Hallo,
wie würdet ihr folgenden Brainteaser lösen?
Du bist Vorstandsvorsitzender eines großen Unternehmens. Die anderen
Vorstandsmitglieder dürfen abstimmen, wie die Gewinne aus dem letzten
großen Übernahmeprojekt unter dem Vorstand aufgeteilt werden. Wenn
weniger als die Hälfte der Vorstandsmitglieder damit einverstanden sind,
wie du den Gewinn aufteilen würdest, gibt es einen Eklat und du wirst
abgesetzt. Was schlägst du vor, um möglichst viel vom Gewinn zu
bekommen, aber trotzdem Vorstandsvorsitzender zu bleiben?
Alles verteilen; damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass die Hälfte
des Vorstands aus Egoismus mitspielt, sowie der anteilige Gewinn, den
man erwarten kann.
n sei die Anzahl der Mitglieder
Ich teile den Gewinn unter (n/2 + 1) Mitgliedern gleichmässig auf. Die
restlichen kriegen nichts. Die Stimmen der n/2 + 1 habe ich sicher und
damit wird mein Vorschlag angenommen.
Alternativ:
Wer rummault, dem verspreche ich ein Haus an der Riviera, wenn er für
mich stimmt. Abgesehen davon behalte ich alles für mich selber.
Karl Heinz Buchegger schrieb:> Ich teile den Gewinn unter (n/2 + 1) Mitgliedern gleichmässig auf. Die> restlichen kriegen nichts. Die Stimmen der n/2 + 1 habe ich sicher und> damit wird mein Vorschlag angenommen.
Ein Mensch mit Charakter würde hier aber auch nicht zustimmen, wenn er
unter den n/2+1 ist.
@ karlheinz
dein model berücksichtigt nicht die Kräftegruppierungen der Zirkel
innerhalb des Vorstandes dies sollte mann nicht außer acht lassen
1. prüfen, reicht die zustimmung der eigenen Anhänger für 55-60%?
2. wenn nicht wieviel fehlen welche, welche Gruppierung kann den Bedarf
decken?
3. Dials aushandeln.
4. Etat zur Abstimmung bringen.
Es ist kein optimierungsproblem allein es ist auch ein soziales problem
dabei welches durchschlagen kann.
Einsame Entscheidungen springen zu kurz wenn die wichtigste Stütze
deines wichtigsten Verbündeten leer ausgeht.
Winfried J. schrieb:> @ karlheinz>> dein model berücksichtigt nicht die Kräftegruppierungen der Zirkel> innerhalb des Vorstandes dies sollte mann nicht außer acht lassen
?
Braucht es auch nicht.
Die "Modelle"
"Jeder nimmt so viel wie er kriegen kann" bzw
"was interessieren mich die anderen"
funktionieren seit Jahrtausenden.
Karl Heinz Buchegger schrieb:> Die "Modelle"> "Jeder nimmt so viel wie er kriegen kann" bzw> "was interessieren mich die anderen"> funktionieren seit Jahrtausenden.
Sie lassen aber andere Randbedingungen außer acht. Wenn z. B. einer
der jetzigen Vorstandsmitglieder, auf den du aufgrund einer
großzügigen Zuwendung im Modell "ich brauche ja nur genau die Hälfte
der Stimmen" dringend rechnest, sich durch Verweigerung der Zustimmung
und der dann fälligen Neuwahl gute Chancen ausrechnet, selbst
Vorstandsvorsitzender zu werden, hast du die A-Karte gezogen. ;-)
Jörg Wunsch schrieb:> Sie lassen aber andere Randbedingungen außer acht. Wenn z. B. einer> der jetzigen Vorstandsmitglieder, auf den du aufgrund einer> großzügigen Zuwendung im Modell "ich brauche ja nur genau die Hälfte> der Stimmen" dringend rechnest, sich durch Verweigerung der Zustimmung> und der dann fälligen Neuwahl gute Chancen ausrechnet, selbst> Vorstandsvorsitzender zu werden, hast du die A-Karte gezogen. ;-)
Macht nix. Dann verläßt du halt den Konzern mit dem erzielten Gewinn
plus einer großzügigen Abfindung.
Genau. Gehst z.B. von einer Bahngesellschaft (nachdem du ordentlich
Schaden angerichtet hast) z.B. zu einer Fluggesellschaft und schaffst es
innerhalb kurzer Zeit auch diese an den Rand des Ruins zu bringen. Das
sind wichtige Stationen auf dem Lebensweg eines Managers. Und das
Schönste: scheidest du aus, regnet es nocheinmal Millionen.
