Forum: Offtopic Wie funktioniert das Einwegpfand?


von Jeffrey L. (the_dude)


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Hi,
ich habe mir den Wikipedia-Artikel durchgelesen und weiß auch, dass es 
die Deutsche Pfandsystem GmbH gibt.
Aber Wer bekommt das Pfand in die Kasse und bezahlt das Pfand wieder 
aus?

Wenn ich mir z.B. im Aldi eine PET-Flasche kaufe, bezahle ich dort 25ct 
Pfand für die Flasche. Gebe ich die Flasche dann bei Lidl zurück, kann 
Aldi die 25ct behalten und Lidl legt 25ct drauf.

Ist es wirklich so? kann mir nicht vorstellen dass ein Unternehmen gerne 
und freiwillig die Kosten der Konkurrenz trägt?

von El Patron B. (bastihh)


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Quatsch, die werden gesammelt und einmal die Woche, bei erhalt von 
Waren, ans Zentrallager überführt. Diese geben dass dann bei den 
jeweiligen Pfanfirmen ab und bekommen dafür die Rückerstattung.

von Peter D. (peda)


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Das funktioniert wie die GEMA.

Der Getränkehersteller schlägt das Pfand drauf.
Und das zurückkommende Pfand wird dann wieder mit der Gießkanne auf die 
Hersteller aufgeteilt.

Da das einen hohen Verwaltungsaufwand (Wasserkopf) kostet, ist es eben 
auch deutlich höher, als bei Mehrweg.


Peter

von Jeffrey L. (the_dude)


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Die Antwort von Peter gibt da schon mehr Sinn als das, was Basti 
geschrieben hat. Für PET-Flaschen gibt es nämlich keine "Pfandfirma". 
Die Flaschen werden direkt bei Pfandrückgabe geschredert und gepresst.
Dadurch ist es nicht wirklich ersichtlich wieviele Flashcen bzw. wieviel 
Pfand, in so einem PET-Würfel stecken.

Der Getränkehersteller verkauft seine Flaschen mit Pfand also an den 
Laden, der wiederum verkauft die Getränke an mich.
Wenn ich nun die Flasche zurück bringe, geht der Laden mit dem 
Flaschenpfand in Vorleistung - und bekommt dann das Pfand wieder von wem 
zurück?

Vermutlich von der Sammelstelle wo Aldi und Co das geschredderte 
Material abliefert. Aber woher weiß man dann, wieviele Flaschen wirklich 
zurück gegeben wurden!?

PET-Flaschen sind sehr leicht und wenn man einen Würfel mit einer 
Kantenlänge 1,2m x 80cm x 1m hat (Europalette, 1m hoch), lässt sich die 
Anzahl der Flaschen nur sehr ungenau über das Gewicht ermitteln.

von Läubi .. (laeubi) Benutzerseite


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Jeffrey Lebowski schrieb:
> Aber woher weiß man dann, wieviele Flaschen wirklich
> zurück gegeben wurden!?
Woher weiß Aldi/Lidl/... wieviel Tomaten/Gurken/... sie verkaufen? Wo 
warst du die letzen Jahre? Das wird doch heute alles elektronisch über 
die Kasse erfasst, sogar teilweise welches Getränk da geschreddert 
wurde.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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...bzw. bei der Rückgabe dann über die Automaten.

Kann man indirekt hier nachlesen:

http://www.dpg-pfandsystem.de/pb/site/dpg/node/210668/Lde/index.html

Die gegenseitige Verrechnung der Pfandeinnahmen und -rückgaben
wird dort als "Clearing" bezeichnet, die die Teilnehmer untereinander
abwickeln müssen bzw. mit dem sie eine Firma beauftragen können.

von Jeffrey L. (the_dude)


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wobei dann aber ein übergeordneter Verband // Gesellschaft // Behörde 
schön doof wäre, wenn sie das glauben was Aldi auf nem ausgelutschten 
Kassenbon daher bringt!
Ein schmierblatt auf welchem steht, dass diesen Monate 10.000 
PET-Flaschen zurück gegeben wurden, kann jeder Unternehmer mit MS Word 
aus dem Drucker lassen.

