Läubi .. schrieb:> dem Kunden endlich das schnittfeste> Wasser zu verkaufen.
Es gibt ganze EU-Länder, die das sehr erfolgreich schon lange tun:
Holland und das, was von dort anstelle von Gemüse exportiert wird ...
klingt gut (eigentlich klingt es nach 1. April)
aber egal:
man könnte vermutlich einen teil z.b. durch pflanzliche fette und
Eiweiße ersetzen..
ich sehe da kein Problem (geschmacklich, Konsistenz müsste natürlich
passen, was aber eher zu bezweifeln ist..)
Yalu X. schrieb:> Auch mein Billiglaserdrucker kann Schnitzel produzieren.>> Man muss dazu nur sehr dünnes Papier einlegen.
Leg doch mal ein dünnes Stück Schnitzelfleisch ein und teste, ob es in
der Fixiereinheit gar wird.
Dann
werden werden wir wohl den vierten Aggregatzustand von Wasser kaufen
-oder drucken- können.
Neben der hölländischen Tomate.
Allerdings bin ich mal auf die Patronenpreise gespannt.
Ob es dann auch billige Refill-Tankstellen geben wird?
"Ich hätte gerne 4 Patronen Schinkenschnitzel, ach, und
2 Patronen halb und halb aus dem Angebot in rosa bitte"
Gabs da nicht mal das "Don't call it Schnitzel" zum Toasten? Das war so
5-7mm dick, das Fleisch(imitiat?) selbst nur 2mm. Sollte doch bequem
zwischen die Fixierwalzen passen.
Jörg P. R. schrieb:> Irgendwann kann sich der geneigte AMI dann auch eine Frau ausdrucken.
Wenn sie nicht mehr genehm ist: "Ab in die Pfanne, Schnitzel"
Georg A. schrieb:> Gabs da nicht mal das "Don't call it Schnitzel" zum Toasten? Das war so> 5-7mm dick, das Fleisch(imitiat?) selbst nur 2mm. Sollte doch bequem> zwischen die Fixierwalzen passen.
Toasties heisst das Wunderzeug wenn ich mich nicht irre.
Die Frage wird sein, ob sich die Größenbezeichnung dann auch ändern wird
oder ob man z. B. folgende Umrechnung nimmt:
XXL = A4
XL = A5
L = A6
M = A7
S = A8
XS = A9
Bei McD wird es dann nicht mehr den Big Mac geben sondern den A6-Mac.
Ich habe irgendwie nicht das Gefühl, dass jemand hier den Artikel
wirklich gelesen hat.
Es geht darum, per 3D-Drucker lebende - in vitro gezüchtete
Fleisch-Zellen - anzuordnen, so dass sie anschliessend zusammenwachsen.
Also entsteht echtes Fleisch. Es geht nicht darum, irgenwelchen billigen
Ersatzdreck zu fabrizieren.
Wenn man so quasi beliebige Sorten und Formen erstellen kann, ohne das
ganze Barbarentum, was alles so mit Massentierhaltung und industrieller
Landwirtschaft eihergeht, bin ich positiv interessiert.
Ich finde die Idee zumindst faszinierend, wenn ich auch glaube, dass sie
noch lange bis zur "Serienreife" brauchen wird, wenn sie nicht vorher
von der sicher nicht amüsierten Schlachtvieh-Mafia weggekauft, -gelkagt
oder sabotiert wird - denn Lebensmittel sind ein Milliardenmarkt, den
man sich sicher nicht gerne streitig machen lässt. Beginnen wird es mit
Verläumdung ...
Frank Esselbach schrieb:> Ich habe irgendwie nicht das Gefühl, dass jemand hier den Artikel> wirklich gelesen hat.>> Es geht darum, per 3D-Drucker lebende - in vitro gezüchtete> Fleisch-Zellen - anzuordnen, so dass sie anschliessend zusammenwachsen.> Also entsteht echtes Fleisch.
Nun ja, Fleisch ist die Muskelmasse zuvor getöteter Tiere. Ob du da nen
Muskel zusammenbringst...
Es ist eher Fleisch, wie man es auch zur Hauttransplantation in
Petrischalen züchtet.
> Es geht nicht darum, irgenwelchen billigen> Ersatzdreck zu fabrizieren.
Preislich schon. Wenn sie es hinkriegen, dass es wie ein
20$-T-Bone-Steak aussieht, dann wollen sie dafür auch knapp 20$ dafür
haben.
Wobei das "echte" Steak dann ne deutlich geringere Gewinnspanne haben
dürfte.
