Motoren und Luftdruck

#2559401
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Ich würde mich da an die wissenschaftlichen Gepflogenheiten halten:
Derjenige, der eine aussergewöhnliche Behauptung aufstellt, ist auch in 
der Pflicht sie zu belegen.
Einfach irgendetwas zu behaupten und dann vom Gegenüber zu verlangen 
dies doch zu widerlegen, gilt nicht.

Dass ein Elektromotor mit abnehmendem Luftdruck eine signifikant 
schlechtere/bessere Leistung zeigt, ist meines Erachtens eine 
aussergewöhnliche Behauptung. (Zumindest würden sich zb. die Firmen die 
alpine Aufstiegshilfen bauen, enorm dafür interessieren). Also ist auch 
er in der Pflicht, dafür einen Beleg bzw. wenigstens eine Begründung zu 
liefern.
#2559402
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Na ja im Vakuum wird der Motor deutlich schlechter Kühlen, vor allem 
wenn er eine integrierte Kühlung (Lüfterrad am Rotor) hat.
Insofern ist bei deutlich geringerem Luftdruck durchaus ein geringerer 
Massenstrom an Luft durch den Motor und damit eine verminderte 
Kühlleistung zu erwarten.
Gast #2559404
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Hm also geringere Reibung ist eigentlich ja nun nicht unbedingt 
vorhanden...da haste eher die Verluste an den Lagern.

Von der Theorie her ist es folgendermaßen:

niedriegrer Luftdruck bedeutet auch, das die Teilchendichte sinkt und 
somit die Wärmeabgabe an die Umgebung gemidnert wird. Daher gelten die 
Umgebungsbedingungen immer bis ca 1500m ü.N.

Alles was drüber ist wird meistens nicht garantiert.

Normalerweise hat das aber keine einfluss, da meistens in 3000m ü.N. die 
Temperaturen niedriger sind als bei NN.

mfg EGS
Gast #2559411
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> weiß zufällig jemand ob sich die Leistung eines Motors ... mit
> zunehmender Aufstellhöhe ... ändert?

Also plausibel ist das schon, weil ja die Kühlwirkung der Luft mit 
zunehmender Aufstellhöhe abnimmt und daher weniger Verlustwärme 
abgeführt wird. Normalerweise gelten die Datenblattwerte bis 1000m Höhe, 
darüber ist die Leistung zu reduzieren.
Gast #2559419
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Das mit den Kühlproblemen ist natürlich Bullshit (bis zu einer gewissen 
Höhe). In 11km hats -60 Grad, das kompensiert die geringere Luftdichte 
in keinster Weise, das Problem ist da eher dass der Motor einfriert.

Kennt man ja aus dem Film Memphis Belle. Wer in der B-17 auf 30000 Fuß 
seinen Handschuh verliert, der verliert seine Hand ...
#2559452
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Anna Lingus schrieb:
> Das mit den Kühlproblemen ist natürlich Bullshit

Du kannst diese Aussage natürlich mathematisch beweisen, ich komme 
überschlagsmäßig auf folgendes:

Annahme 5500m über Meereshöhe, also 0,5bar Luftdruck.
Im Motor 150°C Betriebstemperatur, Motor ist ausgelegt auf 50°C.

Das würde bedeuten wenn du auf Meereshöhe 100° Temperturdifferenz 
brauchst, brauchst du bei halbem Luftdruck und damit halbem Massenstrom 
200° temperturdifferenz.
Das würde bedeuten Auslegung bis max. -50°C.
Da hast du aber locker mehr auf 5500m Im Sommer im Himalaya durchaus 
auch mal +35°C!
Gast #2559472
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> Das mit den Kühlproblemen ist natürlich Bullshit

Nein.

Es ist völlig korrekt.

Elektromotore sind thermisch limitiert.

Stefan wird hier keine wassergekühlten Spezialexemplare meinen.

Und daher ist die Leistung luftdruckabhängig.

Und der sinkt nun mal bei steigender Höhe.

Es geht wohl auch nicht um die Stratosphäre, sondern hohe Berge,
obwohl ich das nur mal rate. Man muß aber bei den allermeisten
Fragen hier im Forum raten was der Fragende wohl meint, weil die
meist so grottenfaul sind ihr Problem ausreichend zu beschrieben.

Mal eine Tabelle eines Motors, dessen Nennleistung für 2000m über NN 
angegeben wird:

Höhe Leistung
1000 1,07
1500 1,04
2000 1
2500 0.96
3000 0.92
3500 0.88
4000 0.82
Gast #2559480
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Es gibt ja für alles Normen, z.B. für Asynchronmotoren gilt die EN 
60034-1

Über 1000m Aufstellhöhe ist die Belastung des Motors zu reduzieren, da 
sich durch die dünnere Luft die Kühlfähigkeit der Luft reduziert, z.B: 
aus dem Siemenskatalog:

1000m 1,00
1500m 0,97
2000m 0,94
2500m 0,90
3000m 0,86
3500m 0,82
4000m 0,77

Höhere Höhen sind anzufragen, Küllufttemperaturen < 30°C kann der 
Hersteller positiv verbuchen.

Fazit: Man sollte generell den Hersteller fragen, wenn möglich.

> Das mit den Kühlproblemen ist natürlich Bullshit (bis zu einer gewissen
> Höhe). In 11km hats -60 Grad, das kompensiert die geringere Luftdichte
> in keinster Weise, das Problem ist da eher dass der Motor einfriert.

Dieser Kommentar ist natürlich Bullshit, denn über die zulässige 
Kühlmitteltemperatur wird keine Aussage getroffen. Sie liegt unabhängig 
von der Aufstellhöhe standardmäßig bei +40°C.
Gast #2559494
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Hallo,
 wie ich den vielen Posts entnehmen kann, ist die Diskussion doch nicht 
so eindeutig.

Um eine Problematik ein wenig zu spezifizieren:
Es geht um Pumpen die in den Anden betrieben werden sollen.
Bei den Antrieben handelt es sich um 12V und 24V Brushless Motoren sowie 
um 1phasige und 3 phasige Asynchronmotoren.

Wenn ich das Fazit aus den bisherigen Posts nehme, bezieht sich alles 
auf die dünnere Luft und die Kühlung?

MfG
#2559511
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MaWin schrieb:
> obwohl ich das nur mal rate. Man muß aber bei den allermeisten
> Fragen hier im Forum raten was der Fragende wohl meint, weil die
> meist so grottenfaul sind ihr Problem ausreichend zu beschrieben.

Stop MaWin, das hat er sehr wohl. Erstes Post:

Stefan schrieb:
> weiß zufällig jemand ob sich die Leistung eines Motors (DC und/oder
> Asynchron) mit zunehmender Aufstellhöhe (zum Beispiel 3000m über dem
> Meeresspiegel) ändert? Gibt es Spezifikationen für das Thema?

Wobei die Frage jetzt ja ziemlich klar beantwortet wurde
Im Zweifel den Motorhersteller befragen.

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