Da schlage ich als geschäftsfindiger Unternehmer nochmal 10% drauf und 
kassier nebenbei noch ganz gut ab!
Genau DAS ist ja mein Verständnisproblem, wer kontrolliert hier was?

Im übrigen: wenn die Kosten steigen und der Wasserkopf aufbläht stört 
das niemanden, die Kosten kann man ja an den Endverbraucher weiter 
geben!

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Jeffrey Lebowski schrieb:
> wenn sie das glauben was Aldi auf nem ausgelutschten
> Kassenbon daher bringt!

Die ausgelutschten Kassenbons interessieren nur den Filialleiter.
Das Zählwerk im Rücknahmeautomaten dürfte das sein, was "nach oben"
interessant ist.

Wenn du dir die Beschreibung des Clearingprozesses ansiehst, dann
scheinen da auch irgendwelche Plausibilitätstests eingebaut zu sein.
Du wirst also nicht jede einzelne Flasche nachweisen können, aber
wenn die Firma Idla beispielsweise permanent 10 % draufschlägt,
dann dürfte das an dieser Stelle als Unstimmigkeit auffallen.

von Michael S. (technicans)


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Läubi .. schrieb:
> Woher weiß Aldi/Lidl/... wieviel Tomaten/Gurken/... sie verkaufen? Wo
> warst du die letzen Jahre? Das wird doch heute alles elektronisch über
> die Kasse erfasst, sogar teilweise welches Getränk da geschreddert
> wurde.

Nicht ganz, weil ja auch mal was zu Bruch oder an die Tafeln geht.
Nach meinen Beobachtungen wird der Warenbestand öfters durch Führen
von Listen aufgenommen und der Zentrale dann online gemeldet damit
just in Time neue Ware ran geschafft wird.
Beim Pfand wird mit dem Kassenbon die Anzahl der Flaschen einfach
in der Scannerkasse erfasst und kann dann online weiter verarbeitet
werden. Wer dann diese Daten- und Geldströme verwaltet weiß ich auch
nicht, aber die Händler und die Pfandfirmen die daran angeschlossen
sind, sind sicherlich elektronisch vernetzt.
Im Endeffekt wird das nur noch als Umsatzposten in der Buchführung
aufgeführt und das war es dann.

von Jeffrey L. (the_dude)


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Hab gerade noch was interessantes gefunden: scheinbar sind die 
Pfandautomaten selber auch mit dem Abrechnungszentrum vernetzt!
d.h. jeder Pfandautomat hat eine RJ45-Buchse (o.ä.) und 
internetanschluß, somit werden die Zahlen der Rückgabe regelmäßig mit 
dem clearing-Dienstleister syncronisiert.

...ein ganz ordentlicher Aufwand für 25ct  =)


hier auch noch was interessantes:
http://www.kadise.de/Zaehlzentrum_fuer_die_Erfassung_und_das_Clearing_von_Einweggebinden_29.html

von Vlad T. (vlad_tepesch)


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Ja und gebracht hat der Einwegpfand auch überhaupt nix.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Vlad Tepesch schrieb:
> Ja und gebracht hat der Einwegpfand auch überhaupt nix.

Doch, das Einwegpfand hat was gebracht. Es gibt kaum noch Getränke in 
Dosen, und die Rückgabequote der bepfandeten Einwegverpackungen ist auch 
ziemlich hoch.

von J.-u. G. (juwe)


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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Dosen, und die Rückgabequote der bepfandeten Einwegverpackungen ist auch
> ziemlich hoch.

