Forum: Offtopic Uhrzeit vom Rathaus


von Lukas K. (carrotindustries)


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Hallo Zusammen,

vom Hausmeister meiner Schule habe ich erfahren, dass einige Uhren und 
früher auch die Läutanlage ihre Urzeit vom Rathaus erhalten. Wie genau 
das funktioniert wusste er leider nicht. Weiß da wer von euch, wie das 
genau vonstatten geht? Denn dedizierte Leitungen erscheinen mir 
übermäßig aufwändig. Warum kein besserer DCF77-Empfänger? Oder stammt 
das System noch aus der prä-DCF77-Ära?

Grüße,
Lukas

von Icke ®. (49636b65)


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Lukas K. schrieb:
> ihre Urzeit vom Rathaus erhalten.

Ja, in der Urzeit elektrischer Uhren hat man noch Kabel verlegt ;-)

Google: "mutteruhr"

von Lukas K. (carrotindustries)


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Icke ®. schrieb:
> Google: "mutteruhr"
Ah, und ich dachte immer, sowas wird/wurde nur gebäudeintern verwendet. 
Aber das muss ja heißen, dass man dedizierte Kabel verlegt hat, oder 
wird das durchs Telefonnetz getunnelt?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Da das zu Zeiten war, als es noch ein staatliches Telekommunikations-
monopol gab, wird man (per Order de Mufti) die Post beauftragt haben,
dafür Leitungen zur Verfügung zu stellen.

von Uwe N. (ex-aetzer)


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Lukas K. schrieb:
> ... oder wird das durchs Telefonnetz getunnelt?

Ähm ja: Anruf des Rektors im Rathaus "Wie spät?", dann hetzt der 
Hausmeister zur Uhr und korrigiert (bei Bedarf) die Uhrzeit.
D.h. man musste bei dieser Vorgehensweise die Laufzeit (des 
Hausmeisters) berücksichtigen. Die hatten also schon damals 
Skew-Probleme ... ;)

Sorry, hab einen Clown gefrühstückt
Uwe

von Daniel F. (df311)


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Uwe N. schrieb:
> D.h. man musste bei dieser Vorgehensweise die Laufzeit (des
> Hausmeisters) berücksichtigen.

wenn ich an den hausmeister in meiner damaligen schule (früher) denke, 
dann wären die uhren zwischen den einzelnen stockwerken mit mindestens 
fünf minuten unterschied gelaufen da man mit dem rasenmäher schlecht 
über stiegen fahren kann ;-)

von Oliver H. (dobson)


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Ich arbeite hauptsächlich in Schulen. Dort ist eigentlich immer ein 
DCF77-Empfänger an die ELA-Anlage angeschlossen.

von Lukas K. (carrotindustries)


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Oliver Heinrichs schrieb:
> Ich arbeite hauptsächlich in Schulen. Dort ist eigentlich immer ein
> DCF77-Empfänger an die ELA-Anlage angeschlossen.
Ja, so wird es bei uns wohl auch sein, denn der ELA-Gong stimmt nicht 
mit der Rathaus-gesteuerten Uhr überein. Davor, als es noch die schöne 
Rasselbimmel gab und die Uhren mal um eine Minute falsch gingen, ging 
auch die Bimmel falsch.

von Sven P. (Gast)


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Na, in meiner alten Schule wurden noch Nippel auf nen Lochkranz 
gesteckt, die dann Federkontakte betätigt haben. Und das war um 2005 
rum...

von Peter D. (peda)


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Früher konnte man von der Post Standleitungen mieten für irgendwas, z.B. 
Alarm zur Feuerwehr, Polizei oder auch Zeitimpulse von der Sternwarte.
Das war eigentlich recht effektiv, daß nur einer Leitungen verlegt. Aber 
irgendwann fing jeder Verein an, seine eigenen Leitungen zu verbuddeln. 
Der Steuerzahler hats ja.

Trotzdem war da in der Schule eine eigene Uhr mit Signalkranz, deren 
Pendel wurde eben nur synchronisiert mit nem Elektromagneten. Fiel der 
Impuls aus, lief sie trotzdem weiter.

Diese Pendeluhren wurden noch lange benutzt, warum solll man sie 
ersetzen, solange sie noch funktionieren. Und das Stellen zur 
Sommer-/Winterzeit kann doch der Hausmeister machen.

Teilweise waren noch Uhren von vorm Krieg im Einsatz, noch so richtig 
verschnörkelt. Da ist ja auch nicht viel verschlissen, nur mal waschen, 
neu fetten und vielleicht die Ankerplatten wechseln. Hatte man keine 
neuen dabei, konnte man sie einfach umdrehen.
Waren die Kontakte verschlissen, mußte man die Entstörkondensatoren 
wechseln.


Peter

P.S.:
Es gab auch Nebenuhren mit Signalkranz, die mußten dann den 
Minutenimpuls kriegen.

von Lukas K. (carrotindustries)


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> Es gab auch Nebenuhren mit Signalkranz, die mußten dann den
> Minutenimpuls kriegen.
Für den in der Digitalära sozialisierten: Was ist ein Signalkranz?

von Jadeclaw D. (jadeclaw)


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Bei mechanischen Schaltuhren dreht sich eine Scheibe, in die außen am 
Rand Schrauben eingedreht oder Klemmen aufgesetzt wurden. Diese haben 
dann an einer festen Position den Schalter umgelegt.
So sieht sowas dann aus:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Schaltuhr_elektr_aufzug.jpg&filetimestamp=20080627140825

http://de.wikipedia.org/wiki/Schaltuhr

Gruß
Jadeclaw.

von Peter D. (peda)


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Lukas K. schrieb:
> Für den in der Digitalära sozialisierten: Was ist ein Signalkranz?

Das ist ein großes Rad, welches mit dem Stundenzeiger gekoppelt ist und 
auf dem in 5min Abstand Schraublöcher sind. Man konnte also in 5min 
Abstand die Klingeltöne einstellen. Die Dauer der Klingeltöne wurde über 
Bimetallrelais erzeugt.
Meistens hat er mehrere Kontaktebenen, um z.B. Mo-Fr und Sa andere 
Zeiten einzustellen (früher war auch Samstags Schule).

http://www.elektrouhren-freaks.de/elektrouhren/signaluhren/index.php


Peter

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Peter Dannegger schrieb:
> Aber
> irgendwann fing jeder Verein an, seine eigenen Leitungen zu verbuddeln.

Naja, "wichtige" Vereine hatten auch früher schon immer ihre
eigenen Leitungsnetze. ;-)  Reichseisenbahn, Polizei, Armee,
Geheimdienste.  Auch die Dresdner Stadtwerke beispielsweise hatten
immer ihr eigenes Netz für diverse Melder und Aktoren (Pegelstand
in Hochbehältern und dergleichen).

Ansonsten ist das natürlich mittlerweile das gleiche Dilemma wie
mit vier oder fünf verschiedenen Mobilfunknetzen, die oft ihre
Basisstationen dann fast nebeneinander haben.

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