Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Weiterentwicklung einer Präzisen dreiachsigen Platinenbohrlochmaschine


von luffy monkey (Gast)


Lesenswert?

Erstmal guten Morgen,

ich mache momentan meine Diplomthesis bei einem Institut und das Thema 
lautet Weiterentwicklung einer präzisen Platinenbohrlochmaschine. Zuerst 
werden die Lochkoordinaten über Eagle erstellt und dann in eine 
Textdatei im ASCii-Format gespeichert. Übrigens besizt die Textdatei nur 
die X-und Y-koordinaten. Anschließend müssen die X-und Y-koordinaten von 
der Textdatei  unter matlab eingelesen werden und dann über die serielle 
RS232-Schnittstelle vom PC an zwei Motortreiber übertragen. Zum Schluss 
leiten die zwei Motortreiber die X- und Y-Koordinaten an die Motoren der 
X-und Y-Achse der Platinenbohrlochmaschine weiter, so dass die Platine 
sich in die richtigen empfangenen Koordinaten bewegt. Jede Achse (X,Y 
und Z) der Platinenbohrlochmaschine besizt ein Motor, die der Fahrweg 
von Motortreiber bekommt. Außerdem dient die Z-Achse der 
Platinenbohrlochmaschine nur zur Bohrung der Platine.

Folgende Aufgaben sollen im Rahmen einer Diplomarbeit  durchgeführt 
werden:

- Programmierung unter Matlab
- Moderne Motortreiber (SMCI33-2 Nanotec)
- Aufbau einer Positionsregelung
- End-bzw. Referenzschalter an allen Achsen einbauen und bezüglich 
Koordinatenursprunges justieren.
- Halterung für Bohrmaschine konstruieren
- Wellenkupplungen verbessern
- Testplatinen fertigen und Lochraster bewerten

Leider sind die obere Aufgaben nicht umfangreich für eine Diplomarbeit. 
Hat jemand Vorschläge, um meine obere Aufgaben zu erweitern.

Danke im Vorraus.

mfg jiodatsinga

von MaWin (Gast)


Lesenswert?

> Leider sind die obere Aufgaben nicht umfangreich für eine Diplomarbeit

Richtig, das ist Stand der Technik von 1960.

> Hat jemand Vorschläge, um meine obere Aufgaben zu erweitern.

Bohrmaschine mit Kamera ausstatten, diese sucht durch Vergleich der 
Oberfläche mit den Leiterbahnen aus der Eagle-Zeichnung wo die Platine 
liegt und bohrt die Löcher angepasst auf die reale Lage der Platine, 
kompensiert dabei Herstellungsfehler wie Achsenverzerrungen.

Und bitte lass den Schrott MatLab dabei weg.

von Karl H. (kbuchegg)


Lesenswert?

> und dann über die serielle RS232-Schnittstelle vom PC an zwei
> Motortreiber übertragen. Zum Schluss leiten die zwei Motortreiber
> die X- und Y-Koordinaten an die Motoren der X-und Y-Achse der
> Platinenbohrlochmaschine weiter, so dass die Platine
> sich in die richtigen empfangenen Koordinaten bewegt.

Und woher weißt du, wann die Position jeweils erreicht ist, so dass du 
bohren kannst?

> die zwei Motortreiber die X- und Y-Koordinaten an die Motoren
> der X-und Y-Achse der Platinenbohrlochmaschine weiter

Autsch. Diese Ausdrucksweise tut aber schon arg weh.
Die Motortreiber leiten nicht die Koordinaten weiter, sondern sie 
veranlassen die Schrittmotoren entsprechend viele Schritte zu machen. 
Koordinaten sind da schon lange passe.

> - Aufbau einer Positionsregelung

Was willst du da gross 'regeln'. Entweder der Bohrkopf steht in einer 
Achse dort wo er hin soll, oder er steht nicht dort. Den kniffligen Teil 
- mittels Rampe zu einer Position fahren - erledigt ja ohnehin schon die 
Schrittmotor-Steuerung.

> Hat jemand Vorschläge, um meine obere Aufgaben zu erweitern.

