Forum: Offtopic Was sind das für Messsonden?


von Markus R. (maggus)


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Hallo zusammen,

bei einem Spaziergang fielen mir diese Geräte auf, die über eine Strecke 
von 200m im Abstand von ca. 1-2m neben dem Fußweg im Boden steckten. An 
manchen Stellen (wie auf dem Bild) auch mehrere auf einem Haufen. Sie 
bestehen aus einem roten Kunststoffgehäuse und einem ca. 15cm langen 
Spieß an der Unterseite, der in der Erde steckt.
Weiß jemand von euch, was das für Teile sind?

von Purzel H. (hacky)


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Sprengzuender? Soll der Hang gesprengt werden?

von Uhu U. (uhu)


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Das sind Geophone. Die werden zur Erdölexploration eingesetzt. Dabei 
wird von drei Spezialfahrzeugen mit Rüttelplatten ein Schallsignal 
erzeugt, dessen Echos von den Geophonen registriert werden.

Aus vielen solchen Anregungen von vielen verschiedenen Orten aus kann 
man tomographische Bilder der Erdschichtungen berechnen.

von c. m. (Gast)


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Drei von Vier schrieb:
> Sprengzuender?

nope. sprengladungen werden nicht elektrisch verbunden.

was steht denn auf den roten gnubbeln drauf? meine wilde spekulation 
sind hydrogeologische messsonden ;)

von Uhu U. (uhu)


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von Harald W. (wilhelms)


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Uhu Uhuhu schrieb:

> Das sind Geophone. Die werden zur Erdölexploration eingesetzt.

Die sollten aber eigentlich nicht so auf einem Haufen sitzen,
sondern es sollte ein grösserer Abstand zwischen den Geophonen
sein. BTDT. Wer sich für solche Sachen interessiert, sollte das
Erdölmuseum in Wietze besuchen.
Gruss
Harald

von Marek N. (Gast)


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Kneif doch mal eine ab, sind ja genug da ;-)
Dann können wir mal sehen, wie so ein teil von innen aussieht

von Uhu U. (uhu)


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Harald Wilhelms schrieb:
> Die sollten aber eigentlich nicht so auf einem Haufen sitzen,
> sondern es sollte ein grösserer Abstand zwischen den Geophonen
> sein.

Wenn sie zur Messung montiert sind, natürlich nicht. Da die Montage 
nicht augenblicklich passiert, ist mit lokalen Anhäufungen zu rechnen 
;-)

von Harald W. (wilhelms)


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Uhu Uhuhu schrieb:
> Harald Wilhelms schrieb:
>> Die sollten aber eigentlich nicht so auf einem Haufen sitzen,
>> sondern es sollte ein grösserer Abstand zwischen den Geophonen
>> sein.
>
> Wenn sie zur Messung montiert sind, natürlich nicht. Da die Montage
> nicht augenblicklich passiert, ist mit lokalen Anhäufungen zu rechnen
> ;-)

Manchmal sind die "Geophon-Pflanzer" auch nur zu faul. :-)
Gruss
Harald
PS: Eigentlich sollte Deutschland schon in den achtziger Jahren
vollständig durchgemessen worden sein. Seitdem weiss man auch
ganz genau, wo in D es überall Salzstöcke gibt. :-)

von Uhu U. (uhu)


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Harald Wilhelms schrieb:
> PS: Eigentlich sollte Deutschland schon in den achtziger Jahren
> vollständig durchgemessen worden sein.

Ja natürlich. Und schon vor gut 100 Jahren wurde die letzte denkbare 
Erfindung gemacht und das Patentrecht ist ein Relikt aus der Steinzeit.

Es ist völlig unverständlich, warum es Firmen gibt, die für sowas Geld 
zum Fenster raus schmeißen.

Aber womöglich ist es ja auch nur eine raffiniert getarnte 
Arbeitsbeschaffungsmaßnahme...

von Markus R. (maggus)


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Danke für die Antworten, wieder was dazugelernt.

Uhu Uhuhu schrieb:
> Wo war das?

Bodenseestraße, München.

von Harald W. (wilhelms)


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Markus R. schrieb:

> Bodenseestraße, München.

