Hallo,
ich wollte mal einen Linearregler mit Längstransistor diskret aufbauen.
Da ich eigentlich vor hatte mir daraus ein kleines Netzteil zu bauen,
ist es mir wichtig, dass die Spannung einigermaßen schnell nachgeregelt
wird und einen möglichst kleinen Ripple hat.
Je größer aber die Kapazität am Ausgang, umso länger dauert ja das
nachregeln.
Meine aktuelle Schaltung ist im Bild:
Villeicht etwas zu simpel, um schnelles nachregeln + kleinen Ripple zu
kriegen?
Gruß Thomas
Thomas M schrieb:> ich wollte mal einen Linearregler mit Längstransistor diskret aufbauen.
Und? Warum machst du es nicht?
> Da ich eigentlich vor hatte mir daraus ein kleines Netzteil zu bauen,> ist es mir wichtig, dass die Spannung einigermaßen schnell nachgeregelt> wird und einen möglichst kleinen Ripple hat.
Definiere "schnell". Definiere "kleinen Ripple".
> Je größer aber die Kapazität am Ausgang, umso länger dauert ja das> nachregeln.
Ja. Deswegen macht man da ja auch keine hin. Warum sind die dort?
> Meine aktuelle Schaltung ist im Bild:>> Villeicht etwas zu simpel, um schnelles nachregeln + kleinen Ripple zu> kriegen?
Warum baust du es denn nicht einfach mal auf? Also richtig, nicht bloß
simuliert? Oder wenn du es schon simulierst, warum dann nicht richtig?
Was Ripple angeht: der muß ja erst mal irgendwoher kommen.
Typischerweise ist der Eingangsspannung eines solchen Reglers ein 100Hz
Sägezahn überlagert, der durch die Ladung/Entladung des Ladekondensators
entsteht.
Ein OPV (also einer, den man in einer solchen Schaltung verwenden würde)
hat ein Verstärkungs-Bandbreiten-Produkt im Bereich von einigen
Megahertz. Der ist also schon ganz schön schnell und so kleine 100Hz
Schwankungen regelt der locker aus.
Aber deine Schaltung hat ein ganz anderes Problem: Stabilität. Der
Regel-MOSFET sorgt nämlich nicht nur für eine Strom-, sondern auch für
eine Spannungsverstärkung. Selbst wenn der OPV für den Betrieb als
Spannungsfolger frequenzkompensiert ist - der MOSFET bringt eine
zusätzliche Verstärkung in die Regelschleife. Und schon stimmt die
Kompensation nicht mehr und die ganze Chose schwingt.
Ich würde dir empfehlen, für den Beginn einen mehr traditionellen Regler
aufzubauen (oder notfalls nur zu simulieren) der den Regeltransistor als
Spannungsfolger betreibt. Hier gibt es dann nur eine Stromverstärkung
und keine Spannungsverstärkung und es reicht, wenn der OPV vom
Hersteller kompensiert ist.
Von den wirklichen Feinheiten bist du aber noch meilenweit entfernt:
- wie erzeugt man eine saubere Referenzspannung? Bauelemente, die
solchen Spannungsquellensymbolen entsprechen, gibts in der Realität
nicht.
- woher bekommt man Steuerspannung (MOSFET) bzw. Steuerstrom (Bipolar)
für das Regelglied, ohne daß man mehrere Volt Spannungsdifferenz
zwischen Ein- und Ausgang braucht?
- wie sichert man die Schaltung gegen Kurzschluß? Gegen
Spannungseinspeisung (beide Polaritäten!) vom Ausgang? Gegen
Überhitzung?
XL
Die Schaltungen des LM317 oder 78xx hab ich mir schon angeschaut, auch
manche linear geregelte Netzteile
Kurzschlusschutz mit Transistor und Widerstand oder mit 2 Transistoren
über die Regelung der Basis kommen später, erstmal will ich das
Grundsätzliche schaffen.
