Hallo zusammen, bei einem Spaziergang fielen mir diese Geräte auf, die über eine Strecke von 200m im Abstand von ca. 1-2m neben dem Fußweg im Boden steckten. An manchen Stellen (wie auf dem Bild) auch mehrere auf einem Haufen. Sie bestehen aus einem roten Kunststoffgehäuse und einem ca. 15cm langen Spieß an der Unterseite, der in der Erde steckt. Weiß jemand von euch, was das für Teile sind?
Das sind Geophone. Die werden zur Erdölexploration eingesetzt. Dabei wird von drei Spezialfahrzeugen mit Rüttelplatten ein Schallsignal erzeugt, dessen Echos von den Geophonen registriert werden. Aus vielen solchen Anregungen von vielen verschiedenen Orten aus kann man tomographische Bilder der Erdschichtungen berechnen.
Drei von Vier schrieb: > Sprengzuender? nope. sprengladungen werden nicht elektrisch verbunden. was steht denn auf den roten gnubbeln drauf? meine wilde spekulation sind hydrogeologische messsonden ;)
Markus R. schrieb: > bei einem Spaziergang fielen mir diese Geräte auf Wo war das? http://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Neuer-Erdoelboom-in-Karlsruhe-Suche-nach-dem-schwarzen-Gold-im-Landkreis;art6066,787748
Uhu Uhuhu schrieb: > Das sind Geophone. Die werden zur Erdölexploration eingesetzt. Die sollten aber eigentlich nicht so auf einem Haufen sitzen, sondern es sollte ein grösserer Abstand zwischen den Geophonen sein. BTDT. Wer sich für solche Sachen interessiert, sollte das Erdölmuseum in Wietze besuchen. Gruss Harald
Kneif doch mal eine ab, sind ja genug da ;-) Dann können wir mal sehen, wie so ein teil von innen aussieht
Harald Wilhelms schrieb: > Die sollten aber eigentlich nicht so auf einem Haufen sitzen, > sondern es sollte ein grösserer Abstand zwischen den Geophonen > sein. Wenn sie zur Messung montiert sind, natürlich nicht. Da die Montage nicht augenblicklich passiert, ist mit lokalen Anhäufungen zu rechnen ;-)
Uhu Uhuhu schrieb: > Harald Wilhelms schrieb: >> Die sollten aber eigentlich nicht so auf einem Haufen sitzen, >> sondern es sollte ein grösserer Abstand zwischen den Geophonen >> sein. > > Wenn sie zur Messung montiert sind, natürlich nicht. Da die Montage > nicht augenblicklich passiert, ist mit lokalen Anhäufungen zu rechnen > ;-) Manchmal sind die "Geophon-Pflanzer" auch nur zu faul. :-) Gruss Harald PS: Eigentlich sollte Deutschland schon in den achtziger Jahren vollständig durchgemessen worden sein. Seitdem weiss man auch ganz genau, wo in D es überall Salzstöcke gibt. :-)
Harald Wilhelms schrieb: > PS: Eigentlich sollte Deutschland schon in den achtziger Jahren > vollständig durchgemessen worden sein. Ja natürlich. Und schon vor gut 100 Jahren wurde die letzte denkbare Erfindung gemacht und das Patentrecht ist ein Relikt aus der Steinzeit. Es ist völlig unverständlich, warum es Firmen gibt, die für sowas Geld zum Fenster raus schmeißen. Aber womöglich ist es ja auch nur eine raffiniert getarnte Arbeitsbeschaffungsmaßnahme...
Danke für die Antworten, wieder was dazugelernt. Uhu Uhuhu schrieb: > Wo war das? Bodenseestraße, München.
Markus R. schrieb: > Bodenseestraße, München. Direkt am Bodensee habe ich z.B. mal in den siebziger Jahren gemessen. Gruss Harald PS: http://de.wikipedia.org/wiki/Prakla-Seismos
> Bodenseestraße, München. http://www.merkur-online.de/lokales/krailling/messungen-geothermie-krailling-wird-erde-beben-2332046.html Da gabs vor kurzem auch noch einen Bericht zu Messungen in der Stadt selbst, find ihn aber nicht.
