Hallo,
ganz kurz, habe heute eine Mahnung von der Ventelo GmbH (Billigvorwahl)
bekommen.
Es geht um einen Betrag von 9,52€ (der wegen zu spät gezahlter
Telekomrechnung nicht mehr weitergeleitet wurde).
Ventelo möchte zu diesem Betrag noch zusätzlich 5,50€ Mahngebühren
bezahlt haben. Also insgesamt 15,02€.
Ich kann auf die Schnelle nicht ersehen, ob die Forderungen
gerechtfertigt sind, die Mahngebühren erscheinen mir aber
unangemessenhoch .
Kennt sich jemand mit dem Thema näher aus?
Habe beim Googeln viele Treffer erhalten, leider nichts Konkretes zu den
Mahngebühren.
Das ist doch noch gar nichts. Vor einigen Monaten hatte ich
mit so was zu tun mit der deutschen Post die mir drei mal 5,90Euro
abgebucht hatte, ich aber nur ein Paket für 5,90Euro verschickt hatte.
Nach dem ich zwei Lastschriften von der Bank zurückbuchen ließ kam
dann das Ungemach.
Ich hab da hinterher telefoniert und gemailt wie so ein Blöder und die
anwaltliche Mahnung belief sich auf über 40 Euro inkl. Mahngebühren.
Nachdem ich endlich eine Stornierungsbestätigung von der deutschen Post
bekam war der Fall erledigt. Ob der hohe Betrag gerechtfertigt war,
glaube ich kaum, aber im Zweifel muss man das eben gerichtlich klären
(lassen). Wenn die Zahlung sich nur zeitlich etwas verzögert hatte und
nun beglichen ist, dürfte sich eine kostenpflichtige Mahnung kaum
rechtfertigen lassen aber garantieren kann ich es nicht, bin kein
Jurist.
Daniel C. schrieb:> die Mahngebühren erscheinen mir aber> unangemessen hoch .
Als Vergleich: die Telebumm selbst berechnet einen Euro als
Mahngebühr.
Ich würde nur den Betrag selbst zahlen (sofern nicht bereits erledigt).
Früher hat man erstmal 2 Erinnerungen gekriegt, die nichts gekostet
haben. Erst dann kam eine Mahnung (üblich waren dafür 1,-DM).
Aber heutzutage wird in der Servicewüste Deutschland der Kunde als
größter Feind angesehen und bei der kleinsten Verfehlung mit dem
Holzhammer draufgehauen.
Ich würde mich für diesen "Service" bedanken und klarmachen, daß ich
mich deswegen leider gezwungen sehe, zu kündigen.
Es ist wohl rechtens, daß bis zu 60% verlangt werden können und bei der
nächsten Mahnung dann 60% der Summe, d.h. der Betrag steigt
exponentiell.
Peter
Peter Dannegger schrieb:> Früher hat man erstmal 2 Erinnerungen gekriegt, die nichts gekostet> haben. Erst dann kam eine Mahnung (üblich waren dafür 1,-DM).
Früher hatten die Kunden auch eine bessere Zahlungsmoral
> Es ist wohl rechtens, daß bis zu 60% verlangt werden können und bei der> nächsten Mahnung dann 60% der Summe, d.h. der Betrag steigt> exponentiell.
Generell 60% kann ich mir jetzt nicht vorstellen. Das wären bei einer
Rechnungssumme von 10.000,00 EUR 6.000,00 EUR?!
Werner
Ich überweise nur die Grundgebühr ,ohne Mahngebühren.
Gibt keine Schwierigkeiten.
Die Mahngebühren scheinen Buchungtechnisch anders gehandelt zu werden.
Kommt aber sehr selten vor.
Habe auch manchmal angefragt ,warum ich eine Mahnung bekomme,obwohl noch
keine Rechnung vorliegt.
Karl-heinz Strunk schrieb:> 5 EUR erscheint mir für den Personalaufwand für einen säumigen Schuldner> angemessen.
Das sehen die Gerichte allerdings anders. Nach der aktuellen
Rechtsprechung darf die erste Mahnung maximal 2,50€ kosten.
Und seien wir doch mal ehrlich. Was habe ich für kosten, wenn ich mahne?
55ct für die Briefmarke + max. 10ct für Papier und Toner + 10ct für den
Briefumschlag und 2-3min fürs Drucken der Mahnung und das Eintüten in
den Briefumschlag.
75ct Material + 3min Arbeitszeit 1,75€ => 35€ Stundenlohn.
Deshalb finde ich die gerichtlich anerkannten 2,50€ in Ordnung. Mehr
würde ich auch nicht überweisen. (Soll doch jemand versuchen, die
restlichen 2,50€ gerichtlich durchzusetzen ;) )
Michael S. schrieb:> Werner P. schrieb:>> Früher hatten die Kunden auch eine bessere Zahlungsmoral>> Ne, kein Onlinebanking.
Das Problem heute ist, dass viele Dienstleister sich entweder ein
Monopol bei ihrer Dienstleistung aufgebaut haben oder sich einfach
nichts aus Kundenbindung machen. Die Dienstleister wollen die Kuh
solange melken, wie sie noch Milch gibt. Und das z.B. auch mit
Mahngebühren.