Im Augenblick sieht meine Schaltung so aus:
Jetzt hab ich beim Einstellen der Spannung kurze Zacken drinne, ich
denke mal, die kommen von C1, R2, Q1 ?
Thomas M schrieb:> Die Schaltungen des LM317 oder 78xx hab ich mir schon angeschaut, auch> manche linear geregelte Netzteile
Von integrierten Reglern lernst du nichts. Von der Außenansicht schon
gar nicht. Und die Innenschaltung ist meistens vereinfacht. Und auf
jeden Fall für einen Anfänger wie dich viel zu komplex.
Warum fängst du denn nicht mal mit was einfachem an? Ich hab jetzt extra
für dich mal "längsregler opv" bei Google eingetippt und bin wie
erwartet bei der "allwissenden Müllhalde" gelandet:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Stab_ov.svg
Das ist die Grundschaltung. Jetzt kann man noch an der Z-Diode
schrauben. Oder am Feedback-Pfad. Oder überlegen, ob man wie gezeigt mit
fester U_ref und variablem Feedback oder lieber mit festem Feedback und
variabler U_ref arbeiten will.
Der wesentliche Punkt ist: diese Schaltung aus der Wikipedia hat keine
zusätzliche Spannungsverstärkung (Transistor Q arbeitet als
Emitterfolger). Und braucht deswegen keine zusätzliche Kompensation
(zusätzlich zu der, die OPV schon enthält) um stabil zu sein.
> Im Augenblick sieht meine Schaltung so aus:
Ja. Wird immer verrückter. Jetzt hast du mit Q1 und Q2 schon 2
zusätzliche Spannungs-Verstärker-Stufen innerhalb der Regelschleife.
Dafür zwar den Ansatz einer Frequenzkompensation mit R5 und C1. Aber
auch völlig widersinnig den C4.
Außerdem:
- warum sind da zwei(!) Potis zum Einstellen der Ausgangsspannung?
- was soll C2 da?
- wo ist die Last?
- warum simulierst du immer noch keinen Ripple auf der
Eingangsspannung?
> Jetzt hab ich beim Einstellen der Spannung kurze Zacken drinne, ich> denke mal, die kommen von C1, R2, Q1 ?
Das sind Schwingungen. Aber die ganze Schaltung ist Mist. In der
Realität übrigens noch viel schlimmer als in der Simulation.
Ach ja. Nicht nur daß der LT1790 vollkommen deplaziert ist. Das Dingen
ist alleine schon nicht stabil ohne Kondensator am Ausgang. Und es
verträgt auch nur 18V und nicht 60.
kopfschüttelnd, XL
Der C4 soll wohl hohe Frequenzen filtern, C2 stört glaube ich nicht
merklich
Die Referenz hat er warscheinlich einfach so verwendet, Multisim macht
da ja kein Unterschied.
Ganz ehrlich, in vielen Linearnetzteilen ist eine ähnliche Schaltung
verbaut, so stark weicht die bis auf den PNP Transistor von dem einen
Bau, der vor kurzem vorgestellt wurde, auch nicht ab.
Die Tatsache mit den 2 Potentiometern ist ja eigentlich auch egal, ich
denke, er wollte einfach kurz für Simulationszwecke die
Referenzsspannung schnell ändern können
HongKong schrieb:> Der C4 soll wohl hohe Frequenzen filtern
C4 überbrückt die lokale Gegenkopplung an Q1 und maximiert dessen
Verstärkung für hohe Frequenzen. Exakt das Gegenteil von dem, was man
braucht.
> C2 stört glaube ich nicht merklich
Er wird aber auch nicht gebraucht. Schon gar nicht in einer Simulation.
> Die Referenz hat er warscheinlich einfach so verwendet, Multisim macht> da ja kein Unterschied.
Aha. Multisim. Kommt gleich auf die schwarze Liste. Was nützt ein
Simulationstool, das nicht mal so essentielle Dinge wie die Grenzwerte
von Bauelementen überprüft?
