Forum: Offtopic Zwei einfache Fragen zur Relativitätstheorie.


von Michael K. (charles_b)


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1. Ein Teilchenbeschleuniger stehe auf einer Waage mit Zuwiegefunktion. 
Nun werden Teilchen in Richtung c beschleunigt, wodurch die Teilchen 
eine relativistische Massenzunahme erfahren. Nehmen wir an, die Teilchen 
werden waagrecht auf einer Kreisbahn gehalten.

Wird nun der auf der Waage stehende Beschleuniger auch "schwerer"?

2. Ein Terrorist habe eine Bombe mit 1 kg Sprengstoff gebaut, die von 
einer Rakete auf so hohe Geschwindigkeit gebracht wurde, dass die 
relativistische Masse nun bei 2 kg liegt (statt Ruhemasse 1 kg)

Nun explodiert die Bombe. Ist der Knall jetzt doppelt so stark wie bei 1 
kg?

von Michael H. (michael_h45)


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Michael K-punkt schrieb:
> Wird nun der auf der Waage stehende Beschleuniger auch "schwerer"?
Ja. Nachdem es keine Kraft von "Außen" (Bezugssystem Waage) ist, das die 
Teilchen auf ihrer Bahn hält, sondern eine vom Beschleuniger 
aufgebrachte Kraft, muss er der höheren Gewichtskraft auch 
entgegenwirken.

Stell dir eine verstellbare Feder auf einem Sockel vor, auf der eine 
Kugel sitzt. Wenn du das ganze in der Hand hältst, während du mit 
Lichtgeschwindikeit radelst, wird die Kugel schwerer. Die Feder wird 
zwar in ihrer Härte verstellt, sodass die Kugel immer auf der selben 
Höhe bleibt, aber trotzdem wird sie ja schwerer.

> Nun explodiert die Bombe. Ist der Knall jetzt doppelt so stark wie bei 1
> kg?
Für jemanden, der neben dem Terrorist mit Lichtgeschwindigkeit herläuft, 
nicht.
Für jemanden, der steht, während der Terrorist mit Lichtgeschwindigkeit 
vorbeiläuft, schon.

von Purzel H. (hacky)


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Zu punkt 2. Die Beschleunigung der Masse auf eine Geschwindigkeit, 
sodass sich die Masse verdoppelt, benoetigt soviel Energie dass die 
Bombe nur schon aufgrund der kinetischen Energie einen groesseren Krater 
verursacht.
Ich schaetze mal, die Geschwindigkeit wird um einiges groesser wie die 
Geschwindigkeit eines Meteoriten sein. Ein Meteorit wird etwas schneller 
wie die Erde sein, also lumpge 30km/s. Die Bombe ist einiges schneller, 
vielleicht ein Drittel Lichtgeschwindigkeit, Faktor 10000. Ist aber eine 
reine Schaetzung, ich hab die Formel grad nicht zur Hand.

Ich wuerd mal schaetzen nur schon von der kinetischen Energie ist eine 
kleinere Stadt weg. Bei einer atombombe werden ein Prozent der Masse in 
energie umgesetzt, und hier sprechen wir von 1kg, das umgesetzt wird.

Ich werd's dann mal nachrechnen...

von Michael H. (michael_h45)


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Michael H. schrieb:
>> Nun explodiert die Bombe. Ist der Knall jetzt doppelt so stark wie bei 1
>> kg?
> Für jemanden, der neben dem Terrorist mit Lichtgeschwindigkeit herläuft,
> nicht.
> Für jemanden, der steht, während der Terrorist mit Lichtgeschwindigkeit
> vorbeiläuft, schon.
Ich hab dabei vom Schall des Knalls gesprochen.

Wenn du auf Explosionswirkung raus willst, hat hacky völlig recht.

von Michael K. (charles_b)


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Delta Oschi schrieb:
> Zu punkt 2. Die Beschleunigung der Masse auf eine Geschwindigkeit,
> sodass sich die Masse verdoppelt, benoetigt soviel Energie dass die
> Bombe nur schon aufgrund der kinetischen Energie einen groesseren Krater
> verursacht.
> Ich schaetze mal, die Geschwindigkeit wird um einiges groesser wie die
> Geschwindigkeit eines Meteoriten sein. Ein Meteorit wird etwas schneller
> wie die Erde sein, also lumpge 30km/s. Die Bombe ist einiges schneller,
> vielleicht ein Drittel Lichtgeschwindigkeit, Faktor 10000. Ist aber eine
> reine Schaetzung, ich hab die Formel grad nicht zur Hand.
>
> Ich wuerd mal schaetzen nur schon von der kinetischen Energie ist eine
> kleinere Stadt weg. Bei einer atombombe werden ein Prozent der Masse in
> energie umgesetzt, und hier sprechen wir von 1kg, das umgesetzt wird.
>
> Ich werd's dann mal nachrechnen...

