden.
Die Höhe des Stroms hängt dann davon ab, wie "knapp" der Trafo 
magnetisch dimensioniert ist und wie hoch bzw. niedrig der ohmsche 
Widerstand der Primärwicklung ist.

Gruß Dietrich

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