> Ganz ehrlich, in vielen Linearnetzteilen ist eine ähnliche Schaltung> verbaut
Für das ungeübte Auge mögen sie ähnlich aussehen. Sind sie trotzdem
nicht.
> so stark weicht die bis auf den PNP Transistor von dem einen> Bau, der vor kurzem vorgestellt wurde, auch nicht ab.
Folge den Links, die MaWin gepostet hat. Überall wird der
Regeltransistor als Emitterfolger betrieben.
Den Regeltransistor "umzudrehen", also in Emitterschaltung zu
betreiben, ist ein gängiger Trick, der für LDO-Spannungsregler werwendet
wird. Und es sind auch genau diese LDO, die genau definierte
Kondensatoren am Ausgang brauchen, weil sie sonst Stabilitätsprobleme
haben.
Aber ohne Not baut man sowas nicht. Und schon gar nicht, wenn man wie
Thomas noch die Grundlagen lernt.
XL
Thomas M schrieb:> Im Augenblick sieht meine Schaltung so aus:
60V am LM358? Der sagt dir dann mal kurz "hallo"... :-o
Thomas M schrieb:> Villeicht etwas zu simpel, um schnelles nachregeln + kleinen Ripple zu> kriegen?
Ich frage mich: warum sollte ein Linearregler überhaupt einen Ripple
auf der Ausgangsseite haben? Das ist eigentlich ein Begriff aus der
Schaltregler-Liga...
Lothar Miller schrieb:> Ich frage mich: warum sollte ein Linearregler überhaupt einen Ripple> auf der Ausgangsseite haben? Das ist eigentlich ein Begriff aus der> Schaltregler-Liga...
Der Begriff schon, die Ursache ist auch verschieden, aber ein Ripple
kann ebenso auftreten. Nur sind es beim klassischen vom Trafo gespeisten
Linearregler nicht 50Khz, sondern 100Hz, die sich am Ausgang
wiederfinden könnten.
A. K. schrieb:> Nur sind es beim klassischen vom Trafo gespeisten Linearregler nicht> 50Khz, sondern 100Hz, die sich am Ausgang wiederfinden könnten.
Richtig, der klassische Sägezahn. Dann wäre es besser, die 10mF vor
den Regler zu setzen... ;-)
Lothar Miller schrieb:> A. K. schrieb:>> Nur sind es beim klassischen vom Trafo gespeisten Linearregler nicht>> 50Khz, sondern 100Hz, die sich am Ausgang wiederfinden könnten.
Genauer gesagt: die 100Hz Ripple, die so ein Regler an der Eingangsseite
sieht, können mehr oder weniger gut ausgeregelt werden. Je besser der
Regler, desto weniger vom Ripple bleibt am Ausgang übrig.
> Richtig, der klassische Sägezahn. Dann wäre es besser, die 10mF /vor/> den Regler zu setzen... ;-)
Das auch. Aber vor allem würde man den Ripple auch mal simulieren
wollen. Entweder ganz korrekt mit einer Wechselspannungsquelle,
Gleichrichter und Ladekondensator. Oder angenähert, indem man am Eingang
eine Gleichspannungsquelle in Reihe mit einer Wechselspannungsquelle
hinbaut.
XL
So, jetzt hab ich mal wie ihrs wolltet einen Regler mit NPN Transistor
wie bei den 78xx üblich simuliert.
Man sieht richtig schön, dass die Ausgangsspannung genau der
Referenzspannung mal das Verhältnis der beiden Widerstände +
Referenzspannung ist.
Im 2. Beispiel hab ich das ganze mal mit Trafo + Brückengleichrichter
gemacht.
Man sieht den Ripple der nachdem Ladeelko übrig bleibt relativ gut, der
Kerko ist einfach jetzt mal so drinne gewesen, hat aber eh keine
größeren Auswirkungen in der Simulation.
