Hallo,
ich möchte über den ADC eines Mikrocontrollers, Typ STMF103 (3,3V),
Spannungen im Bereich von 0-10V einlesen.
Die die Signalquelle ist mit einem - Load Resistance - von 2MOhm
angegeben.
Also habe ich einen Spannungsfolger (OP177) und einen Spannungsteiler
(5k6 und 2k7) vor den Eingang des µC gesetzt.
An den Eingang des OPV habe ich zusätzlich einen 1MOhm Widerstand gegen
Masse geschaltet.
So weit so gut, ich kann eine Spannung einlesen und am PC ausgeben.
Problem:
Ich lasse mir die Spannung über den PC anzeigen. Erst erahnung, der Wert
ist leicht zu hoch.
Gehe ich jetzt mit einem Multimeter an den Ausgang des OPV, singt die
Spannung um einige mV. (5-10mV)
Da ich die Spannung weiterverarbeite entsteht ein größerer Fehler.
Eine Idee die ich bisher noch nicht umsetzen konnte. -> Einen weiteren
Spannungsfolger nach dem Spannungsteiler.
Habt ihr vielleicht einen guten Ansatz?
Schöne Grüße,
Christopher
Ich habe mich nochmal hingesetzt, 10µF Tantals in den Sekundärkreis
gelötet und mir die Spannungen genauer angesehen.
Was mir gestern nicht aufgefallen ist. Am Eingang habe ich z.B. eine
Spannung von 0,530V und am Ausgang eine Spannung von 0,550V.
Das spricht ja für einen Offset. Die Offsetpins haben beide die selbe
Spannungshöhe von 15,35V.
Was kann ich Hardwaretechnisch dagegen tun? Habe zwischendurch mal einen
4,6MOhm Widerstand zwischen Ausgang und invertierenden Eingang gelget.
Allerdings ohne Erfolg.
Softwareseitig möchte ich das Problem am liebsten nur als letzten
Schritt angehen.
MfG,
Chris
>Die die Signalquelle ist mit einem - Load Resistance - von 2MOhm>angegeben.
Was heißt das genau? Das man nur Lasten größer 2M anschließen kann??
>An den Eingang des OPV habe ich zusätzlich einen 1MOhm Widerstand gegen>Masse geschaltet.
Im Schaltplan ist aber ein 1M Widerstand zu sehen!
>Gehe ich jetzt mit einem Multimeter an den Ausgang des OPV, singt die>Spannung um einige mV. (5-10mV)
Hast du die zusätzliche Belastung durch das Voltmeter berücksichtigt?
Hi,
>Was heißt das genau? Das man nur Lasten größer 2M anschließen kann??
Ja richtig! Es heißt das nur Lasten größer 2MOhm angeschlossen werden
dürfen.
>Im Schaltplan ist aber ein 1M Widerstand zu sehen!
Auch das ist richtig!
Ich habe den 1MOhm aus Testzwecken, durch einen 4,7MOhm Widerstand
getauscht.
Keine Änderung.
>Hast du die zusätzliche Belastung durch das Voltmeter berücksichtigt?
Der Widerstand des Multimeters sollte hochohmig genug sein um die
Schaltung am Ausgang des Spannungsfolgers nicht zu belasten.
Korrigiere mich, falls ich mich täusche, denn irgendwo muss der Fehler
ja liegen.
Interessant ist auch der "Offset", wenn es denn wirklich einer ist.
Schätze das Problem liegt irgendwo anders.
Laut Datenblatt soll dieser bei +/- 3V liegen.
Habe es auch mal mit einem 4,7MOhm Widerstand zwischen Ausgang und
invertierenden Eingang probiert. Keine Besserung.
Werde später noch eine antiparallele Diode einsetzen und evtl. noch ein
paar nF Keramikkondensatoren.
Schöne Grüße,
Chris
>Laut Datenblatt soll dieser bei +/- 3V liegen.
Gib mal einen Link zu deinem Datenblatt.
