Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik suche LVDS-Driver mit ca. 200MBit/s und 2.5V Versorgung


von Erik (Gast)


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Hallo,


ich suche einen (einfach oder mehrfach) LVDS-Driver mit ca. 200MBit/s 
und 2.5V Versorgungsspannung. Von den üblichen Verdächtigen gibt es zwar 
en Mass Teile mit 3.3V aber die habe ich nicht und würde ich auch nur 
äußerst ungerne einführen (schon weil die TTL-Signale, die auf LVDS 
umgesetzt werden sollen, auch nur 2.5V-Pegel haben).

Von diesen Herstellern gibt es aber Clock-Verteiler (die aus einem 
Eingang 10 oder mehr Ausgänge machen) mit 2.5V die auch ansonsten meine 
Anforderungen erfüllen. Technisch scheint das also kein Problem zu sein 
einen LVDS-Driver mit 2.5V für ca. 200 MBit/s zu bauen.

Bei Micrel habe ich Teile gefunden die mir zwar mit 2.5V laufen aber für 
mehrere GBit/s ausgelegt sind und auch entsprechenden Leistungsbedarf 
haben, >100mW sind mir zu viel, nebst dessen das die Teile bestimmt 
deutlich zu teuer sind.

Ich würde mich auch sehr freuen wenn ich einen LVDS-Driver finden könnte 
der mehrere Transmitter (z.B. 4 Stück) in einem Gehäuse enthält. 
Irgendwelche Enable-Eingänge oder gar einen Receiver benötige ich nicht. 
Mehrere LVDS-Driver in einem Gehäuse hätten auch den Vorteil das der 
Part-to-Part-Skew beim Propagation-Delay dann oft ziemlich klein ist.

Da nicht alle Kanäle die 200 MBit/s benötigen, einige kommen auch mit 
10MBit/s aus, wäre es schön wenn es da noch ICs mit geringerer 
Leistungsaufnahme gäbe (aber auch für 2.5V Versorgungsspannung). Die 
dürfen dann auch gerne einen Flanken-Jitter von 10ns verursachen wogegen 
die schnelleren schon eine minimale Pulsbreite von <=5ns und einen 
maximalen Flanken-Jitter von <1ns beherrschen müssen.


Grüße
Erik

von Falk B. (falk)


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@  Erik (Gast)

>Da nicht alle Kanäle die 200 MBit/s benötigen, einige kommen auch mit
>10MBit/s aus, wäre es schön wenn es da noch ICs mit geringerer
>Leistungsaufnahme gäbe (aber auch für 2.5V Versorgungsspannung).

Vielleicht kann man hier einen RS485 Treiber zweckentfremden?

MFG
Falk

von Erik (Gast)


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Falk Brunner schrieb:
> Vielleicht kann man hier einen RS485 Treiber zweckentfremden?

Wenn Du welche mit 2.5V Versorgungsspannung empfehlen kannst bin ich da 
für alle Vorschläge offen. Wichtig ist nur das Vpp nicht zu groß wird 
und das die mittlere Offset-Spannung auch bei etwa 1.25V bleibt. Leider 
bestehen zwischen den einzelnen Baugruppen teilweise erhebliche 
Ground-Differenzen.


Grüße
Erik

von Falk B. (falk)


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@  Erik (Gast)

>für alle Vorschläge offen. Wichtig ist nur das Vpp nicht zu groß wird

Geht nicht, ist ja nur Vcc/Gnd.

>und das die mittlere Offset-Spannung auch bei etwa 1.25V bleibt.

Wird sie.

>Leider bestehen zwischen den einzelnen Baugruppen teilweise erhebliche
>Ground-Differenzen.

HA! Das können aber auch die besten LVDS-Treiber NICHT ändern. Da hilft 
nur AC-Kopplung.

MfG
Falk

von Erik (Gast)


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Falk Brunner schrieb:
>> Wichtig ist nur das Vpp nicht zu groß wird
>
> Geht nicht, ist ja nur Vcc/Gnd.

Bei den normalen LVDS-Treiber kommt da laut Datenblatt auch nur maximal 
400mV bis 600mV Differenzspannung raus.

>> Leider bestehen zwischen den einzelnen Baugruppen teilweise erhebliche
>> Ground-Differenzen.
>
> HA! Das können aber auch die besten LVDS-Treiber NICHT ändern. Da hilft
> nur AC-Kopplung.

Sorry, das hab ich schlecht formuliert. Mit "erheblich" meinte ich etwa 
0.5V bis maximal 1V und das auch nur bei Schaltvorgängen usw. also nicht 
dauerhaft.

Das mit der AC-Kopplung ist IMHO nur bei Takt-Signalen problemlos 
machbar aber bei reinen Daten-Signalen wohl eher nicht (es wird hier 
keine 8B10B-Codierung o.ä. geben). Wenn die beiden Ausgänge absolut 
gesehen (vom Standpunkt des Treibers) zwischen 0.5V und 2.0V bleiben 
dann wären die Eingänge beim Empfänger trotz Ground-Differenz von bis zu 
+/-1V noch zwischen -0.5V und +3.0V und damit noch im grünen Bereich. 
Bei normalen LVDS-Treibern bleiben die Ausgänge im Bereich zwischen 0.8V 
und 1.7V was bei der Ground-Differenz noch etwas mehr 
Sicherheitsspielraum lässt.


Hat noch jemand zu meinem eigentlichen Problem, passende 
LVDS-Driver-ICs, eine Idee?


Grüße
Erik

von Falk B. (falk)


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@  Erik (Gast)

>Bei den normalen LVDS-Treiber kommt da laut Datenblatt auch nur maximal
>400mV bis 600mV Differenzspannung raus.

