Forum: Offtopic Freizeitbeschäftigungsempfehlung: Hacker Camps


von Christian B. (casandro)


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Servus,

ich komme gerade von der ICMP6, einem Hacker Camp des Bit'n'Bugs, der 
Erlanger Sektion des CCCs. Ich muss sagen, wenn ihr irgendwie die 
Möglichkeit habt da oder zu ähnlichen Veranstaltungen hin zu gehen, 
nutzt sie! Ernsthaft.

Die ICMP ist eine Veranstaltung mit grob 150 Teilnehmern. Eine Art 
Zeltlager für Geeks allerlei Art. Ich kann jetzt natürlich nicht für 
alle ähnlichen Veranstaltungen sprechen, ich denke jedoch, die laufen 
grob nach ähnlichen Rezepten ab.

Eines vorweg, Zelten ist nicht schlimm. Auch nicht wenn es regnet. Ich 
hatte ein billiges Wurfzeit dabei. Die Dinger sind, auch wenn man Kabel 
vorne rein lässt, dicht. Das einzige Wasser das ich im Zelt hatte war 
die Luftfeuchtigkeit, die sich jedoch an der Zeltwand kondensiert. Das 
war aber unkritisch. Man könnte das vielleicht mit einem Lüfter 
reduzieren. Ein Problem ist Dreck, das kann man beispielsweise mit einem 
Zelt mit Vorzelt vermeiden in dem man dann die Schuhe vorher auszieht. 
Sonst kann da ziemlich viel reinkommen. Zelte werden bei 
Sonnenbestrahlung innen ziemlich heiß. Da gibts spezielle Zelte, die 
quasi ein Zelt im Zelt sind. Die können das ein wenig reduzieren. 
Alternativ kann man auch einfach eine Decke über das Zelt legen.

Im Eintrittspreis der ICMP war eine Art "Frühstücksbuffet" enthalten. Es 
hatte so grob ab 9:00 in der früh bis in den späten Abend geöffnet. Da 
gibts Semmeln, Brot, Brotaufstriche, Wurst, Müsli, Tee, Kaffee, usw. Man 
geht einfach hin und bedient sich. Getränke kosten ein wenig, wobei die 
lokal Währung aus "Kratzkarten" besteht. Das sind scheckkartengroße 
Karten im Wert von 5 Euro in einer Stückelung zu 25 cent. Je nach dem 
was man kauft werden die entsprechenden Stellen abgestrichen. Wasser 
kostete 50 cent, Mate, Limo, Cola, etc kostete 1 Euro und 1,5 Euro für 2 
Flaschen. Bier usw gab es für 1,5 Euro pro Flasche.
Am Abend gab es auch Grillgut und/oder Pizza. Das wird ebenfalls so 
bezahlt und ist nicht übermäßig teuer. Es gibt auch noch Tschunk, ein 
Mate-Mix Getränk mit Alkohol. Das sagte mir aber nicht so zu.
Besteck und Teller standen ausreichend zur Verfügung, man muss sich das 
also nicht mitnehmen.

Einige Leute bringen tolles Werkzeug mit, es stand da beispielsweise ein 
3D-Drucker und eine spezielle computerisierte Nähmaschine. Meines 
Wissens nach konnte man bei den entsprechenden Leuten was machen lassen, 
gegen Bezahlung des Materials. Leider hatte ich dafür keine gute Idee, 
ich hätte vielleicht vorher ein Projekt vorbereiten sollen.

Es gibt auch noch Vorträge und Workshops zu unterschiedlichsten Themen. 
Die sind bei der ICMP recht rar. Im Durchschnitt war das wohl einer pro 
Tag. Das ist eine Tolle Möglichkeit über alle möglichen Themen zu 
erfahren, und mit den Vortragenden darüber zu reden. Die ICMP ist hier 
eine sehr locker gehaltene Veranstaltung. Da kein Vortrag direkt danach 
kommt hat man alle Zeit der Welt.

Bespaßungsideen gibts auch. Beispielsweise gab es mal einen spontanen 
Kinoabend. Es wurde eine rießige Leinwand und ein PA System aufgebaut 
und man konnte auf dem anliegenden Sportplatz Filme schauen.

Die Stimmung war genial, man fühlt sich schnell wie daheim. Sorgen 
musste man sich nicht wirklich machen. Im Hackcenter (großes Zelt mit 
Getränkeausgabe und Musik) lagen beispielsweise stapelweise Thinkpads 
herum, und nichts wurde geklaut.