Anmerkung: Dass es sich um ein Gedankenexperiment handelt sollte 
eigentlich klar sein.

Die Geschwindigkeit kann man leicht ausrechnen, den Lorentz-Faktor 
sollte man eigentlich genauso kenne wie die Nummer der Auskunft.

Die Schätzung, wie groß der Schaden ist, ist rührend, hilft hier aber 
wenig bei der eigentlichen Frage weiter.

von Michael K. (charles_b)


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Michael H. schrieb:
un explodiert die Bombe. Ist der Knall jetzt doppelt so stark wie bei 1
>> kg?
> Für jemanden, der neben dem Terrorist mit Lichtgeschwindigkeit herläuft,
> nicht.
> Für jemanden, der steht, während der Terrorist mit Lichtgeschwindigkeit
> vorbeiläuft, schon.

Ereignisse sind aber immer gleich. Der "Schaden" durch die Bombe sollte 
daher doch auch unabhängig vom Bezugssystem sein.

Wie gesagt, dass die kinetische Energie größer wird ist klar, aber was 
tut sich mit der chemischen Energie bei der Explosion selber?

von Michael K. (charles_b)


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Michael H. schrieb:

> Stell dir eine verstellbare Feder auf einem Sockel vor, auf der eine
> Kugel sitzt. Wenn du das ganze in der Hand hältst, während du mit
> Lichtgeschwindikeit radelst, wird die Kugel schwerer. Die Feder wird
> zwar in ihrer Härte verstellt, sodass die Kugel immer auf der selben
> Höhe bleibt, aber trotzdem wird sie ja schwerer.

Nur zum Verständis: Warum muss die Feder verstellbar sein? Könnte ich 
nicht die Kugel an eine Feder dranhängen und bei steigender 
Geschwindigkeit wird die Masse und damit die Auslenkung größer?

Andererseits: Sollte die Massenzunahme nicht auch der Richtung der 
Geschwindigkeit abhängig sein?

So dass es also wg. vx, vy und vz auch ein mx, ein my und ein mz gibt?

Versuch wäre da einfach: legt ein elektrisches Feld senkrecht zum 
Magnetfeld an. Wenn die Masse in Richtung des elektrischen Feldes 
zunimmt (also senkrecht zur Bewegunsrichtung), dann müsste auch die 
Auslenkung in E-Feld-Richtung geringer ausfallen.

von Michael H. (michael_h45)


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Michael K-punkt schrieb:
> Warum muss die Feder verstellbar sein?
Nur für eine bessere Analogie zum Magnetic Containment im Beschleuniger.

von Purzel H. (hacky)


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>Die Geschwindigkeit kann man leicht ausrechnen, den Lorentz-Faktor
sollte man eigentlich genauso kenne wie die Nummer der Auskunft.

Ist kein Faktor. Mein Abschluss ist 20 Jahre her. irgendwas mit beta = 
v/c und dann noch eine nichtlineare Funktion.

von Michael H. (michael_h45)


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Michael K-punkt schrieb:
> Andererseits: Sollte die Massenzunahme nicht auch der Richtung der
> Geschwindigkeit abhängig sein?
Nein, das ist keine gerichtete Größe.

von Jonny O. (-geo-)


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Wie sieht es mit einer Atombombe aus? Nehmen wir an, wie haben eine 
Bombe, die 100 Gramm Materie in Energie umwandelt. Was passiert, wenn 
die Bombe durch die Geschwindigkeit nun doppelt so schwer wird und dann 
explodiert?

von Michael K. (charles_b)


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Delta Oschi schrieb:
>>Die Geschwindigkeit kann man leicht ausrechnen, den Lorentz-Faktor
> sollte man eigentlich genauso kenne wie die Nummer der Auskunft.
>
> Ist kein Faktor. Mein Abschluss ist 20 Jahre her. irgendwas mit beta =
> v/c und dann noch eine nichtlineare Funktion.