Der Ripple wird wie erwartet in der Simulation vom Transistor
ausgeregelt
Ich habe überall jetzt mal zur zusätzlichen Frequenzkompensation, wenn
villeicht auch nicht super wirkungsvoll einen Widerstand + Kondensator
in Reihe geschalten, wird aber wie schon mal erwähnt wurde, aber doch
bei relativ vielen Netzeilen scheinbar so gemacht
Vielleicht solltest du es nun mal mit einer LAST
am Ausgang des Reglers probieren, und zwar möglichst
noch mit einer geschalteten Last (10 Ohm 1 sec,
5 Ohm 1 sec, 10 Ohm...) damit du überhaupt sehen
kannst, ob und WIE dein Regler regelt (und wozu man
am Ausgang einen Kondeńsator braucht, zumindest
einen kleinen).
jup und das gibt dann wie erwartet so ein Bild, die 100Hz schlagen je
höher der Strom wird voll durch
bis zu einer simulierten Last von 35 Ohm ist alles in Ordnung, also so
pie mal Daumen 200mA
In der Simulation sieht man dann auch die Auswirkung von R1 und C3, ohne
die beiden herrscht noch schlimmeres Chaos als es eh schon ist
Klaus De lisson schrieb:> mach erstmal eine Verstärkungseinstellung für den OPV da rein.> Da muss ein Widerstand parallel zu C1.
Nein.
Das ist bereits jetzt ein nichtinvertierender Verstärker und die
Verstärkung ist eingestellt mit R4 und R5.
<Nuhr/>
XL
Hallo Thomas,
Thomas M schrieb:> jup und das gibt dann wie erwartet so ein Bild, die 100Hz schlagen je> höher der Strom wird voll durch
Das liegt aber nicht an "schlechter" Regelung, sondern daran, daß (d)ein
Längsregler eine Spannungsdifferenz (engl: Dropout Voltage) zwischen
Eingang und Ausgang braucht. Und die wird mit steigendem Ausgangsstrom
immer größer.
Kannst du auch im Datenblatt eines integrierten Reglers sehen. Z.B. im
Datenblatt des LM117 auf Seite 6 Droput Voltage vs. Temperatur mit dem
Ausgangsstrom als Parameter.
Wenn die Eingangsspannung des Reglers niedriger wird als U_out + U_drop,
dann bricht die Ausgangsspannung entsprechend ein. Mit Ripple am Eingang
werden also die "unteren" Spitzen am Ausgang sichtbar.
Nachtrag: dein Ladekondensator C4 ist mit 100µF auch ziemlich klein.
Noch ein Grund, warum der Ripple mit steigendem Ausgangsstrom immer
größer wird, und am Ende "durchschlägt". Die Faustformel ist 1000µF pro
A Ausgangsstrom.
> bis zu einer simulierten Last von 35 Ohm ist alles in Ordnung, also so> pie mal Daumen 200mA
Das Hauptproblem in deiner Schaltung ist R1. So ein TIP41 ist kein
Verstärkungswunder. Bis 300mA garantiert der Hersteller ein Minimum von
30, darüber gar nur 15. Rechnen wir mal mit 30 und 300mA. Dann würde
also ein Basisstrom von 10mA gebraucht, der über R1 zu 10V(!)
Spannungsabfall führen würde. Selbst mit einem idealen OPV wäre U_drop
also diese 10V plus die 0.7V U_be von Q1.
In der Praxis kommt dazu noch die Sättigungsspannung der
OPV-Ausgangsstufe. Bei nicht-Rail-To-Rail Typen nochmal so 2-3V. Ein
naiver Lösungsansatz wäre also die Verwendung eines OPV mit Rail-To-Rail
Ausgängen. Es gibt andere, bessere Lösungen.
Ich schlage vor, du siehst dir die Schaltungen hinter MaWins Links
nochmal genauer an, wie die Leute da mit diesem Problem umgegangen sind.