> Wenn man so quasi beliebige Sorten und Formen erstellen kann, ohne das> ganze Barbarentum, was alles so mit Massentierhaltung und industrieller> Landwirtschaft eihergeht, bin ich positiv interessiert.
Also, ich finds jetzt auch nicht sooo tragisch - zumal man uns heute ja
schon zusammengepuzzletes Fleisch als großen Brocken anbietet.
Andere Forscher fordern, dass wir Insekten als Eiweislieferanten in
Betracht ziehen - klingt auch erst komisch, könnte aber mal ernst
werden.
> Ich finde die Idee zumindst faszinierend, wenn ich auch glaube, dass sie> noch lange bis zur "Serienreife" brauchen wird, wenn sie nicht vorher> von der sicher nicht amüsierten Schlachtvieh-Mafia weggekauft, -gelkagt> oder sabotiert wird - denn Lebensmittel sind ein Milliardenmarkt, den> man sich sicher nicht gerne streitig machen lässt. Beginnen wird es mit> Verläumdung ...
Zum Glück ist es auch noch nicht gar so weit...
Frank Esselbach schrieb:> Wenn man so quasi beliebige Sorten und Formen erstellen kann, ohne das> ganze Barbarentum, was alles so mit Massentierhaltung und industrieller> Landwirtschaft eihergeht, bin ich positiv interessiert.
ACK
> Ich finde die Idee zumindst faszinierend, wenn ich auch glaube, dass sie> noch lange bis zur "Serienreife" brauchen wird, wenn sie nicht vorher> von der sicher nicht amüsierten Schlachtvieh-Mafia weggekauft, -gelkagt> oder sabotiert wird - denn Lebensmittel sind ein Milliardenmarkt, den> man sich sicher nicht gerne streitig machen lässt. Beginnen wird es mit> Verläumdung ...
Das dürfte eher spannend werden... Die großen Lebensmittelkonzerne
(Mars, Nestle, Unilever, Kraft und viele andere) dürften mit Sicherheit
auch daran interessiert sein. Allerdings dürften die jetzigen "Größen"
kein Interesse daran haben das Geräte wie
http://creativemachines.cornell.edu/node/194 (bzw. Fab@Home und andere)
und deren verbesserte Nachfolger bei den Kunden stehen und sie damit
überflüssig gemacht würden...
Zu den Insekten siehe auch hier:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/nahrungsmittel-mehlwuermer-zur-mahlzeit-1.1306727
Vielleicht läuft das ganze auch so, dass die Insekten verarbeitet werden
zu einer "Proteinmasse", und dann wieder geformt werden. Viele Leute
haben ja heute Ihr Fleisch ohnehin gerne "viereckig" udn aus der
Kühltruhe, also bitte so, dass man nicht sieht, dass das mal ein Tier
war. Naja und ein Wiener Würstchen, gefüllt mit so einer Masse (oder
beigemischt) wird geräuchert wahrscheinlich nicht sooo anders schmecken.
Ich glaube, der Ekel rührt eher daher, dass die Leute das Gefühl haben,
die essen Augen, Fühler, irgendwas kratziges, irgendwelche Stachel.. Was
Insekten eben so an sich haben. Wenn man das umgeht, hat die Sache 'ne
Chance.
Heuscheckenplage? Jetzt drehen wir den Spieß mal um!
Rainer Unsinn schrieb:> Ich glaube, der Ekel rührt eher daher,
... daß sich die Leute heute vieles (noch) nicht vorstellen können.
Zum einen das Geschmack was relatives ist und im Kindesalter geprägt
wird. Warum sollte man sich nicht an "künstliche" Lebensmittel gewöhnen
und sie mögen können? Zum anderen das prinzipiell Kopien aller noch so
"biologischen" Lebensmittel möglich sind. Ist alles nur eine definierte
Ansammlung von Molekülen. Und denen wohnt kein unkopierbarer Lebensgeist
inne :)
Aber egal, es wird SO ODER SO zur Weiterentwicklung unserer
Ernährungsgrundlagen kommen, im Interesse der Ressourcen unseres
Planeten, unserer Gesundheit und unseres Geschmacks !
Robert L. schrieb:> kann man Insekten günstiger herstellen, als Puten/Hühner?>> halte ich für unwahrscheinlich..
Na es wird wohl niemand größere Käfige, Bodenhaltung oder ähnliches für
glückliche INsekten einfordern.. ? Und so ein Huhn hat Federn, Knochen,
Innereien.. Der Proteingehalt wird bei Insekten evtl. pro lebendgewicht
sogar höher sein.. wer weiß das genauer?