Hinsichtlich deiner Anwendung tappe ich nach wie vor völlig im Dunkeln.
Gib doch mal ein paar Details...
>>Laut Datenblatt soll dieser bei +/- 3V liegen.
Ich meinte natürlich +/- 3mV. Hier der Link:
http://www.analog.com/en/all-operational-amplifiers-op-amps/operational-amplifiers-op-amps/op177/products/product.html
Also ich führe eine Strommessung mit einer passiven Stromzange(daher der
geringe Ausgangsstrom) durch, die mir 0-10V Ausgangsspannung liefert.
Die Ausgangsspannung lege ich auf einen Spannungsfolger, den ich mittels
DC/DC Wandler versorge.
Über einen Spannungsteiler lege ich das Signal (0 - 3,3V) dann weiter
auf meinen Mikrocontroller (12 Bit ADC).
Also:
1. Spannung bricht beim Anlegen des Multimeters um einige mV zusammen.
2. Eingangsspannung von 530mV, aber eine Ausgangsspannung von 550mV.
Gegenmaßnahmen:
-10µF Tantal im Sekundärkreis
-4,7MOhm zwischen Ausgang und invertierenden Eingang
> 1. Spannung bricht beim Anlegen des Multimeters um einige mV zusammen.> 2. Eingangsspannung von 530mV, aber eine Ausgangsspannung von 550mV.
Ich finde, das sieht sehr nach schwingendem OPV aus. Hast du dessen
Betriebsspannung auch dicht an den Pins angeblockt?
@ Chris (Gast)
>http://www.analog.com/en/all-operational-amplifier...>Also ich führe eine Strommessung mit einer passiven Stromzange(daher der>geringe Ausgangsstrom)
Kaum. 2M an 10V sind lächerliche 5uA. SOOO schwach kann die nicht sein.
>Die Ausgangsspannung lege ich auf einen Spannungsfolger, den ich mittels>DC/DC Wandler versorge.
Naja, der ist sicher nicht die beste Quelle für den OP, da wird einiges
an HF-Ripple drauf sein.
>Über einen Spannungsteiler lege ich das Signal (0 - 3,3V) dann weiter>auf meinen Mikrocontroller (12 Bit ADC).
Kann man machen, ist aber dennoch suboptimal. Denn damit sieht der ADC
einen relativ hochohmigen Spannungsteiler als Quelle. Besser ist es, den
Spannungsteiler an den Eingang zu legen und den OPV direkt an den ADC
anzuschließen. Damit hat man eine schön niederohmige Quelle für den ADC.
>1. Spannung bricht beim Anlegen des Multimeters um einige mV zusammen.
Hmm. kann Störeinkopplung sein.
>2. Eingangsspannung von 530mV, aber eine Ausgangsspannung von 550mV.
Welcher Eingang und Ausgang?
>-10µF Tantal im Sekundärkreis
Welcher Sekundärkreis? Der Spannungsteiler?
>-4,7MOhm zwischen Ausgang und invertierenden Eingang
Ist hier sinnlos bis kontraproduktiv. Das macht man nur, wenn der OP aus
einer definierten Impedanz gespeist wird, um die Biasströme zu
kompensieren. Der OP wird direkt von der Quelle gespeist, die geschätzt
vielleich 1kOhm Ausgangswiderstand hat. Bei max. 2nA Biasstrom kommen
bei 4M7 schon bis zu 10mV zusammen!
Mein Vorschlag:
Verpass deinem OPV-Eingang mal einen Teiler aus zwei 2,2M Widerständen
und verpass dem Mittenabgriff mindesten 4,7nF. Vom Mittenabgriff gehst
du dann mit 4,7k an den OPV-Eingang. Jetzt ist erstmal auf 0-5V
runtergeteilt.
Dahinter nimmst du einen niederohmigeren Spannungsteiler hinter dem OPV,
der mit einem korrektur-Trimmer versehen ist. Z.B. 1k+2k-trimmer+2k.
