Ich gehe mal davon aus, dass du mit R2 den Widerstand in der
Rückkopplung meinst, denn leider hast du ja kein Schaltbild angehangen.
Eigentlich ist es ganz einfach. Überlege dir was beim OPV passiert. Du
hast also eine Eingangsspannung. Am nichtinvertierenden Eingang liegen
0V an. Da der OPV die Differenz zwischen seinen Eingängen versucht zu
null zu regeln muss also auch am invertierenden Eingang 0V anliegen.
Deine Eingangsspannung muss also über dem Eingangswiderstand (vermutlich
R1) deiner Schaltung komplett abfallen. Somit ergibt sich ein Strom zu
Uein/R1. Dieser Strom muss nun mit einem gleich großen Gegenstrom durch
das Element R2 kompensiert werden, damit am Knotenpunkt die Summe der
Ströme gleich null und somit die Spannung dort null ist.
Nun kann man sich leicht Überlegen, wie groß die Ausgangsspannung des
OPVs sein muss, damit genau dieser Strom fließt. Bei einer
Eingangsspannung von null Volt würde also kein Strom fließen in den
Eingang der Schaltung fließen, also muss auch kein Gegenstrom erzeugt
werden. Der Ausgang des OPVs bleibt also bei null Volt.
Jetzt legen wir eine kleine positive Spannung an den Eingang an. Dies
führt dazu, dass ein kleiner positiver Strom in den Eingang der
Schaltung fließt. Dieser muss nun mit einem gleich großen negativen
Strom kompensiert werden. Jetzt kommt die Kennlinie des Bauteil mit in
Spiel. (Hier weiss ich allerdings nicht, wie stark der Varistor bei euch
idealisiert wurde.) Wann kann den nur dieser kleine Strom fließen? Na,
erst dann, wenn die Schwellspannung von -8,2V erreicht wurde. Eine
Weitere Erhöhung der Eingangsspannung ändert, bei einem stark
idealisiertem Varistor, nichts an diesem Wert,da ab dieser Spannung
nahezu jeder Strom fließen kann.
Gibt man nun eine klein negative Eingangsspannung vor, so muss ein
positiver Strom durch den Varistor zum Knotenpunkt fließen. Wann kann
dieser fließen? Na, auch erst ab 8,2V. Eine weitere Spannungserhöhung
ändert, auf Grund der Symmetrischen Kennlinie, auch hier nicht an dem
Wert von 8,2V.
Im Anhang ist die Übertragungskennlinie der Schaltung zu finden. Die
blaue Kurve stellt den stark idealisierten Varistor da, während die rote
Kennlinie einen realen Varistor darstellt. Zumindest de Kennlinie des
idealen Varistors sieht wie die Kennlinie eines Komparator aus. Und
genau das macht die Schaltung mit deinem Dreiecksignal. Sie sorgt dafür,
dass alle Spannungen am Eingang die größer als null Volt sind am Ausgang
zu -8,2V und alle Spannungen unter null Volt zu +8,2V werden. Die
Schaltung wandelt also das Dreiecksignal in ein Rechtecksignal um.
Betrachtet man die Übertragungskennlinie der Schaltung und die Kennlinie
eines Varistors, so stellt man fest, dass die Übertragungskennlinie
genau die negative inverse Kennlinie des Varistors ist. Das ist auch
logisch, denn der Eingangswiderstand R1 der Schaltung verhält sich ja
wie ein Spannung zu Strom Wandler. Man kann also soweit gehen, dass man
sagen kann man gibt keine Eingangsspannung, sondern einen Eingangsstrom
vor. Was man jetzt sucht ist ein gleich großer Strom nur mit umgekehrten
Vorzeichen. Die Kennlinie des Varistors beschreibt den Zusammenhang
zwischen I=f(U) am Varistor. Um jetzt bei einem gegebenen Strom die
Spannung zu ermitteln muss man also mathematisch die inverse der
Kennliniengleichung ermitteln.
Eine weitere Möglichkeit wäre natürlich sich die Übertragungsfunktion
mit Hilfe von Maschen- und Knotengleichungen selbst herzuleiten.
Wenn man den OPV verstanden hat kann man sich also recht leicht mit ein
paar Gedankengängen das Verhalten Überlegen.
LG Christian