Hallo,
ich stehe vor einem Projekt, wozu ich aufgrund der Anforderungen auf
den ATMega64 im TQFP64-Gehäuse zurückgreifen muss. Allerdings habe ich
weder Erfahrung mit dem Ätzen noch mit dem löten soch "komplizierter"
Bauformen. Meine Fragen wären da:
Ist es mit konventionellen Mitteln (Selbstbaubelichter,
Selbstbauätzmaschine, HP Tintenstrahldrucker) möglich so feine
Strukturen auf eine Leiterplatte zu bringen ?
Wie löte ich am besten ? Lötpaste oder doch feines Zinn ?
Welchen Lötkolben sollte ich dafür benutzen ( aus dem Reichelt-Programm
) - Ersa oder Weller ist mir egal ... ich glaube aber nur die Ersa haben
die gang feinen Lötspitzen ???
Danke ...
Moin,
melde dich 'mal bei
http://www.avrfreaks.net
an. Die haben eine Anleitung für das Löten. Das Ätzen halte ich für die
Grenze des mit Hobbymitteln machbaren. Mag noch gehen, aber Lötstop wäre
schon schön.
Hallo Chris,
es ist problemlos möglich mit deinen genannten Mitteln solche
Strukturen zu erzeugen, selbst noch kleinere sind machbar.
Ich habe bisher immer mit 0.5mm Lötzinn gearbeitet, funktioniert
eigentlich ganz gut. Beim ersten mal wird es dir zwar nicht gelingen,
alle Pins ohne Kurzschlüsse zu verlöten. Deswegen aber keine Panik,
einfach löten und später die Stellen nochmal erwärmen an denen die
Kurzschlüsse sind und dann die Platine hochkant kräftig auf den Tisch
schlagen. Kannst auch ne Nadel nehmen, funktioniert Prima.
Ich benutze eine Ersa Lötstation mit der Spitze 832SD (0.8mm), wenns
ganz klein wird, nehm ich die 832UD (0.4mm). Damit hat bisher alles
prima geklappt.
Ich würde empfehlen, die Leiterplatte vorher mit Lötlack einzusprühen.
Das ist ein Flussmittel und Schutzlack zugleich und ich finde, daß
dadurch das Löten gerade von feinen Strukturen einfacher geht.
Gruß
Thorsten
Ein Tipp zum Lötkolben: Es reicht ein billiger kleiner
Niedervoltlötkolben. Von diesem Lötkolben einfach die Lötkolbenspitze
so zurechtfeilen, dass ca. die von Thorsten genannte Abmessung entsteht
(kann auch ein langgezogener Spitzkegel ohne Abrundung sein).
MfG
Wolfgang
mhh ... also an Lötstopp wage ich mich ja eigentlich noch nicht so ganz
ran ...
denke mal ich nehme mir ein altes Motherboard und übe erst einmal ne
Runde bevor ich mir den MEGA 64 zerstöre - oder noch besser: löte mir
Teile von altem Motherboard runter und ätze mir dazu ne Testplatine und
löte ...
Gibt es irgendwo eine für jeden zugängliche Artbeitsanleistung zum
Arbeiten mit Lötpaste ? Wenn nicht muss ich mich eben doch mal an
avrfreaks wenden ...
Grüße
Chris
Moin Chris,
ich würd' das nicht mit Lötpaste machen. Ich löte ganz normal mit
breiter Spitze. Dabei gibt's massig Brücken. Diese lassen sich aber
anschließend einfach mit Entlötlitze und viel Kolophonium wieder
entfernen.
Gruß
Einhart
Hi,
mein erstes! smd, das ich geloetet habe, war ein TQFP-80 mit 0,65mm
pitch(alo nochmal 0.15mm kleiner als die ATMega). Das gin unter
zuhilfenahme von einfachem 0,5mm loetzinn, einers slebstgeaatzten
platine, einer 0,8mm weller spitze und reichlichem einsatz von
entloetlitze absolut problemlos.