Gibt es da aktuelle Zahlen? Die von Wikipedia sind mehr als ein halbes 
Jahrzehnt alt:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pfandschlupf

von Läubi .. (laeubi) Benutzerseite


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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> und die Rückgabequote der bepfandeten Einwegverpackungen
> ist auchziemlich hoch.
Und vermutlich sind diese auch noch leichter zu recyclen als praktischer 
Block anstelle diese mühselig aus dem Müll zu angeln.

von Michael S. (technicans)


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Läubi .. schrieb:
> Und vermutlich sind diese auch noch leichter zu recyclen als praktischer
> Block anstelle diese mühselig aus dem Müll zu angeln.

Was heißt das schon? Statt dessen wird dafür wieder mehr Energie
nötig sein um das Zeug zu recyceln. War da nicht mal von die Rede
das die PET-Flaschen nur begrenzt recycelbar sein sollten?

von Michael K. (charles_b)


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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Vlad Tepesch schrieb:
>> Ja und gebracht hat der Einwegpfand auch überhaupt nix.
>
> Doch, das Einwegpfand hat was gebracht. Es gibt kaum noch Getränke in
> Dosen, und die Rückgabequote der bepfandeten Einwegverpackungen ist auch
> ziemlich hoch.

Also, ich finds auch vernünftig. Es liegt auch weniger in den Büschen 
herum.
Und es gibt Leute, die werfen auch 25-Cent-Flaschen aus Bequemlichkeit 
einfach in den Abfalleimer und es gibt Leute, die dankbar sind, diese 
Flaschen wieder rauszuholen und sich so etwas besser über die Runden zu 
retten.

von Sebastian E. (der_andere_sebastian)


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Der Pfdandschlupf ist entgegen den Erwartungen (Prognose 2% laut 
Wikipedia) in der im dazugehörigen Artikel verlinkten Quelle auf 6% 
beziffert, und damit gestiegen.

Ich denke, durch Einwegpfand ist tatsächlich die Menge der in Umlauf 
befindlichen Getränkedosen stark gesunken. Dies wird jedoch durch 
nachteilige Effekte relativiert: Einwegpfand kannibalisiert bei vielen 
Discountern Echtpfand- (Mehrweg-) Getränkeverpackungen. Bedenklich ist 
es, daß bei Anbietern wie z.B. Netto (mit schwarzem Logo), 
Mehrwegpfandflaschen weder angeboten noch angenommen werden.
Dadurch wird letztendlich Mehrwegpfand durch energetisch ungünstigere 
Einwegpfandflaschen ersetzt. Einwegpfand ist volkswirtschaftlich gesehen 
ein Verlustgeschäft, weil Einwegpfandverpackungen aus importierten 
Frischrohstoffen produziert werden, aber üblicherweise anstelle einer 
Wiederverwertung für wenig Geld als Sekundärrohstoff ins Ausland, z.B. 
nach China, exportiert werden.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Sebastian E. schrieb:
> Dadurch wird letztendlich Mehrwegpfand durch energetisch ungünstigere
> Einwegpfandflaschen ersetzt.

Mehrwegflaschen sind aber nur dann energetisch sinnvoller, wenn sie 
nicht quer durch die Republik gefahren werden.

In Norddeutschland bayerisches Bier aus Mehrwegflaschen zu trinken, ist 
nur dann sinnvoll, wenn es standardisierte und brauereiunabhängige 
Mehrwegflaschen wären, die vor Ort in einer anderen Brauerei neu befüllt 
werden könnten.

Das aber gab es früher, jetzt ist dieses System weitestgehend 
ausgestorben, siehe auch 
http://www.braulotse.de/gewerbe/verpackung.html.

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Sebastian E. schrieb:
> Bedenklich ist
> es, daß bei Anbietern wie z.B. Netto (mit schwarzem Logo),
> Mehrwegpfandflaschen weder angeboten noch angenommen werden.

Das war vor Einführung des Zwangspfandes anders?

von Rainer S. (heckenpenner)


Angehängte Dateien:

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Vlad Tepesch schrieb:
> Ja und gebracht hat der Einwegpfand auch überhaupt nix.

Doch, hier in der Wümme schwimmen nur noch Flaschen ohne Pfand.

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