> In der Simulation sieht man dann auch die Auswirkung von R1 und C3, ohne> die beiden herrscht noch schlimmeres Chaos als es eh schon ist
C3 sollte so gut wie keine Auswirkung haben bei konstanter Last. Erst
bei geschalteter Last; aber so weit sind wir noch lange nicht.
C1 ist normalerweise auch nicht nötig. Mach den mal weg. Ändert sich
was?
XL
Wenn man den Ausgangselko gleich lässt führt das ohne C1 zu extremen
Schwingungen
Erhöht man den Ausgangselko hinterm Gleichrichter wird natürlich auch
der Ripple kleiner, was ja eigentlich auch relativ logisch ist,
zumindest bei konstanter Last.
Nun zu den anderen Schaltungen:
Die sind eigentlich alle umfangreicher, vor allem wird da auch häufig
mit Dioden gearbeitet, was ich quasi garnicht gemacht hab bisher
Thomas M schrieb:> Wenn man den Ausgangselko gleich lässt führt das ohne C1 zu extremen> Schwingungen
Hmm. Ja. Der OPA350 ist ja auch ein High-Speed OPV. Total ungeeignet in
dieser Anwendung. Nimm mal eher den LM358 oder etwas vergleichbares.
In der Realität wäre der OPA350 übrigens explodiert. Er verträgt nämlich
nur max. 5.5V.
> Nun zu den anderen Schaltungen:>> Die sind eigentlich alle umfangreicher, vor allem wird da auch häufig> mit Dioden gearbeitet, was ich quasi garnicht gemacht hab bisher
Du sollst dir vor allem ansehen, wie die da den Basisstrom für den
Regeltransistor bereitstellen, ohne dazu >10V Dropout Spannung zu
brauchen.
Wenn du Ansporn brauchst: der schon genannte LM117 (ein Großvater unter
den Spannungsreglern) braucht bis 1A typisch 2V.
XL
Axel Schwenke schrieb:> Klaus De lisson schrieb:>>> mach erstmal eine Verstärkungseinstellung für den OPV da rein.>> Da muss ein Widerstand parallel zu C1.>> Nein.>> Das ist bereits jetzt ein nichtinvertierender Verstärker und die> Verstärkung ist eingestellt mit R4 und R5.>> <Nuhr/>>>> XL
Okay, Verzeihung dann. Das war dann ein Schnellschuss meinerseits
in die falsche Richtung.
Gruss k.
>jup und das gibt dann wie erwartet so ein Bild, die 100Hz schlagen je>höher der Strom wird voll durch
R1 auf 100R verkleinern, für U1 einen LM358 nehmen und die
Eingangsspannung am Kollektor von Q1 soweit vergrößern, daß sie nicht
unter 8V fällt. Dann sollte der Ripple kein Problem mehr sein.
Hmmm Autor: Kai Klaas (klaas) ,
ich weiss ja, dass du mit OPV sehr kundig bist.
Allerdings wundere ich mich darüber, warum du in dieser Konstellation
zum LM358 rätst. Da müssten dann meiner Meinung nach noch etwas 2 Stck.
1N4148 (oder eine rote LED) in die Linie zur basis von Q1.
Der 358er geht ja am Output nicht bis an +UB.
Vielleicht weisst du mehr... es war halt meine Verwunderung.
Gruss Klaus
>Allerdings wundere ich mich darüber, warum du in dieser Konstellation>zum LM358 rätst.
Ich wollte ihm nur einen Tipp geben, wie er die Bauteile modifizieren
kann, damit seine Simulation endlich klappt.
"Raten" würde ich ihm zu einem solchen Regler-Selbstbau dagegen
keineswegs. Das Ergebnis bleibt bei einem Nichtprofi praktisch immer
hinter den Eigenschaften eines normalen Dreibeinreglers zurück, sodaß
der zusätzliche Schaltungsaufwand mehr als fraglich ist.