Direkt am Bodensee habe ich z.B. mal in den siebziger Jahren gemessen.
Gruss
Harald

PS: http://de.wikipedia.org/wiki/Prakla-Seismos

von Georg A. (georga)


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> Bodenseestraße, München.

http://www.merkur-online.de/lokales/krailling/messungen-geothermie-krailling-wird-erde-beben-2332046.html

Da gabs vor kurzem auch noch einen Bericht zu Messungen in der Stadt 
selbst, find ihn aber nicht.

von P. M. (o-o)


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Harald Wilhelms schrieb:
> PS: Eigentlich sollte Deutschland schon in den achtziger Jahren
> vollständig durchgemessen worden sein.

Die Messverfahren entwickeln sich aber auch in keinster Weise weiter ;-)

von Sascha W. (arno_nyhm)


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Ich kann Dir auch nur empfehlen welche abzukneifen und bei eBay 
einzustellen - bringen ganz gut Geld ;)

http://www.ebay.de/itm/Seismic-Geophone-4-5hz-395ohm-Vertical-in-land-case-/260745955917?pt=LH_DefaultDomain_0&hash=item3cb5ab8a4d

von Joachim R. (jorath)


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Nabend,

Ist in der Flasche noch was drin?

MfG

von Harald W. (wilhelms)


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P. M. schrieb:
> Harald Wilhelms schrieb:
>> PS: Eigentlich sollte Deutschland schon in den achtziger Jahren
>> vollständig durchgemessen worden sein.
>
> Die Messverfahren entwickeln sich aber auch in keinster Weise weiter ;-)

Nun, man benutzt heute teilweise andere Messverfahren als die
Vibroseismik. An dieser selbst kann man aber nicht mehr allzuviel
verbessern. Zumal der Abbau von Bodenschätzen heute weniger ein
technisches, sondern eher ein politisches Problem ist. Wenn man
heutzutage Gebiete neu erschliessen will, wird man zwar sicherlich
andere Geräte als damals nutzen; deshalb sind aber die damals
erzielten Messergebnisse trotzdem nicht unbrauchbar.
Gruss
Harald

von Markus R. (maggus)


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Was noch interessant wäre: Wie sind die Sonden verschaltet? Da das Kabel 
von einem Gehäuse zum nächsten läuft, liegt eine lineare Bustopologie 
nahe. Kann mir aber nicht vorstellen, dass da noch viel Elektronik drin 
ist; es scheint, dass die einzelnen Sonden nur ein Spannungssignal 
ausgeben. Alles parallel und dann Spektrum auswerten?

von Harald W. (wilhelms)


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Markus R. schrieb:
> Was noch interessant wäre: Wie sind die Sonden verschaltet? Da das Kabel
> von einem Gehäuse zum nächsten läuft, liegt eine lineare Bustopologie
> nahe. Kann mir aber nicht vorstellen, dass da noch viel Elektronik drin
> ist; es scheint, dass die einzelnen Sonden nur ein Spannungssignal
> ausgeben. Alles parallel und dann Spektrum auswerten?

Früher hat man vielpolige Kabel bis in den Messwagen benutzt.
Heutzutage kann man da sicherlich irgendwelche Bustopologien benutzen.
Der Verstärker ist aber nicht gerade trivial, da ein Signal von µV
bis zu einigen Volt verarbeitet werden muss. Da man Elektronik heute
ja wesentlich kleiner als damals bauen kann, könnte das "Frontend"
sicherlich auch mit im Geophongehäuse untergebracht werden.
Gruss
Harald

von Uhu U. (uhu)


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Hier gibts einen Beitrag zu der Meßkampagne in München als Podcast: 
http://mp3-download.swr.de/swr2/impuls/wissensorte-podcast/diedirchbilicker_20120910_vibrofahrzeug.12844s.mp3

Es geht um Geothermie.

von Matthias S. (Firma: matzetronics) (mschoeldgen)


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Die Dinger haben sie vor einigen Jahren bei uns in Berlin (Spandau) auch 
flächendeckend eingesetzt, um einen geeigneten unterirdischen Dom zur 
Gasspeicherung zu finden, nachdem sie den alten fast in die Luft gejagt 
haben. Kurzschluss an einem der Sensoren führte zur Funkenbildung:
http://www.berliner-feuerwehr.de/2960.html?&cHash=27bb0e5d07ce7a3ead1fb6242fb7b37e&tx_ttnews[tt_news]=180

Auf einem der Fotos hier sieht man die Sensoren, auf einem der anderen 
den zugehörigen 'Shaker' LKW, der mit fetten Erschütterungen seismische 
Wellen verursacht. Bei uns war das ein Zug von 5 oder 6 dieser 
Lastwagen, die die Erde erschüttert haben:
http://forst-grunewald.de/sitemap/erdgasspeicher/

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