Speichermodul - Ringkernspeicher ?

Gast
Hallo,

das sind Halbleiterschaltungen auf Keramik-Substrat mit kleinen 
Kühltürmchen drauf, nix magnetisches. Was so ein IC macht kann man 
schlecht von aussen sehen, aber nach der regelmässigen Anordnung könnte 
es schon ein Speicher sein. Gehört wahrscheinlich in ein IBM-Mainframe 
oder vergleichbares. Und war sicher SEHR teuer.

Gruss Reinhard
das ist ein Teil vom Schutzschlüsselspeicher einer 3270 Maschine.
Diese Einheit war zuständig für µs genaue Erstellung der Prüfsummen
des jeweileigen OP-Codes. Eingestllt wurde an den "Türmen" eine gewisse
Laufzeit, letztendlich gemessen mit einem Sampling-Oszi auf eine 
Erhöhung
der Schreibimpulse in den Hauptspeicher.

      /\
_____/  -----


Es kam auf diesen Impuls an, eine Überhöhung des Schreibstromes in den
Speicher mit anteiliger Überwachung der Parität.
Moderator Persönliche Seite
Noname schrieb:
> So ein Ring hat einige Millimeter Durchmesser.

Ich habe auch mal Ringkernspeicher in einem (sehr dicken) DIP gesehen.
Hatte natürlich eine miserable Speicherdichte, aber war vermutlich
dafür deutlich billiger als diese handgefädelten Matrizen.

Aber auch der kam ohne Kühltürmchen aus :), was beim Ringkernspeicher
wirklich Verlustleistung produziert hat, waren die Treibertransistoren.
dram beldier schrieb:
> das ist ein Teil vom Schutzschlüsselspeicher einer 3270 Maschine.
> Diese Einheit war zuständig für µs genaue Erstellung der Prüfsummen
> des jeweileigen OP-Codes. Eingestllt wurde an den "Türmen" eine gewisse
> Laufzeit, letztendlich gemessen mit einem Sampling-Oszi auf eine
> Erhöhung

Netter Versuch. Per Zufallsgenerator entstanden? ;-)

Das IBM 3270 war ein Mainframe-Terminal, kein Mainframe. Das brauchte 
kein solches Monstrum von Platine. IBMs ICs sahen ausserdem anders aus, 
ziemlich unverwechselbar.
Das Funktionsprinzip finde ich echt faszinierend - und 1MBit 1982 war 
den DRAMs um ca. 3-4 Jahre voraus. Da waren einige bereit mit der 
Zugriffszeit von 150ms zu leben. Und heute ist ein gutes optisches 
Laufwerk schneller...
Die Teile haben mit ihrem Stahlmantel übrigens ein beträchtliches 
Gewicht.

Interessant ist auch, dass die UdSSR auch Bubble-Memories gemacht hat. 
Ich konnte mir vor bald 15 Jahren in Russland zwei ungebrauchte 
Exemplare sichern.
(Jahrgang 1987, als die Technologie bei uns schon tot war).
> Vielleicht für den Weltraum?

Meine jedenfalls nicht, sie haben nicht die nötigen Spezifikationen (war 
auf jedem Bauteil aufgedruckt)
"Die Russen" waren uns technologisch einfach etwas hinterher. Das 1MBit 
DRAM war für die dortige Hitech-Industrie 1987 sicher nicht in Mengen 
verfügbar. Hier hingegen schon.

Es hängt wohl eher damit zusammen, dass in der Planwirtschaft alles 
solange produziert wurde, bis es wirklich niemand mehr haben wollte. 
Mangels Alternativen konnte das recht lange dauern (siehe Trabi).
Auch Nixie-Röhren wurden in der Ukraine noch bis Mai 1992 produziert...

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