Defekter Kondensator?

Gast #2798080
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Hallo,

ich habe vor mir einen Receiver liegen, der defekt ist. Ich habe die 
Fehlersuche auf einen Kondensator im Netzteil eingegrenzt. (Auf dem 
Receiver sind übrigens n paar nette Altera Chips ;) ) der Kondensator 
besitzt 22Mikrofarad bei 400Volt Spannungsfestigkeit. Er weist eine 
Ausbeulung der Aluminiumdeckplatte auf und ist sehr hochohmig (1,02 
MOhm), obwohl er entladen ist. Ist dieser Kondensator defekt?

Danke im Voraus
Gast #2798141
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NoProblem schrieb:
> Ich hatte gerade keine Möglichkeit, die Kapazität zu messen :/

Die Kapazität alleine ist bei einem defekten Elko nicht aussagekräftig, 
da Elkos sowieso eine große Toleranz haben. Entscheiden ist der ESR-Wert 
(Equivalent Series Resistance bzw. Ersatz-Serienwiderstand).

Da er oben eine Beule hat, ist er auf jeden Fall defekt.

Da sich dieser Elko in einem Schaltnetzteil befindet, kann es sich auch 
um einen Low-ESR Elko handeln.

Nenne bitte mal Hersteller und Modell vom Receiver.
Gast #2798809
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Hallo, der Hersteller des Kondensators ist nicht auszumachen, es stehen 
nur die Werte auf dem Gehäuse. Der Receiver ist ein TechniSat Digi Sat 
NCl, er lässt sich überhaupt nicht mehr einschalten, hinter dem 
eingebauten Netzteilabschnitt der Platine kommt kein Strom an.
Persönliche Seite #2798818
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TutnichtszurSache schrieb:
> Aber warum verhält sich der Elko trotz entladenem Zustand eig.
> hochohmig?

Weil er durch den Messstrom des Multimeters geladen wird. Da das 
Multimeter den Widerstand_ durch die Messung des _Spannungsabfalls am 
zu messenden Widerstandes (nicht Elkos!) bestimmt, wird bei der 
Widerstandsmessung eines Kondensators mit kleiner Kapazität nahezu 
sofort ein unendlicher Widerstand angezeigt.

TutnichtszurSache schrieb:
> Der Receiver ist ein TechniSat Digi Sat NCl, er lässt sich
> überhaupt nicht mehr einschalten, hinter dem eingebauten
> Netzteilabschnitt der Platine kommt kein Strom an.

Schade... wenns ein Yamaha gewesen wäre, hätte ich jetzt einen Tipp 
gehabt. Aber womöglich hast du Glück und in Deinem Fall trifft das auch 
zu.

Bei den Yamahas sitzt für die Standbyversorgung auf der Primärseite ein 
kleiner Kondensator mit 22 oder 33nF / 630V. Die Dinger verlieren mit 
der Zeit an Kapazität, was dazu führt dass die Standbyspannung nicht 
mehr in ausreichender Höhe zur Verfügung steht.
#2799892
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Wenn ein 22µF Kondensator entleert wurde und er über den Innenwiderstand 
(2MOhm bis 20 MOhm) eines Multimeters aufgeladen werden muss sieht man 
auch auf einem langsamen Multimeter dass der Widerstand ansteigt.

Bei sehr kleinen Kondensatoren geht das dann aber so schnell dass man es 
nicht mehr mitbekommt.

Tau = r*c

Bei 2MOhm/22µF:
2000000*0.000022=44 Sekunden

Man kann das auch noch mit einem 1µF Elko machen, diese Methode gibt 
einen guten Anhaltspunkt dafür ob der Kondensator defekt ist.
Der Widerstand muss ja nach unendlich gehen wenn man das Multimeter 
lange genug dran lassen würde, passiert das nicht ist die
 Isolation defekt  (durch Überspannung oder zu starke Erhitzung).

Über die Kapazität des Kondensators sagt das nichts aus, aber das will 
er ja auch nicht wissen.

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