Hallo zusammen,
gestern habe ich einen GPS - Empfänger für ein BMW - Navigationssystem
zerlegt, um ihn mit einer seriellen Schnittstelle zu versehen (hat auch
geklappt).
Die Platine des Empfängers wurde nach dem bestücken mit einem
Schutzlack bepinselt oder getaucht, wahrscheinlich um sie vor
Feuchtigkeit zu schützen und um das ablösen von Bauteilen durch
Erschütterungen zu verhindern.
Trotzdem ließ sich relativ gut hindurchlöten.
Nun meine Frage: Weiß zufällig jemand von euch, um was für eine Art von
Lack es sich hierbei handelt und wo man ihn herbekommt? Ich hätte
nämlich schon öfters etwas in der Art gebraucht (als Alternative zum
kompletten vergießen.)Die Lackschicht war relativ dick, die Lacken die
ich kenne hätte man dafür in mehreren Schichten auftragen müssen. Der
Lack war transparent, mit einem leichten gelb-braunen Stich.
Hallo,
die Beschreibung hört sich sehr nach "Plastic 70" von Kontakt Chemie
an. Gibts in Sprühdosen bei Conrad und Reichelt.
Der Lack ist Glasklar und bleibt etwas flexibel.
Deine Vermutung mit dem Feuchtigkeitsschutz ist schon richtig. Das Zeug
ist auch oft auf Platinen von Küchengeräten drauf.
Das vergießen wirds aber ehr nicht ersetzen, zumal es nicht ganz billig
ist.
Gruß
Micha
Wie vergießt du die denn?
Machst du das richtig mit Epoxy? Wenn ja, dann sind die Platinen danach
ja gar nicht mehr kaputt zu bekommen. Wofür machst du das?
@Freak5:
Meistens nehme ich so eine Zwei-Komponenten Vergussmasse auf
Silikonbasis (leider relativ teuer). Die kann man ziemlich gut wieder
entfernen, falls es einmal nötig sein sollte.
Der Grund zum vergiessen ist ganz einfach: Die Platinen werden
unempfindlich gegen Feuchtigkeit oder Erschütterungen (z.B. beim
Einsatz im Auto). Zudem spart man sich den Gehäuseeinbau (für faule
Leute).
Ich hab bisher nur einmal ne Platine komplett eingegossen.
War eigentlich mehr als versuch gedacht, hat aber super funktioniert.
Verwendet hab ich dafür Vergußmasse für Kabelmuffen. Die ist vom Preis
erträglich. Leider ist das Zeug aber undurchsichtig braun, ersetz aber
auch gut ein zusätzliches Gehäuse auchfaulbin ;-)
Ups, zu spät ;-)
Du hast recht, in der Beschreibung zu Plastic 70 steht "bedingt
durchlötbar". Kommt drauf an, was man darunter versteht. Das durchöten
hätten die auch als verkokeln beschreiben können.
Ich verwende dazu einen Polyurethan-Lackspray. Ist wie beschrieben
leicht gelblich und Transparent. Trocknet ca. innert 6 Stunden. Das
Zeug heisst "Urethan" und irgend ne Nummer. Wird beim "Durchlöten
etwas braun. Die verbrannten Stellen lassen sich aber leicht
wegkratzen.
@ Ansager
da ist nix mit billigen Plasticspray oder sonstigen Hobbylacken.
Im Automobilbau, speziell in der Elektronik herrschen strenge
Bestimmungen, EMV, Zuverlässigkeit und Klimafestigkeit.
Dafür werden idR 2 komponentige oder speziell entwickelte Lacke
genommen.
Lackwerk Peters stellt zB sowas her.
Gruß
Platinenbauer
Ja und was verwenden sie nun?
Ich bestreiche meine platinen immer mit Baumharz in Spiritus aufgeloest,
man kann auch Kolophonium nehmen das man ebenfalls aufgeloest hat.
Riecht gut und schuetzt
zum Beispiel:
Schutz und Überzugslack SL 1304 FLZ.
stinkt heftig, trocknet bei höheren Temperaturen schneller und
fluoreziert Violett bei UV-Licht. (Ideal zur Qualitätskontrolle auf
gleichmäßige Beschichtung)
Platinen werden meist darin komplett getaucht.
Ist dieser Lack einmal fest, dann ist er auch sehr beständig gegen die
meisten Umwelteinflüsse und auch gegen Temperaturen wie sie im Auto
herrschen.