Gruß Tobias
Bei einem MSP430 mit 0,5mm Raster geht es mit kleiner Lötspitze,
ausreichend Löttinktur (Kolophonium in Spiritus gelöst) ruhiger Hand,
evtl. Lupe für die älteren Semester, auch ohne Entlötlitze, indem man
mit wenig Lot Beinchen für Beinchen einzeln lötet. Entlötlitze nur in
Notfall, wenn doch mal eine Brücke entstanden ist. Hätte nie gedacht,
dass man so kleine Abstände beherrschen könnte. Ein bisschen Üben kann
niemals schaden.
MfG
Wolfgang
???????
Sorry für die vielen Fragezeichen aber das alles höhrt sich an als ob
ihr bei TQFP jedes Beinchen einzeln lötet.
Warum so kompliziert ?
Ich brauche dafür nur :
Holspitze (Kegelförmig,Spitze Schräg geschnitten und in der Schräge
eine Kugelförmige Einbuchtung) die es für fast alle Lötsysteme gibt
(Kostet auch nicht wesentlich mehr als Standardspitzen.
Lot (Logisch oder ?) wobei es latte ist ob 1 , 0.5 oder 0.26 mm denn
hier wird für jede Seite global Dosiert.
Ein Fläschchen Flussmittel (Fluxxer).
Keine angst soviel brauchen wir nicht aber immer gut wenn man es hat.
Etwas Entlötlitze.
Alkohol und Pinsel (Ich hab beb Kunststofflschen mit Pinselspitze.Recht
praktisch) zum anschließenden Reinigen der Platine.
Is also kein Material was irgendwie ungewöhnlich ist.
Und schon gehts los.
Chip Positionieren und mit etwas lot an der Spitze an 2 Ecken
"ankleben"
(Muß absolut nicht schön sein sondern nur für den Momment halten)
Paranoiker machen auch noch an den andeen Ecken "Fest"
Dann wird einfach etwas Lot auf die Flanke aufgetragen und unter
Mithilfe des Fluxxers mit der Hohlspitze verteilt.
Zum schluß zieht man das überschüssige Lot auf eine Seite und entfernt
sie mit Lötlitze falls dier Holspitze nicht schon alles aufgenommen hat
(Das Händchen für die Dosierung kommt mit der Zeit)
Eine alternative ist die Holspitze mit Sauglitze zu "leeren" um
überschuß loszuwerden.
Das Ganze auf allen Seiten wiederholen und nicht mit dem Flußer
Geizen.
Ich hab dafür nen Fläschchen mit ner Gebogenen Spritzennadel.
Am Ende auf eventuelle Brücken überprüfen und eventuell korrigieren
(Einfach nochmal über die Seite gehen).
Wenn alles ok ist und alle Beinchen Angelötet sind siehts um den Chip
natürlich aus als ob da einer seinen Müll hinterlassen hätte.
Beim Fluxxer sind es Weiße Rückstände und vieleicht etwas
Flußmittelreste.
Jetzt kommt der Alkohol mit dem Pinsel zum Einsatz.
Da wird erstmal alles aufgelöst und anschließend mit weiterem Alk.
Weggespült.
Das Ergebnis ist eine Saubere Platine und ein sauber verlöteter Chip.
Dafür braucht man kein Ruhiges Händchen (Entwarnung an die Tattrigen
und Säufer '-) ) und unter der Lupe Löten ist auch nicht.
Die Lupe braucht man nur für die nachkontrolle.
Zeit ?
Ich brauche ,wenn ich es gemütlich mache,knapp unter 8 Minuten für
einen 64er (Die Größe spielt da eigentlich keine Rolle denn die
Handgriffe sind gleich).
Ne Einzellötung unter Lupe stelle ich mir jedenfalls extreem stressig
und Zeitraubend vor.
Ich sagte ja: "wenn ich es gemütlich mache"
Gemütlich heißt bei mir mit Kaffee,Kippe,und vieleicht noch etwas
Skypen ;)
Reinhauen tu ich nur im Notfall oder auffer Arbeit denn da werdich
dafür auch bezahlt. '-)
2 Minuten ist aber recht Flott.
Du könntest damit an nem Wettbewerb teilnehmen.
Auf die Gefahr hin jetzt doof angesehen zu werden, hier mal meine
Methode:
Hab mit von nem Bekannten eine Schablone zum Loetpaste auftragen machen
lassen. Paste n bissl erwaermen, damit sie nicht mehr ganz so
knochanhart ist und mit Hilfe der Schablone auftragen. TQFP aufsetzen
und leicht andruecken, nur damit er nicht verrutscht. Das ganze in
einen Minibackofen mit Oberhitze. Den Rest kann sich jeder Denken.