>Analogkäse
was sich die Leute immer über Analogkäse aufregen, versteh ich sowieso
nicht
gegen Analogbutter hat auch keiner was, ....
geschmacklich ist natürlich beides "Katastrophe"...
Robert L. schrieb:> was sich die Leute immer über Analogkäse aufregen, versteh ich sowieso> nicht>> gegen Analogbutter hat auch keiner was, ....
Meinst du mit Analogbutter etwa Margarine?
Pfui Deifel, dann doch noch lieber Analogkäse (obwohl ich auch den um
jeden Preis zu meiden versuche) ;-)
Magarine wird doch inzwischen auch durch Analog-Magarine ersetzt. Nennt
sich dann Streichfett (d.h. geringerer Fettanteil etc.)
Auf vielen Magarinebechern steht darum gar nicht mehr Magarine drauf,
siehe Rama. Das kennt jeder als "Magarine" muss also keiner mehr
draufschreiben, ist aber nur noch ein Streichfett.
Dave B. schrieb:> Magarine wird doch inzwischen auch durch Analog-Magarine ersetzt. Nennt> sich dann Streichfett (d.h. geringerer Fettanteil etc.)> Auf vielen Magarinebechern steht darum gar nicht mehr Magarine drauf,> siehe Rama. Das kennt jeder als "Magarine" muss also keiner mehr> draufschreiben, ist aber nur noch ein Streichfett.
Und ich hab nun gedacht, Margarine SEI schon so was wie Analog-Butter!
Wenn selbst das Surrogat schon durch ein noch billigeres und schäbigeres
ersetzt wird...
Frank Esselbach schrieb:> Wenn man so quasi beliebige Sorten und Formen erstellen kann, ohne das> ganze Barbarentum, was alles so mit Massentierhaltung und industrieller> Landwirtschaft eihergeht, bin ich positiv interessiert.
Ginge natürlich auch, wenn man sein Fleisch nicht zu Spottpreisen im
Discounter kaufen würde, dann wären vernünftige haltebedingungen auch
wieder für jeden rentabel und es müssten nicht jedes Jahr unzähliche
Bauern aufhören, während der Rest seine Betriebe immer mehr
industrialisiert. Aber Geiz ist halt geil, ich weiß.
Michael K-punkt schrieb:> Wenn selbst das Surrogat schon durch ein noch billigeres und schäbigeres> ersetzt wird...
Beliebt ist auch, Butter oder Margerine mit Wasser zu strecken, das
ganze wird dann sogar noch teuer als Kalorienreduziert verkauft
(schmeckt aber wie zu erwarten ekelhaft). Oder letztens erst gesehen,
aufgeschäumter Streichkäse. Damit fällt eben nicht auf, dass die Packung
wesentlich weniger enthält als die Konkurrenz. Nun, bis man merkt, dass
eine Packung ziemlich schnell leer ist.
vn nn schrieb:> Ginge natürlich auch, wenn man sein Fleisch nicht zu Spottpreisen im> Discounter kaufen würde, dann wären vernünftige haltebedingungen auch> wieder für jeden rentabel und es müssten nicht jedes Jahr unzähliche> Bauern aufhören, während der Rest seine Betriebe immer mehr> industrialisiert. Aber Geiz ist halt geil, ich weiß.
Dann musst Du aber auch die ganze Welt, nicht nur die Deutschen, davon
überzeugen. Auch die Armen: Esst lieber kein Fleisch, wenn Ihr Euch nur
das billigere leisten könnt.
Und auch die Bauern selbst: Wolltest Du nie länger in den Urlaub fahren
und jeden Tag in der Woche viele Stunden arbeiten, um Dein Vieh so
"vernünftig" zu halten?
Wer will denn schon noch freiwillig Bauer sein ohne Industrialisierung,
bitte?
Rainer Unsinn schrieb:> Dann musst Du aber auch die ganze Welt, nicht nur die Deutschen, davon> überzeugen. Auch die Armen: Esst lieber kein Fleisch, wenn Ihr Euch nur> das billigere leisten könnt.
Ordentliche Haltebedingungen und Einnahmen unterhalb der Ausgaben lassen
sich nun mal nicht verbinden.
Rainer Unsinn schrieb:> Und auch die Bauern selbst: Wolltest Du nie länger in den Urlaub fahren> und jeden Tag in der Woche viele Stunden arbeiten, um Dein Vieh so> "vernünftig" zu halten?
Was hat das eine mit dem anderen zu tun? Massenviehhaltung bringt unterm
Strich nicht recht viel mehr Freizeit. Eigene Erfahrung.
