Hallo, denkt ihr auch manchmal, dass Forschung und Entwicklung sich zu sehr auf Belanglosigkeiten konzentriert, anstatt sich Problemen anzunehmen? Alles ist heute "SMART". Das ist eine Form der Automatisierung, die sich meines Erachtens gegen die menschliche Absicht stellt. Man schaltet das Licht an, kurz darauf schaltet es sich wieder aus, weil das Hausautomatisierungsdings merkt, dass es draußen hell ist. Dann macht man wieder an. Eine Wolke zieht auf und verzieht sich wieder. Wieder ist das Licht aus. Nachts, wenn niemand da ist, geht dann plötzlich das Licht an, weil es ja dunkel ist. Das gleiche beim PC. Immer wenn man ein Betriebssystem neu installiert, sind alle möglichen Nerv-Funktionen an. Will man einen Film ansehen muss man alle 10 min. mit der Maus wackeln, dass nicht plötzlich der Bildschirm aus geht. Man graut sich schon davor sich durch die ganzen Menüs zu quälen: "Festplatte abschalten: Nie", "Bildschirm abschalten: Nie", "Bildschirmschoner: Nie", "Standby: Nie", "Ruhezustand: Nie", "Ausschalttaster: Ausschalten" (nicht Standby), nein Programm nicht automatisch starten und auch nicht ständig nachfragen. Ich wünsche mir auf jeder Msgbox einen Button: "Lass mich in Ruhe!" Können die nicht einfach mal den ganzen "SMART-Shit" weglassen, der eh nie funktioniert? Die technische Entwicklung scheint in vielen Bereichen einfach still zu stehen oder rückwärts zu gehen. Jeder hat einen Supercomputer auf dem Schreibtisch stehen, aber irgendwie ist alles zäh und langsam und instabil und nervig. Bsp. Ubuntu 11.10 mit Unity oder wie das heißt. Die Leiste verschwindet standardmäßig links und taucht erst nach mehrfachem Linksanschlag des Mauszeigers wieder auf. Manchmal ist aber auch ein Fenster davor. Ich habe mein VMware-Player 3.1 auf 4.0 updaten lassen und habe mich später für die Systemwiederherstellung entschieden, weil irgendwie nichts mehr ging (langsam, VMware-Tools gehen nicht). Moderne Tantalkondensatoren sind viel unzuverlässiger (Kurzschluss) als ältere Kondensatoren. ICs werden auch unzuverlässig (Bondwires!?). Flashspeicher verlieren Daten. Schaut man sich die Innovationsgebiete an, erkennt man nicht viel: Kernfusion - Naja in 50 Jahren. Quantencomputer - in 50 Jahren. Elektroauto, Brennstoffzelle - brauchbare Qualität ist viel zu teuer. Wir werden mit zu viel Ramsch überflutet, aber Dinge, die wirklich nützlich wären werden anscheinend nie fertig. Wieso ist das so?
Weil es Dir mit Verlaub an Geduld mangelt. Als ich Kind war, die Röhre noch Standardbauteil, ein Transistor exotisch, telefone hingen soweit verfügbar am Kabel und das Bild war schwarzweis wir kinder trafen uns bei dem dessen eltern so ein gerät besaßen. Bei uns daheim war das modernste Gerät ein "Röhrensuper" ohne Steroton versteht sich. Entwicklung braucht Zeit. auch die Entwicklung was als sinnvoll erachtet wird. Besonders aber muss der Entwickler eine wirtschaftlichen Vorteil für den Investor in absehbarer Zeit glaubhaft machen können. Wenige stecken gern Geld in Utopien. Dann doch lieber in Werbung für Schnullifax, da kann man die Rendite ziemlich sicher vorhersagen. Namaste ;-)
Stefan Helmert schrieb: > Bsp. Ubuntu 11.10 mit Unity oder wie das heißt. Ubuntu ist ausdrücklich ein Linux für Anfänger und deswegen auch so eingestellt, das es dem Benutzer irgendwelchen Krams abnehmen soll, der für einen erfahrenen Benutzer sowieso schon klar ist oder den er lieber gar nicht erst auf der Maschine hat. Wenn du ein flottes Linux haben willst, warum nimmst du dann nicht Debian oder (für die ganz hartgesottenen) Slackware ? Läuft auf meiner alten Desknote Kiste von 1999 prima. Stefan Helmert schrieb: > Moderne Tantalkondensatoren sind viel unzuverlässiger (Kurzschluss) als > ältere Kondensatoren. Das stimmt nach meiner Erfahrung auch nicht. Ich habe schon vor 30 Jahren regelmässig Studer/Revox Tonbandmaschinen auf den Tisch bekommen, wo die Mistdinger auf Kurzschluss gegangen sind. Ich gebe aber zu, das Elektrolytkondensatoren m.E. schlechter geworden sind - das kann aber auch daran liegen, das sie heute in z.B. Schaltnetzteilen viel mehr gequält werden als früher mit den ollen 50 Hz aus einem ineffektiven Eisenkerntrafo. Tantalkondensatoren benutzt man eben nicht. Stefan Helmert schrieb: > Kernfusion - Naja in 50 Jahren. Das haben sie übrigens vor 30 Jahren auch schon gesagt. Stefan Helmert schrieb: > Quantencomputer - in 50 Jahren. Und wer braucht ihn dann ? Es gibt nur eine sinnvolle Anwendung für sowas und das ist Codeknacken. Die NSA ist also einer der wenigen Kunden, und kein kommerzieller Hersteller wird dem nachjagen. Stefan Helmert schrieb: > Man schaltet das > Licht an, kurz darauf schaltet es sich wieder aus, weil das > Hausautomatisierungsdings merkt, dass es draußen hell ist. Das ist aber wirklich nicht das Problem des 'smarten' Hauses, das hast du selber da eingebaut. Ich z.B. hasse auch Autos, die alles besser wissen als ich und habe mir eben eines gekauft ohne diesen ganzen Komfort Schnickschnack. Ich stelle die Spiegel von Hand ein, schalte am Ganghebel und öffne mein Auto mit dem Schlüssel. Da ich (wie du) Funkamateur bin, habe ich mir auch mal den Spass gemacht, auf einem grossen Parkplatz mit meiner 70cm Funke einen Träger im 433 Mhz ISM Band zu stellen. Was meinst du, wieviel Leute gar nicht gemerkt haben, das sie ihr Auto nicht verschlossen haben beim weggehen-und-lässig-auf-den-Schlüssel-drücken? So ein Mist brauche ich auch nicht, da stimme ich mit dir völlig überein. Andererseits bin ich sehr froh, das mein Auto eine Computerschnittstelle hat, so dass ich vorbeugend Zahnriemen und Filter wechseln kann und auch gleich sehe, ob der Kat funktioniert. Das erspart Überraschungen und ist für uns Techniker auch noch ein nettes Spielzeug. Un du hast vllt. Satelliten-TV? Ist doch cool, und wäre ohne die Fortschritte bei den GaAs Transistoren nie möglich gewesen. Ist also nicht alles über-smart, sondern manchmal auch gut.
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