Guten Tag Teilnehmer -
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,815186,00.html
Ich sehe oft Leute die ihren Arbeitsplatz verlassen und sich nicht
ausloggen. Damit fängt es an.
Aber wie sicher ist es die Festplatte zu verschlüsseln?
Ist das scheinbare Sicherheit?
>Ich sehe oft Leute die ihren Arbeitsplatz verlassen und sich >nichtausloggen.
Damit fängt es an.
Wo? Mag sein, dass es in einem riesigen Unternehmen im Großraumbüro der
Fall ist. In einer 30 Mann Firma wohl kein Problem, da keine Externe an
die Plätze kommen.
>Aber wie sicher ist es die Festplatte zu verschlüsseln?
Ziemlich sicher, wenn du AES in Verbindung mit einem seriösen Passwort
verwendest. (Im Web gibt es genug brute force Passwort Listen, wo man
nach eigenem Passwort suchen könnte) Habe selbst seit Jahren mit
Trycrypt verschlüßelte Partition + TryCrypt portable Version auf dem USB
Stick. Sollte ich den Stick verlieren, würde ich mir da keine Sorgen
machen.
> Macht der Admin einfach ne Gruppenrichtlinie rein und nach 5min sperrt> der Rechner sich von selbst...
Wenn er macht. Ich kenne das aus einer recht grossen Firma recht gut,
die auch mit militärischen/VS/... Dingen zu tun hat. Alles scheint
sicher, Surfen nur über Filterproxy (kein Facebook...), kein ssh nach
aussen, alle 2 Monate neues Passwort, Bildschirmschoner nicht
veränder/abschaltbar, nach drei Loginversuchen vorbei, Viren&Co-Scanner
bis zum CPU-Erliegen, Notebooks nur über VPN verbindbar, etc. Aber dass
sich statt dem blöden Bildschirmschoner mal der Screenlock automatisch
einschaltet, ist nicht drin...
Praktisch unmöglich, da USB Sticks nicht akzeptiert, Festplatte
verschlüsselt und Laptop + Docking mit Sicherheitsschloss am
Arbeitsplatz festgehalten werden. Außerdem läuft die Webcam mit und
sperrt den Rechner wenn ICH länger wie 1min wegbin (das sind wohlgemerkt
interne security policys). Für meinen Geschmack zwar reichlich
übertrieben, aber wenns ums eigene IP geht versteht I. keinen Spaß. Ein
Wunder, dass ich am Arbeitsplatz im www relativ ungestört surfen kann.
Auch die beste Verschlüsseleung ist nur so sicher wie das Passwort. Und
im täglichen Einsatz nimmt man sehr gerne immer wieder das selbe
Passwort, Jahr für Jahr und auf allen Systemen. So reicht es oft ein
schwaches System zu kompromittieren. Hat man ungestört Zugriff auf den
Rechner ist schnell Überwachungssoftware installiert.
Da aber Datendiebstal am AP grund Genung für ein ausserordentliche
Kündigung ist, sehe ich die Abschreckung als wirkungsvolle
Abschrecknung.
Georg A. schrieb:> Wenn er macht. Ich kenne das aus einer recht grossen Firma recht gut,> die auch mit militärischen/VS/... Dingen zu tun hat. Alles scheint> sicher, Surfen nur über Filterproxy (kein Facebook...), kein ssh nach> aussen, alle 2 Monate neues Passwort, Bildschirmschoner nicht> veränder/abschaltbar, nach drei Loginversuchen vorbei, Viren&Co-Scanner> bis zum CPU-Erliegen, Notebooks nur über VPN verbindbar, etc. Aber dass> sich statt dem blöden Bildschirmschoner mal der Screenlock automatisch> einschaltet, ist nicht drin...
Idiotische Admins halt. Wenn sie die Berufsbezeichnung verdienen würden,
müssten sie nicht unzählige Malwarescanner installieren.
