Hallo,
ich habe vor mir einen Receiver liegen, der defekt ist. Ich habe die
Fehlersuche auf einen Kondensator im Netzteil eingegrenzt. (Auf dem
Receiver sind übrigens n paar nette Altera Chips ;) ) der Kondensator
besitzt 22Mikrofarad bei 400Volt Spannungsfestigkeit. Er weist eine
Ausbeulung der Aluminiumdeckplatte auf und ist sehr hochohmig (1,02
MOhm), obwohl er entladen ist. Ist dieser Kondensator defekt?
Danke im Voraus
NoProblem schrieb:> Er weist eine Ausbeulung der Aluminiumdeckplatte auf ...> Ist dieser Kondensator defekt?
Ja.
> ist sehr hochohmig (1,02 MOhm)
Mit einem Ohmmeter kannst du einen Kondensator allerdings nicht wirksam
testen.
NoProblem schrieb:> Ich hatte gerade keine Möglichkeit, die Kapazität zu messen :/
Die Kapazität alleine ist bei einem defekten Elko nicht aussagekräftig,
da Elkos sowieso eine große Toleranz haben. Entscheiden ist der ESR-Wert
(Equivalent Series Resistance bzw. Ersatz-Serienwiderstand).
Da er oben eine Beule hat, ist er auf jeden Fall defekt.
Da sich dieser Elko in einem Schaltnetzteil befindet, kann es sich auch
um einen Low-ESR Elko handeln.
Nenne bitte mal Hersteller und Modell vom Receiver.
NoProblem schrieb:> Ausbeulung der Aluminiumdeckplatte
"Dicke Backen" deuten auf defekten Elko hin, ABER was sonst noch kaputt
sein könnte, sehen wir so nicht.
Vorab:
Der von Dir beschriebene Elko dürfte (fast) am Ende seines Lebens sein.
Deshalb bitte austauschen.
NoProblem schrieb:> ich habe vor mir einen Receiver liegen, der defekt ist.
Welcher Hersteller? Womöglich Yamaha?
Wie äußert sich der Defekt? Bibt der Receiver noch irgend ein
Lebenszeichen von sich?
Hallo, der Hersteller des Kondensators ist nicht auszumachen, es stehen
nur die Werte auf dem Gehäuse. Der Receiver ist ein TechniSat Digi Sat
NCl, er lässt sich überhaupt nicht mehr einschalten, hinter dem
eingebauten Netzteilabschnitt der Platine kommt kein Strom an.
TutnichtszurSache schrieb:> Aber warum verhält sich der Elko trotz entladenem Zustand eig.> hochohmig?
Weil er durch den Messstrom des Multimeters geladen wird. Da das
Multimeter den Widerstand_ durch die Messung des _Spannungsabfalls am
zu messenden Widerstandes (nicht Elkos!) bestimmt, wird bei der
Widerstandsmessung eines Kondensators mit kleiner Kapazität nahezu
sofort ein unendlicher Widerstand angezeigt.
TutnichtszurSache schrieb:> Der Receiver ist ein TechniSat Digi Sat NCl, er lässt sich> überhaupt nicht mehr einschalten, hinter dem eingebauten> Netzteilabschnitt der Platine kommt kein Strom an.
Schade... wenns ein Yamaha gewesen wäre, hätte ich jetzt einen Tipp
gehabt. Aber womöglich hast du Glück und in Deinem Fall trifft das auch
zu.
Bei den Yamahas sitzt für die Standbyversorgung auf der Primärseite ein
kleiner Kondensator mit 22 oder 33nF / 630V. Die Dinger verlieren mit
der Zeit an Kapazität, was dazu führt dass die Standbyspannung nicht
mehr in ausreichender Höhe zur Verfügung steht.
TutnichtszurSache schrieb:> Danke Magnus für die Tipps!
Büddeschön. Die Frage ist nur ob das was hilft...
> Naja, kch denke der Elko wird sich schnell austauschen lassen ;)
Sicher.
Mach doch am Besten mal noch ein paar (SCHARFE) Fotos der
Netzteilplatine aus verschiedenen Blickwinkeln. Vielleicht können wir
dir dann noch ein / zwei Tipps geben.
NoProblem schrieb:> Ich hatte gerade keine Möglichkeit, die Kapazität zu messen :/> Aber danke :)
Frei nach dem Motto: Besser irgendeine Messung als gar keine ;-)
NoProblem schrieb:> ich habe vor mir einen Receiver liegen, der defekt ist. Ich habe die> Fehlersuche auf einen Kondensator im Netzteil eingegrenzt.
Schön, da lohnt sich weder eine grosse Meßaktion, noch ein langer Thread
im Forum. Solche Billigteile tauscht man einfach auf Verdacht aus.
Gruss
Harald
Fein, aber besser wäre, hättest Du auch mitgeteilt WORAN es genau lag.
Ein anderer User hat vielleicht ein ähnliches Problem und könnte dann
diesen Threat als Hilfe nutzen.
So wie Du es auch getan hast.
Frank
Frank N. Stein schrieb:> Ein anderer User hat vielleicht ein ähnliches Problem und könnte dann> diesen Threat als Hilfe nutzen.
Dieser andere User hätte vielleicht vorhei in die DSE-FAQ gekuckt
und gleich gewusst, was das Problem ist. :-)
Gruss
Harald
Wenn ein 22µF Kondensator entleert wurde und er über den Innenwiderstand
(2MOhm bis 20 MOhm) eines Multimeters aufgeladen werden muss sieht man
auch auf einem langsamen Multimeter dass der Widerstand ansteigt.
Bei sehr kleinen Kondensatoren geht das dann aber so schnell dass man es
nicht mehr mitbekommt.
Tau = r*c
Bei 2MOhm/22µF:
2000000*0.000022=44 Sekunden
Man kann das auch noch mit einem 1µF Elko machen, diese Methode gibt
einen guten Anhaltspunkt dafür ob der Kondensator defekt ist.
Der Widerstand muss ja nach unendlich gehen wenn man das Multimeter
lange genug dran lassen würde, passiert das nicht ist die
Isolation defekt (durch Überspannung oder zu starke Erhitzung).
Über die Kapazität des Kondensators sagt das nichts aus, aber das will
er ja auch nicht wissen.