Icke ®. schrieb:> Jörg Wunsch schrieb:> Macht nix. Dann verläßt du halt den Konzern mit dem erzielten Gewinn> plus einer großzügigen Abfindung.
Wobei ja in der Aufgabenstellung explizit gefordert war, dass du im
Konzern bleibst. Da es bei sog. Brainteasern, einem tollen Machwerk der
Personalfuzzies auch eher um das Nachdenken und Berücksichtigen der
Eventualitäten denn um eine konkrete Lösung (die es auf die Frage ja
pauschel nicht gibt), würde ich auch sagen: je nachdem, wie käuflich der
Vorstand ist, wäre der eine Extremfall, n/2+1 zu beteiligen und der Rest
geht leer aus, das andere Extrem, den Gewinn fair zu verteilen.
Dazwischen beliebige Abstufungen.
Jörg Wunsch schrieb:>> Die "Modelle">> "Jeder nimmt so viel wie er kriegen kann" bzw>> "was interessieren mich die anderen">> funktionieren seit Jahrtausenden.>> Sie lassen aber andere Randbedingungen außer acht. Wenn z. B. einer> der jetzigen Vorstandsmitglieder, auf den du aufgrund einer> großzügigen Zuwendung im Modell "ich brauche ja nur genau die Hälfte> der Stimmen" dringend rechnest, sich durch Verweigerung der Zustimmung> und der dann fälligen Neuwahl gute Chancen ausrechnet, selbst> Vorstandsvorsitzender zu werden, hast du die A-Karte gezogen. ;-)
Überleg jetzt schon eine Weile hin und her. Ich komm aber immer zum
gleichen Ergebnis:
Das Problem hab ich immer, dass die anderen nicht mitspielen könnten,
egal wie die Verteilung aussieht.
Karl Heinz Buchegger schrieb:> Das Problem hab ich immer, dass die anderen nicht mitspielen könnten,> egal wie die Verteilung aussieht.
Du müsstest also immer die konkrete Situation beachten, und darfst nicht
pauschal entscheiden. Das will auch der Personalheini hören.
Karl Heinz Buchegger schrieb:> Überleg jetzt schon eine Weile hin und her. Ich komm aber immer zum> gleichen Ergebnis:> Das Problem hab ich immer, dass die anderen nicht mitspielen könnten,> egal wie die Verteilung aussieht.
Also würde ich die Verteilung nehmen, bei der die Wahrscheinlichkeit am
größten ist, dass zumindest mehr als die Hälfte zufrieden ist. Und wenn
einer gegenrudert, hab ich immer noch einen Pool von Nichtbeziehern, von
denen einige den Pool-Wechsel mit einer Ja-Stimme quittieren könnten und
so den Querulaten ersetzen könnten.
Ich denke auch, anders als in der Schule ist keine Standartdlösung die
richtige Lösung. Sonst wäre Multiple Chioce als äußere Form der Aufgabe
gesetzt. ;-)
Eine wirklich überzeugende Lösung ist mir nicht eingefallen. Hier ein
paar Ansätze:
Bei 10 Vorständen (als Beispiel) würde ich 4 davon jeweils 10% des
Gewinns geben und 60% für mich selbst behalten. Bei einem anständigen
Vorstandsvorsitzenden, der den Gewinn gleichmäßig verteilt, würden sie
auch nicht mehr bekommen. Also werde ich mit 5 Stimmen in meinem Amt
bestätigt.
Es könnte allerdings ein anderer Vorstand dem Rest der Gruppe verspre-
chen, mit 59% zufrieden zu sein, wenn er zum neuen Vorsitzenden gewählt
wird. Das würde nur dann nicht passieren, wenn jeder von den anderen
soviel mehr bekommt als ich, dass er keinen Bock hat, Vorsitzender zu
werden.
Aber selbst wenn ich auf meinen Gewinnanteil komplett verzichte, kann es
unter dem Rest immer noch 6 Überflieger geben, die jeweils den größten
Teil des Gewinns für sich allein beanspruchen, so dass 5 von ihnen nicht
zufriedenzustellen sind. Dann bin ich trotz meine Freigebigkeit den
Posten als Vorsitzender los.
Du musst halt 4 von 10 ein Angebot machen, dass sie nicht ablehnen
können.
Werden doch irgendwelche kleinen Geheimnisse habe, Geliebte, Geld
beiseite geschafft, Schw...ähm gleichgeschlechtlich aktiv...
Einem weiteren schenkst Du neue Schuhe, Marke Beton im Hafenbecken.
Damit sind die 4 schwer beeindruckt, und Du hast schonmal eine sichere
Mehrheit.