Schutzlack für Platinen

Gast #191517
Lesenswert?

Hallo zusammen,

gestern habe ich einen GPS - Empfänger für ein BMW - Navigationssystem
zerlegt, um ihn mit einer seriellen Schnittstelle zu versehen (hat auch
geklappt).
Die Platine des Empfängers wurde nach dem bestücken mit einem
Schutzlack bepinselt oder getaucht, wahrscheinlich um sie vor
Feuchtigkeit zu schützen und um das ablösen von Bauteilen durch
Erschütterungen zu verhindern.
Trotzdem ließ sich relativ gut hindurchlöten.
Nun meine Frage: Weiß zufällig jemand von euch, um was für eine Art von
Lack es sich hierbei handelt und wo man ihn herbekommt? Ich hätte
nämlich schon öfters etwas in der Art gebraucht (als Alternative zum
kompletten vergießen.)Die Lackschicht war relativ dick, die Lacken die
ich kenne hätte man dafür in mehreren Schichten auftragen müssen. Der
Lack war transparent, mit einem leichten gelb-braunen Stich.
Gast #191518
Lesenswert?

Hallo,
die Beschreibung hört sich sehr nach "Plastic 70" von Kontakt Chemie
an. Gibts in Sprühdosen bei Conrad und Reichelt.
Der Lack ist Glasklar und bleibt etwas flexibel.
Deine Vermutung mit dem Feuchtigkeitsschutz ist schon richtig. Das Zeug
ist auch oft auf Platinen von Küchengeräten drauf.

Das vergießen wirds aber ehr nicht ersetzen, zumal es nicht ganz billig
ist.

Gruß
Micha
Gast #191520
Lesenswert?

@Freak5:
Meistens nehme ich so eine Zwei-Komponenten Vergussmasse auf
Silikonbasis (leider relativ teuer). Die kann man ziemlich gut wieder
entfernen, falls es einmal nötig sein sollte.
Der Grund zum vergiessen ist ganz einfach: Die Platinen werden
unempfindlich gegen Feuchtigkeit oder Erschütterungen (z.B. beim
Einsatz im Auto). Zudem spart man sich den Gehäuseeinbau (für faule
Leute).
Gast #191522
Lesenswert?

Ich hab bisher nur einmal ne Platine komplett eingegossen.
War eigentlich mehr als versuch gedacht, hat aber super funktioniert.
Verwendet hab ich dafür Vergußmasse für Kabelmuffen. Die ist vom Preis
erträglich. Leider ist das Zeug aber undurchsichtig braun, ersetz aber
auch gut ein zusätzliches Gehäuse auchfaulbin ;-)
Gast #587197
Lesenswert?

@ Ansager

da ist nix mit billigen Plasticspray oder sonstigen Hobbylacken.
Im Automobilbau, speziell in der Elektronik herrschen strenge 
Bestimmungen, EMV, Zuverlässigkeit und Klimafestigkeit.
Dafür werden idR 2 komponentige oder speziell entwickelte Lacke 
genommen.

Lackwerk Peters stellt zB sowas her.

Gruß
Platinenbauer
Gast #587237
Lesenswert?

zum Beispiel:
Schutz und Überzugslack SL 1304 FLZ.
stinkt heftig, trocknet bei höheren Temperaturen schneller und 
fluoreziert Violett bei UV-Licht. (Ideal zur Qualitätskontrolle  auf 
gleichmäßige Beschichtung)
Platinen werden meist darin komplett getaucht.

Ist dieser Lack einmal fest, dann ist er auch sehr beständig gegen die 
meisten Umwelteinflüsse und auch gegen Temperaturen wie sie im Auto 
herrschen.

@ Henry

Kolophonium /Baumharz -Spiritusgemische werden im laufe der zeit durch 
feuchtigkeit zerstört. Das ist besonders an älteren Platinen zu sehen, 
welche dann weiß / grau- fleckig aussehen.


Gruß
Platinenbauer
#590579
Lesenswert?

Ich habe mir bei Pollin eine Dose Universal Plastik Spray 
(http://www.pollin.de/shop/detail.php?pg=NQ==&a=MzY5OTg0OTk= ) besorgt.

Das ist Durchlötbar. Nach kurzem "wegbrennen" der Plastik Schicht kann 
mans problemlos löten (wenn vorher auf dem Pad schon Lötzin war gehts 
sogar direkt sehr gut). Alternativ lässt es sich aber auch einfach mit 
Universalverdünung problemlos entfernen.
Es isoliert angeblich auch sehr gut, 22kV bei nur 25µm, da glaube ich 
aber nicht dran. Aber 230V isoliert es problemlos bereits nach 
einmaliger Anwendung.

7,10 Euro für 400ml ist ein guter Preis.
Gast #4056603
Lesenswert?

z.B. SCC3
http://www.electrolube.com/products/conformal-coatings/dca/modified_silicone/

- UV-Prüfbar
- durchlötbar(heißt nur das dabei nichts in die Luft gesetzt wird was 
dich sofort tötet, ob man dadurch[nicht damit oder deswegen] wirklich 
GUT löten kann sei mal so dahin gestellt
- 1k, als Pinsellack oder Spraydose
- in kleinen Mengen auch bei Farnell, RS und co erhältlich
Gast #4056742
Lesenswert?

JoeFire schrieb:
> Ich verwende dazu einen Polyurethan-Lackspray. Ist wie beschrieben
> leicht gelblich und Transparent. Trocknet ca. innert 6 Stunden. Das
> Zeug heisst "Urethan" und irgend ne Nummer.

Das ist Urethan71.
http://www.reichelt.de/Sprays-fuer-Beschichtungen/KONTAKT-254/3/index.html?&ACTION=3&LA=2&ARTICLE=9513&GROUPID=4074&artnr=KONTAKT+254
Gast #4057802
Lesenswert?

Ja das Spray ist vom Preis in Ordnung(ich habe das Plastik spray), 
allerdings ist es mir oft lästig alles vollzusprühen nach kleinen 
Reparaturen. gerade wenn Streckverbinder oder ähnliches da in der Nähe 
sind... Ich drehe die Dose auch immer um und Sprüh ein bisschen um zu 
verhindern das die Düse verstopft. Das ist zu verschwenderisch um einen 
Quadratzentimeter zu lackieren.
Vielleicht sollte ich mir mal ne leere nagellackflasche kaufen und ein 
bisschen aus der Sprühdose darein füllen...
Gast #4058637
Lesenswert?

Ich denke gerade Nagellack ist eher nicht so widerstandsfähig da das ja 
menschenfreundlich sein soll...aber Lackstift vom Auto sollte ein 
ordentlicher Klarlack sein...

Ich hatte auch schon ein paar mal plastidip liquid Tape genutzt das ist 
son flüssig Gummi der isoliert und wieder abzufriemeln ist falls man mal 
dran muss. Sieht eben nur nicht schön aus da es schwarz ist...

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren