Sehr geehrte Forenteilnehmer,
ich arbeite in der Geschäftsleitung eines Herstellers vergleichbarer
Heizleitungen/Heizelemente, auch mit Glasseide als elektrischem
Isolator.
Daher mein Interesse am Umgang mit diesen Komponenten.
Wir kennen das Spannungsfeld beim Einsatz dieser Heizelemente zwischen
dem Anwender, der an schnellen Ergebnissen interessiert ist und den
Mitarbeitern, die für die Sicherheit verantwortlich sind.
Eine regelmäßige Bewertung insbesondere der Sicherheit ist immer
sinnvoll und gestzlich gefordert.
Anwender mit Erfahrung gehen mit diesen Heizelementen verantwortungsvoll
um und vermeiden oft intuitiv potentielle Gefahren, es entspricht
meistens aber nicht den technischen Normen und dem Arbeitsschutz.
Heizleitungen sind keine Geräte, sondern elektrische Komponenten die von
einer ELektrofachkraft installiert werden müssen.
Kriterien, die sie unter anderem betrachten muss, ist die Schutzerdung
der beheizten Teile -sofern spannungsleitend-, Gefahren bei Überhitzung
des Heizelementes - geht nur das Heizband kaputt, oder können Schäden
am beheizten Teil, am Produkt oder Brandgefahr bestehen.
Kann Feuchtigkeit auftreten, die z.Bsp. bei Glasseide die elektrische
Isolierfähigkeit aufhebt.
Es muss immer mit einem Fehlersstromschutzschalter für Personenschutz
gearbeitet werden.
Ein montierter Netzstecker, mit dem ich ans 230 V~ Netz komme, ist
riskant.
Der nicht Informierte denkt, er kann das Teil benutzen wie einen Fön.
Ein Vorschlag :
Vorbereitung einer kleinen Netzanschlussdose mit Klemmen und
Kabelverschraubungen, Gelb-Grüner Leiter für die Schutzerdung
rausgeführt
mit Kabelöse etc. zur Schutzerdung des beheizten Teiles.
Die Dose sollte fest moniert werden - Zugentlastung auf die installierte
Heizleitung ist damit möglich. Die Einzellitzen der Heizleitung müssen
dann nur im heißen Bereich verwendet werden.
In der Regel sind die mechanisch nicht belastbar und nur einfach
isoliert.
Netzseitig der Dose eine handelsübliche Netzleitung mit "Sonderstecker"
der in das Temperaturregelgerät oder an die Spannungsquelle passt,
auf jeden Fall nicht für den direkten Anschluss an das 230 V~ Netz.
Glasseide wird im allgemeinen verwendet, wenn Temperaturen > 250 °C,
Flexibilität, kleine Biegeradien und eine hohe Heizleistung erforderlich
sind.
Nachteil sind die relativ geringe mechanische Belastbarkeit der
elektrischen Isolation und der fehlende Feuchteschutz.
Es gibt auf dem Markt eine Vielzahl von Ausführungen, die den jeweiligen
Anwendungen angepasst sind und möglicherweise weniger Gefahrenpotential
haben
Klingt umständlich aus meiner Sicht aber das Mindeste. Man muss immer
davon
ausgehen, dass ein Ahnungsloser die Zusammenhänge nicht kennt, oder
Teile
nutzt, obwohl er dazu nicht berechtigt ist.
In Verbindung mit 230 V~ sollte man keine Kompromisse eingehen, da
lebensgefährliche Unfälle möglich sind.
Ich habe das jetzt mal so reingetippt, würde mich freuen wenn es
einigermaßen verständlich war.
Grüße
Uwe Horst