Guggst du:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lorentzfaktor

von Michael K. (charles_b)


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Jonny Obivan schrieb:
> Wie sieht es mit einer Atombombe aus? Nehmen wir an, wie haben eine
> Bombe, die 100 Gramm Materie in Energie umwandelt. Was passiert, wenn
> die Bombe durch die Geschwindigkeit nun doppelt so schwer wird und dann
> explodiert?

Ja, das war genau meine Frage.

von J.-u. G. (juwe)


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Michael H. schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>> Wird nun der auf der Waage stehende Beschleuniger auch "schwerer"?
> Ja. Nachdem es keine Kraft von "Außen" (Bezugssystem Waage) ist, das die
> Teilchen auf ihrer Bahn hält, sondern eine vom Beschleuniger
> aufgebrachte Kraft, muss er der höheren Gewichtskraft auch
> entgegenwirken.

Vorsicht. Das hängt davon ab, ob der Beschleuniger von außen mit Energie 
versorgt wird, oder mitsamt Energiespeicher auf der Waage steht. Das hat 
Michael K. nicht klar definiert. Für den Fall, dass der Beschleuniger 
sich mit Akkus oder ähnlichem selbst versorgen muss, wird er nicht 
schwerer werden, da der Massenzunahme der Teilchen eine äquivalente 
Energieentnahme aus dem Speicher entgegensteht. Im Falle eines 
Kreisbeschleunigers gibt es zusätzlich noch Strahlungsverluste gibt 
(Synchrotronstrahlung), so dass mit einer abnehmenden Masse des Systems 
zu rechnen ist.

von Karl H. (kbuchegg)


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Jonny Obivan schrieb:
> Wie sieht es mit einer Atombombe aus? Nehmen wir an, wie haben eine
> Bombe, die 100 Gramm Materie in Energie umwandelt. Was passiert, wenn
> die Bombe durch die Geschwindigkeit nun doppelt so schwer wird und dann
> explodiert?

Ich denke, dass es deswegen keinen Unterschied gibt.
Die zusätzliche Masse ist ja nicht in Form von neuen Atomen vorhanden 
sondern manifestiert sich in einem "Energieinhalt" der Teilchen.
Wieviel Energie aber durch die Kernreaktion frei wird, hängt von der 
Differenz der Ruhemassen der Ausgangs- und Endprodukte ab.
Explodiert die Bombe dann teilt sich diese zusätzliche 
Masse_durch_Geschwindigkeit einfach auf die Reaktionsprodukte auf.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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@ juwe
oh werden deine Batterien beim aufladen schwerer?

dannhast du ja einen Kalte Masse Energietransformation gefunden 
Glückwunsch der nobelpreis winkt.

Imho glaubte ich Akkus speichern die Energie in chem. Bindungsenergie, 
da war ich wohl nicht en vogue .

Namaste

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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mist KH war schneller

von Michael K. (charles_b)


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J.-u. G. schrieb:
> Michael H. schrieb:
>> Michael K-punkt schrieb:
>>> Wird nun der auf der Waage stehende Beschleuniger auch "schwerer"?
>> Ja. Nachdem es keine Kraft von "Außen" (Bezugssystem Waage) ist, das die
>> Teilchen auf ihrer Bahn hält, sondern eine vom Beschleuniger
>> aufgebrachte Kraft, muss er der höheren Gewichtskraft auch
>> entgegenwirken.
>
> Vorsicht. Das hängt davon ab, ob der Beschleuniger von außen mit Energie
> versorgt wird, oder mitsamt Energiespeicher auf der Waage steht. Das hat
> Michael K. nicht klar definiert. Für den Fall, dass der Beschleuniger
> sich mit Akkus oder ähnlichem selbst versorgen muss, wird er nicht
> schwerer werden, da der Massenzunahme der Teilchen eine äquivalente
> Energieentnahme aus dem Speicher entgegensteht. Im Falle eines
> Kreisbeschleunigers gibt es zusätzlich noch Strahlungsverluste gibt
> (Synchrotronstrahlung), so dass mit einer abnehmenden Masse des Systems
> zu rechnen ist.

Sehr genaue Betrachtung. Tatsächlich steht die Energiezufuhr erst mal 
außen vor (mein Vorschlag für die nächsten Überlegungen). Dass auf der 
anderen Seite ggf. die Batterie leichter wird kann man ja dann extra 
diskutieren.