Rainer Unsinn schrieb:> Wer will denn schon noch freiwillig Bauer sein ohne Industrialisierung,> bitte?
Man merkt, du lebst in der Großstadt. Aber stimmt, was gibt es
schöneres, als ständig (oft nur noch auf Pump) weiter ausbauen zu
müssen, nur um nicht alles zu verlieren? Aber Hauptsache die Milch ist
billiger als das Mineralwasser, dann ist alles gut.
vn nn schrieb:> Ordentliche Haltebedingungen und Einnahmen unterhalb der Ausgaben lassen> sich nun mal nicht verbinden.
Naja, es gibt eben eine Nachfrage und ein Angebot unterhalb Deiner
Vorstellungen. Du möchtest die Nachfrageseite verändern. Das wird im
Kleinen funktionieren, aber ich denke nicht im Großen.
vn nn schrieb:> Man merkt, du lebst in der Großstadt. Aber stimmt, was gibt es> schöneres, als ständig (oft nur noch auf Pump) weiter ausbauen zu> müssen, nur um nicht alles zu verlieren? Aber Hauptsache die Milch ist> billiger als das Mineralwasser, dann ist alles gut.
Sachte, ich hab auch schon auf dem Dorf gewohnt und Kartoffeln von Hand
aufgelesen. Immerhin hatten wir einen Siebkettenroder ausgeliehen und
mussten sie nicht auch noch aus der Erde hacken -> wir waren
industrialisiert!
Und weil die nächste Generation eben lieber auf einen Knopf drücken will
auf ihrem iIrgendwas, deshalb wird es Massentierhaltung und
Technisierung weiter geben. Ich denke, der "kleine" Bauer, der Dir
vorschwebt, ist ein romantisches Auslaufmodell. Ich find es auch schade,
aber es ist die Richtung, meiner Meinung nach. Es liegt auch daran,
denke ich, dass viel weniger Leute als früher selber kochen, und sich
nicht sie Bohne interessieren, was da so auf ihrem Burger oder der Pizza
drauf ist..
Und was die Freizeit in der Landwirtschaft angeht, ist es doch logisch,
dass es bei mehr Leuten, die sich die Arbeit teilen, mehr Flexibilität
und somit mehr Möglichkeiten für Freizeit besteht.. Einfach weil man die
Arbeit effektiver organisieren kann. Aber es gibt eine kritische Größe,
die man dafür überschritten haben muss.
Gab es auch alles schon, hieß "LPG" .. über die Effektivität lässt sich
streiten :-)
Rainer Unsinn schrieb:> Naja, es gibt eben eine Nachfrage und ein Angebot unterhalb Deiner> Vorstellungen. Du möchtest die Nachfrageseite verändern. Das wird im> Kleinen funktionieren, aber ich denke nicht im Großen.
Letztens kam ne Sendung über Bio-Rinder, die PRO TIER eine Weidefläche
von 1 Hektar zur Verfügung haben. Mich freut es natürlich für die Tiere
und die Leute, die sich 50€/kg für ein Steak leisten können.
Wenn wir jedoch ALLE hier in D NUR noch Fleisch von Hektar-Rindern essen
wollten.... wäre das allein aufgrund der Vielzahl der Menschen
schlichtweg unmöglich.
Ähnliches dürfte für Hühner gelten. Wenn wir nur freilaufende glückliche
Hühner hätten... wäre es ziemlich eng in unseren Vorgärten.
Michael K-punkt schrieb:> Rainer Unsinn schrieb:>>> Heuscheckenplage? Jetzt drehen wir den Spieß mal um!>> Der ist gut...!
Naja wenn man so die anderen Spezies anhört, so sehen die die Menschheit
schon lange als Plage an, von ein paar Kollaborateuren wie Hunden und
Katzen und noch ein paar den Menschen nützlichen Idioten (so genannten
Nutztieren) abgesehen.
Namaste
Winfried J. schrieb:> Naja wenn man so die anderen Spezies anhört, so sehen die die Menschheit> schon lange als Plage an, von ein paar Kollaborateuren wie Hunden und> Katzen und noch ein paar den Menschen nützlichen Idioten (so genannten> Nutztieren) abgesehen.>> Namaste
Vor einiger Zeit lief der Film "Auch Marsmenschen haben Hunger",
englischer Film mit Untertiteln "The food chain" ist wohl der
Originaltitel.
Leider habe ich nur nen VHS-Mitschnitt, als DVD hab ich das Teil noch
nicht gesehen. Skuril, gruselig, humorvoll - ein herrlicher Film.
