Hallo liebes Forum! Obwohl ich nicht wirklich fit bin in Sachen Elektronik/Elektrotechnik habe ich mich an ein kleines Reparaturprojekt gewagt. Es geht um ein Arranger-Keyboard (einer früher doch recht hohen Preisklasse). Es zeigte Symptome eines "Wackelkontakts", (startete beim Einschalten in Bruchteilen von Sekunden öfter neu) bevor es irgendwann garnicht mehr ging. Meine Laienanalyse besagt: (Internes) Netzteil kaputt. Da ich mir zutraute, einen geplatzen Elko oder irgendwas ausgelaufenes zu diagnostizieren, habe ich mir das Service-Manual besorgt, das Gerät geöffnet, und den Eingang und Ausgang der Netzteil-Platine gemessen. Eingang wie erwartet normaler Wechselstrom 230V, Ausgang: Fehlanzeige. Keine Spannung, nirgendwo. Die Sicherung auf dem Board habe ich auch gemessen; ihr Widerstand ist sehr gering, also gehe ich mal davon aus, dass sie noch funktioniert. Da man nichts offensichtlich beschädigtes sehen kann, hört mein Latein hier auf. Woran kann es noch liegen, was kann ich noch messen/austauschen? Auf dem Dachboden liegt irgendwo noch eine defekte Version des selben Keyboardes herum, vielleicht kann ich dort die Platine ausbauen und austauschen, aber bevor ich das tue, möchte ich versuchen, ob ich vielleicht diese Platine noch irgendwie retten kann? Also: Anregungen, sieht einer vielleicht mit einem geschulten Auge etwas, was ich nicht sehe? Die Fotos sind leider nicht die besten geworden, ich hoffe, man erkennt trotzdem was :) Dankeschön, Sebastian
Hi, tausch zunächst die Elkos mal auf Verdacht. Grad ausgetrocknete Start-up-Elkos verursachen gern solche Probleme. gruß tobi
Nein, kein Kawai, es handelt sich um ein Roland G800. Kann ich die Kondensatoren irgendwie mit haushaltsüblichen Methoden messen? bevor ich jetzt morgen auf dem Weg zur Uni beim Conrad vorbeiradele und Kondensatoren einkaufe :)
Nein, denn dafür musst du Kapazität und Serienwiderstand (ESR) messen. Daher lieber tauschen. PS. den dicken 350 oder 400V - Elko am Eingang kannst du erstmal lassen. gruß tobi
Wenn ich es richtig auf den unscharfen Bildern erkenne, sitzt da ein TDA 4605-2 drauf. Wenn das so ist, sollte der C7 mit dem Pluspol am Pin 6 des TDA 4605 hängen. Falls dies zutrifft, würde ich als erstes den C7 ersetzten. Der beschriebene Fehler ist bekannt bei Videorecordern und TV-Geräten mit diesem IC.
Wenn Du einen Schaltplan bzw. irgendwelche Abgleichunterlagen hast, bitte posten. Ist das ein TDA4605-2 o. ä.? (Man kann das Photo leider nicht so gut erkennen...) Wenn ja, dann würde ich dringend die R's in seinem Umfeld untersuchen und ggf. ersetzen, speziell die hochohmigen bei Pin 2 und 3. Die gehen mit der Zeit gerne mal kaputt. Wenn das der Fall war, dann den TDA am besten gleich mitersetzen, sonst hast Du den Fehler u.U. sehr bald wieder. D6 und den BUZ (oder was auch immer da verbaut ist) auch kontrollieren. Und in jedem Fall die ganze Platine sauber nachlöten, denn im Laufe der Jahre erkaltete Lötstellen wirken oft wahre Wunder. Bei der Gelegenheit kannst Du auch die Handvoll Elkos ersetzen, kostet ja so gut wie nix und hat einem älteren Gerät noch nie geschadet ... ;-)
Ach ja, und bevor Du an der Platine arbeitest sieh zu, daß der dicke Elko "rechts oben" entladen ist!!! Auf den Bildern erkennt man zwar keine Beschriftung, aber es dürfte sich um einen Elko von vielleicht 100-150µF, aber wahrscheinlich 400V Spannungsfestigkeit handeln, und das reicht rechnerisch locker aus, um ein fröhliches Bastlerherz anzuhalten - also Vorsicht!! Trotzdem gutes Gelingen und guad's Nächtle.
Sebastian B. schrieb: > bevor ich jetzt morgen auf dem Weg zur Uni beim Conrad > vorbeiradele und Kondensatoren einkaufe :) Du weißt aber schon, dass man da keine Feld/Wald/Wiesenelkos verwenden kann?
Auf img_4377 ist zu erkennen, daß das Netzteil symmetrische +/- 15V und 5V erzeugt, damit könnte ein probeweiser Ersatz mit einem entsprechenden Labornetzteil Aufschluss bringen, ob das damit betriebene Keyboard noch funktioniert. Reparaturen an Schaltnetzteilen sind für ungeübte Bastler heikel, weil hier gleichgerichtete Netzspannung verwendet wird, und der große Kondensator diese durchaus sehr lange halten kann. Da eine der Leiterbahnen zu berühren, kann unangenehme Auswirkungen haben.
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