Bevor jetzt das grosse Rumgeschrei losgeht: Es wurden so schon um die
30 Atmega16 geloetet, von denen bisher keiner Ausfallerscheinungen
zeigt. Im Anhang mal ein Bild des Resultats.
MfG
Ja so ähnlich wird es in der Industrie ja auch gemacht. Man muß sich nur
mit dem Gedanken anfreunden, daß ein bisschen Hitze den Bauteilen
absolut nichts aus macht.
Eben,es kommt immer drauf an welche Wärmemengen in welcher Zeit
anstehen.
Die Automaten unterscheiden sich eigentlich nur in dem Umstand das sie
auf Durchsatz und enge Tolleranzen ausgelegt sind.
Wenn man sich nur vernünftig Vorbereitet dann kann man auch BG's
Löten.
Hallo,
kleinen Tipp:
wenn man die Platine kopfüber hält und von unten her mit dem Lötkolben
die Lötpunkte erwärmt, dann fließt das Lötzinn recht schnell auf die
Lötspitze über und die Lötstelle ist sauber.
Hi,
mich würde vor allem mal interessieren, mit welchen Temperaturen ihr
eure Ergebnisse erzielt habt. Bisher sind mir leider zwei ATmega64 wohl
den Hitzetod gestorben und das sowohl mit konventioneller Methode
(Lötkolben, feine Spitze, 390°C <- ist wohl zu heiß) und der
Mini-Backofen-Methode und Lötpaste. Für den Backofen hab ich die
Steuerung von Elektor verwendet.
Keiner der beiden ATmegas lässt sich mit dem JTAG mk II über ISP
ansprechen. Die Backofen-Methode brachte sehr saubere Ergebnisse.
Gruß Benny
Ich löte sowas immer sehr komfortabel unter dem Binokular. Da klappt
fast jede Lötstelle auf Anhieb. Die Platine erstelle ich mit dem
Tonertransfer-
verfahren. Dies wird möglicherweise nicht auf Anhieb funktionieren.
Moin, zur Frage der Temperatur: ich löte sowas mit 400°C - bisher keine
Hitzetoten Chips..
Ich empfehle lieber etwas wärmer und dafür schneller löten, als zu kalt
und dafür länger.. Durch Wärmeträgheit gelangt im Endeffekt mehr Wärme
in den IC als bei kurz und heiß.
Weller Lötstation und eine "Gull Wing" Spitze, sie ist gebogen und hält
durch Ihre grosse Oberfläche dass Zinn bei sich -> nie Brücken.
Nur ein wenig Kolo-Paste auf den Pins verteilen ;)
So hab ich es bei meine früheren AG immer gemacht.
Anselm
p.S.: Dein Hitzetot kommt sehr warscheinlich durch zu langes
"herumfrickeln" an einzelnen Pins - besser schnell mit ein wenig
Flußmittel arbeiten.
pp.S.: Kolopaste Nr.8 -> Google ;)
Hallo
Hat es von euch schon mal wer mit einer Industreiplattine und nem TQFP
100 ausprobiert das sind ja nur noch 0,2mm Abstände....
Also wenn ich es spasseshalber mal nur drucke kann man das kaum noch
erkennen....
MFG
Hallo Christoph,
ich hatte auch überlegt ob das noch für mich machbar ist und ob ich
damit nicht ganz viele Fehlstellen bekomme und alles voller Zinn-Brücken
ist.
Schau mal hier:
Beitrag "Re: Erfahrungen mit der Toner-Transfer-Methode"
Obwohl ich keine große Lötbegabung habe ist mir das trotzdem gelungen.
Es gab bei mir höchstens ein paar Brücken zwischen den Leiterbahnen weil
meine Löttemperatur recht niedrig ist und das Lötzinn deshalb recht zäh
ist.
Das ausrichten des Bauteils ist nicht ganz so einfach, am besten wäre es
wenn man etwas mechanisches hätte was das Bauteil auf die Platine drückt
und man selbst schiebt nur noch etwas von den Seiten.