Michael K-punkt schrieb:> Letztens kam ne Sendung über Bio-Rinder, die PRO TIER eine Weidefläche> von 1 Hektar zur Verfügung haben. Mich freut es natürlich für die Tiere> und die Leute, die sich 50€/kg für ein Steak leisten können.
Ein Hektar pro Rind ist natürlich grober Schwachfug, da die Tiere
letztenendes viel Enger auf einem Fleck stehen werden, aber so ist es
eben mit Vorschriften durch Leute, die keine Ahnung von Viehhaltung
haben.
50€/kg Rinderfilet hingegen wäre durchaus angemessen, dann wären Bauern
auch bei vernünftigen Haltebedingungen überlebensfähig. Während alle
anderen Preise laufend steigen, sollen die Nahrungsmittelpreise immer
weiter fallen. Und dann über die bösen Bauern jammern, die die Tiere
unter bedenklichen Bedingungen halten und mit billigstfutter mästen.
Michael K-punkt schrieb:> Wenn wir jedoch ALLE hier in D NUR noch Fleisch von Hektar-Rindern essen> wollten.... wäre das allein aufgrund der Vielzahl der Menschen> schlichtweg unmöglich.
Dann landet eben nicht jeden Tag Fleisch als Hauptspeise auf dem Teller.
Ist noch gar nicht so lange her, dass es keinen Fleischüberschuss gab,
dass Nahrungsmittel tatsächlich noch etwas kosteten. Dann wurden die
Preise gedrückt, und jetzt sind wir dort, wo wir sind: Die Qualität muss
zugunsten der Quantität nachlassen, damit man überleben kann (trotz
Subventionen).
Rainer Unsinn schrieb:> Naja, es gibt eben eine Nachfrage und ein Angebot unterhalb Deiner> Vorstellungen. Du möchtest die Nachfrageseite verändern. Das wird im> Kleinen funktionieren, aber ich denke nicht im Großen.
Dass der fette deutsche Michel jeden Tag seine 300 Gramm Fleisch sehen
will, am liebsten zum Nulltarif, ist mir bewusst. Ändert nichts daran,
dass das falsch ist, und er sich gar nicht erst über Massentierhaltung
zu beschweren hat, denn seine Konsumgewohnheit hat sie verursacht. Ein
Euro mehr für Fleisch aus vernünftiger Haltung, ein paar Cent mehr für
Milch (muss nicht mal Bio sein)? Nein, da greifen wir lieber zum
Sonderangebot, das billiger als Mineralwasser ist. Der Bauer kann vom
Erlös grade mal so seine Unkosten decken, aber was solls? Sehen wir uns
lieber "We feed the world" an und regen uns über die (von jedem
einzelnen Konsumenten verursachte) moderne Landwirtschaft auf, dann ist
auch was fürs Gewissen getan.
Rainer Unsinn schrieb:> Sachte, ich hab auch schon auf dem Dorf gewohnt und Kartoffeln von Hand> aufgelesen. Immerhin hatten wir einen Siebkettenroder ausgeliehen und> mussten sie nicht auch noch aus der Erde hacken -> wir waren> industrialisiert!
Du vergleichst Äpfel mit Birnen, Maschinen zur Arbeitserleichterung
haben erstmal nichts mit Intensivstlandwirtschaft zu tun.
Rainer Unsinn schrieb:> Und weil die nächste Generation eben lieber auf einen Knopf drücken will> auf ihrem iIrgendwas, deshalb wird es Massentierhaltung und> Technisierung weiter geben.
Wäre kein Problem, auch Massentierhaltung wäre grundsätzlich zu guten
Bedingungen möglich. Aber dann kostet das Fleisch eben einen Euro mehr,
oder die ganzen Zwischenhändler müssen eben ein Auto fahren, das eine
Klasse kleiner ist. Will halt keiner. Lieber über die Haltebedingungen
schimpfen, das geht leichter.
Rainer Unsinn schrieb:> Ich denke, der "kleine" Bauer, der Dir> vorschwebt, ist ein romantisches Auslaufmodell.
Du weißt schlecht, was mit vorschwebt. Auch wenn 50-80 Stück Vieh nach
heutigen Maßstäben tatsächlich eher klein ist.
Rainer Unsinn schrieb:> Und was die Freizeit in der Landwirtschaft angeht, ist es doch logisch,> dass es bei mehr Leuten, die sich die Arbeit teilen, mehr Flexibilität> und somit mehr Möglichkeiten für Freizeit besteht.. Einfach weil man die> Arbeit effektiver organisieren kann. Aber es gibt eine kritische Größe,> die man dafür überschritten haben muss.