@ Henry
Kolophonium /Baumharz -Spiritusgemische werden im laufe der zeit durch
feuchtigkeit zerstört. Das ist besonders an älteren Platinen zu sehen,
welche dann weiß / grau- fleckig aussehen.
Gruß
Platinenbauer
Ich habe mir bei Pollin eine Dose Universal Plastik Spray
(http://www.pollin.de/shop/detail.php?pg=NQ==&a=MzY5OTg0OTk= ) besorgt.
Das ist Durchlötbar. Nach kurzem "wegbrennen" der Plastik Schicht kann
mans problemlos löten (wenn vorher auf dem Pad schon Lötzin war gehts
sogar direkt sehr gut). Alternativ lässt es sich aber auch einfach mit
Universalverdünung problemlos entfernen.
Es isoliert angeblich auch sehr gut, 22kV bei nur 25µm, da glaube ich
aber nicht dran. Aber 230V isoliert es problemlos bereits nach
einmaliger Anwendung.
7,10 Euro für 400ml ist ein guter Preis.
Ich hatte heute wieder mal den Fall das ich 5mm leiterbahn mit dem
Glasradierer blank machen musste um ein Drähtchen anzubringen...ich habs
mit dem Plastik 70 besprüht wie immer aber das ist natürlich mit Kanonen
auf Spatzen geschossen...
gibt es solchen Lack auch in der Größe von Nagellack oder Lackstift vom
Auto?
z.B. SCC3
http://www.electrolube.com/products/conformal-coatings/dca/modified_silicone/
- UV-Prüfbar
- durchlötbar(heißt nur das dabei nichts in die Luft gesetzt wird was
dich sofort tötet, ob man dadurch[nicht damit oder deswegen] wirklich
GUT löten kann sei mal so dahin gestellt
- 1k, als Pinsellack oder Spraydose
- in kleinen Mengen auch bei Farnell, RS und co erhältlich
Lötlack Sk10 versiegelt für normale Ansürüche recht gut lasst sich super
löten und geht immer mit Spiritus wieder ab. Plastik 70 ist Ästhetikers
Graus wenn mal Reparaturen fällig sind. Reine Einstellungssache;-)
Platinenbauer schrieb:> Schutz und Überzugslack SL 1304 FLZ
Kostet?
Was ist die günstigste Lösung, wenn es um Platinen für den Eigengebrauch
geht? Also nichts was man irgendwelchen Normen unterwerfen will, sondern
nur vor Feuchtigkeit und Korrosion schützen will?
F. Fo schrieb:> Platinenbauer schrieb:>> Schutz und Überzugslack SL 1304 FLZ>> Kostet?
Mal aufs Datum geschaut? Nach fast 8 Jahren eine Antwort zu erwarten ist
schon sportlich.
Ich habe die Weiterführung nicht angefangen, aber das Thema hat in
meinen Augen keine Verjährung.
Nochmal die Frage: Günstigste Möglichkeit vor Korrosion und Feuchtigkeit
zu schützen. Und wirklich nur für den Hobbybereich.
Dieses Urethan71 (bin sowieso ein Fan von Polyurethan Lacken) ist ja
schon mal nicht sooo teuer.
Ja das Spray ist vom Preis in Ordnung(ich habe das Plastik spray),
allerdings ist es mir oft lästig alles vollzusprühen nach kleinen
Reparaturen. gerade wenn Streckverbinder oder ähnliches da in der Nähe
sind... Ich drehe die Dose auch immer um und Sprüh ein bisschen um zu
verhindern das die Düse verstopft. Das ist zu verschwenderisch um einen
Quadratzentimeter zu lackieren.
Vielleicht sollte ich mir mal ne leere nagellackflasche kaufen und ein
bisschen aus der Sprühdose darein füllen...
Es soll doch demnächst bei Apple(?) so eine Beschichtung der
Smartphoneplatinen eingesetzt werden, die wasserabweisend ist. Gibt's da
irgendwas Neues? Kann mir nicht vorstellen, dass das sooo eine Neuerung
ist. Hat vielleicht jemand schon etwas Ähnliches versucht?
Ich denke gerade Nagellack ist eher nicht so widerstandsfähig da das ja
menschenfreundlich sein soll...aber Lackstift vom Auto sollte ein
ordentlicher Klarlack sein...
Ich hatte auch schon ein paar mal plastidip liquid Tape genutzt das ist
son flüssig Gummi der isoliert und wieder abzufriemeln ist falls man mal
dran muss. Sieht eben nur nicht schön aus da es schwarz ist...