Also ein paar kritische Fragen, aus meiner eigenen Erfahrung. Das
bedeutet noch nicht, dass alles schlecht ist. Wenn man sich darauf
einlässt, kann ein Einsatz an einem anderen Ort sehr bereichernd sein.
Aber Du musst wissen was evtl. auf Dich zukommen kann und das man auch
Dinge erlebt, die man noch seinen Enkeln erzählen kann...
Wie viel Vorwarnzeit hast Du, bis man Dich ans Ende der Welt schickt?
Das kann ganz schnell gehen. Wenn Dein Vorgesetzter selbst unter Druck
steht, nimmt er keine Rücksicht auf Deine persönlichen Wünsche. Dann
kannst Du Dich Anfang kommender Woche ins Flugzeug setzen.
Es kann durchaus hart sein, wenn Zuhause der Bär steppt und man selbst
in einem schlechten Hotel an einem langweiligen Vorort festsitzt. Sich
in einem halben Jahr zu integrieren - vielleicht auch noch im
anders-sprachigen Ausland - kann schwer sein. Außerdem mag man sich
nicht zu sehr festsetzen, wenn man schon weiß, dass es bald wieder
zurück nach Hause geht.
Mit "Umzug" ist da nichts - Du kannst soviel Gepäck mitnehmen, wie Du
tragen kannst/wie die Fluggesellschaft erlaubt. Das Projekt kann auch
ganz schnell zu Ende sein, d.h. wenn Du vor Ort zu viel bunkerst,
bekommst Du es am Ende nicht mehr zurück.
Bei einem halben Jahr kann es auch sein, dass Du Dir mit einem Kollegen
ein Appartement teilen musst. Viel Privatsphäre bleibt da nicht. Und
nach Feierabend die Firma komplett ausklammern wird auch schwer wenn man
mit dem Kollegen im gemeinsamen Wohnzimmer sitzt. Wenn dann im Winter
der Boiler kaputt geht, kannst Du erst mal selbst Ersatz organisieren.
Ist die Reisezeit wirklich Arbeitszeit - wird das auch so gelebt oder
steht das nur auf dem Papier? Wie willst Du das ggf. durchsetzen?