Hi!
Ich habe so einen Kühlkanal mit Lüfter und möchte da Halbleiter dran
schrauben. Bisher habe ich immer auf der Gegenseite mit einer Mutter
gekontert, das geht aber hier nicht, da der Kanal zu lang und durch die
Kühlrippen zu eng ist, um innen rein zu kommen.
Es scheint für das Problem zwei Lösungen zu geben:
1.) Loch bohren, danach Gewinde schneiden. Habe ich nie gemacht, mir
fehlen dazu Fähigkeiten und Ausrüstung.
Ich habe Angst, dass ich dabei ein unbrauchbares Gewinde schneide oder
dass es beim Eindrehen der Schraube kaputt geht und die Schraube dann
nicht hält.
2.) Loch komplett durch den Kühlkörper bohren, eine sehr lange Schraube
durch stecken und auf der anderen Seite mit einer Mutter fest ziehen.
Das hat den Vorteil, dass man auf beiden Seiten ein Bauteil befestigen
kann.
Ist diese Lösung empfehlenswert?
Gruß,
Chris
Mit einem Stahl-Gewindebohrer das Gewinde in Alu Schneiden kann leicht
in die hose gehen. Du solltest auf jeden Fall Petroleum als Scheidöl
nehmen und das Gewinde nicht in einem rutsch reinschneiden sondern den
Gewindebohrer imer hin und her drehen und dich langsam tiefer arbeiten.
Das hat seinen Grund im falschen Freiwnkel des Gewindebohrers. Für Alu
muß der Freiwinkel größer sein als für Stahl. Wenn nicht, dann "frißt"
sich der Gewindebohrer fest - das Alu bleibt am Gewindebohrer kleben und
wenn Du einfach weiterdrehst ist das Gewinde Ruiniert. Also auf jeden
Fall Petroleum und schön langsam immer hin und her.
Nee. Kauf selbstfurchende Schrauben. Da bohrt man ein 2.8er Loch fuer
3er Schrauben und Schraubt einfach rein. Die Schraube macht ihr eigenes
Gewinde. Diese Schrauben sind etwas teurer, aber ihr Geld wert.
Purzel schrieb:> Nee. Kauf selbstfurchende Schrauben.
bekommt man so eine schraube auch wieder raus? also stahlschraube in alu
z.b., oder verbackt das?
c. m. schrieb:> Purzel schrieb:>> Nee. Kauf selbstfurchende Schrauben.>> bekommt man so eine schraube auch wieder raus? also stahlschraube in alu> z.b., oder verbackt das?
Raus bekommt man die sicher wieder, denn die Schraube aus Stahl hat eine
wesentlich höhere Festigkeit als das Alu des KK. Die Frage ist nur, ob
das Gewinde danach noch brauchbar ist.
Wenn wirklich belastbares Gewinde benötigt wird lassen sich
Spiraleinsätze (HeliCoil) verwenden, aber das ist Aufwand hoch 2.
Selbstfurchende Schrauben machen ein richiges Gewinde, wo vorher noch
keines war. Man nimmt sie wenn man kein Gewinde schneiden mag. Und ja es
ist auch gut genug fuer eine andere Schraube. Man sollte allerdings
selbstfurchende Schrauben nicht als Gewindebohrerersatz verwenden. Sie
haben nicht dieselbe standzeit. Ich wuerd sagen nach etwas 5 Gewinden
ist sie rund.
Chris (Gast) schrieb:
> Was kosten denn geeignete Gewindebohrer und Zubehör, und wo bezieht man> das? Das scheint mir wieder eine Wissenschaft für sich zu sein.
nur mal als Beispiel und auch für Privat geeignet
http://www.inox-schrauben.de/epages/INOX.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/INOX/Categories/Gewindeschneidwerkzeuge/Innengewinde/EinschnittGewindebohrer_HandMaschine/M_Gewinde
Keine Angst vor Gewindebohren in Alu. Geht wunderbar. Nimm ein Windeisen
dann haste das notwendige Gefühl den Bohrer nicht zu überdrehen. Damit
es geschmeidig geht nimm Spiritus. Damit lassen sich auch die feinen
Späne vom Gewindebohrer runterspülen und aus dem Gewindeloch spülen.
Immer vor und dann wieder etwas zurückdrehen und wieder vor usw. Eine
kleine Spritze aus der Apo hilft dabei nicht zuviel Spiritus zu
vergeuden. Die Gewinde werden 1A.