Daniel schrieb:> Praktisch unmöglich, da USB Sticks nicht akzeptiert, Festplatte> verschlüsselt und Laptop + Docking mit Sicherheitsschloss am> Arbeitsplatz festgehalten werden. Außerdem läuft die Webcam mit und> sperrt den Rechner wenn ICH länger wie 1min wegbin (das sind wohlgemerkt> interne security policys). Für meinen Geschmack zwar reichlich> übertrieben, aber wenns ums eigene IP geht versteht I. keinen Spaß. Ein> Wunder, dass ich am Arbeitsplatz im www relativ ungestört surfen kann.
Da wiederrum ist wohl ein ordentlicher Admin am Werk. Externe
Speichermedien nicht zuzulassen hat schon so seinen guten Grund, wäre
nicht das erste mal, dass Firmen auf diesem Wege kompromittiert werden.
Dass wahllose Internetzensur nichts bringt, hat er auch begriffen.
Mandy Simmel schrieb:> Was ist wenn ich die Festplatte einfach ausbaue und den Master Boot>> Record überschreibe?
Dann hast du eine verschlüsselte Festplatte mit überschriebenen MBR...
Gartenlaubenbewohner schrieb:> Wo? Mag sein, dass es in einem riesigen Unternehmen im Großraumbüro der> Fall ist. In einer 30 Mann Firma wohl kein Problem, da keine Externe an> die Plätze kommen.
Bis die Putzfrau kommt.
Ich glaub dass das Thema vällig überbeweret wird. Wer sich wirklich
Gedanken darüber machen muss, sind Betreiber von Onlinedienste,
besonders wenn es dann noch um Geld geht.
Wen interessieren denn die Zeichnungen, die der Konstrukteur mit sich
rumträgt? Wenn jemand kopieren möchte, dann kauft er das Produkt und hat
schon den Prototyp in der Hand. Über Spionage an Daten gelangen zu
wollen ist sehr sehr teuer. Und man bekommt nie die vollständigen
Informationen.
Ich glaube, da steckt auch ein Wunsch dahinter: So wichtig zu sein, dass
schon Spione hinter einem her sind.
Die Dateien auuf der Festplatte verschlüsseln hilft etwas,
aber nicht viel. Wenn jemand an die Daten will und auch noch
Zugriff auf den Rechner hat, (und den Rechner nicht gleich
mitnimmt) kann er auch einen Tastatur-Sniffer anstecken.
Das ist nicht größer z.B. als ein Adapter USB auf PS2 und
fällt am Tastaturstecker auch kaum auf. Und dann wird jeder
Tastendruck mitgeschrieben. Hat mal jemand in einem Vortrag über
IT-Sicherheit erzählt.
Der hat auch erwähnt wie viele Firmen/Personen den (Firmen)namen als
Passwort verwenden (liegt im guten 2-Stelligen %-Bereich!)
Die meinen daß das sicher ist, weil keiner meint daß jemenad so doof
ist und sowas macht, (wurde dem Vortragenden als Grund tatsächlich
gennnt)
(Basiert auf einigen 10000 untersuchten Fällen so der Vortragende)
Wenn jemand an die Daten will kommt er ran, falls ihm die Daten
den Aufwand wert sind. Man kann es nur erschweren.
Und das größte Risiko sitzt immer noch vor dem PC.
Noch ein Beispiel aus dem Vortrag:
Es wurde folgender Versuch (im Auftrag der Firma) gemacht:
Vor dieser Firma wurden mit einem harmlosen Virus, also nur eine
Meldung auf den Bildschirm "verseuchte" USB-Sticks "verloren", die
logischerweise von den Mitarbeitern gefunden wurden. Auch hier war
der Anteil derer die nicht eiligeres ztu tun hatten als den Stick in den
Firmen PC zu stecken erschreckend hoch.
Mandy Simmel schrieb:> Nach dem Beitrag ist es kein Problem eine verschlüsselte Festplatte> auszulesen:>> http://www.heise.de/tr/artikel/Eine-lange-Liste-falscher-Annahmen-274950.html
Interessant und irgendwie so naheliegend, man muss nur drauf kommen...