Ja, Freizeit bringt viel, wenn man sich keinen Urlaub leisten kann.
Nebenbei steigt die Freizeit mit der Betriebsgröße nicht zwingend.
Irgendwie muss man die Kredita abbezahlen, was dank Dumpingpreisen
Einsatz fast rund um die Uhr erfordern kann. Ich kannte einen
Milchbauern mit über 300 Kühen, Freizeit kennt er seit zehn Jahren nicht
mehr, sein halber Grund gehört mittlerweile der Bank, weil einem
Großabnehmer seine Milch drei Cent zu teuer war. Jetzt darf er zu den
üblichen Marktpreisen verkaufen, was leider Kostendeckend gerade so
möglich ist. Und das, wo er bei der Haltung schon spart wo es nur geht.
vn nn schrieb:> Ja, Freizeit bringt viel, wenn man sich keinen Urlaub leisten kann.> Nebenbei steigt die Freizeit mit der Betriebsgröße nicht zwingend.> Irgendwie muss man die Kredita abbezahlen, was dank Dumpingpreisen> Einsatz fast rund um die Uhr erfordern kann. Ich kannte einen> Milchbauern mit über 300 Kühen, Freizeit kennt er seit zehn Jahren nicht> mehr, sein halber Grund gehört mittlerweile der Bank, weil einem> Großabnehmer seine Milch drei Cent zu teuer war. Jetzt darf er zu den> üblichen Marktpreisen verkaufen, was leider Kostendeckend gerade so> möglich ist. Und das, wo er bei der Haltung schon spart wo es nur geht.
Was Du da beschreibst, ist einfach der Kapitalismus. Der gilt nunmal
hier gerade, ein bischen abgefedert durch Subventionen. Da muss man
nichts schönreden - fressen und gefressen werden. Der da oben zählt zu
den Letzteren. Die Bank wird das Land später einem Großen verkaufen, bei
dem derjenige dann angestellt arbeiten kann (vielleicht).
Rainer Unsinn schrieb:> Was Du da beschreibst, ist einfach der Kapitalismus. Der gilt nunmal> hier gerade, ein bischen abgefedert durch Subventionen. Da muss man> nichts schönreden - fressen und gefressen werden. Der da oben zählt zu> den Letzteren.
Nein. Kapitalismus hat grundsätzlich erstmal wenig mit gezieltem
Preisdumping, damit sich auch ja jeder Fleisch im Überfluss leisten
kann, zu tun. Denn profitiert hat im Endeffekt keiner, nicht mal der
Kunde, denn der darf nun die Bauern über Subventionen am Leben erhalten.
vn nn schrieb:> Denn profitiert hat im Endeffekt keiner, nicht mal der> Kunde, denn der darf nun die Bauern über Subventionen am Leben erhalten.
Doch, profitiert hat die Bank (für die er sich abgekämpft hat) und der
Große, der einen lästigen Konkurrenten weniger hat. Und was Du Dumping
nennst, ist einfach der Preiskampf. Gekämpft wird mit dem Profit als
Ziel. Dass das Fleisch relativ billig wird dadurch, ist eine Folge,
nicht das Ziel.
Rainer Unsinn schrieb:> und der> Große, der einen lästigen Konkurrenten weniger hat.
Von welchem großen sprichst du? Welche Konkurrenz? Meinst du, der eine
bringt sein Vieh nicht an, nur weil sein Nachbar auch Rinder hat?
Rainer Unsinn schrieb:> Und was Du Dumping> nennst, ist einfach der Preiskampf. Gekämpft wird mit dem Profit als> Ziel. Dass das Fleisch relativ billig wird dadurch, ist eine Folge,> nicht das Ziel.
Falsch. Die niedrigen Preise wurden durch den Staat und die EU mithilfe
Subventionen erreicht, die sind kein Ergebnis der freien MArktwirtschaft
und schon gar nicht eines Preiskampfes untereinander, denn so ziemlich
alle Bauern, ob groß oder klein, kämpfen für fairere Preise.
Manche sollten ihre Erfahrungen aus anderen Branchen nicht auf den
Agrarbereich umsetzen versuchen. Schließlich werden/wurden andere
Branchen auch nicht so stark subventioniert, dass der Erlös geringer als
die Aufwendungen sein darf.
