Hallo,
ich wundere mich über folgendes: Vielleicht kennt einer die RED ONE.
Eine Filmkamera die im 4,5K Format aufnimmt. Also 4900x2580 mit 12bit
bei min 30fps. Wie schafft man es diese Daten zu verarbeiten. Ich meine
4900x2580x12x30 = 45.5112.0000bit = ~500MB/Sekunde. Mit welcher Hardware
liest man sowas aus und wohin speichert man das? Jetzt kann die Kamera
auch noch bis 60FPS hochgehen. Das ist ja denn 1GB/Sekunde ...
http://de.wikipedia.org/wiki/Red_Digital_Cinema_Camera_Company#Technische_Daten_der_Red_One
Xavier Lander schrieb:> wohin speichert man das?
"Datenraten von 288Mbit und 224 MBit/s" = 36MB/s.
Nicht weiter bemerkenswert.
Da wird live komprimiert und nur das Ergebnis gespeichert. Steht ja da,
bereits das Rohdatenformat ist komprimiert (REDCODE).
Die englische Wikipedia sagt dazu:
"Recording media
The Red One records footage to Redcode data files on disk or flash-based
digital storage. Four different recording units with flash, SSD or
mechanical drives are available."
Die Datenrate ist schon hoch, aber SSDs mit solchen Schreibraten kriegt
man ja schon fast im Consumer-Bereich.
Schau mal hier:
http://www.alternate.de/html/product/Super_Talent/RAIDDrive_II_PCIe_SSD_1_TB/961683/?
Die schafft schon 2.4 GB/s beim Schreiben und der Preis wäre, gemessen
an den Kosten der Red One, Peanuts ;)
Edit: Ok, die benötigten Datenraten für die komprimierten Aufnahmen sind
dann wirklich nicht mehr der Rede wert :D
Xavier Lander schrieb:> Mit welcher Hardware> liest man sowas aus und wohin speichert man das
Meine Vermutung: Mehrere parallele FPGAs die jeweils ein Bild
komprimieren und dann an einen weiteren Prozessor der sie dann
speichert.
Die FPGAs arbeiten dann wahrscheinlich so:
1. Bild Verarbeitung durch FPGA 1 hat dann $Anzahl_der_Prozzis Zeit das
Bild der Kamera zu komprimieren
n. Bild gleich Spiel
Ich hab neulich mal bei einer kleinen Produktion mitgemacht, wo wir die
One hatten. Wir hatten 2 Festplattenmodule, die am Abend dann auf die
Rechner überspielt wurden. Es scheint also so zu sein, das der fette
ASIC in der Kamera eine verlustlose Datenreduktion hinbekommt, um dann
auf die Platten schreiben zu können, die ja nur so 200 MB/s schaffen,
wenn sie gut sind.
Ich würde mal auf eine geteiltes Design tippen, einen flinken FPGA der
die Daten entgegen nimmt, verarbeitet und dann in ein DDR Speicher
schreibt. Zusätzlich dann noch einen externen Prozessor der die Daten
aus dem DDR-Speicher liest.
Wobei, wenn man nur in eine SD-Karte schaufeln und wieder heraus lesen
muss (kenn das Red One Ding nicht), dann kann man sich den zusätzlichen
Prozessor wahrscheinlich auch sparen...
Hmm... schrieb:> Ich würde mal auf eine geteiltes Design tippen, einen flinken FPGA der> die Daten entgegen nimmt, verarbeitet und dann in ein DDR Speicher> schreibt. Zusätzlich dann noch einen externen Prozessor der die Daten> aus dem DDR-Speicher liest.
Ja falsch getippt.
Einfach mal lesen was geschrieben wurde.
Matthias Sch. schrieb:> und das sie angeblich RAW Daten speichern.
Tun sie auch. Nur ist RAW hier der proprietär komprimierte Datenstrom,
der aus den ASICs hinten rausfällt. Bisschen kreativ definiert eben.
http://en.wikipedia.org/wiki/REDCODE
Kann in diesem Fall sicher auch parallel speichern, so RAID0 mässig.
Dürfte in diesem Fall sogar sehr gut skalieren und ob bei dem Preis eine
oder 5 oder 20 SSDs im RAID verbaut sind, interessiert keinen. Der
Speicherplatz steigt annähernd mit der Anzahl SSDs (genug
Paritätsplatten einbauen) und die Anforderungen an die einzelne SSD
nimmt 1/n ab. Gibts schon bei diversen Opteron-Servern (seit kurzem auch
bei Intel, aber Intel-FSB sucks), mit genug Threads gleichmässig auf die
Prozies verteilt ergeben sich astronomische RAM-Lese/Schreibraten, da
jeder Prozi weitgehend unabhängig des anderen seine lokalen RAM-Banke
benutzen kann.
Einzig das splitten des Datenstroms ist ein wenig tricky.
unbekannter schrieb:> Kann in diesem Fall sicher auch parallel speichern, so RAID0 mässig.