Immerhin sind wir ja schon so weit, das Postulat nix > c mit E=mc² 
verbinden.

Nochmal zur Massenzunahme im Speicherring selber also.

Man könnte die eingesetzte Energie dazu verwenden, ein recht 
massereiches Teilchen auf eine eher laue Geschwindigkeit zu 
beschleunigen. Oder eben dazu, ein leichtes Elektron auf fast c.

Wäre dann nicht der eingesetzte Energiebetrag jeweils gleich und nur in 
einem Fall hätten wir es mit einer Massenzunahme zu tun, im anderen Fall 
einfach mit einer Geschwindigkeitszunahme?

Natürlich gibt es auch bei kleineren v ne Massenzunahme. Ich rechne mal 
nach, ob die Massenzunahme ABSOLUT bei dem langsameren Ion nicht ähnlich 
groß st wie beim Elektron.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Michael K-punkt schrieb:
> Dass auf der  anderen Seite ggf. die Batterie leichter wird kann man ja
> dann extra diskutieren.

...und du hälst das für sinnvoll diskutabel, oder rein hypothetisch?

von J.-u. G. (juwe)


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Winfried J. schrieb:
> oh werden deine Batterien beim aufladen schwerer?

Ja selbstverständlich.

> dannhast du ja einen Kalte Masse Energietransformation gefunden
> Glückwunsch der nobelpreis winkt.

Nennt sich Äquivalenzprinip von Energie und Masse und ist ist schon 
etwas länger bekant, als es mich gibt.

> Imho glaubte ich Akkus speichern die Energie in chem. Bindungsenergie,
> da war ich wohl nicht en vogue .

Das Masse-Energie-Äquivalenz gilt füe alle Energieformen, natürlich auch 
für chemische.

Winfried J. schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>> Dass auf der  anderen Seite ggf. die Batterie leichter wird kann man ja
>> dann extra diskutieren.
>
> ...und du hälst das für sinnvoll diskutabel, oder rein hypothetisch?

Das ist eigentlich nicht diskutabel, sondern sollte eine anerkannte 
Prämisse für unsere Diskussion sein.

von Michael K. (charles_b)


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J.-u. G. schrieb:

> Winfried J. schrieb:
>> Michael K-punkt schrieb:
>>> Dass auf der  anderen Seite ggf. die Batterie leichter wird kann man ja
>>> dann extra diskutieren.
>>
>> ...und du hälst das für sinnvoll diskutabel, oder rein hypothetisch?
>
> Das ist eigentlich nicht diskutabel, sondern sollte eine anerkannte
> Prämisse für unsere Diskussion sein.

Mich würde halt erst mal der Effekt auf die Waage interessieren. Wenn 
ich sage "na, das wird sich ja dann alles ausgleichen" pinsele ich ja 
die ursprüngliche Frage nur zu und schließe die Akten. Dann erübrigt 
sich die Frage und ich finde halt was sich IM System abspielt 
interessant.

von Michael H. (michael_h45)


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J.-u. G. schrieb:
> Winfried J. schrieb:
>> oh werden deine Batterien beim aufladen schwerer?
>
> Ja selbstverständlich.
>
>> dannhast du ja einen Kalte Masse Energietransformation gefunden
>> Glückwunsch der nobelpreis winkt.
>
> Nennt sich Äquivalenzprinip von Energie und Masse und ist ist schon
> etwas länger bekant, als es mich gibt.

LOL
nein, das "nennt sich" garantiert nicht so. da hast du was grundlegend 
missverstanden.

von J.-u. G. (juwe)


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Michael K-punkt schrieb:
> Mich würde halt erst mal der Effekt auf die Waage interessieren. Wenn
> ich sage "na, das wird sich ja dann alles ausgleichen" pinsele ich ja
> die ursprüngliche Frage nur zu und schließe die Akten. Dann erübrigt
> sich die Frage und ich finde halt was sich IM System abspielt
> interessant.

Na ja, das hängt letzendlich davon ab, wie das System genau definiert 
wird. Ein abgeschlossenes System, bei dem keinerlei Materie- und 
Energieaustausch (also auch keine elektromagnetische Wärme- oder 
Synchrtronstrahlung) erlaubt ist, ändert natürlich seine Masse nicht, 
egal was in dem System veranstaltet wird.