Harald Wilhelms schrieb: > PS: Eigentlich sollte Deutschland schon in den achtziger Jahren > vollständig durchgemessen worden sein. Die Messverfahren entwickeln sich aber auch in keinster Weise weiter ;-)
Ich kann Dir auch nur empfehlen welche abzukneifen und bei eBay einzustellen - bringen ganz gut Geld ;) http://www.ebay.de/itm/Seismic-Geophone-4-5hz-395ohm-Vertical-in-land-case-/260745955917?pt=LH_DefaultDomain_0&hash=item3cb5ab8a4d
P. M. schrieb: > Harald Wilhelms schrieb: >> PS: Eigentlich sollte Deutschland schon in den achtziger Jahren >> vollständig durchgemessen worden sein. > > Die Messverfahren entwickeln sich aber auch in keinster Weise weiter ;-) Nun, man benutzt heute teilweise andere Messverfahren als die Vibroseismik. An dieser selbst kann man aber nicht mehr allzuviel verbessern. Zumal der Abbau von Bodenschätzen heute weniger ein technisches, sondern eher ein politisches Problem ist. Wenn man heutzutage Gebiete neu erschliessen will, wird man zwar sicherlich andere Geräte als damals nutzen; deshalb sind aber die damals erzielten Messergebnisse trotzdem nicht unbrauchbar. Gruss Harald
Was noch interessant wäre: Wie sind die Sonden verschaltet? Da das Kabel von einem Gehäuse zum nächsten läuft, liegt eine lineare Bustopologie nahe. Kann mir aber nicht vorstellen, dass da noch viel Elektronik drin ist; es scheint, dass die einzelnen Sonden nur ein Spannungssignal ausgeben. Alles parallel und dann Spektrum auswerten?
Markus R. schrieb: > Was noch interessant wäre: Wie sind die Sonden verschaltet? Da das Kabel > von einem Gehäuse zum nächsten läuft, liegt eine lineare Bustopologie > nahe. Kann mir aber nicht vorstellen, dass da noch viel Elektronik drin > ist; es scheint, dass die einzelnen Sonden nur ein Spannungssignal > ausgeben. Alles parallel und dann Spektrum auswerten? Früher hat man vielpolige Kabel bis in den Messwagen benutzt. Heutzutage kann man da sicherlich irgendwelche Bustopologien benutzen. Der Verstärker ist aber nicht gerade trivial, da ein Signal von µV bis zu einigen Volt verarbeitet werden muss. Da man Elektronik heute ja wesentlich kleiner als damals bauen kann, könnte das "Frontend" sicherlich auch mit im Geophongehäuse untergebracht werden. Gruss Harald
Hier gibts einen Beitrag zu der Meßkampagne in München als Podcast: http://mp3-download.swr.de/swr2/impuls/wissensorte-podcast/diedirchbilicker_20120910_vibrofahrzeug.12844s.mp3 Es geht um Geothermie.
Die Dinger haben sie vor einigen Jahren bei uns in Berlin (Spandau) auch flächendeckend eingesetzt, um einen geeigneten unterirdischen Dom zur Gasspeicherung zu finden, nachdem sie den alten fast in die Luft gejagt haben. Kurzschluss an einem der Sensoren führte zur Funkenbildung: http://www.berliner-feuerwehr.de/2960.html?&cHash=27bb0e5d07ce7a3ead1fb6242fb7b37e&tx_ttnews[tt_news]=180 Auf einem der Fotos hier sieht man die Sensoren, auf einem der anderen den zugehörigen 'Shaker' LKW, der mit fetten Erschütterungen seismische Wellen verursacht. Bei uns war das ein Zug von 5 oder 6 dieser Lastwagen, die die Erde erschüttert haben: http://forst-grunewald.de/sitemap/erdgasspeicher/
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