atmela schrieb:
> Referenzen, Erfahrungen, Empfehlungen?
Michael S. schrieb:
> Stell doch dein Profil/Gesuch bei Xing ein.
Das Problem mit den Referenzen und den Xing Profilen ist, dass man nicht
viel schreiben kann, ohne sich und den Projektgeber zu gefährden und
auch er nicht viel schreiben darf.
Ich habe dazu gerade was in den Freiberuflerartikel reingeschrieben:
Oft werden vom Auftraggeber vor der Vergabe eines Projektes Referenzen
gefordert, um sich über die Qualität und persönliche Eignung des
Freiberuflers ein Bild machen zu können. Dies ist besonders dann der
Fall, wenn der Freiberufler quasi anstelle eines möglichen Angestellten
inmitten einer Projektgruppe arbeiten soll. Neben Fragen zu Inhalten der
Projekte spielt dabei auch das Verhalten des Projektnehmers eine Rolle.
Dazu ist jedoch festzustellen, dass sich das Arbeiten in einem Team und
die Rolle als Freiberufler / Selbständiger formell widersprechen! Es
ist deshalb darauf zu achten, dass weder der Freiberufler noch der
Projektgeber durch Aussagen oder Fragen den Eindruck erwecken, dass eine
Einbindung in die Organisationsstruktur des Kunden erfolgen soll oder
vorgelegen hat, da dies von Gerichten inzwischen als Anzeichen einer
abhängigen Beschäftigung gewertet wird. Vereinzelt sind Firmen bereits
diesbezüglich zu nachträglichen Rentenzahlungen verurteilt worden, da
Mitarbeiter von ihnen, ehemaligen Freiberuflern Referenzen gegeben- und
sogar Zeugnisse ausgestellt haben, in denen Details zu den Projekten und
dem Verhalten im Team benannt wurden.
Das eine rechtliche Problem besteht also darin, dass arbeitsrechtlich
nur ein Teamleiter Aussagen zur Teamfähgikeit und dem persönlichen
Auftreten einer Person machen kann und darf, dies aber wiederum
gegenüber Freiberuflern nicht äussern kann oder sollte, da es
rentenversicherungsrechtlich problematisch werden könnte.
Ein weiteres juristisches Problem besteht darin, dass ein Arbeitnehmer
generell nicht ohne Weiteres die Arbeitsleistung einer betriebsfremden
Person offen werten oder gar Dritten gegenüber kritisieren kann, da er
sonst sich und seine Firma in gefährliches Fahrwasser manövriert, weil
diese dann von dem geschäftlich am Markt agierenden Freiberufler wegen
geschäftsschädigenden Verhaltens verklagt werden kann, selbst, wenn es
sich nicht um Wertungen des persönlichen Auftretens, sondern nur um die
Einschätzung der Arbeitsqualität handelt.
Daher halten Firmen ihre Mitarbeiter vermehrt an, keine offiziellen
Aussagen Dritten gegenüber bezüglich der Leistungen und des Verhaltens
dienstleistender Firmen oder Freiberuflern in der Firma zu machen, was
letztlich dazu führt, dass keine wirklich verwertbaren oder objektiven
Referenzen zu erhalten sind. Viele Projektgeber und in der Folge auch
die Freiberufler sehen daher inzwischen von der Forderung oder Nennung
von Referenzen ab.