1. Weniger Fleischkonsum wäre bzw. ist für mich kein Problem.
2. Ob ein Fleisch wirklich BIO ist, kann ich als Laie nur schwer
feststellen. Nur weil es TEUER war, muss das nicht heißen, dass es BIO
ist. Es kann ja sein, dass hinter dem Tresen eifrig die Industrieware
nachgelegt wird. (hatte ich schon vor 20 Jahren auf dem Markt in
Hannover erlebt, wo die sog. "Bio"-Eier aus genau den gleichen
Pappkartons kamen wie die Metro-Eier...
vn nn schrieb:> Manche sollten ihre Erfahrungen aus anderen Branchen nicht auf den> Agrarbereich umsetzen versuchen. Schließlich werden/wurden andere> Branchen auch nicht so stark subventioniert, dass der Erlös geringer als> die Aufwendungen sein darf.
Da hat er Recht. Ein subventionierter Markt kann keine realen Preise
ausbilden. Das sieht man zur Zeit auch in der Fotovoltaik. Hier wird
subventioniert, die Chinesen subventionieren. Dementsprechend ist der
Preis im Keller.
Und man kommt da jetzt natürlich nur sehr schwer wieder raus. Wir sind
niedrige Lebensmittelpreise gewohnt und jede Erhöhung ist ganz, ganz
schwierig durchzusetzen.
Wenn man sich die Preise so anschaut... Milch kostet um die 45ct, meine
ich, Butter gibt es für 75ct (ich kenne noch die Zeit um 1980, als das
halbe Pfund bei knapp 2 DM lag), Mehl gibt es für 19ct das Kilo.
Und überlegt man mal, wie hart noch vor 100 Jahren (oder auch jetzt noch
in vielen Regionen Afrikas) die Leute für diese Dinge arbeiten mussten
(an Fleisch war meist gar nicht zu denken), dann ist das schon irre.
Die wichtigste Erfindung des Menschen ist in meinen Augen: der Traktor.
Erst Du ihn sind wir überhaupt in der Lage, uns um andere Dinge zu
kümmern als um das tägliche Überleben.
Michael K-punkt schrieb:> 2. Ob ein Fleisch wirklich BIO ist, kann ich als Laie nur schwer> feststellen. Nur weil es TEUER war, muss das nicht heißen, dass es BIO> ist. Es kann ja sein, dass hinter dem Tresen eifrig die Industrieware> nachgelegt wird. (hatte ich schon vor 20 Jahren auf dem Markt in> Hannover erlebt, wo die sog. "Bio"-Eier aus genau den gleichen> Pappkartons kamen wie die Metro-Eier...
Ja, das ist sicher ein Problem. Da iat es schon ein Vorteil, wenn man
etwas ländlicher wohnt. Es gibt hier durchaus kleine Metzgereien, die
nur regional einkaufen und deren Schlachtvieh man zwei Wiesen weiter
aufwachsen sehen kann.
So viel teurer ist das Fleisch dort gar nicht. Aber der
Qualitätsunterschied ist schon sichtbar. Insbesondere geht das Fleisch
in der Pfanne praktisch nicht ein. Wenn wir dort Hackfleisch kaufen,
dann riecht das auch nicht unangenehm wie das, was man im Hit bekommt.
Aber das sind eben alles kleine Mengen und wenn man da mittags hinkommt,
ist das eine oder andere einfach schon ausverkauft. Damit muss man leben
können.
Aber grundsätzlich sollte man den Fleischkonsum schon einschränken und
das geht durchaus gut. Wenn ich das bei uns so überschlage, sind gefühlt
3/4 der gekochten Mahlzeiten fleischfrei, Frühstück und Abendbrot
enthalten noch weniger Fleisch - wir haben uns zu Nudel/Käsefans
entwickelt :-)
Übrigens sind die verschiedenen Sorten Vollkornbratlinge bei Aldi Süd
(haben sie aber nicht immer) sehr lecker. Kann ich nur empfehlen :-)
Gänzlich fleischfrei ernähren möchte ich mich nicht - dafür schmeckt es
dann doch zu gut und zumindest beim Grillen will ich eine richtige Wurst
und ein richtiges Stück Fleisch und keinen Ersatz ;-)
Am besten ist es natürlich, wenn man Nachbarn mit Hühnern hat (ist bei
meinen Eltern so). Im Tausch für die Küchenabfälle gibt es jeden Tag
zwei frische Eier. Das nenn ich mal Recycling :-)
Chris D.
Es gibt eine ganze Menge von Bauernhöfen mit Direktverkauf, auch im
Umkreis von Großstädten. Man muss nur etwas danach suchen, was aber
zumindest bei den Bio-Betrieben recht leicht ist, da die meisten von
ihnen einem Verband (Bioland, Naturland, Demeter usw.) angehören, auf
deren Webseiten Adresslisten zu finden sind.