Wenn Du das System als nicht komplett abgeschlossen definierst, muss 
eine Bilanz aller erlaubten ein- und ausgehenden Materie- und 
Energieströme erstellt werden.

von Michael H. (michael_h45)


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Michael H. schrieb:
>> Nennt sich Äquivalenzprinip von Energie und Masse und ist ist schon
>> etwas länger bekant, als es mich gibt.
>
> LOL
> nein, das "nennt sich" garantiert nicht so. da hast du was grundlegend
> missverstanden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Äquivalenz_von_Masse_und_Energie

Beitrag "Ist ein geladener Akku schwerer als ein ungeladener??"

von Michael K. (charles_b)


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J.-u. G. schrieb:

> Na ja, das hängt letzendlich davon ab, wie das System genau definiert
> wird. Ein abgeschlossenes System, bei dem keinerlei Materie- und
> Energieaustausch (also auch keine elektromagnetische Wärme- oder
> Synchrtronstrahlung) erlaubt ist, ändert natürlich seine Masse nicht,
> egal was in dem System veranstaltet wird.

Nun ja, die Masse der kreisenden Elektronen hat sich ja aufgrund der 
enormen Geschwindigkeit stark vergrößert. Und das könnte ja Auswirkung 
auf die Waage haben, auf der die Apparatur steht.

Das würde mich interessieren.

von J.-u. G. (juwe)


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Michael H. schrieb:
> Michael H. schrieb:
>>> Nennt sich Äquivalenzprinip von Energie und Masse und ist ist schon
>>> etwas länger bekant, als es mich gibt.
>>
>> LOL
>> nein, das "nennt sich" garantiert nicht so. da hast du was grundlegend
>> missverstanden.
>
> http://de.wikipedia.org/wiki/Äquivalenz_von_Masse_und_Energie

Erst meinst Du ich hätte etwas grundlegend missverstanden und dann 
postest Du einen Link in dem es heisst:
___
"E=mc2
Diese einfache Formel hat weitreichende Konsequenzen. So folgt aus ihr, 
dass die Bindungsenergie eines Systems selbst zur Masse beiträgt."
___

In der Kernphysik ist dieser Effekt als Massendefekt bekannt. Auf 
atomarer und molekularer Ebene, als bei der von Winfried angeführten 
chemischen Bindung, gibt es diesen Effekt auch. Selbstverständlich um 
Größenordnungen kleiner.

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Auf der chemischen Eebene gibt es definitiv keinen Massedefekt, da sich 
die Elemntarteilchen nicht umwandeln sondern lediglich ihre Position 
verändern.
Siehe Massenerhaltungsgesetz (nicht wikipedia)

Für eine Masse-Energie Transformation ist eine Teilchenumwandlung aber 
zwingend erforderlich.

Photonenabstrahlungen infolge Chemischer Reaktionen sind 
Elementarphysikalische Vorgänge und haben damit nur indirekt zu tun, um 
der Frage gleich vorzubeugen.

Namaste

von Kara B. (Firma: ...) (karabenemsi)


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>Auf der chemischen Eebene gibt es definitiv keinen Massedefekt,

Ganz so einfach scheint die Sache nicht zu sein:

http://de.wikipedia.org/wiki/Relativistischer_Effekt

von J.-u. G. (juwe)


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> Für eine Masse-Energie Transformation ist eine Teilchenumwandlung aber
> zwingend erforderlich.

Beim Massendefekt in der Kernphysik gibt es auch keine 
Teilchenumwandlung. Also kann die schonmal keine zwingende Voraussetzung 
sein.

> Auf der chemischen Eebene gibt es definitiv keinen Massedefekt, da sich
> die Elemntarteilchen nicht umwandeln sondern lediglich ihre Position
> verändern.
> Siehe Massenerhaltungsgesetz (nicht wikipedia)

Was stört Dich an Wikipedia? Das dort steht:
"Ein solcher Massendefekt tritt auch bei jeder chemischen Reaktion unter 
Energieabgabe auf, bleibt aber aufgrund der viel kleineren 
Energieumsätze unwägbar klein."

