Hallo zusammen,
kann mir jemand erklären was genau eine Schutzimpedanz ist?
In diversen Normen findet man: "Bauteil oder Anordnung von BAuteilen,
deren Impedanz und Aufbau Beharrungsberührungsstrom und Ladung
zuverlässig auf ungefährliche Werte begrenzt."
Ist darunter auch ein Netzteil zu verstehen, dass z.B. 230V AC auf 5V DC
wandelt?
Bzw. gelten zwei Y-Kondensatoren, die in einem Netzteil die Primär-u.
Sekundärseite verbinden (aus EMV-Gründen) als Schutzimpedanz?
Hintergrund meiner Frage: Nach EN 60335-1 (Sicherheit elektr. Geräte für
Hausgebrauch) werden Schutzimpedanzen vor der
Spannungsfestigkeitsprüfung abgetrennt.
Gilt dies auch für ein LED-Licht, dass in einem normalen 230V Gerät als
zusätzliches Feature über ein Netzteil gespeist wird. Darf hier die LED
bzw. das Netzteil vor der Spannungsfestigkeitsprüfung getrennt werden?
Man bekommt den Verdacht nicht weg, dass manche Normenverfasser durch
zwanghaften Verzicht auf Enumeration in Beispielen und kryptische
auslegbare Formulierungen nur ihre eigene Wichtigkeit betonen wollen.
An diese eine Frage: Ich benutze hier einen Sensordimmer für die
Raumbeleuchtung. Die Sensorfläche hängt über einen Widerstand von 2,2 MΩ
an der Elektronik in der Schalterdose, also direkt am 230-V-Netz. Das
wäre doch so eine Schutzimpedanz nach der Definition oben, oder? Schützt
mich vor zu hohem Berührungsstrom, leitet Statik ab, usf. Mir ist klar,
dass das nicht so gemeint sein kann, denn ein Prüfer für elektrische
Sicherheit müsste genau diesen Punkt prüfen.
Der Widerstand ist RM7,5, bedrahtet, zwischen Flächen geklemmt. Ein
VDE-Zeichen o.ä. sieht man nur auf dem Dimmer. Na gut, Bauartprüfung.
Verkehrte Welt, aber uns wird hier bestimmt bald (hoffentlich) mit ein
paar konkreten Beispielen aufklären, was eine Schutzimpedanz in praxi
ist. Ich meine, dass die Y-Kondensatoren bei der Prüfung drinbleiben
müssen. Wenn so einer durchschlägt, habe ich das Netz am Sekundärausgang
des Netzteiles. Ich liebe solche Ratespiele...
Schutzimpedanz (gemäß DIN 57106-1 / VDE 0106-1)
...ist eine Impedanz, die zwischen unter Spannung stehende Teile und
berührbare leitfähige Teile geschaltet wird .....
so obige Quelle. Das wäre also mein 2,2-MΩ-Widerstand, for sure.-- In
den 20 Jahren, in denen ich in der medizintechnischen Elektronik als
Entwickler betätigt habe, waren berührbare Metallteile und die
applizierten solchen, (z.B. die Elektroden) immer der vollen
Prüfspannung ausgesetzt, einschließlich der Funkentstörmittel. Das wurde
durch Prüfungen bei VDE und TÜV nachgewiesen. Und da wurde sehr wohl mit
Schaffners Prüfpistolen mit 15 kV-Funken auf Folientastaturen und
Displays gehalten, und es wurde auch nichts vor der Prüfung ausgebaut.
Das wird ein Missverständnis sein.
>Hintergrund meiner Frage: Nach EN 60335-1 (Sicherheit elektr. Geräte für>Hausgebrauch) werden Schutzimpedanzen vor der>Spannungsfestigkeitsprüfung abgetrennt.
Vielleicht, weil man so die Isolation des restlichen Geräts besser
überprüfen kann? Danach muß die Schutzimpedanz aber wieder angehängt und
erneut gemessen werden, weil nur so die Schutzimpedanz auf korrekte
Funktion gestestet werden kann.
Wird vielleicht so sein. Was mich interessiert - da es sich ja bei der
'Schutzimpedanz' um real existierende Bauelemente handelt -, wäre
einfach mal ein konkretes Beispiel, an dem man z.B. an einem
Stromlaufplan aufzeigt, was ausgebaut werden muss, weil es sonst beim
Prüfen hops geht.
Am Liebsten wäre ein verbindlicher amtlicher Text dazu. Ich kann mir
viele Szenarien ausdenken bis hin zur 'funktionsgeprüften Blitzbirne'
;-), mich interessiert mal eins aus der Realität.
