Forum: Mikrocontroller und Digitale Elektronik Eingangskondensator MKP bei STK Hybrid?


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von Bernhard (Gast)


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Hi zusammen,

ich baue aktuell einen STK4044XI Amp auf und verwende als Lautstärke IC 
einen PGA2310 von BurrBrown.

Vor dem PGA habe ich einen 2,2uF MKP Kondensator zur DC Entkopplung 
verbaut. MKP Kondensatoren eignen sich für diese Zwecke ja bekanntlich 
besonders gut.

Nun kommt beim STK Chip im Eingang ein 4,7uF Elko Kondensator, Elkos 
soll man ja in Signalwegen meiden und deshalb würde ich den gerne weg 
lassen. 4,7uF MKP Kondensatoren sind teuer und sau groß, deshalb die 
Frage ob ich den nicht einfach weg lassen kann, DC Entkopplung findet ja 
bereits vor dem PGA statt. Soll ich alternativ den 2,2uF MKP vor dem PGA 
gegen einen 4,7uF MKP ersetzen?

Eine andere Frage: Macht es einen großen Unterschied statt MKP einen MKS 
zu verwenden? Diese sind günstiger und vorallem kleiner... seien aber 
für Analogsingale nicht brauchbar. Stimmt das?

Danke!

Viele Grüße
Bernhard

von Tom K. (ez81)


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MKS ist vollkommen OK. Über einem korrekt dimensionsierten Koppel-C 
fällt fast keine Wechselspannung ab, Nichtlinearitäten des Kondensators 
wirken sich also kaum aus und sogar Elkos sind benutzbar, dein Signal 
hat zwischen Mund des Künstler und Ausgang des CD-Players wahrscheinlich 
dutzende Elkos passiert.

von Kai K. (klaas)


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>Nun kommt beim STK Chip im Eingang ein 4,7uF Elko Kondensator, Elkos
>soll man ja in Signalwegen meiden und deshalb würde ich den gerne weg
>lassen.

Dann müßtest du konsequenterweise auch C3 eliminieren, beispielsweise 
mit einer DC-Servo-Schaltung.

>Eine andere Frage: Macht es einen großen Unterschied statt MKP einen MKS
>zu verwenden? Diese sind günstiger und vorallem kleiner... seien aber
>für Analogsingale nicht brauchbar. Stimmt das?

Was denkst du, wie ideal dein Lausprecher ist? Hast du mal mit einem 
Sinusburstgenerator und Meßmikrofon geschaut, was aus einem Lautsprecher 
so herauskommt? Da gibt es Partialschwingungen, Klirrverzerrungen und 
Dopplerverzerrungen, die mit bis zu einigen % im Klang vertreten sind. 
Im Gegensatz dazu ist jeder Cap, auch ein Elko, als vollkommen ideal 
anzusehen.

Ich halte es für ausgeschlossen, wirklich einen Elko als solchen im 
Klang herauszuhören, zumal die Musikkonserve bei der Aufnahme und im 
Remix bereits durch unzählige Elkos, Kohleschichtpotis, 
Steckverbindungen und sauerstoffhaltige Kabel durch mußte. Da kommt es 
auf den einen letzten Cap nun wirklich nicht mehr an.

von Bernhard (Gast)


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Ok super danke für die Antworten dann spar ich mir das Geld und verwende 
in Signalwegen die MKS Typen.

Hab dazu übrigens grad eine sehr interessante Info auf der Wima Seite 
gefunden: http://www.wima.de/DE/applicguide.htm

Danke für die Antworten.

von Osche R. (ompf)


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Bernhard schrieb:

> Nun kommt beim STK Chip im Eingang ein 4,7uF Elko Kondensator, Elkos
> soll man ja in Signalwegen meiden und deshalb würde ich den gerne weg
> lassen. 4,7uF MKP Kondensatoren sind teuer und sau groß, deshalb die
> Frage ob ich den nicht einfach weg lassen kann, DC Entkopplung findet ja
> bereits vor dem PGA statt.

Wenn Dein PGA ausreichend niedrigen Offset produziert reicht ein 
DC-Blocker im Signalweg.

> Soll ich alternativ den 2,2uF MKP vor dem PGA
> gegen einen 4,7uF MKP ersetzen?

Dann halbiert sich Deine untere Grenzfrequenz, wo auch immer die jetzt 
liegen mag.

> Eine andere Frage: Macht es einen großen Unterschied statt MKP einen MKS
> zu verwenden? Diese sind günstiger und vorallem kleiner... seien aber
> für Analogsingale nicht brauchbar. Stimmt das?

Kommt auf Deine Highendigkeit an. In Consumergeräten findet man sogar 
Keramik im Signalweg (wo die Kapazität spannungsabhängig ist). Im 
Premiumbereich kommt natürlich nur Styroflex von speziellen 
Audio-Herstellern in Frage (die mit den vergoldeten Pins), aber für 
Normalanwendungen dürfte auch MKT oder sogar MKS in Ordnung sein.

Im Zweifel anhören. Dein Gehör entscheidet, was Du brauchst und wo Du 
sparen kannst.

von Kai K. (klaas)


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>Im Zweifel anhören. Dein Gehör entscheidet, was Du brauchst und wo Du
>sparen kannst.

Ja, aber nur ein Doppelblindtest ist aussagekräftig. In der Regel hört 
man den "schlechten" Cap nämlich nur dann, wenn man weiß, daß er da 
ist...

Bei Caps im Signalweg stört eigentlich etwas ganz anderes: Verwendet man 
Caps als Teil eines Filters im Signalweg, wobei die Grenzfrequenz im 
hörbaren Bereich liegt, kann man große Kapazitätsunterschiede zwischen 
linkem und rechtem Kanal tatsächlich unter gewissen Umständen "hören", 
weil unser Gehör sehr empfindlich auf Rechts/Links-Unterschiede 
reagiert. Deswegen will man für Filter Caps guter Qualität verwenden, 
wobei Qualität hier geringe Toleranzen und vor allem geringe 
Langzeitdrift meint. Die findet man in der Regel bei 
Kunststofffoliencaps aus Polypropylen und Polystyrol in Verbindung mit 
Metallfolien, also nicht in Ausführungen mit metallisierter 
Kunststofffolie.

Das ist der Grund, warum man für aktive Linkwitz-Riley Filter gerne PP 
oder PS Caps verwendet und MKS und MKT lieber meidet. Aber auch hier ist 
es sehr fraglich, ob man den Unterschied wirklich hören kann.

Bei reinen Koppelkondensatoren sieht die Geschichte anders aus, weil 
hier Links/Rechts-Unterschiede kaum auftreten können, da die 
Grenzfrequenz deutlich unterhalb des hörbaren Bereichs liegt.

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