Damit korrigierst du die Verstärkung hinter dem OPV.
Auch hier über den Trimmer und den 2k einen 10nF oder mehr.
Für den Offset-Abgleich, der unbedingt notwendig ist, gibt es auf Seite
4 des OP177 Datenblattes eine Beispielbeschaltung:
http://www.analog.com/static/imported-files/data_sheets/OP177.pdf
René B. schrieb:> Mein Vorschlag:> ...
Der TO hat ein grundlegendes Problem mit dem OP177. Zur Verschlechterung
der Genauigkeit einen zweiten Spannungsteiler einzufügen und an den
Anderen einen Trimmer anzubauen, hilft hier nix.
Leider hat der TO nicht seinen tatsächlichen Aufbau beschrieben und so
ist es schwierig, das Problem zu erraten. Auffallend ist zunächst das
Fehlen der Abblock-Kondensatoren am OPV.
> Für den Offset-Abgleich, der unbedingt notwendig ist, gibt es auf Seite> 4 des OP177 Datenblattes eine Beispielbeschaltung:
Die Offsetspannung ist typ. 20µV! Da bringt der Offsetabgleich kaum noch
was.
>Also ich führe eine Strommessung mit einer passiven Stromzange(daher der>geringe Ausgangsstrom) durch, die mir 0-10V Ausgangsspannung liefert.
Hast du auch einen Link zur Stromzange?
> Was mir gestern nicht aufgefallen ist. Am Eingang habe ich z.B. eine> Spannung von 0,530V und am Ausgang eine Spannung von 0,550V.
Was hast Du bei anderer Eingangsspannung?
Nur mal um festzustellen, ob es sich um eine Offsetspannung handelt oder
nicht!
> Gehe ich jetzt mit einem Multimeter an den Ausgang des OPV, singt die> Spannung um einige mV. (5-10mV)
Wenn Du am Ausgang des OP misst oder am Ausgang des Spannungsteilers?
Gruss
Michael
Hi,
zunächst mal vielen Dank für eure Tipps.
@Arnor
>Ich finde, das sieht sehr nach schwingendem OPV aus. Hast du dessen>Betriebsspannung auch dicht an den Pins angeblockt?
Ich verstehe unter angeblockt die Verbindungslänge zwischen DC/DC
Wandler und OPV. Ist das richtig?
Habe das Layout in den Anhang gelegt.
@Falk Brunner
>Kaum. 2M an 10V sind lächerliche 5uA. SOOO schwach kann die nicht sein.http://www.lem.com/docs/products/at_b10_e.pdf>Welcher Eingang und Ausgang?
Pin 3 und 6 vom OP177
>>Welcher Sekundärkreis? Der Spannungsteiler?
Habe die die direkt an den +/- 15V Ausgang des DC/DC Wandlers gelegt.
Also +15V an GND und -15V an GND jeweils einen 10µF.
@"nicht" Gast
>Leider hat der TO nicht seinen tatsächlichen Aufbau beschrieben und so>ist es schwierig, das Problem zu erraten.
Viel mehr Aufbau als bisher beschrieben habe ich gar nicht.
Ich versuchs nochmal!
Also im grunde sieht es so aus, dass ich im Moment eine
Wechselspannungsquelle (strombegrenzt) kurzschließe, und damit den
gewünschten Stromfluss erzeuge. Jetzt kommt die Stromzange zum Einsatz.
Diese liefert mir 0-10V DC.
Die Spannung lege ich auf den OPV, dann kommt der Spannungsteiler und
dann der µC. Von diesem gebe ich die Spannung über die Konsole aus.
Daher habe ich den direkten Vergleich zwischen der Spannung die anliegt
bevor ich das Multimeter anlege.
Hier wäre noch das Datenblatt von meinem DC/DC Wandler.
http://www.datasheetcatalog.org/datasheet/stmicroelectronics/2653.pdf
@Michael
>Was hast Du bei anderer Eingangsspannung?