Eine andere Frage wäre, wie heute eine Kundenbindung überhaupt noch
entstehen kann. An meinem neuen Haus arbeitet derzeit eine Elektrofirma
und verlegt dort die Leitungen. Wenn das Unternehmen fertig ist, dann
war es das. Ich werde die nicht einmal die Steckdosen setzen lassen. Und
schon garnicht irgendwelche Lampen aufhängen lassen. Aber genau das
haben die Elektriker früher gemacht. Lampen aufhängen, Rauchmelder
installieren, Trafos auswechseln, Leuchtmittel an den Stellen
auswechseln, an die man nicht so leicht rankommt.
Aber für 30-90€ die Stunde überlegen sich viele, ob die sich einen
""""qualifizierten"""" Handwerker leisten können / wollen.
Dimitri Roschkowski schrieb:> Aber für 30-90€ die Stunde überlegen sich viele, ob die sich einen> """"qualifizierten"""" Handwerker leisten können / wollen.
Selbst ist der Mann, aber Ingenieure haben ja handwerklich nichts drauf.
Michael S. schrieb:> Dimitri Roschkowski schrieb:>> Aber für 30-90€ die Stunde überlegen sich viele, ob die sich einen>> """"qualifizierten"""" Handwerker leisten können / wollen.>> Selbst ist der Mann, aber Ingenieure haben ja handwerklich nichts drauf.
Das ist Dein Glaubenssatz und in meiner Welt sogar ein sehr schlechter.
Michael S. schrieb:> Dimitri Roschkowski schrieb:>> Aber für 30-90€ die Stunde überlegen sich viele, ob die sich einen>> """"qualifizierten"""" Handwerker leisten können / wollen.>> Selbst ist der Mann, aber Ingenieure haben ja handwerklich nichts drauf.
Ooch, da gibts aber auch welche, die mal Handwerker waren. ;-)
Michael S. schrieb:> Selbst ist der Mann, aber Ingenieure haben ja handwerklich nichts drauf.
Die Menschheit hat nicht umsonst irgendwann die Arbeitsteilung erfunden.
Man kann nicht alles selbst können.
Als Ing hat man allgemein die Fähigkeit, sich Wissen und Kompetenz
anzueignen. Allerdings kostet das Zeit, und wenn man sich z.B. - so wie
ich - für den einmaligen Einbau einer Heizungsanlage das nötige Wissen
(Heizlastberechnung, Rohrberechnung, Materialien, Weichlöten,
Einhanfen...) aneignet, geht das sicher, lohnt sich aber eigentlich
nicht. Zumal der gelernte Handwerker Vieles in einem Bruchteil der Zeit
hinbekommt.
Das Problem ist doch, dass der Handwerker von dem veranschlagten
Stundenlohn auch nur einen Bruchteil sieht, weil der größte Anteil für
irgendwelche Abgaben weggeht.
Timm Thaler schrieb:> Das Problem ist doch, dass der Handwerker von dem veranschlagten> Stundenlohn auch nur einen Bruchteil sieht, weil der größte Anteil für> irgendwelche Abgaben weggeht.
z.B. für Ingeneursgehälter
;-)
Hi, zu den Mahngebüren wen die Mahngeschichte innerhalb des Betriebs
erledigt wird darf es sogar nur Porto kosten, hab die Geschichte schon
durch, ich hab mal ein Betrag zurückgebucht weil der kein Betreff hatte,
dummerweise war das DSL + Handy der Spaß sollte dann 2 x 12€ kosten
trotz kombinierter Mahnung, aber effektiv gesehen lohnt es sich nicht
dagegen vorzugehen es seiden man hat sehr viel zeit, zudem muss mann
auch nachweisen das die Mahnung vom Anbieter verschickt wurde das ist
manchmal nicht so leicht wen die Mahnabteilung irgendeinen Anwalt mit
eigener Kennung benutzt, und wen man sich wehrt hat man zusätzlich noch
eine menge Ärger mit Inkasso und co. meist geben die erst auf wen mann
den genügend Zeit gekostet hat.
Aha. Kannst Du das mal meiner kranken Kasse erklären? Da gibts bei 5
Tagen Verzug 3 Eur Säumniszuschlag, und zusätzlich 2 Eur Mahnkosten.
Natürlich alles gesetzlich legitimiert.
Wenn ich meinen Kunden bei 5 Tagen Verzug sofort ne kostenpflichtige
Mahnung schicken würde, wäre ich aber sowas von beliebt. Aber die
kranken Kassen können sich das leisten...
Hm hab da mit meiner Krankenkasse keine Probs., hab das grundsätzlich
das die 3-6 Monate für ne Befreiung brauchen, nach der Beantragung zahle
ich nichts mehr d.h. Arzt, KH-Rechnungen schicke ich denen dann direkt
bekomme auch regelmässig dann Mahnungen vom KH, aber die Krankenkasse
zahlt dann alles wen die Befreiung durch ist nur halt jedesmal mit dem
3-6 Monats Versatz nervt etwas, ist aber Problemlos hab auch noch nie
die angekündigten Mahngebühren zahlen müssen.