Thema einer eigenen Diplomarbeit könnte sein: Optimierung der 
Verfahrwege. Bei ein paar hundert Löcher ist das nämlich alles andere 
als trivial, die tatsächlich beste Reihenfolge der Löcher zu finden, 
wenn man das in diesem Sonnensystem (das noch 4 Milliarden Jahre 
existieren wird) noch erleben will.

von spess53 (Gast)


Lesenswert?

Hi

>Bohrmaschine mit Kamera ausstatten, diese sucht durch Vergleich der
>Oberfläche mit den Leiterbahnen aus der Eagle-Zeichnung wo die Platine
>liegt und bohrt die Löcher angepasst auf die reale Lage der Platine,
>kompensiert dabei Herstellungsfehler wie Achsenverzerrungen.

Normalerweise werden Platinen zu einem Zeitpunkt gebohrt an dem noch 
keine Leiterzüge vorhanden sind.

MfG Spess

von Thorsten O. (Firma: mechapro GmbH) (ostermann) Benutzerseite


Lesenswert?

Welche Hochschule bzw. welcher Lehrstuhl denkt sich denn solche 
praxisfernen und unrealistischen Aufgabenstellungen aus? Alles aus 
fertigen Teilen zusammenzustöpseln wäre vielleicht eine Studienarbeit. 
Matlab hat bei der Aufgabe eigentlich garnichts zu suchen, eine 
Textdatei einzulesen und auf eine serielle Schnittstelle auszugeben 
schafft man auch in Visual Basic oder sogar auf der Kommandozeile. Die 
Positionsregelung könnte für eine Diplomarbeit anspruchsvoll genug sein, 
aber dafür müsste man genauer definieren, auf was wie geregelt werden 
soll. Z.B. Ausgleich mechanischer Ungenauigkeiten durch 
Kameranachführung.

Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Ostermann

von Florian R. (Firma: TU Wien) (frist)


Lesenswert?

Hallo

> Hat jemand Vorschläge, um meine obere Aufgaben zu erweitern.

Du könntest die Maschine ja besonders schnell machen. Ich bohre grad 
80000 Löcher auf einer recht lahmen Fräse, das dauert noch das ganze 
Wochenende.

Flo

von H.Joachim S. (crazyhorse)


Lesenswert?

Weg von Schrittmotoren.
Hat nur den Vorteil der einfachen Steuerung und geht davon aus, dass 
jeder ausgegebene Schritt auch tatsächlich ausgeführt wird. Jeder 
verlorene Schritt bleibt als Fehler in allen nachfolgenden Bewegungen 
erhalten (es sei denn zwischendurch Referenzfahrten)
Besser sind Servomotoren mit Encoder, das erlaubt dann eine echte 
Regelung auf Sollposition und deutlich höhere Verfahrgeschwindigkeiten.

von Reinhard Kern (Gast)


Lesenswert?

luffy monkey schrieb:
> - Aufbau einer Positionsregelung

Das ist keine Regelung. Eine Regelung besteht aus einem Regelkreis und 
enthält daher zwangsläufig eine Rückkopplung des Istwerts (Messung der 
Position usw., aber das führt hier zu weit). Hier wird aber nur ein 
Sollwert vorwärts weitergegeben an den Antrieb, das ist eine Steuerung 
und keine Regelung. Das ist auch der Grund, warum die Maschine so 
aufgebaut völlig praxisuntauglich ist.

>Leider sind die obere Aufgaben nicht umfangreich für eine Diplomarbeit.

Die natürliche Erweiterung (ist auch in der Praxis so) wäre eine 
Erweiterung der Punkt-zu-Punkt-Steuerung in eine Bahnsteuerung, damit 
man damit auch fräsen kann. Dein Posting lässt aber vermuten, dass dir 
solche grundlegenden Begriffe völlig unbekannt sind. Vermutlich liegt 
das Problem nicht nur an dir, sondern deine Ausbilder scheinen völlig 
überfordert zu sein.

Naja, irgendwas wird sich schon irgendwie bewegen, und du hast dein 
Diplom.

Gruss Reinhard

von Peter L. (pit999)


Lesenswert?

luffy monkey geh mal auf die seite

www.cncecke.de

da steht alles was du brauchst.

Bitte melde dich an um einen Beitrag zu schreiben. Anmeldung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.
Bestehender Account
Schon ein Account bei Google/GoogleMail? Keine Anmeldung erforderlich!
Mit Google-Account einloggen
Noch kein Account? Hier anmelden.