Abr nur mit Terminierung. Denn LVDS hat Stromquellen.

>Sorry, das hab ich schlecht formuliert. Mit "erheblich" meinte ich etwa
>0.5V bis maximal 1V und das auch nur bei Schaltvorgängen usw. also nicht
>dauerhaft.

Na das macht dem Sender wenig aus, der Empfänger muss damit klar kommen.

>Das mit der AC-Kopplung ist IMHO nur bei Takt-Signalen problemlos
>machbar aber bei reinen Daten-Signalen wohl eher nicht (es wird hier
>keine 8B10B-Codierung o.ä. geben).

ja.

>gesehen (vom Standpunkt des Treibers) zwischen 0.5V und 2.0V bleiben
>dann wären die Eingänge beim Empfänger trotz Ground-Differenz von bis zu
>+/-1V noch zwischen -0.5V und +3.0V und damit noch im grünen Bereich.

Kann man mit passenden Vorwiderständen am Treiber erreichen.

MFG
Falk

von Erik (Gast)


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Falk Brunner schrieb:
> Kann man mit passenden Vorwiderständen am Treiber erreichen.

Weiß ich, nur bleibt das Problem das ich keinen Treiber-IC finde der ein 
differentielles Signal (ich würde zur Not ja auch was anderes als LVDS 
nutzen) liefert, 200 MBit/s schafft und vor allem mit 2.5V zufrieden 
ist.

Gerade diese 2.5V scheinen ein echtes K.O.-Kriterium für einfache 
LVDS-Treiber zu sein, bei den Mehrfach-Treibern ist das dagegen 
offensichtlich kein Problem.


Hat denn sonst keiner ne Idee?

Einige dieser Treiber-ICs sind mit einem Versorgungsspannungsbereich bis 
runter auf 2.7V spezifiziert, ob die viel von ihren Fähigkeiten einbüßen 
wenn man die mit "nur" 2.5V versorgt?


Grüße
Erik

von karadur (Gast)


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Hallo

was ist denn hiermit: http://www.ti.com/product/sn65lvds1

von Thosch (Gast)


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ON-Semiconductor hat da sowas: NB6L14S
AnyLevel to LVDS Differential Input Fanout Buffer, VCC = 2,5V
http://www.onsemi.com/PowerSolutions/product.do?id=NB6L14S

ist nur etwas schneller als unbedingt nötig. Die langsameren 
LVDS-Teile gibts anscheinend alle nicht mit 2,5V Versorgung.

Gruß,
Thorsten

von CPLD (Gast)


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Ich hatte das Problem auch mal und habe das mit einem CPLD gelöst. In 
meinem Fall mit einem MAX V. Der benötigt zwar eine 1,8V Core Spannung, 
aber einen kleinen Linearregler mit einzuplanen war nicht das Problem. 
Allerdings hatte ich die notwendige Entwicklungsumgebung, 
Programmiergerät vorliegen. Der CPLD selbst ist günstig 1,7€. Ohne 
vorhandenes Programmiergerät ist das aber wohl keine Option

von Erik (Gast)


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Hallo,


Danke erst mal für Eure Antworten!


karadur schrieb:
> was ist denn hiermit: http://www.ti.com/product/sn65lvds1
Perfekt!
Wieso hab ich den nicht gefunden obwohl ich doch bei TI in der Kategorie
"TI Home > Interface > LVDS/M-LVDS/ECL/CML > LVDS PHY (<800Mbps)" 
etliche male gründlich gesucht habe? Ah, der wird in der Liste mit 3.3V 
aufgeführt, einen eigenen Auswahlpunkt für 2.5V gibt es leider auch 
nicht. Ich hatte zwar bei etlichen dieser 3.3V-Teile ins Datenblatt 
geschaut (und dort immer Vcc mit 3.0V - 3.6V gefunden) aber eben nicht 
bei allen Bauteilen (sind ja doch ein paar).


Thosch schrieb:
> ON-Semiconductor hat da sowas: NB6L14S
Danke aber das ist leider ein "Input Fanout Buffer", also ein 
Mehrfach-Treiber, nebst dessen das der wirklich mit Kanonen auf Spatzen 
geschossen ist (auch vom Energiebedarf her).


Die Idee mit dem CPLD ist zwar interessant aber irgendwie für mein 
konkretes Problem etwas unpassend (aber das wusste ja keiner von Euch) 
da die TTL-Signale bereits aus zwei CPLDs (aber von Lattice und Actel) 
und aus mehreren größeren FPGAs (von Xilinx) kommen. Ich hatte auch 
schon die Idee deren LVDS-Outputs direkt raus zu führen aber aufgrund 
der doch recht rauen Umgebung ist mir dabei nicht wohl wenn der ganze 
EMV-Schmutz, der auf die mehreren Meter Kabel einwirken kann, 
ungehindert an die teuren und empfindlichen Bauteile kommen kann (die 
man dank BGA nicht mal wechseln könnte). Ein Problem dabei ist auch das 
ich für diese Interfaces dann doppelt so viele Pins an den CPLDs/FPGAs 
benötige und die sind nicht mehr verfügbar.


Ich Danke Euch allen für Eure nützlichen Tipps und Ideen.
Ich schätze mal der SN65LVDS1, im SOT23-5-Gehäuse, wird es werden. Da er 
mit wenig Energie auskommt (25mW bei 200MHz also 400MBit/s und 3.3V sind 
jedenfalls recht gut, das dürfte bei mir sicher weniger sein da ich ja 
weniger Performance und weniger Spannung anlege) werde ich diesen wohl 
auch für die langsameren Signale einsetzen.


Grüße
Erik

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