Meine Suchmaschine liefert in dem Zusmmenhang allenfalls auch
Sensor-Techniken als Anwendung. Dann wäre ja mein Dimmer tatsächlich so
ausgrüstet. Irgendwie aber ein ungutes Gefühl bleibt, wenn vor einer
Prüfung Teile ausgebaut werden, die ich später nutze.
>Wird vielleicht so sein. Was mich interessiert - da es sich ja bei der>'Schutzimpedanz' um real existierende Bauelemente handelt -, wäre>einfach mal ein konkretes Beispiel, an dem man z.B. an einem>Stromlaufplan aufzeigt, was ausgebaut werden muss, weil es sonst beim>Prüfen hops geht.
Äh, das wird aber sicher nicht ausgebaut, weil "es beim Prüfen hops
geht"! Dann wäre die Schutzimpedanz ja eine völlige Fehlkonstruktion.
Nein, da wird nur mit Spannungen geprüft, die die Schutzimpedanz
aushalten können muß. Sonst macht die Prüferei ja gar keinen Sinn.
Manu V. schrieb:> Hintergrund meiner Frage: Nach EN 60335-1 (Sicherheit elektr. Geräte für> Hausgebrauch) werden Schutzimpedanzen vor der> Spannungsfestigkeitsprüfung abgetrennt.
Deswegen halte ich das auch für ein Missverständnis. Gut gemeint, aber
irgendwie verquast formuliert, wie manche Normen halt sind.
-- Vergleichbar war das früher mit der "Wiederholungsprüfung", wo man
dann nur mit 80% der Prüfspannung an das Bauelement heranging. Ist urig
lange her, war aber genauso fragwürdig: Wenn eine Prüfspannung gehalten
werden muss, muss dann eben ggf. das Bauelement besser spezifiziert
werden.
Ich meine, wenn es um Medizin und Flugzeuge geht, sind ja die Wenigsten
kompromissbereit. Aber ich möchte auch nicht von meinem Geschirrspüler
"gehimmelt" werden, egal, wie sensibel der Sensor bei der Prüfung ist.
Manu V. schrieb:> kann mir jemand erklären was genau eine Schutzimpedanz ist?
Nach DIN EN 60335: 2007 Cor2009 (ein Cor2010+14 gibt es auch schon
wieder) ist entsprechend Kap. 3.3.6 es eine "zwischen aktiven und
berührbaren leitenden Teilen in Schutzklasse II-Anordnung angeschlossene
Impedanz, die den Strom bei sachgemäßem Gebrauch und bei den im Gerät
wahrscheinlichen Fehlerbedingungen auf einen sicheren Wert begrenzt".
> Ist darunter auch ein Netzteil zu verstehen, dass z.B. 230V AC auf 5V DC> wandelt?
Nein
> Bzw. gelten zwei Y-Kondensatoren, die in einem Netzteil die Primär-u.> Sekundärseite verbinden (aus EMV-Gründen) als Schutzimpedanz?
Kommt darauf an, siehe Definition. Hat es berührbare Metallteile (in
SKII Anordung) an denen die Kondensatoren angeschlossen sind...
> Gilt dies auch für ein LED-Licht,...
Nein
> Darf hier die LED bzw. das Netzteil vor...
Nein
Noch ein paar Hinweise: Es wird zwischen Typ- und Stückprüfung
unterschieden. Bei ersterer muß das Gerät alle Prüfungen der Norm
durchlaufen wenn sie eingehalten werden soll, bei zweiterer Art erfolgen
nur jene welche in der Produktionsphase oder am Ende derer -wenn es vom
Band läuft- notwendig sind.
Beispiel: Bei der Messung von Ableitstrom und Spannungsfestigkeit bei
Betriebstemperatur (Typprüfung) werden vor der Prüfung Schutzimpedanzen
und Funkentstörfilter abgetrennt. Da eine Schutzimpedanz "aus mindestens
zwei voneinander unabhängigen Einzelteilen bestehen muß, für die es
unwahrscheinlich ist, daß sich ihre Impedanz während der Lebensdauer des
Gerätes wesentlich ändert" (Kap. 22.42), sie als ein sicheres Bauteil
betrachtet wird, ist dies nach Normenangabe zulässig.
Solche Widerstände müssen bestimmte Prüfungen nach IEC 60065,
Kondensatoren nach IEC 60384-14 bestehen. Die Y-Kondensatoren brennen
sich z. B. an der internen Kurzschlussstelle "frei", der Kurzschluss
bleibt nicht bestehen, Stichwort "selbstheilend".