Erst, wenn man einmal selbst versucht hat, einen simplen Spannungsregler
diskret aufzubauen, sieht man, wie leistungsfähig eigentlich diese
kleinen Dreibeinregler sind. Sie zählen meiner Meinung nach zu den am
meisten unterschätzten Bauteilen.
Was die Dropout-Spannung angeht: Man könnte über eine kleine
Ladungspumpe (Spannungsverdopplung) noch eine zweite Spannung auf die
"Hauptgleichspannung" aufaddieren, und diese Spannung dann als
Versorgung für den OPV verwenden. Damit sollte er die Basis reichlich
mit Spannung versorgen können, um bis an Uce_sat ranzukommen (wenn
ansonsten die Basisstromversorgung stimmt, und der OPV dabei nicht
explodiert).
Kai Klaas schrieb:> Erst, wenn man einmal selbst versucht hat, einen simplen Spannungsregler> diskret aufzubauen, sieht man, wie leistungsfähig eigentlich diese> kleinen Dreibeinregler sind. Sie zählen meiner Meinung nach zu den am> meisten unterschätzten Bauteilen.
Diese Meinung teile ich gern, da ich vor ein paar Jahren auch sowas
gemacht habe. Da dachte ich ein superfettes netzteil wäre superwichtig.
Ich habe es dann auch irgendwie geschafft und war superhappy.
Nun liegt der Scheiss da herum und ich habe ein ganz kleines "Slimline"
kästchen, was mir mit Festspannungsreglern 3,3V und 5V erzeugt.
Zudem eine LM317 als regelbare Quelle.
Ich glaube bei mir lag es daran, dass ich damals noch glaubte
ein OPV müsse Bipolar betrieben werden.
Dank der App Note
http://www.edn.com/article/493473-Demystifying_single_supply_op_amp_design.php
bin ich auch davon weggekommen.
Das einzige, was ich in der Hinsicht als positiv bewerten kann
ist der kleine "Low Drop Regler" (siehe Bild) .
Dieser legt aber keine Wert auf besondere Stabilität sondern schützt
einen
uC vor zu hoher Spannung.
Das ist also das einzig sinnvolle , was da herauskam.
Es hat mich 3 Monate gekostet um eine KOnstellation zu finden,
die nicht schwingt und gleichzeitig perfekt ist.
Das geht halt nicht wirklich.
Nachdem mich die Weisheit ergriffen hatte habe ich ein neues
Labornetzteil gebaut, welches exact auf meine Bedürfnisse abgestimmt
ist.
(siehe Foto "labornetzteil fuer lisson.jpg").
Nun ist es klein und schön und kann genau das, was es soll.
Für den Fragesteller und andere Leser addiere ich nun noch das Ergebnis
meiner langen Arbeit für ein "plusminus Netzeil" .
Vielleicht hilft es dem 1nen oder ANdren.
Look at:
> Das einzige, was ich in der Hinsicht als positiv bewerten> kann ist der kleine "Low Drop Regler" (siehe Bild) .
Die Schaltung schwingt, wie nicht anders zu erwarten war,
erkennbar am 'dicken' cyanfarbenem Streifen in den Phasen,
in denen die Spannung belastet wird, vergrössert links.
Falls sie in der Realität zufälligerweise stabil ist, liegt das
nur am Aufbau (Streukapazität zufällig an der richtigen Stelle).
Denn es fehlt wie jeder weiss der Grundlagen kennt eine
Kompensation der zusätzlichen Verstärkung durch den PNP.
Die Diode am Ausgang des LM358/LT1013 ist auch sehr ungeschickt.
Ich glaube, dass der Klaus auch nie behauptet hatte, dass die
Schaltung nun perfekt sei.
So wie ich das sehe, ging es mehr um beispielhafte Darstellung
der Möglichkeiten.
Ich hoffe, dass deine Simulation der Realität einigermassen Nahe kommt.