Für Kühlkörper reicht M3, ein 3er Satz Bohrer gibts bei Hornbach für ~8
EUR, Windeisen nochmal 5 oder so. Und nen 2,5mm Bohrer brauchst du
natürlich noch.
In Alu kann man schon mal mit dem kleinen Proxxon Bohrständer bohren,
wenn du einen hast.
Malignes Melanom schrieb:> In Alu kann man schon mal mit dem kleinen Proxxon Bohrständer bohren,> wenn du einen hast.
Smile ich glaube der Kollege, wenn er nichtmal eine Gewinde schneiden
kann, wird wohl auch keinen Proxxon haben.
Hallo Chris.
> Ich habe so einen Kühlkanal mit Lüfter und möchte da Halbleiter dran> schrauben. Bisher habe ich immer auf der Gegenseite mit einer Mutter> gekontert, das geht aber hier nicht, da der Kanal zu lang und durch die> Kühlrippen zu eng ist, um innen rein zu kommen.>
Zusätzlich zum hier angegebenem:
Es gibt Kühlkörper als Strangussprofil mit einer Nut, in die
Befestigungsfedern gepresst werden können.
Vieleicht hast Du ja irgendwo eine passende Nut.
Siehe:
http://www.fischerelektronik.de/fileadmin/fischertemplates/images/pressemitteilungen/PM_THF2.jpg
von Fischerelektronik.
Die meisten handelsüblichen Kühlkanäle haben Schlitze/Nuten, um entweder
solche Federn in unterschiedlicher Ausführung einzuclipsen, oder einen
passenden Schlitz, um seitlich M3 Muttern einzuführen und an der
passenden Stelle festzuziehen.
Siehe auch
http://www.fischerelektronik.de/web_fischer/de_DE/K%C3%BChlk%C3%B6rper/D02/Miniaturl%C3%BCfteraggregate/PR/LAM1_/$productCard/dimensionParameters/index.xhtml
Fischerelektronik LAM1.
Die Längstschlitze sind für M3 Muttern.
Fischerelektronik LAM2 ist vergleichbar, aber kleiner:
http://www.fischerelektronik.de/web_fischer/de_DE/K%C3%BChlk%C3%B6rper/D02/Miniaturl%C3%BCfteraggregate/PR/LAM2_/$productCard/dimensionParameters/index.xhtml
Es gibt auch von anderen Herstellern von innen geriffelte Schlitze, die
ein rudimentäres M3 oder M4 Innengewinde darstellen. Zum Befestigen von
Halbleiterschellen langen die meistens. Toll finde ich die auch nicht.
Wenn doll gedreht durch eine Zylinderschraube, findet meist aber noch
eine Blechschraube oder Spaxschraube halt.
Mich wundert eher, dass das bei Dir nicht existiert.
Sieh Dir das Profil Deines Kühlkörpers doch noch einmal gaaanz genau an.
Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Achte darauf dass du Gewindeschneider für Sacklöcher nimmst (ja, die
heissen wirklich so). Ich würde den 3er Satz mit Vor-, Mittel- und
Fertigschneider nehmen, damit kann man tiefer schneiden als mit
Einschnittbohrern und sie machen auch ein bisschen sauberere Gewinde.
Malignes Melanom schrieb:> Achte darauf dass du Gewindeschneider für Sacklöcher nimmst
Das würde ich einem Neuling nicht antun wollen: Einfach durchbohren
und mit einem einzelnen Gewindebohrer durchschneiden.
Gruss
Harald
PS: Ich erinnere mich noch an die Antwort meines Lehrmeisters auf
die Frage, wie man einen abgebrochenen Gewindebohrer entfernt:
"Neues Teil machen!". :-)
Bernd Wiebus schrieb:> Es gibt auch von anderen Herstellern von innen geriffelte Schlitze, die> ein rudimentäres M3 oder M4 Innengewinde darstellen.
Das klassische Gewindelangloch eben ...
Helicoils sind Mist, die zwirbeln sich gerne auf und das wars. Kommt
vorallem gut, wenn man damit z.B. Zündkerzenbohrungen repariert, wofür
die Dinger ja so toll sein sollen.
Lieber Gewindebuchsen verwenden.
Aber nochwas: Willst du TO220-ähnliche Gehäuse montieren? Falls ja,
überlege gut, ob du die überhaupt mit dem Loch in der Kühlfahne
befestigen willst. Die Schraube hast du schnell mal etwas zu fest
angezogen, dann biegt die Kühlfahne sich und du hast einen winzigen
Spalt.