Könnte wenn RED dies gewollt hätte. Das Alleinstellungsmerkmal war aber
offenbar grad, dass der Kram auch ohne grossem Aufwand beim Storage
gespeichert werden konnte.
Xavier Lander schrieb:> 4900x2580x12x30 = 45.5112.0000bit = ~500MB/Sekunde. Mit welcher Hardware
12 Bit Graustufe oder 3x 4 Bit je Farbe?
Oder doch noch mit 3 multiplizieren für 12 Bit je Farbe?
Konrad S. schrieb:> Xavier Lander schrieb:>> 4900x2580x12x30 = 45.5112.0000bit = ~500MB/Sekunde. Mit welcher Hardware>> 12 Bit Graustufe oder 3x 4 Bit je Farbe?> Oder doch noch mit 3 multiplizieren für 12 Bit je Farbe?
CMOS -> Beyersensor = immer 4 Pixel (1 Rot, 1 Blau, 2 Grün) der
4900x2580 werden zu einem Pixel zusammengefasst. Die effektiven 4 Pixel
werden dann interpoliert (Demosaicing genannt -> Wikipedia). Macht jede
Digitalkamera (auch die teuersten DSLR) so, Ausnahme stellen die Faveon
Sensoren eines Namhaften Herstellers dar, der die 3 Farben in 3 Layern
(Sandwichbauweise) auf dem Sensor realisiert hat. Dafür hat dieser
Sensor wieder weniger Pixel - da wird dann der Auflösung halber wieder
Inerpoliert und im Endeffekt kommt das gleiche raus ....
Konrad S. schrieb:> 12 Bit Graustufe oder 3x 4 Bit je Farbe?> Oder doch noch mit 3 multiplizieren für 12 Bit je Farbe?
12 Bit pro Pixel, aber die 4900x2580 Pixel sind im Bayer-Pattern
angeordnet, also keine RGB-Pixel.
Gute DSLRs arbeiten sogar mit 14 Bit pro Pixel, aber bei Photographie
kommt es auch auf andere Dinge an als beim Filmen.
Lehrmann Michael schrieb:> da wird dann der Auflösung halber wieder> Inerpoliert und im Endeffekt kommt das gleiche raus ....
ich glaube damit tust du dem Foveon Unrecht. Schliesslich saugt er 4 mal
so viel Licht auf, wie ein vergleichbarer mit Bayermuster
Rufus Τ. Firefly schrieb:> Konrad S. schrieb:>> 12 Bit Graustufe oder 3x 4 Bit je Farbe?>> Oder doch noch mit 3 multiplizieren für 12 Bit je Farbe?>> 12 Bit pro Pixel,
Eben nicht pro Pixel, sondern pro Subpixel. 12 Bit pro Pixel würden
ziemlich mies aussehen.
so
4900 X 2560 X 12 bit je pixel x 3 farben je Pixel X 30 frames je S
13.7 Giga bit je S
Wenn ich mir jetzt so überlege was in der Telekommunication so an
backbone übertragung so verlegt ist, und was da dann alles z.B. in
Frankfurt zusammenläuft,...
Gigabit ethernet hält daheim schon einzug.
10Gigabit sind im serverbereich kein Problem. (was muss da dann der
switch leisten wenn da ein ganzes rz vernetzt ist)
oder was so ein PC so durch die gegend schaufelt. (speicheranbindung 4
bits je tackt bei 200MHz und mehr und das dann x mal paralel) oder bei
Grafikkarten?
oder sowas FPGA mit 120Gbit opto interface
http://www.heise.de/netze/meldung/FPGA-Chip-mit-direktem-optischem-Anschluss-liefert-120-GBit-s-1468658.html
oder so ein läpischer 1Ghz cpu mit 32 bit. je takt will die zumindest
einen 32bit befehl verarbeitet. da kommt fieles aus dem cach aber daten
kommen auch noch dazu, ...
> 4900 X 2560 X 12 bit je pixel x 3 farben je Pixel X 30
Nein - steht doch oben schon alles.
Die x3 kannste weglassen es sind 4900x2560 Pixel a 12 Bit.
Jedes Pixel für sich ist nur für Graustufen.
Es sind eben noch
ROT GRÜN
GRÜN BLAU
Farbfilter davor (also ein Pixel Rot, ein Pixel grün usw. das sind KEINE
Subpixel wie bei nem Display...) um dann die Farbinfo daraus zu
gewinnen.
Also wären das "gerade mal" lächerliche 4.5 GBit/s ;-)
Zu großen Datenmengen:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/large-hadron-collider-der-daten-urknall-1.590070
Demzufolge fallen bei den Versuchen bis zu etwa 600TB pro Sekunde an.
Das überlege man sich mal, wenn man für 100€ eine Festplatte mit 1TB
kauft, dass die in unter zwei tausendstel Sekunden voll wäre. Allerdings
werden die Daten schon vor der eigentlichen Auswertung von einfacher
Logik gefiltert.