Bei der Stückprüfung wird -neben der Schutzleiterverbindung wenn
vorhanden- eine Spannungsprüfung durchgeführt, bei UN>150V mit 1000V
oder 2500V, je nach Isolierungsart. Dieser Test "braucht nicht an Teilen
einer SK-II Anordnung durchgeführt werden, falls diese Prüfung als
ungeeignet erscheint". Es obliegt der Intelligenz und der Verantwortung
des Entwicklers darüber zu entscheiden.
Die häufig etwas "spezielle" Ausdrucksweise in einer Norm rührt daher,
daß es keine Bauvorschrift sein darf, sondern sie nur die mindest
Sicherheitsanforderungen beschreiben soll, und das in allgemeiner Form
für eine Vielzahl sehr unterschiedlicher Geräte! Auch müssen alle
Normenausschußmitglieder sich einig sein...
>Auch müssen alle Normenausschußmitglieder sich einig sein...
Durch ein Telefonat mit WIMA habe ich erfahren, daß jemand von WIMA in
einem solchen Ausschuß sitzt und mitbestimmen darf, wie X- und Y-Caps
getestet werden müssen. Das ist dann etwa so, als ob ich bei der
TÜV-Prüfung meines Autos mitbestimmen darf, ob ein Schaden schlimm ist
oder nicht.
Größtes Manko bei den mittlerweile unendlich vielen VDE-Bestimmungen
ist, daß in der Regel nicht erklärt wird, WARUM eine Maßnahme wichtig
ist. Würde das gemacht, würde man schnell feststellen, daß die
VDE-Bestimmungen in ihrer Logik teilweise völlig widersrpüchlich sind.
Das sehe ich nicht so. In solchen Kreisen sitzen ausgesprochene
Experten, ein Kondensatorhersteller darf wohl als solcher bezeichnet
werden. Das entsprechende Fachwissen mit dazugehöriger Kompetenz ist für
diese Arbeiten unverzichtbar. Das Kollektiv sorgt schon dafür, daß alles
mit rechten Dingen zugeht. "Aufgabe" einer Norm ist nicht das warum zu
erklären -siehe zuvor-, dies erfolgt in der Schule, Lehre oder
Universität.
>Das sehe ich nicht so. In solchen Kreisen sitzen ausgesprochene>Experten, ein Kondensatorhersteller darf wohl als solcher bezeichnet>werden.
Trotzdem hat er vor allem ein Interesse am "Verkaufen" und er wird sich
mit Händen und Füßen gegen eine Verschärfung der Normen wehren, wenn das
für ihn bedeutet, daß er teure Maschinen modernisieren muß.
Nein, heute sterben immer noch viel zu viele Personen durch
Wohnzimmerbrände.
>Das Kollektiv sorgt schon dafür, daß alles mit rechten Dingen zugeht.
Also, bitte schön, was ist denn das für eine Einstellung? Das ist doch
schon ein paar mal schief gegangen...
>"Aufgabe" einer Norm ist nicht das warum zu erklären -siehe zuvor-, dies>erfolgt in der Schule, Lehre oder Universität.
Nein, das ist keine Frage des Wissens, sondern oft reine Philosophie,
also letztlich eine reine Willkürentscheidung. In Amerika hat man
beispielsweise unheimliche Angst vor Bränden und weniger Angst vor
elektrischen Schlägen. Das schlägt sich auch in den Normen wieder.
Ich erwarte in einer Norm kein Lehrbuchwissen, sondern einfach nur,
welche Beweggründe dazu geführt haben, die Norm so und nicht anders
auszuführen. Da wäre hier und da ein Sätzchen mal ganz angebracht.
Einer meiner früheren Arbeitgeber hatte mich auch lange in einen
Ausschuss entsandt. Insofern kann ich relativieren, dass der Einfluss
der Hersteller eher überschätzt wird und dass leider stattdessen
gelegentlich von extern ziemlich Weltfremdes einfließt. Die Tendenz,
Vorschriften möglichst auch (fast wie Verwaltungsjuristen) allgemein,
universell und vorausschauend zu formulieren, führte aber oft zu
endlosen Diskussionen über Formulierungen und Interpunktion, so dass man
am Ende mancher Sitzung das Gefühl nicht loswurde, dass mal wieder
Name, Programm und Ergebnis dasselbe waren, nämlich Au.....