Ansonsten habe ich auf die schnelle noch gefunden:
http://www.kernenergie-wissen.de/pu-batterien.html
"Die relativen Massendefekte Dm/m sind für chemische Reaktionen 
verschwindend klein. Hier wird meist nur die Bindungsenergie der 
chemischen Bindungen im Bereich von einigen (3-5) keV frei. Nach den 
chemischen Reaktionen weisen die radioaktiven Zerfallsprozesse die 
geringsten Massendefekte auf (Dm/m in der Größenordnung von 10-10; 10 
Milliardstel), während der Massenverlust bei Kernfusion und Kernspaltung 
(Dm/m in der Größenordnung von 10-3; Tausendstel) mit einer guten Waage 
bestimmt werden könnte."

Unabhängig davon würde mich mal interessieren, warum die 
Masse-Energie-Äquivalenz, ausgerechnet bei der chemischen 
Bindungsenerfie nicht gelten sollte.

von J.-u. G. (juwe)


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Kara Benemsi schrieb:
> Ganz so einfach scheint die Sache nicht zu sein

Doch, eigentlich ist es einfach. Das Äquivalenzprinzip von Masse und 
Energie schließt keine Energieform aus.

von Kara B. (Firma: ...) (karabenemsi)


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>Doch, eigentlich ist es einfach.

Ich zweifle im Gegenatz zu Winfried nicht daran, daß auch bei chemischen 
Reaktionen das Masse-Energie-Äquivalent gilt.

von Michael H. (michael_h45)


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J.-u. G. schrieb:
> Ansonsten habe ich auf die schnelle noch gefunden:

Das hat aber exakt gar nichts mit der Masse des batteriebetriebenen 
Beschleunigers zu tun...

von J.-u. G. (juwe)


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Kara Benemsi schrieb:
> Ich zweifle im Gegenatz zu Winfried nicht daran, daß auch bei chemischen
> Reaktionen das Masse-Energie-Äquivalent gilt.

Schon klar. Hatte ich auch nicht so verstanden. :)

von J.-u. G. (juwe)


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Michael H. schrieb:
> Das hat aber exakt gar nichts mit der Masse des batteriebetriebenen
> Beschleunigers zu tun...

Wenn in der Batterie die Energie in Form chemischer Bindungsenergie 
gespeichert ist, aber schon.

Eigentlich ist es egal in welcher Form die Energie gespeichert ist. 
Entnimmt man einem Energiespeicher Energie wird er gemäß 
Äquivalenzprinzip leichter. Völlig egal, ob Batterie, Schwungrad, Feder, 
...

von Ottmar K. (wil1)


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Also alles klar e=mc².
Wobei m, e, c, entsprechend umgestellt werden können und daher direkt 
ineinander umwandelbar sind:
Wenn irgendwo, irgendwie eine noch so kleine Menge Energie  aus einem 
System entfernt wird, veringert sich dessen Masse. auch wenn dies 
umessbar gering sein sollte.
Da es in unserem Universum keine ruhende Masse gibt, wird bei jeder 
Veränderung des bestehenden Zustandes Materie zu Energie bzw. bei 
Energiezufuhr Energie zu Masse

Habe ich das richtig verstanden?

von Purzel H. (hacky)


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Wo waren wir stehengeblieben. Die Masse nimmt mit dem Lorentz Faktor zu. 
Bei einem Beschleuniger haben wir Strahlstroeme von uA. Dh die Masse ist 
eher marginal, die Verschwerung, die hier einen hoeheren Faktor hat 
aendert nichts. Die umlaufende Masse wird in den Mikrogramm sein.

Zur Bombe. Eine Verdoppelung der Masse bedeutet 85% 
Lichtgeschwindigkeit. Dann ist die chemische Wirkung, sprich die Bombe, 
vernachlaessigbar gegenueber der kinetischen Energie. Die Bombenwirkung 
verteils sich dann eh ueber eine groessere Strecke. Wenn die Bombe 
waehrend 1ms explodiert, dann hat die Bombe bereits 300km zurueckgelegt. 
dH die Wirkung geht gegen Null.

von J.-u. G. (juwe)


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Delta Oschi schrieb:
> Wo waren wir stehengeblieben. Die Masse nimmt mit dem Lorentz Faktor zu.
> Bei einem Beschleuniger haben wir Strahlstroeme von uA.

DORIS III am DESY HH (ein vergleichsweise kleines Synchrotron) hat hat 
140mA Strahlstrom (ist aber zugegebenermaßen ein Speicherring und kein 
Beschleuniger).
http://doris.desy.de/

> Dh die Masse ist
> eher marginal, die Verschwerung, die hier einen hoeheren Faktor hat
> aendert nichts.