Andererseits ist deine Simulation vielleicht auch dazu gut,
die Leute zu sensibilisieren damit diese dann bei "Low Dropout Reglern"
das Datenblatt zu lesen und nicht irgendwelche Kondensatoren einzubauen.
Wenn du dein SIM-Modell offenbarst können viele davon profitieren.
Wenn du ein anderes SIM-Proggy verwendest , werden die Sachen ganz
anders aussehen.
Grussy Mawieny
Mach Dir nix draus. Mein Super-Labornetzteil hat es noch nichtmal zum
Gehäuse geschafft, und besteht ansonsten nur aus handgemalten
Leiterplatten, bzw aus recycelten Netzteilen, ausgesägt aus alten
Fernseher-Leiterplatten. ;-)
Jens G. schrieb:> Mach Dir nix draus. Mein Super-Labornetzteil hat es noch nichtmal zum> Gehäuse geschafft, und besteht ansonsten nur aus handgemalten> Leiterplatten, bzw aus recycelten Netzteilen, ausgesägt aus alten> Fernseher-Leiterplatten. ;-)
Und damit arbeitest du ernsthaft? Da wär mir die Gefahr zu groß, dass da
irgendwas reinfällt und alles in Rauch aufgeht und sich das Projekt
erstmal verschiebt. ;-)
>Provisorien halten immer am längsten. :)
Jo - existiert schon 20 Jahre
>Und damit arbeitest du ernsthaft? Da wär mir die Gefahr zu groß, dass da>irgendwas reinfällt und alles in Rauch aufgeht und sich das Projekt>erstmal verschiebt. ;-)
Ja - wird des öfteren benutzt.
Und das mit dem Reinfallen: nun ja, bei mir siehts ja auf dem Tisch
nicht aus wie bei Jim Williams - da ist die Chance rel. niedrig, daß
irgendwelche Kleinteile unbemerkt da reinfallen ;-)
>Diese Meinung teile ich gern, da ich vor ein paar Jahren auch sowas>gemacht habe.
Ich habe mir vor einiger Zeit mal den Spaß gemacht, ein paar diskret
aufgebaute Spannungsregler, die ich in älteren Elrad- und Elektor-
Artikeln gefunden habe, zu simulieren. Das Ergebnis war erschütternd.
Kein einziger war wirklich stabil und die Regeleigenschaften waren
deutlich schlechter als bei ganz gewöhnlichen 78XX-Reglern, obwohl die
Autoren genau das Gegenteil behaupteten.
>Das einzige, was ich in der Hinsicht als positiv bewerten kann ist der>kleine "Low Drop Regler" (siehe Bild).
Ich habe deine Schaltung gestern Abend mal simuliert und habe sie aber
nicht zum Laufen gebracht. Erst als ich den LM358 durch einen R2R-Typ
ersetzt habe, ging es. Allerdings ist die Schaltung, wie Mawin schon
geschrieben hat, instabil. Das ist aber auch kein Wunder bei einem
typischen PNP-LDO. Abhilfe schafft, wie üblich, eine genau dosierte
Lastkapazität mit genau dosiertem "ESR". Für Raumtemperaturanwendungen
dürfte ein normaler 47µV/25V Elko reichen. Sonst sollte man einen
ESR-armen 47µ Cap wählen und die 0,3R ESR extra bestücken, also als 0R33
SMD-Widerstand.
Dann ist die Schaltung ganz brauchbar, wie die Bildchen zeigen ("line
response", "ripple rejection" und "load response"). Man sollte eine
Grundlast von rund 1mA vorsehen, dann arbeitet die Schaltung bis zu
Eingangspannungen von 5,4V herab stabil, zumindest in der Simu.
> Erst als ich den LM358 durch einen R2R-Typ ersetzt habe, ging es.
Du hast ja auch die Diode D1 vergessen.
Aber mit einem ESR von 1 Ohm geht sie, bei 0.1 Ohm wird's kritisch.