Die 20mV unterschied bleiben.
>Wenn Du am Ausgang des OP misst oder am Ausgang des Spannungsteilers?
Bei beiden Varianten.
> Ich verstehe unter angeblockt die Verbindungslänge zwischen DC/DC> Wandler und OPV. Ist das richtig?
b und n liegen direkt nebeneinander auf der Tastatur. Es sollte
abgeblockt heißen und bedeutet, dass GANZ DICHT an die
Betriebsspannungsanschlüsse des OPV Kondensatoren gehören. Genau die
fehlen in deinem Layout. Löte mal an jeden Betriebsspannungsanschluß der
OPVs einen keramischen Kondensator von min. 100nF nach Masse und am
besten noch einen kleinen Elko parallel.
> @Michael>>Was hast Du bei anderer Eingangsspannung?> Die 20mV unterschied bleiben.
Also Offset abgleichen (Datenblatt S4, Siehe Post fon René)
Oszilloskop dranhaengen und sehen ob was bloedes passiert.
Gruss
Michael
Ohne Blockkondensatoren und ohne Filtern des Eingangs geht es IMHO
nicht. Da stört selbst das Handy in der Hosentasche. Der Einfluss der
Prüfspitze deutet für mich auf HF-Einstreuung eventuell in Verbindung
mit den bis zu 90mV Ripple auf der Stromversorgung hin.
Der ungefilterte DC-DC-Wandler könnte Probleme machen. Mach mal, wie
Arno geschrieben hat, Elkos und 100nF X7R Caps an die
Versorgungsspannungsanschlüsse und schalte zusätzlich einen 100R
Widerstand in die Versorgungsleitungen, sodaß sich ein tiefpaßfilterndes
RC-Glied ergibt, welches den Ripple des DC-DC-Wandlers kräftig
verringert. Also Elko könnte man 47µ nehmen.
>Ohne Blockkondensatoren und ohne Filtern des Eingangs geht es IMHO>nicht.
Bis auf C4 finde ich deine Idee gut. C4 verkleinert die "Phase Margin"
und kann Stabilitätsprobleme machen. C4 würde ich auf jeden Fall
weglassen.
Bei 4M7 Quellimpedanz könnte man auch einen FET-OPamp nehmen...
Wie Falk schon richtig sagte:
>Bei max. 2nA Biasstrom kommen bei 4M7 schon bis zu 10mV zusammen!
Deshalb Offsetkompensation. Nicht das Offset des OPV sondern das Offset
bedingt durch die Außenbeschaltung. Deshalb hat er ja
Kompensationseingänge die +- 3mV zulassen. Aber das ist wahrscheinlich
immer noch zu wenig.
Dann muss halt wieder eine Kompensation hinterher gemacht werden mit
Subtrahierer und Gain-Korrektur. Oder eben Offset ab in die Software.
@René
Dann darf die der kompensierte OP nur mit einer festen
Eingangsbeschaltung verwendet werden.
@Kai
>C4 verkleinert die "Phase Margin"
Das stimmt im Prinzip. Trotzdem ist diese Beschaltung bei EMV-Problemen
üblich. Wobei hier bei 1-2cm Leiterbahn wahrscheinlich kein HF-Problem
entsteht. Oft werden die beiden Cs (C3, C4) anstatt auf GND auf den
negativen Eingang gelegt, was aber auf die Innenbeschaltung des OPs an
kommt. Meist liegt der Emitter der Eingangstransistoren in Richtung
negativer Versorgung. Bei einer unsauberen Betriebsspannung wie hier ist
dies jedoch nicht zu empfehlen, da über die Cs Störungen auf die
Eingänge gekoppelt werden.
Hallo und nochmal vielen Dank für das große Interesse am Thema.
Ich habe die Schaltung nochmal aufgebaut und eure Kritikpunkte beachtet.
Mit der Schaltung von Bernd läuft alles super.
DANKE!