Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Frage zum Gleichrichtwert


von opcode (Gast)


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Sehr geehrte Forummitglieder,
im Rahmen meines Hobbies, baue ich mir ein eigenes kleines Netzteil.
Ich habe dazu ein "robusten" Trafo genommen und die Spannung mit
einem Brückengleichrichter B40C3700-2200 und einem 2200uF 
gleichgerichtet.
Was ich nicht ganz verstehe ist, dass die Gleichspannung mit meinem
Multimeter am Kondensator c.a. 33V beträgt, wobei ich ohne die 
Gleichrichterschaltung, also im Leerlauf des Trafos gestern mit dem 
Oszilloskop einen Spitzen-Wert von 32V-33V gemessen habe, also ein 
Effektivwert von c.a. 22V-23V. Wenn ich mich nicht täuche, beträgt doch
nach der Gleichrichtung (B2) die Gleichspannung c.a. 0.9 des 
Effektivwertes,
also c.a. 20V, die doch an dem Kondensator anliegen müsste. Wieso liegt 
am Kondensator mehr Spannung an ? Resonanz-Effekt ? lol.

Bin für jeden Tipp dankbar.

mfGruß,
opcode

von MaWin (Gast)


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> Wenn ich mich nicht täuche,

Du täuscht dich, es ist eine Spitzenwertgleichrichtung.


Näheres zu Netzteilen:

http://www.dse-faq.elektronik-kompendium.de/dse-faq.htm#F.9

von Thomas E. (thomase)


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opcode schrieb:
> Wenn ich mich nicht täuche, beträgt doch
> nach der Gleichrichtung (B2) die Gleichspannung c.a. 0.9 des
Da täuscht du dich ganz gewaltig.

Am Ausgang liegt die Amplitudenspannung - Spannungsabfall der beiden 
Dioden an.

mfg.

von opcode (Gast)


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Oh Weia , wie peinlich ! Hab mich total geirrt  :-(.....

Danke für den Hinweis !!

von opcode (Gast)


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Nachtrag:
Also ist der B40C3700-2200 kein Gleichrichter mit 4 Dioden integriert ?
Wenn ich nach Spitzenwertgleichrichter recherchiere finde ich nur 
Schaltungen in Verbindung mit einem OpAmp... Versteh ich da noch etwas 
falsch ?! Bitte um eine kleine Aufklärung. Laut der Seite:
http://www.elektroniktutor.de/analog/m2_glr.html ganz Unten ist doch
mein Bauteil solch ein Brückengleichrichter ?!

von MaWin (Gast)


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> Also ist der B40C3700-2200 kein Gleichrichter mit 4 Dioden integriert ?

Doch, ist er.

> Spitzenwertgleichrichte

Das hängt von der Schaltung ab, nicht vom Bauteil.

von opcode (Gast)


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d.h. der Siebekondensator lädt sich auf den Spitzenwert auf und daher 
habe ich am Ausgang den Spitzenwert ?!

von Harald W. (wilhelms)


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opcode schrieb:

> Wenn ich mich nicht täuche, beträgt doch
> nach der Gleichrichtung (B2) die Gleichspannung c.a. 0.9 des
> Effektivwertes,

Nein, nach der Gleichrichtung und ohne Siebung hast Du eine
Effektivspannung, die etwa der Eingangswechselspannung minus
1,5...2V beträgt. Mit Siebkondensator ergebern sich im Leerlauf
etwa das 1,4-Fache dieser Effektivspannung. Wenn Du diese
Spannung jetzt belastest, geht die Spannung aber wieder runter.
Hier rechnet man dann aber wieder mit der Spitze-Spitze-Brumm-
spannung, da diese wichtig für die Bemessung eines geregelten
Netzteils ist.
Gruss
Harald

von opcode (Gast)


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(Im Leerlauf!)

von Thomas E. (thomase)


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opcode schrieb:
> Also ist der B40C3700-2200 kein Gleichrichter mit 4 Dioden integriert ?
Ja. Aber es sind immer nur jeweils 2 Dioden in Durchlassrichtung in 
Reihe.
Je nach positiver oder negativer Halbwelle, ist das andere Paar dann in 
Sperrichtung und damit irrelevant für den Spannungsabfall.

opcode schrieb:
> Schaltungen in Verbindung mit einem OpAmp...
Das sind keine "Energie-" sondern (aktive)Messgleichrichter, bei denen 
die Spannungsabfälle kompensiert werden.

mfg.

von opcode (Gast)


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Vielen Dank für den Hinweis ! Ich werde mich nun mehr in Materie 
einlesen. Macht aber mehr spass gleichzeitig zu bauen und die Theorie zu 
lernen, anstatt nur die Theorie allein zu machen; geht zwar mehr Zeit 
und Nerven von lieben Forummitgliedern im Forum verloren, aber was 
sollst :-).


Schönes Wochenende.

mfGruß,
opcode

von MaWin (Gast)


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> d.h. der Siebekondensator lädt sich auf den Spitzenwert auf
> und daher habe ich am Ausgang den Spitzenwert ?!

Genau.

Und weil nicht plötzlich mehr Leistung herauskommen kann
als hineingesteckt wird, sinkt der entnehmbare Strom
auch auf 1/1´.414 = 0.7 des Trafostroms.

von opcode (Gast)


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d.h. die Spannung im Kondensator steigt, aber der Strom muss senken, 
damit das Prinzip der Energieerhaltung (1. Hauptsatz) erfüllt wird (ist 
ja logisch). D.h dann wirkt der Kondensator im Leerlauf wie ein kleiner 
Trafo, also Spannung hoch und Strom runter...

von Abdul K. (ehydra) Benutzerseite


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MaWin schrieb:
>> d.h. der Siebekondensator lädt sich auf den Spitzenwert auf
>> und daher habe ich am Ausgang den Spitzenwert ?!
>
> Genau.
>
> Und weil nicht plötzlich mehr Leistung herauskommen kann
> als hineingesteckt wird, sinkt der entnehmbare Strom
> auch auf 1/1´.414 = 0.7 des Trafostroms.

plötzlich schon, dauerhaft allerdings nicht.

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