Forum: Offtopic Speichermodul - Ringkernspeicher ?


von TecXus (Gast)


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Hallo,

hab mal eine Frage an die Kenner unter Euch!
Was ist das genau?

http://www.ebay.de/itm/251139806179?ssPageName=STRK:MESELX:IT&_trksid=p3984.m1558.l2649

Danke...

von Falk B. (falk)


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Etwas SEHR exotisches.

von W.S. (Gast)


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Ich tippe mal auf nen uralten Bitslice-Prozessor. Jedenfalls kein 
Magnetkernspeicher.

W.S.

von TecXus (Gast)


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Danke!
Was ist denn ein Bitslice-Prozessor?

von Sorry (Gast)


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Sorry,

TecXus schrieb:
> Was ist denn ein Bitslice-Prozessor?

Google einfach....

von Reinhard Kern (Gast)


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Hallo,

das sind Halbleiterschaltungen auf Keramik-Substrat mit kleinen 
Kühltürmchen drauf, nix magnetisches. Was so ein IC macht kann man 
schlecht von aussen sehen, aber nach der regelmässigen Anordnung könnte 
es schon ein Speicher sein. Gehört wahrscheinlich in ein IBM-Mainframe 
oder vergleichbares. Und war sicher SEHR teuer.

Gruss Reinhard

von Noname (Gast)


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Bilder von einem Ringkernspeicher siehst Du unter: 
http://de.wikipedia.org/wiki/Ringkernspeicher

und zwar sowohl ein ganzes Modul als auch eine Nahaufnahme mit den 
einzelnen Ringen. So ein Ring hat einige Millimeter Durchmesser.

von Noname (Gast)


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Naja. Eher weniger als ein Millimeter.

von dram b. (drambeldier)


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das ist ein Teil vom Schutzschlüsselspeicher einer 3270 Maschine.
Diese Einheit war zuständig für µs genaue Erstellung der Prüfsummen
des jeweileigen OP-Codes. Eingestllt wurde an den "Türmen" eine gewisse
Laufzeit, letztendlich gemessen mit einem Sampling-Oszi auf eine 
Erhöhung
der Schreibimpulse in den Hauptspeicher.

      /\
_____/  -----


Es kam auf diesen Impuls an, eine Überhöhung des Schreibstromes in den
Speicher mit anteiliger Überwachung der Parität.

von (prx) A. K. (prx)


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Reinhard Kern schrieb:
> Gehört wahrscheinlich in ein IBM-Mainframe

IBM mit Fairchild-Logo auf dem Kühlturm?

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Noname schrieb:
> So ein Ring hat einige Millimeter Durchmesser.

Ich habe auch mal Ringkernspeicher in einem (sehr dicken) DIP gesehen.
Hatte natürlich eine miserable Speicherdichte, aber war vermutlich
dafür deutlich billiger als diese handgefädelten Matrizen.

Aber auch der kam ohne Kühltürmchen aus :), was beim Ringkernspeicher
wirklich Verlustleistung produziert hat, waren die Treibertransistoren.

von (prx) A. K. (prx)


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dram beldier schrieb:
> das ist ein Teil vom Schutzschlüsselspeicher einer 3270 Maschine.
> Diese Einheit war zuständig für µs genaue Erstellung der Prüfsummen
> des jeweileigen OP-Codes. Eingestllt wurde an den "Türmen" eine gewisse
> Laufzeit, letztendlich gemessen mit einem Sampling-Oszi auf eine
> Erhöhung

Netter Versuch. Per Zufallsgenerator entstanden? ;-)

Das IBM 3270 war ein Mainframe-Terminal, kein Mainframe. Das brauchte 
kein solches Monstrum von Platine. IBMs ICs sahen ausserdem anders aus, 
ziemlich unverwechselbar.

von (prx) A. K. (prx)


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Reinhard Kern schrieb:
> Gehört wahrscheinlich in ein IBM-Mainframe
> oder vergleichbares. Und war sicher SEHR teuer.

Aus einem Mainframe von Amdahl, die waren immerhin IBM-kompatibel:
http://www.deadprogrammer.com/amdahl-business-in-the-front-party-in-the-back/

von Franz H. (dl7avf)


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Die Chips mit Türmchen sind Fujitsu ECL Gate Arrays. Deshalb der 
Kühlkanal.
Hier weitere Infos dazu:
http://museum.ipsj.or.jp/en/heritage/MCC_board_equipped_with_MB11K_LSI_packages.html

von Franzl F. (Firma: Elektroniker) (franzl-f)


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Im Deutschen Museum in München kann man so ein Teil auch anschauen.

von Christoph Z. (rayelec)


Angehängte Dateien:

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OT: ich habe hier aus der selben Ära auch noch ein paar sehr exotische 
Teile rumliegen...

von (prx) A. K. (prx)


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Hach je, das war auch so eine sensationelle Entwicklung des Speichers 
der Zukunft - der bald darauf nur noch Vergangenheit hatte.

von Christoph Z. (rayelec)


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Das Funktionsprinzip finde ich echt faszinierend - und 1MBit 1982 war 
den DRAMs um ca. 3-4 Jahre voraus. Da waren einige bereit mit der 
Zugriffszeit von 150ms zu leben. Und heute ist ein gutes optisches 
Laufwerk schneller...
Die Teile haben mit ihrem Stahlmantel übrigens ein beträchtliches 
Gewicht.

Interessant ist auch, dass die UdSSR auch Bubble-Memories gemacht hat. 
Ich konnte mir vor bald 15 Jahren in Russland zwei ungebrauchte 
Exemplare sichern.
(Jahrgang 1987, als die Technologie bei uns schon tot war).

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Christoph Z. schrieb:
> (Jahrgang 1987, als die Technologie bei uns schon tot war).

Da müssen sie aber irgendwelche Gründe dafür gehabt haben, vielleicht
eine militärische Nutzung?  Normale Halbleiterspeicher haben sie
jedenfalls zu dieser Zeit auch schon in Massen gefertigt.

von Uhu U. (uhu)


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Vielleicht für den Weltraum?

von Christoph Z. (rayelec)


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> Vielleicht für den Weltraum?

Meine jedenfalls nicht, sie haben nicht die nötigen Spezifikationen (war 
auf jedem Bauteil aufgedruckt)
"Die Russen" waren uns technologisch einfach etwas hinterher. Das 1MBit 
DRAM war für die dortige Hitech-Industrie 1987 sicher nicht in Mengen 
verfügbar. Hier hingegen schon.

Es hängt wohl eher damit zusammen, dass in der Planwirtschaft alles 
solange produziert wurde, bis es wirklich niemand mehr haben wollte. 
Mangels Alternativen konnte das recht lange dauern (siehe Trabi).
Auch Nixie-Röhren wurden in der Ukraine noch bis Mai 1992 produziert...

von Timm T. (Gast)


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Christoph Z. schrieb:
> Auch Nixie-Röhren wurden in der Ukraine noch bis Mai 1992 produziert...

Nixie-Röhren werden heute noch produziert... und nicht gerade billig. 
;-)

von Christoph Z. (rayelec)


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Wer produziert denn heute noch Nixies in Serie? Mir ist kein Hersteller 
bekannt und alles was es auf dem Markt gibt ist älter als 20 Jahre.

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