Timm Thaler schrieb:> kranken Kassen können sich das leisten...
Die zeigen dich sogar an wenn du nicht löhnst.
Timm Thaler schrieb:> Die Menschheit hat nicht umsonst irgendwann die Arbeitsteilung erfunden.
Und die Verteilung des Sozialprodukts, ungleichmäßig versteht sich,
damit die geistige Elite am meisten absahnen können.
> Man kann nicht alles selbst können.
Die Grenzen sind nur in der Kraft und der Schöpfungshöhe wie auch dem
Intelligenzgrad des Geistes begrenzt(Geld natürlich auch, denn ohne
geht auch vieles nichts).
Wilhelm Ferkes schrieb:> ...waren.
Ja, "WAREN" und vieles verlernt haben.
Michael S. schrieb:> Die zeigen dich sogar an wenn du nicht löhnst.
Wegen was sollen die jemanden anzeigen? Wegen nichteinhaltung eines
Vertrages? Was evtl. funktionieren könnte, wäre eine Vollstreckung der
Beiträge.
Michael S. schrieb:> Timm Thaler schrieb:>> Die Menschheit hat nicht umsonst irgendwann die Arbeitsteilung erfunden.> Und die Verteilung des Sozialprodukts, ungleichmäßig versteht sich,> damit die geistige Elite am meisten absahnen können
Was hat denn bitteschön die geistige Elite mit Geld zutun? Oder was ist
deiner Meinung nach die geistige Elite? Sind es die Doktoren und
Professoren? Oder sind es die Führungskräfte der Fortune 500? Oder ist
es z.B. ein budistischer Mönch, der 24h am Tag mit Meditieren
beschäftigt ist und vor der "spontanen verdampfung" aka Erleuchtung
steht?
Dimitri Roschkowski schrieb:> Wegen was sollen die jemanden anzeigen?
Wegen dem Versäumnis Pflichtbeiträge an die Krankenkasse abzuführen.
Hatte da mal jemanden kennengelernt der dafür drei Monate auf
Bewährung bekommen hat. Gepfändet wird trotzdem.
Dimitri Roschkowski schrieb:> Was hat denn bitteschön die geistige Elite mit Geld zutun?
Meinste die meisten Leute studieren nur wegen der beruflichen
Aussichten einen interessanten Job auszuüben? Ne, weil es da
die meiste Kohle bei angenehmen Arbeitsbedingungen zu verdienen
gibt, ist doch klar. Stell dir mal vor alle würden das gleiche
verdienen, sowohl Arbeiter wie Akademiker. Meinste, dann würden
so viele ein mehrere Jahre dauerndes Studium über sich ergehen
lassen, nur um Weisheit zu erlangen?
K. J. schrieb:> das ist> manchmal nicht so leicht wen die Mahnabteilung irgendeinen Anwalt mit> eigener Kennung benutzt, und wen man sich wehrt hat man zusätzlich noch> eine menge Ärger mit Inkasso und co. meist geben die erst auf wen mann> den genügend Zeit gekostet hat.
Oft hilft die Verbraucherzentrale, um den Dingen ein Ende zu setzen. Das
ist besser als irgend ein Anwalt, und wenn man auch
Rechtsschutzversicherung hat. Denn die Verbraucherzentrale, und dort
bekannt zu werden, das scheuen viele wie die Pest. Man könnte ja in die
Verbraucherwarnungen auf der Homepage kommen. Mir half das schon einmal,
um ein hartnäckiges Inkasso-Büro sofort los zu werden. Auch ein Zeichen,
daß deren Aktionen unrechtmäßig waren. Die Verbraucherzentrale hatte zu
diesem Unternehmen schon einen dicken Ordner an Akten.
Wilhelm Ferkes schrieb:> K. J. schrieb:> Oft hilft die Verbraucherzentrale, um den Dingen ein Ende zu setzen. Das> ist besser als irgend ein Anwalt, und wenn man auch> Rechtsschutzversicherung hat. Denn die Verbraucherzentrale, und dort> bekannt zu werden, das scheuen viele wie die Pest. Man könnte ja in die> Verbraucherwarnungen auf der Homepage kommen. Mir half das schon einmal,> um ein hartnäckiges Inkasso-Büro sofort los zu werden. Auch ein Zeichen,> daß deren Aktionen unrechtmäßig waren. Die Verbraucherzentrale hatte zu> diesem Unternehmen schon einen dicken Ordner an Akten.
Muss man bei der Verbraucherzentrale nicht pauschal 10€ löhnen, damit
die den Fall weiterverfolgen?
Daniel C. schrieb:> Muss man bei der Verbraucherzentrale nicht pauschal 10€ löhnen, damit> die den Fall weiterverfolgen?
Ja klar. Für Hosenknöpfe macht niemand was.
In meinem Fall waren es mal 20€, und die beinhalteten auch schon ein
Anwaltsschreiben aus deren Rechtsabteilung an einen Gegner.