Ein kleines Problem ist, dass das eine Party-artige Veranstaltung ist, 
sprich da machen auch schon mal Leute durch. Das bedeutet, es ist 
vielleicht sinnvoll sich den Platz für das Zelt etwas weiter weg von den 
großen Zelten mit Musik zu suchen. Es sei denn, man macht auch gerne mal 
eine Nacht durch. :)

Wäre ich per Automobil angereist, so hätte ich einen kleinen Pavillon 
mitgenommen ein paar Stühle und einen großen Tisch. (zur Not kann man 
auch die Bierzeltgarnituren verwenden die schon ausreichend da sind) 
Damit kann man einen Kondensationspunkt für Gespräche finden. Einige 
Leute haben auch da gleich einiges an Werkzeug ausgepackt, obwohl das 
eher für das (richtig überdachte) Hackcenter gedacht war.

Also grob gesagt, das ist ein Erlebnis das ich nicht missen möchte.
Fotos (von anderen Leuten) gibts hier:
http://www.flickr.com/groups/icmp/

von Jan-Daniel G. (thinkjd)


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> Einige Leute bringen tolles Werkzeug mit, es stand da beispielsweise ein
> 3D-Drucker und eine spezielle computerisierte Nähmaschine. Meines
> Wissens nach konnte man bei den entsprechenden Leuten was machen lassen,
> gegen Bezahlung des Materials. Leider hatte ich dafür keine gute Idee,
> ich hätte vielleicht vorher ein Projekt vorbereiten sollen.

Ahhhh das klingt ganz nach uns :)

Du meinst sicher den Ultimaker und unsere Stickmaschine Rarity.
Wir haben auch noch andere Dinge zu bieten, zum Beispiel
- einen Lasercutter (FaZzZ0r) oder eine Textilpresse
- jede Menge Technik begeisterte Menschen
- ein voll ausgestattetes Elektronik Labor
- Inspiration

Wir sind ein Hackerspace in Mannheim mit dem schönen Namen 
RaumZeitLabor.(www.raumzeitlabor.de)

Komm uns doch einfach mal besuchen :)
(das gilt natürlich auch für alle anderen).

Gruß
thinkJD

von Christian B. (casandro)


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Jan-Daniel Georgens schrieb:
> Wir sind ein Hackerspace in Mannheim mit dem schönen Namen
> RaumZeitLabor.(www.raumzeitlabor.de)

Ahh, auf dem Camp war übrigens auch das RaumZeltLabor.

von Jan-Daniel G. (thinkjd)


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Sagte ich doch gerade ^^

von Christian B. (casandro)


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Nein, mit l nicht i. Also Zelt, nicht Zeit. Die haben das P.O.C. 
betrieben.

von Timo H. (felicitus)


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Eigentlich hat das RaumZeltLabor 2 P.O.C.s betrieben: Das Perforating 
Operation Center und das Plastic Operation Center.

Leider wurden wir ständig vom Pratwurst Operation Center und vom Pizza 
Operation Center um die Kundschaft betrogen, aber nur temporär :)

von Peter P. (ichbineinepfanne) Benutzerseite


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Christian Berger schrieb:
> Eines vorweg, Zelten ist nicht schlimm. Auch nicht wenn es regnet. Ich
> hatte ein billiges Wurfzeit dabei. Die Dinger sind, auch wenn man Kabel
> vorne rein lässt, dicht. Das einzige Wasser das ich im Zelt hatte war
> die Luftfeuchtigkeit, die sich jedoch an der Zeltwand kondensiert. Das
> war aber unkritisch. Man könnte das vielleicht mit einem Lüfter
> reduzieren. Ein Problem ist Dreck, das kann man beispielsweise mit einem
> Zelt mit Vorzelt vermeiden in dem man dann die Schuhe vorher auszieht.
> Sonst kann da ziemlich viel reinkommen. Zelte werden bei
> Sonnenbestrahlung innen ziemlich heiß. Da gibts spezielle Zelte, die
> quasi ein Zelt im Zelt sind. Die können das ein wenig reduzieren.
> Alternativ kann man auch einfach eine Decke über das Zelt legen.

Richtig schön geschrieben! Du warst noch nichjt oft Zelten, stimmts? :-D
Erinnert mich etwas an Wall-E, ich sag jetzt aber nicht welche Szene ;-)

von Christian B. (casandro)


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Absolut, das war das erste mal, dass ich selbst organisiert Zelten war. 
Zuvor war ich als Kind vor etwa 20 Jahren mal mit meinen Eltern Zelten. 
Damals wurde man auch noch schräg angeschaut wenn man einen FTP-Server 
im Zelt betreibt.

Das Zelten war meine große Sorge, und ich möchte auch mit dem Beitrag 
auch Leuten wie mir die Angst davor nehmen. Es ist nicht schlimm.

Also dann auf zur OHM2013 :)

von Jens P. (Gast)


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Geh mal auf ein vernünftiges Metalfestival. Danach bist du "Campingfest" 
;-)

von Christian B. (casandro)


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Was ich mich ehrlich gesagt frage, wie bekommt man die Melodie des 
3D-Druckers wieder aus dem Kopf. :)

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