// Offtopic// Was ich aber als Entwickler auch moniere, ist der daraus
entstehende Wust von Kreuz- und Querverweisen auf Stellen in anderen
Normenwerken, wo man dann ärgerlicherweise findet, dass das Gesuchte
oder Referenzierte gerade nicht angewendet werden muss. Meine
Ausschusskollegen sagten dann immer, dass das so richtig wäre, weil man
sich ja später 'hier' etwas ändern konnte, ohne 'dort' alles Andere zu
ändern. Das erinnert manchmal wirklich an die allgemeinen und speziellen
Geschäftsbedingungen der Telekom, wo man nach hundert Sternchen,
Kopfzahlen, Fußnoten und Weiterleitungen am Ende nicht mehr weiß, ob man
Männchen oder Weibchen ist.//
Bis jetzt fehlt mir aber immer noch irgendwie ein Beispiel für ein
solches Bauelement. Hat hier nicht jemand eine Stückliste damit zur
Hand? Bei uns in der Medizinelektronik wurde jedenfalls nichts
ausgebaut.
Und die sinnvolle Entscheidung, hier und in der Luftfahrtelektronik doch
lieber beim Bleilot zu bleiben, hat ja wohl auch ein Ausschuss
getroffen. Ganz so schlimm ist es also nicht.
Hallo Günter,
ohne Probleme kann ich Dir zustimmen. Einen Unterschied macht es aber
schon ob an einer so "generellen" Norm wie z. B. EN 60335 oder an einem
produktspezifischen (C-Norm) Standard gearbeitet wird. Da ist es
einfacher, gerade wenn der Markt die Interessen die Anforderungen
übersichtlicher sind.
> Bis jetzt fehlt mir aber immer noch irgendwie ein Beispiel für ein> solches Bauelement.
Hier ein Beispiel für einen Kondensator (bin nicht bei Wima
beschäftigt):
www.wima.de/DE/mkpy2.htm
Wer wen betreffend RoHS und Lot überzeugt hat, vor allem aber mit
welchen Argumenten, ist sicherlich interessant.
b35 schrieb:> Hier ein Beispiel für einen Kondensator (bin nicht bei Wima> beschäftigt):> www.wima.de/DE/mkpy2.htm
Der sollte eigentlich die Prüfspannung halten...und muss eingebaut
bleiben, weil er heftig in den Ableitstrom eingeht. Wo aber der
Ableitstrom in Summe herkommt, meinetwegen auch zusätzlich über die
Kapazität prim/sek des Netztrafos, ist doch egal, wenn er im Limit
bleibt.
>> Wer wen betreffend RoHS und Lot überzeugt hat, vor allem aber mit> welchen Argumenten, ist sicherlich interessant.
Nun, da ging es unter Anderem um Vibrationsfestigkeit, und auch
Ausschuss-Mitglieder sitzen viel im Flugzeug oder müssen mal ins
Krankenhaus. //OT: Wenn der Blödelfunk zu Hause deswegen ausfällt, ist
das ja manchmal eher eine Kulturbereicherung//
NicoPlus schrieb:> VR37 Widerstand von Vishay... zwei davon dann in Reihe...
Genau so etwas stelle ich mir beim Vorwiderstand der Sensorplatte meines
Dimmers vor. In diese Richtung zielt ja auch das Waschmaschinenpatent,
wo es allerdings um SK1 geht. Aber dann einen R bei der Prüfung
ausbauen? Diese Formulierung ist verunglückt.
Ähnliche Situationen ergebn sich ja bei der Bedienung von Touchscreens
meinetwegen am Geldautomaten. Klar muss man den Strom begrenzen, wenn da
einer barfuß mit nassen Füßen vor so einer Kiste steht und Geld braucht.
Wenn jetzt aber einer im Winterpelz statisch aufgeladen den Schirm
berührt und die Schutzeinrichtung schlachtet, ist das immer noch nicht
unsicher im Betrieb, nur die Funktion versagt. Dass man den Schutz dann
vor der Hochspannungsprüfung ausbaut, weil er kaputtgeht, wäre ein Grund
für die Bestimmng oben.
b35 schrieb:> Nach DIN EN 60335: 2007 Cor2009 (ein Cor2010+14 gibt es auch schon> wieder) ist entsprechend Kap. 3.3.6 es eine "zwischen aktiven und> berührbaren leitenden Teilen in Schutzklasse II-Anordnung angeschlossene> Impedanz, die den Strom bei sachgemäßem Gebrauch und bei den im Gerät> wahrscheinlichen Fehlerbedingungen auf einen sicheren Wert begrenzt".