Auch bei den Nicht-Bio-Direktvermarktern kann man davon ausgehen, dass
es sich nicht um "Agrarfabriken" handelt. Die Leute sind da mental etwas
anders eingestellt, sonst würde nicht die Seniorbäuerin höchstpersönlich
im Laden stehen ;-)
Manche der Bauern haben sogar eine eigene Schlachterei, ansonsten kann
man ja fragen, welchen lokalen Metzger er beliefert und dann wie Chris
dort das Fleisch kaufen.
Zur Qualität:
Bio-Obst und -Gemüse hat den Ruf, nicht schön auszusehen und mit Würmern
und anderen Schädlingen durchsetzt zu sein. Meist wird es auch nur als
Handelsklasse II eingestuft. Meiner Erfahrung nach sehen die Produkte
aber meistens nach HK I aus, und vor allem sind sie i.Allg. äußerst
frisch, da sie keine langen Transportwege, Zwischenlagerungen u.ä.
hinter sich haben. So bleibt bspw. eine Paprika vom lokalen Bio-Gärtner
mindestens zwei Tage länger knackig als eine vom Supermarkt, auch wenn
diese gerade erst in die Auslage gelegt wurde. Wenn man nachmittags zum
Hühnerhof geht, bekommt man die Eier, die am Morgen (oder allenfalls
vielleicht noch am Vortag) gelegt wurden. Man erkennt dies daran, dass
sich in den Eiern noch keine Luftblase ausgebildet hat.
Beim Fleisch kann ich das von Chris geschriebene bestätigen, und auch
die Milch "direkt aus der Kuh" schmeckt mir besser als die Billigmilch
aus dem Supermarkt. Und seit ich das Mehl direkt beim Müller kaufe,
klappt's irgendwie mit dem Pizzateig und dem Brotbacken besser als mit
dem Billigmehl aus dem Supermarkt. Bei letzterem scheint es des Öfteren
Qualitätssprünge zu geben, mal funktioniert es besser, mal weniger gut.
Wie Chris bereits geschrieben hat, bekommt man nicht immer alles, weil
der Vorrat begrenzt und die Produktpalette saisonal unterschiedlich ist.
Das kommt aber wie gesagt der Frische zugute. Außerdem macht das Kochen
mehr Spaß, wenn die Zutaten auf diese Weise etwas "randomisiert" sind :)
Preise:
Die Preise der Direktvermarkter können meist nicht mit Aldi und den
Eigenmarken der Supermarktketten mithalten. Wenn man aber Produkte
gleicher Qualitätsstufe miteinander vergleicht (wo dies objektiv möglich
ist) möglich ist, schneiden im Mittel die Direktvermarkter besser ab.
Zudem ist es ein schönes Gefühl, nicht 30% des bezahlten Preises
irgendwelchen Lebensmittelkonzernen in den Rachen zu schmeißen :)
Bio-Fleisch vom Verbandsbauern oder -metzger ist generell fast doppelt
so teuer wie konventionelles Fleisch aus dem Supermarkt. Das hängt
einfach damit zusammen, dass die Tiere doppelt so lange leben, also auch
doppelt so viel und teureres Futter fressen und nicht mit irgendwelchen
Wachstumsbeschleunigern hochgepusht werden. Zudem bekommen sie mehr
Stall- und vor allem auch Weidefläche zugestanden.
Aber auch da ist mir mittlerweile Qualität lieber als Quantität. Zum
Glück ist der Mensch ein Allesfresser, der nicht jeden Tag einen dicken
Fetzen Fleisch auf dem Teller braucht.
Ein kleines Problem bei den Direktvermarktern: Anders als im Supermarkt,
wo man alle Lebensmitteleinkäufe auf einen Punkt konzentrieren kann,
muss man seine Einkäufe auf mehrere Bauernhöfe verteilen, weil nicht
jeder alles anbietet. Alle mit dem Auto abzuklappern kostet zum einen
Sprit, zum anderen würde man damit den positiven Ökoeffekt von Bio-
Produkten wieder zunichte machen ;-)
Deswegen mache ich aus der Not eine Tugend und benutze zu diesem Zweck
fast ausschließlich das Radl. Das kostet zwar Zeit, aber diese Zeit
würde ich sonst vielleicht in einem miefigen Fitnessstudio verbringen,
das obendrein noch einen Batzen Geld kostet, das ich dann doch lieber
bspw. in gutes Fleisch anlege :)
Im Supermarkt kaufe ich übrigens inzwischen fast nur noch Mineralwasser,
Körperpflege- und Reinigungsmittel.