Das stimmt selbstverständlich. Im Vergleich zu Strahlungsverlusten sind 
diese Effekte vernachläßigbar.

von Michael K. (charles_b)


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Delta Oschi schrieb:
> Wo waren wir stehengeblieben. Die Masse nimmt mit dem Lorentz Faktor zu.
> Bei einem Beschleuniger haben wir Strahlstroeme von uA. Dh die Masse ist
> eher marginal, die Verschwerung, die hier einen hoeheren Faktor hat
> aendert nichts. Die umlaufende Masse wird in den Mikrogramm sein.
>
> Zur Bombe. Eine Verdoppelung der Masse bedeutet 85%
> Lichtgeschwindigkeit. Dann ist die chemische Wirkung, sprich die Bombe,
> vernachlaessigbar gegenueber der kinetischen Energie. Die Bombenwirkung
> verteils sich dann eh ueber eine groessere Strecke. Wenn die Bombe
> waehrend 1ms explodiert, dann hat die Bombe bereits 300km zurueckgelegt.
> dH die Wirkung geht gegen Null.

1. Dass die Masse "eher marginal" ist, weiß ich auch. Doch was zeigt die 
Waage an (beliebig genau angenommen). Wird es mehr, weniger oder bleibt 
die Waage gleich.

2. Auch hier zielt es am Thema vorbei, die kinetische Energie 
vorzuschieben. Wer will, kann gerne statt 1 kg die Masse auf 1 ng 
reduzieren - an der Frage ändert sich nichts.

von J.-u. G. (juwe)


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Michael K-punkt schrieb:
> Wird es mehr, weniger oder bleibt
> die Waage gleich.

Im Falle eines eines abgeschlossenen Systems bleibt sie gleich.

Wenn dem Energiespeicher ein Energieäquivalent von 1e-20kg für die 
Beschleinigung  entnommen wird, so wird ein 1000kg schwerer Körper 
derart beschleunigt, dass seine relativistische Massenzunahme 1e-20 kg 
beträgt.

Welcher Geschwindigkeitszunahme das entspricht, bitte ich Dich selbst 
auszurechnen.

Eine Hand voll Elektronen werden mit der gleichen Energiemenge ebenfalls 
so beschleunigt, dass ihre Massenzunahme ebenfalls 10-20kg beträgt. Die 
erforderliche Geschwindigkeitszunahme wird enorm sein.

Die Waage wird in beiden Fällen aber keine Änderung anzeigen.

von Michael K. (charles_b)


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J.-u. G. schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>> Wird es mehr, weniger oder bleibt
>> die Waage gleich.
>
> Im Falle eines eines abgeschlossenen Systems bleibt sie gleich.


Das ganze hat mit dem Thema eines abgeschlossenen Systems doch überhaupt 
nichts zu tun.

Wenn jemand täglich 2 Bier und 2 Bratwürste zuviel isst wird man doch 
auch die Frage stellen: Wird diese Person schwerer werden oder nicht?

Dass die Gewichtszunahme unsers Feinschmeckers einhergeht mit der 
Gewichtsabnahme der geschlachteten Sauen  und unter dem Strich der 
Planet weder leichter noch schwerer wird ist natürlich richtig - doch 
zur Gewichtsproblematik der Person sagt nichts aus.

von J.-u. G. (juwe)


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Michael K-punkt schrieb:
> Wenn jemand täglich 2 Bier und 2 Bratwürste zuviel isst wird man doch
> auch die Frage stellen: Wird diese Person schwerer werden oder nicht?
>
> Dass die Gewichtszunahme unsers Feinschmeckers einhergeht mit der
> Gewichtsabnahme der geschlachteten Sauen  und unter dem Strich der
> Planet weder leichter noch schwerer wird ist natürlich richtig - doch
> zur Gewichtsproblematik der Person sagt nichts aus.

Aha, also ist Energieaustausch mit der Welt außerhalb der Waage 
zugelassen. Diese Festlegung hatte ich bisher wohl überlesen.

Bei Vernachlässigng parasitärer Effekte, wie z.B Abwärmeabfuhr der 
Magneten, muß die zugeführte Energie gleich der Summe aus abgestrahlter 
Energie (Synchrotronstrahlung) plus Zunahme der kinetischen Energie der 
Ladungsträger sein. Da lediglich letzterer Anteil im System verbleibt, 
wird es um das entsprechende Massenäquivalent schwerer.

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