Aber würde es da nicht helfen wenn das BIOS beim Neustart den
Arbeitsspeicher oder einen bestimmten für Schlüssel reservierten Bereich
ausnullt?
Mandy Simmel schrieb:> Was ist wenn ich die Festplatte einfach ausbaue und den Master Boot> Record überschreibe?
Dann hast du eine verschlüsselte Festplatte, die nicht mal mehr booten
kann.
Mandy Simmel schrieb:> Nach dem Beitrag ist es kein Problem eine verschlüsselte Festplatte> auszulesen:>> http://www.heise.de/tr/artikel/Eine-lange-Liste-fa...
So pauschal ist deine Aussage absoluter Mist. Ein Firmenrechner hat
logischerweise so eingerichtet zu sein, dass nicht jeder Depp einfach so
sein eigenes System booten kann.
Tommi schrieb:> Wen interessieren denn die Zeichnungen, die der Konstrukteur mit sich> rumträgt? Wenn jemand kopieren möchte, dann kauft er das Produkt und hat> schon den Prototyp in der Hand. Über Spionage an Daten gelangen zu> wollen ist sehr sehr teuer. Und man bekommt nie die vollständigen> Informationen.
Glaubst du.
James Bond schrieb:> kann er auch einen Tastatur-Sniffer anstecken.> Das ist nicht größer z.B. als ein Adapter USB auf PS2 und> fällt am Tastaturstecker auch kaum auf.^
Kann also an einem Laptop nicht passieren.
James Bond schrieb:> Meldung auf den Bildschirm "verseuchte" USB-Sticks "verloren"
Zum einen die Neugier was drauf ist und zum anderen
auch die Möglichkeit das Ding dem Besitzer zurück zu geben wenn man eine
Datei mit persönlichen Daten findet.
Ich würde den Stick mit einem Linux-System untersuchen.
Mandy Simmel schrieb:> Ich sehe oft Leute die ihren Arbeitsplatz verlassen und sich nicht> ausloggen. Damit fängt es an.
In einer früheren Firma waren wir dazu angehalten, alles was zur Arbeit
gehört, auf dem zentralen Firmenserver zu speichern. Chef und PL waren
große Kontrollfanatiker, und wollten zu jedem Zeitpunkt alles wissen,
was man tut, ohne zu fragen. Sogar die Kundenkommunikation, Email, mußte
immer am selben Tag noch aus dem Outlook heraus extern auf den Server
gelegt werden, damit es jeder lesen kann.
Notfalls kann aber auch der Chef kommen, und um Zugang zum
Arbeitsplatzrechner bitten.
Auf der Festplatte ist in so einem Fall ohnehin nicht viel drauf, nur
ein paar Tool-Installationen. Vielleicht ein paar nicht so wichtige
temporäre Dateien. Und das, womit man gerade am betreffenden Tag
arbeitet.
Ein Kollege ließ immer bewußt den Rechner an, schaltete bewußt auch
Standby und Bildschirmschoner ab, ließ die Jacke über dem Stuhl hängen,
noch eine Schreibtischschublade heraus gezogen, damit es so aus sieht,
als wäre er gerade zur Toilette. Aber er verdrückte sich schon mal eine
Weile, länger als die Pause...
In einer Pause surfte ich mal im Internet, um ein wenig auf der Welt
herum zu schauen, was es an Konkurrenzprodukten so gibt, was andere
machen. Auf einer chinesischen Seite fand ich tatsächlich ein gleich
aussehendes Gerät auch mit den selben technischen Daten. Nach einer
Minute stand der Admin vor mir, und schaute, was ich mache. Bei ihm gab
es Firewall-Alarm, und zwar von dieser Seite aus, die ich anschaute. Man
wollte wohl ausspähen, wer sich in China für die Geräte interessiert.
Die sahen auch aus, wie 1:1 aus Deutschland abgekupfert. Vielleicht
hatte man dort auch gezielt deutsche Hersteller im Visier, um Details
der abgekupferten Geräte heraus zu finden. Möglicherweise braucht man
noch von irgendwo her den originalen Sourcecode, weil die abgekupferten
Geräte doch nicht so gut funktionieren. So haargenau weiß ich das nicht,
wie es informationstechnisch im Internet möglich ist, fremde Server
auszuspähen. Bin kein Spezi für solche Dinge.
