Hilfe bei Reparatur eines Netzteils eines Keyboardes

OP #2711370
Lesenswert?

Hallo liebes Forum!

Obwohl ich nicht wirklich fit bin in Sachen Elektronik/Elektrotechnik 
habe ich mich an ein kleines Reparaturprojekt gewagt. Es geht um ein 
Arranger-Keyboard (einer früher doch recht hohen Preisklasse). Es zeigte 
Symptome eines "Wackelkontakts", (startete beim Einschalten in 
Bruchteilen von Sekunden öfter neu) bevor es irgendwann garnicht mehr 
ging. Meine Laienanalyse besagt: (Internes) Netzteil kaputt. Da ich mir 
zutraute, einen geplatzen Elko oder irgendwas ausgelaufenes zu 
diagnostizieren, habe ich mir das Service-Manual besorgt, das Gerät 
geöffnet, und den Eingang und Ausgang der Netzteil-Platine gemessen. 
Eingang wie erwartet normaler Wechselstrom 230V, Ausgang: Fehlanzeige. 
Keine Spannung, nirgendwo.
Die Sicherung auf dem Board habe ich auch gemessen; ihr Widerstand ist 
sehr gering, also gehe ich mal davon aus, dass sie noch funktioniert.
Da man nichts offensichtlich beschädigtes sehen kann, hört mein Latein 
hier auf. Woran kann es noch liegen, was kann ich noch 
messen/austauschen?

Auf dem Dachboden liegt irgendwo noch eine defekte Version des selben 
Keyboardes herum, vielleicht kann ich dort die Platine ausbauen und 
austauschen, aber bevor ich das tue, möchte ich versuchen, ob ich 
vielleicht diese Platine noch irgendwie retten kann?

Also: Anregungen, sieht einer vielleicht mit einem geschulten Auge 
etwas, was ich nicht sehe?
Die Fotos sind leider nicht die besten geworden, ich hoffe, man erkennt 
trotzdem was :)


Dankeschön,
Sebastian
Angehängte Dateien:
Gast #2711402
Lesenswert?

Wenn ich es richtig auf den unscharfen Bildern erkenne, sitzt da ein TDA 
4605-2 drauf. Wenn das so ist, sollte der C7 mit dem Pluspol am Pin 6 
des TDA 4605 hängen. Falls dies zutrifft, würde ich als erstes den C7 
ersetzten. Der beschriebene Fehler ist bekannt bei Videorecordern und 
TV-Geräten mit diesem IC.
Gast #2711403
Lesenswert?

Wenn Du einen Schaltplan bzw. irgendwelche Abgleichunterlagen hast, 
bitte posten.

Ist das ein TDA4605-2 o. ä.? (Man kann das Photo leider nicht so gut 
erkennen...)
Wenn ja, dann würde ich dringend die R's in seinem Umfeld untersuchen 
und ggf. ersetzen, speziell die hochohmigen bei Pin 2 und 3. Die gehen 
mit der Zeit gerne mal kaputt. Wenn das der Fall war, dann den TDA am 
besten gleich mitersetzen, sonst hast Du den Fehler u.U. sehr bald 
wieder.

D6 und den BUZ (oder was auch immer da verbaut ist) auch kontrollieren.

Und in jedem Fall die ganze Platine sauber nachlöten, denn im Laufe der 
Jahre erkaltete Lötstellen wirken oft wahre Wunder. Bei der Gelegenheit 
kannst Du auch die Handvoll Elkos ersetzen, kostet ja so gut wie nix und 
hat einem älteren Gerät noch nie geschadet ... ;-)
Gast #2711408
Lesenswert?

Ach ja, und bevor Du an der Platine arbeitest sieh zu, daß der dicke 
Elko "rechts oben" entladen ist!!!

Auf den Bildern erkennt man zwar keine Beschriftung, aber es dürfte sich 
um einen Elko von vielleicht 100-150µF, aber wahrscheinlich 400V 
Spannungsfestigkeit handeln, und das reicht rechnerisch locker aus, um 
ein fröhliches Bastlerherz anzuhalten - also Vorsicht!!

Trotzdem gutes Gelingen und guad's Nächtle.
Persönliche Seite #2711547
Lesenswert?

Auf img_4377 ist zu erkennen, daß das Netzteil symmetrische +/- 15V und 
5V erzeugt, damit könnte ein probeweiser Ersatz mit einem entsprechenden 
Labornetzteil Aufschluss bringen, ob das damit betriebene Keyboard noch 
funktioniert.

Reparaturen an Schaltnetzteilen sind für ungeübte Bastler heikel, weil 
hier gleichgerichtete Netzspannung verwendet wird, und der große 
Kondensator diese durchaus sehr lange halten kann. Da eine der 
Leiterbahnen zu berühren, kann unangenehme Auswirkungen haben.

Antwort schreiben

Bitte melde dich an, um einen Beitrag zu schreiben.

oder

Mit Google-Account einloggen

Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur eine Minute.

Jetzt registrieren