Ich geh mittlerweile immer hin und leg die Halbleiter lose auf den
Kühlkörper und spanne dann von oben ein Aluprofil drauf:
http://www.mikrocontroller.net/articles/K%C3%BChlk%C3%B6rper#Bauteilmontage_auf_dem_K.C3.BChlk.C3.B6rper
Sven P. schrieb:> ... dann biegt die Kühlfahne sich und du hast einen winzigen Spalt.
Um kleine Spalte zu verhindern, die auch durch Oberflächenrauhigkeit
entstehen, sollte für die Montage immer Wärmeleitpaste verwendet
werden. Was nützt der schönste Kühlkörper, wenn man sich an der Stelle
durch fehlerhafte Montage große Wärmeübergangswiderstände einhandelt.
Für Grobmotoriker wäre sowieso ein Drehmomentschlüssel anzuraten.
Bastler schrieb:> Sven P. schrieb:>> ... dann biegt die Kühlfahne sich und du hast einen winzigen Spalt.> Um kleine Spalte zu verhindern, die auch durch Oberflächenrauhigkeit> entstehen, sollte für die Montage immer Wärmeleitpaste verwendet> werden.
Der Wärmeleitwert von Wärmeleitpaste ist aber ziemlich lachhaft
verglichen mit einem sauber aufliegenden Bauteil.
> Der Wärmeleitwert von Wärmeleitpaste ist aber ziemlich lachhaft> verglichen mit einem sauber aufliegenden Bauteil.
Dir ist aber hoffentlich auch klar, dass beide Oberflächen dafür fast
auf Endmassqualität eben und poliert sein müssen? ;O)
Hi!
Danke für die vielen Kommentare! Ich habe heute mal 2 TIP142
Transistoren (TO218-Gehäuse) montiert um zu testen, welche Leistung ich
überhaupt abführen kann, denn ich habe keine Daten zu den Kühlkörpern.
Bei 50W stellte sich eine Temperatur von ca. 40°C ein. Höhere Leistungen
wollte ich den beiden Transistoren nicht zumuten, ich muss also erst
noch Nachschub bestellen.
@Sven P: Habe Wärmeleitpaste verwendet (natürlich zuviel) und
festgestellt, dass sie leicht unter den Transistoren hervorquilt, wenn
man in der Nähe der Anschlussbeinchen drauf drückt.. .soviel zum Thema
Spalt :( Bei einem anderen Projekt habe ich zusätzlich zur Schraube
ebenfalls mit Alu-Stücken nachgeholfen und werde es wohl wieder so
machen.
Außerdem muss ich Glimmerscheiben verwenden.
Nachtrag:
Man kann die Temperatur in den Transistoren folgendermaßen messen: Die
BE-Strecke verhält sich wie eine Diode mit einem Temperaturkoeffizienten
von ca. -1,8mV/K. Die Flussspannung der "Diode" bei Raumtemperatur
messen, Transistor für ein paar Minuten belasten und sofort nach dem
Abschalten die Durchbruchspannung erneut messen.
Wer es genauer haben will, legt den Transistor mit einem Thermometer in
den Backofen und macht ne schöne Tabelle mit Temperatur und
Flussspannung.
Nur mal so als kleine Anregung: http://dareal.info/test/
Das war mal ein Extremtest zu meinen Anfängen ;)
Also "dont try this at home" xD
Wurde hier im Forum schon oft zum Thema "elektronische Last" zitiert, da
ich davon ausgehe, dass du sowas in etwa vorhast (wenn du schon
auslotest, wieviel Leistung du in den Mosfets verbraten kannst).
Falls es wirklich darum geht möglichst viel Wärme abzuführen würde ich
dir auch raten:
- die Fets möglichst gleichmäßig anzudrücken
- möglichst geeignete Wärmeleitpaste/-pads nutzen (je nachdem ob der KK
Potentialfrei sein soll)
Ich habe mir damals, glaube bei Reichelt war das, solche Federclips
gekauft, welche ein Befestigungsloch hatten. Somit wurde der Transistor
am Plastikgehäuse schön gleichmäßig angedrückt.
Dazu auch ein kleiner Tip: Da das Drain-Beinchen ja direkt an die
Kühlfläche gekoppelt ist und darüber kaum wärme abgeführt werden kann
... es somit die Temperatur der Kühlfläche in etwa haben müsste ...
lässt sich dort auch recht gut die Temperatur messen. (wie auf den
Bildern auf der Seite zu sehen ist)
Eine weitere Möglichkeit wäre:
Montageseite Bohrung 3,x mm, Rückseite 8 mm.
Da müsste ein Steckschlüssel durchgehen der Dir die Mutti zur Schraube
führt.