Forum: Offtopic Frage an die Mathematiker


von Ralf G. (old-school) Benutzerseite


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Hallo zusammen,

mich beschäftigt immer wieder die Mondlandung von 1969, es gibt ja da 
die wildesten Theorien.

Was mich da immer ein wenig ins Grübeln bring ist die Physik ... 
vielleicht hat ja jemand die richtigen Antwort, die ich suche ...

Für den Weg zum Mond wurden ja die Module mir einem Gesamtgewicht von 
ca. 45000 Kg auf eine Geschwindigkeit von 10822 m/s ~ 39000 km/h durch 
Saturn-Rakete beschleunigt und auf die Reise zum Mond geschickt ...

Die spätere Geschwindigkeit in der Umlaufbahn des Mondes betrug ca 1800 
m/s ~ 6480 km/h.

Was mich nur wundert ist der Hinflug hat drei Tage genau 76 Stunden 
gedauert ... bei einer Entfernung von ~380000 km würde das aber bedeuten 
das eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 380000 km / 76 = 5000 
km/h = 1389 m/s sich nur ergibt .

Bei gleich bleibender Startgeschwindigkeit von 39000 km/h ~ 10822 m/s 
hätte eigentlich der ganze Flug nur ~10 Stunden gedauert.

Also kann ja nur die Erde mit Ihrer Anziehungskraft die Geschwindigkeit 
so stark abgebremst und später der Mond diese wieder beschleunigt haben.

Ist das so korrekt ?

Gruss Ralf

von Karl H. (kbuchegg)


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Ralf G. schrieb:

> Bei gleich bleibender Startgeschwindigkeit von 39000 km/h ~ 10822 m/s
> hätte eigentlich der ganze Flug nur ~10 Stunden gedauert.

a) man fliegt nicht auf einer Geraden
   Stell dir die ISS im Orbit vor. Die umkreist die ganze Zeit die Erde.
   Jetzt nimmst du einen Punkt des Orbits und verlagerst ihn immer
   weiter nach draussen. Aus der Bahn wird eine Ellipse. Eine lang-
   gestreckte Ellipse. Iiiiiimmmmer länger wird die Ellipse (ist aber
   immer noch ein Orbit um die Erde. Eben ein elliptisches Orbit).
   Das machst du so lange, bis die Ellipse die Dimensionen hat, das der
   Endpunkt der langen Achse der Ellipse in Mondentfernung ist.
   Und wenn du das ganze dann auch noch so zeitmässig hinkriegst, dass
   der Mond zum gleichen Zeitpunkt am 'Umkehrpunkt' deiner Ellipse
   ist, dann kannst du in einen Mondorbit übergehen.

b) elementare Himmelsmechanik
   Je weiter draussen du auf der Ellipse bist, desto langsamer wirst
   du. 2. Keplersches Gesetz.
   -> 'gleichbleibende Startgeschwindigkeit' spielts nicht.

c) 76 Stunden stimmt nicht ganz.
   Du hast die Mission Time benutzt. Tatsächlich flog man aber nicht
   direkt von Florida aus zum Mond, sonder erst mal in ein Parkorbit
   um die Erde. Erst bei Mission Time ca. 2:50 erfolgte dann der
   Einschuss in die Transferbahn (TLI - Trans Lunar Injection)

> Also kann ja nur die Erde mit Ihrer Anziehungskraft die
> Geschwindigkeit so stark abgebremst und später der Mond
> diese wieder beschleunigt haben.
> Ist das so korrekt ?
Abgebremst ist der falsche Ausdruck, auch wenn du das Richtige meinst. 
Aus dem Gravitationsgesetz kann man die Keplerschen Gesetze ganz 
zwanglos herleiten. Daher ja: Die Erde ist die Ursache dafür, dass man 
im Erdorbit ordentlich Stoff geben muss und dann auf der Ellipse immer 
langsamer wird. Währe der Mond nicht da, dann würde die Ellipse bis auf 
Mondentfernung rausgehen und von dort gehts wieder zurück zur Erde, 
wobei die Orbitgeschwindigkeit sich wieder erhöht. Bis man dann in 
Erdnähe wieder am gleichen Punkt und mit der gleichen Geschwindigkeit 
rauskommen würde, von wo dann die nächste Ellipse wieder rausgeht.
Auch die Erde hat auf ihrem Weg um die Sonne nicht immer die gleiche 
Geschwindigkeit. Wenn die Erde auf ihrer Ellipse (es ist nur eine ganz 
schwache Ellipse) der Sonne am nächsten ist (das ist ungefähr Mitte 
Jänner der Fall), ist ihre Umlaufgeschwindigkeit am höchsten. In 
Sonnenferne (Juli) ist sie am niedrigsten.

> mich beschäftigt immer wieder die Mondlandung von 1969, es gibt
> ja da die wildesten Theorien.
'wild' ist der korrekte Ausdruck. Diese Thesen (eine Theorie ist im 
naturwissenschaftlichen Sprachgebrauch etwas anderes) sind nur dann 
einigermassen logisch, wenn man jegliche Physik aussen vor lässt bzw. 
keine Ahnung davon hat. Was leider bei den VT ein üblicher Zustand ist.


Edit:
Hier
http://www.braeunig.us/apollo/apollo11-TLI.htm
findest du die exakten Zahlen.

von P. M. (o-o)


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Ralf G. schrieb:
> Bei gleich bleibender Startgeschwindigkeit von 39000 km/h ~ 10822 m/s
> hätte eigentlich der ganze Flug nur ~10 Stunden gedauert.

Naja, falls da geschummelt wurde - worauf du vermutlich raus willst - 
dann hätte man das gemerkt. Die Funksignale wurden ja auf der ganzen 
Welt empfangen und man würde schnell feststellen, wenn das Raumschiff 
von einem anderen Ort sendet, als es vorgibt, zu sein.

von Εrnst B. (ernst)


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P. M. schrieb:
> Die Funksignale wurden ja auf der ganzen
> Welt empfangen

Da siehste mal, wie weit die Verschwörung reicht! Sie sind überall. 
Auf der ganzen Welt!


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