So einen Alarm der Firewall gab es sonst nie. Ich war der erste seit
langem.
Ein anderes mal wurde bei einem Kunden vor einem Speiselokal das Auto
aufgebrochen, und deren Notebook entwendet. Dort war die gesamte
Tagesarbeit drauf, wir analysierten eine technische Störung in Anlagen.
Das war weg, die Arbeit für die Katz. Aber mit den Daten kann nicht
wirklich ein Dieb was anfangen. Das war ja für uns selbst schon
kompliziert und aufwändig genug, zu speziell.
Im Spiegel-Artikel geht es ja unter anderem um einen Geschäftsreisenden
mit Notebook. Dort würde ich auch nur das Tagesgeschäft drauf lassen,
und alles sonstige kritische z.B. auf DVD-RW oder USB-Festplatte
brennen.
Gartenlaubenbewohner schrieb:> Habe selbst seit Jahren mit> Trycrypt verschlüßelte Partition + TryCrypt portable Version auf dem USB> Stick. Sollte ich den Stick verlieren, würde ich mir da keine Sorgen> machen.
Am besten hat man da wohl 2 Sticks als Redundanz, oder? Denn ich habe
hier einen USB-Stick liegen, der mir auf Dauer immer mehr Dateien
zerhackstückelt. Keine Ahnung, warum genau. Ist also kein sicheres
Speichermedium. Ich nutze diesen Stick nicht mehr, beobachte aber mal
auf längere Zeit, was darauf so passiert. Es sind nach und nach immer
mehr Dateien defekt, obwohl nur gelesen wird.
Wilhelm Ferkes schrieb:> Nach einer> Minute stand der Admin vor mir, und schaute, was ich mache.
Hätte ich gesagt: Haben Sie ein Problem?
Muss ich Ihre Stellenbeschreibung ändern und präzisieren und Sie
ersetzen lassen?
Oder gehört es zu Ihrer Gewohnheit die Leute bei ihrer Arbeit zu stören
welche das Geld für Ihre Stelle verdienen?
Für mich undenkbar das ein Admin ohne Termin mein Büro betritt...
löl
Wer soll denn bei unseren geklauten Daten durchsteigen, wenn wir es
nicht selbst schaffen?
Erst vor kurzem hatte wir den Fall, dass eine über 15 jahre alte
Baugruppe überarbeitet werden musste. Problem: Keiner konnte mehr die
Top-CAD-Daten öffnen geschweige denn in ein aktuelles Format
konvertieren.
Musste dann ne Rohplatine auslagern und mittels Durchgangspipser nen
provisorischen Schaltplan erstellen, ebenso die Position und Abmessung
der Bohrungen für Relais und Schalter und Befestigungen mittels
Messschieber ausmessen.
Security through obscurity.
Jeden Tag ein neues Abenteuer, ich liebe es!
Beste Grüße, Marek
Marek N. schrieb:> Beste Grüße, Marek
Bedenke dabei dass man in der DDR in den 80ern Steuerungs-Chips der
Minuteman von der Stasi in den USA geklaut hatte und ein Team von
Ingenieuren Schicht für Schicht mikroskopisch die Schaltung in
wochenlanger Arbeit rekonstruiert hat.
Für die Chinesen ist das täglich Brot.
Genug Manpower - und man kriegt das hin.
Kollegen mit nichtgelockten PCs bekommen den sozialen Druck zu spüren:
ein häßliches Hintergrundbild wird eingestellt, damit sie es lernen. Ob
nun Hasselhoff oder Merkel da gibt es vielfältige Möglichkeiten. Manche
verstehen den Spaß, andere reagieren da schon etwas gereizter.
Alles Schnee von gestern - heute gibt's dafür die "Cloud".
Alles geht über irgendeinen US-Server, von CIA bis NSA lesen alle mit.
Natürlich auch China.