//OT: Und ich gebe auf: Muss ich jetzt ein metallisches Typenschild auf
einem Kunstoffgehäuse mit einem kaum spannungsfesten Widerstand mit der
Netzleitung verbinden, den ich vor irgendeiner Prüfung ausbaue? Oder
reicht eine Aufschrift: Typenschild im Betrieb nicht berühren? Absurd
ist das natürlich nicht, könnte man so feststellen, ob die Restisolation
des Schildes noch über dem des Widerstandes liegt.//
Was ich als Entwickler sehr unbefriedigend finde, ist ein
Vorschriftenteil, der in der Wirklichkeit nicht an irgendetwas
festgemacht werden kann. Wenn man mit seinem Muster zum TÜV ging und mit
dem Prüfer die Konstruktion besprach, konnte der auf ein (handfestes)
Risiko verweisen und man hat das dann abgestellt. Das war immer ganz
angenehm und hat einem oft die Augen geöffnet.
b35 schrieb:> ...oder in SMD Ausführung vom gleichen Hersteller CMB 0207.
@SMD: Wie ist das aber dann mit den Luft- und Kriechstrecken im Betrieb
zu vereinbaren?
> und muss eingebaut bleiben
Muß nicht, wie oben geschrieben, Norm lesen.
> ...Winterpelz statisch aufgeladen den Schirm berührt und die Schutzeinrichtung
schlachtet...
Ist EIN Thema der EMV Eigenschaften, hat hiermit nichts zu tun.
>... ein metallisches Typenschild auf einem Kunstoffgehäuse...
Muß nicht geerdet werden, Norm lesen, Verstand gebrauchen.
>... seinem Muster zum TÜV ging...
Den "TÜV" gibt es nur für Autos. Die Prüfstelle (kann auch TÜV Nord
sein) schaut sich die Entwicklung an und überprüft die Anforderung /
Übereinstimmung des Gerätes mit der / den Normen, eigenen oder anderen
anerkannten technischen Regeln.
> @SMD: Wie ist das aber dann mit den Luft- und Kriechstrecken im Betrieb zu
vereinbaren?
Bei welcher Spannung? Bei welcher Überspannungskategorie? Bei welchem
Verschmutzungsgrad? Bei wievielen Hintereinanderschaltungen? Siehe auch
Bemessung von Luft und Kriechstrecken... (nach DIN EN ... :))
Ciao
b35 schrieb:> Den "TÜV" gibt es nur für Autos. Die Prüfstelle (kann auch TÜV Nord> sein) schaut sich die Entwicklung an und überprüft die Anforderung /> Übereinstimmung des Gerätes mit der / den Normen, eigenen oder anderen> anerkannten technischen Regeln.
Ok, stimmt, bei uns in der Medizin war es Firmenpolicy, das CE über ein
TÜV-GS abzusichern (manche Kunden legten darauf auch Wert)
b35 schrieb:> Bei welcher Spannung? Bei welcher Überspannungskategorie? Bei welchem> Verschmutzungsgrad? Bei wievielen Hintereinanderschaltungen? Siehe auch> Bemessung von Luft und Kriechstrecken... (nach DIN EN ... :))
puh, du kannst Fragen stellen, aber hast Recht: natürlich ginge 8 mm
Kriechstrecke auch mit SMD entsprechend oft.
Hallo zusammen,
Also die DIN EN 61010 sagt:
SCHUTZIMPEDANZ (en: protective impedance)
Bauelement oder Baugruppe, dessen (deren) Impedanz, Konstruktion und
Zuverlässigkeit geeignet ist,
Schutz gegen einen elektrischen Schlag zu bieten
....
b) Die SCHUTZIMPEDANZ besteht aus einer Kombination von Bauelementen.
....
Werden LUFTSTRECKEN im Gerät mit einer Stoßspannungsprüfungüberprüft,
muss sichergestellt werden,
dass die festgelegte Stoßspannung an der LUFTSTRECKE erscheint.
SCHUTZIMPEDANZEN und Spannungs-begrenzungseinrichtungen, die parallel zu
der zu prüfenden Isolierung geschaltet sind, müssen abgetrennt
werden.
....
Wenn ich nun meine Luftstrecke für 300V (Ü3 V2 VERSTÄRKTE
ISOLIERUNG) auslege komme ich auf 6mm.
Überprüft wird 3510 V 50Hz.
Die Schutzimpedanzen dürfen bei dieser Prüfung ausgelötet werden.
Ich verstehe den Hintergrund dazu wie folgt:
1. Ist es der DIN EN 61010 egal ob die Widerstände Kaput gehen, solange
alles sicher ist.
2. Wird mit der Spannung von 3510V die Trennstrecke von 6mm überprüft.
Im Betrieb darf diese Spannung aber nie erreicht werden. DH die
Prüfspannung wird nur als 3D Entfernungsmesser eingesetzt, und dient
nicht als Spannungsfestigkeitprüpfung in eigentlichen sinne.
LG