teardrops - warum bzw wozu

Gast #2832630
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Hallo zusammen,
ich hab da einmal eine frage zu teardrops beim leiterplattenlayout.

warum werden diese benutzt?
hat das "nur" mechanische bzw fertigungstechnische gründe wie hier
http://www.scooter-pcb.de/scooter-pcb/scooterwin/index.php3?type=0#Teardrops
beschrieben?

oder gibt es auch noch elektrische gründe diese zu nutzen?
bei frequenzen oder hohen strömen oder hohen spannungen?

danke für die infos

max
Persönliche Seite #2832670
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Hallo max.


> warum werden diese benutzt?
> hat das "nur" mechanische bzw fertigungstechnische gründe wie hier
> http://www.scooter-pcb.de/scooter-pcb/scooterwin/index.php3?type=0#Teardrops
> beschrieben?

Es gibt noch einen, viel wichtigeren, Grund: Fertigungstoleranzen. Wenn 
Du bei kleinen Restringen toleranzbedingt eine Verschiebung zwischen 
Restring und Bohrung hast, schneidet u.U. die Bohrung am Übergang zur 
Leiterbahn den Restring kommplett von der Leiterbahn ab.

Um das zu verhindern, macht man die Leiterbahn im Übergangsbereich halt 
breiter. In Situationen, wo man den Restring aus Platzgründen nicht 
verbreitern kann.

Ein anderer Weg, das zu machen, wäre z.b. ein "Schneemann". Bei dem wird 
einfach ein "zusätzliches" Pad ohne Bohrung an die Übergangsstelle 
gelegt.
Als Beispiel siehe den Screenshot "Schneemann.png" im Anhang.

Wieder ein anderer Weg wäre die Verwendung ovaler Pads.


> oder gibt es auch noch elektrische gründe diese zu nutzen?
> bei frequenzen oder hohen strömen oder hohen spannungen?

Nicht, solange Du nicht mit der Wellenlänge der Frequenz in ähnliche 
Dimensionen wie das Pad kommst. ;O)

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic
http://www.dl0dg.de
Angehängte Dateien:
Gast #2832961
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Bernd Wiebus schrieb:
> Als Beispiel siehe den Screenshot "Schneemann.png" im Anhang.

So ein Pad ist nur ein einziger Gerber-Befehl und erzeugt daher viel 
weniger Daten als 2 Dreiecke. Es spielt aber heute keine grosse Rolle 
mehr, ob die Fertigungsdaten viele MByte gross sind, und die CAM-Systeme 
der LP-Hersteller verkraften das spielend. Es könnte aber sein, dass man 
sein eigenes System merklich bremst, wenn man Dreiecke verwendet.

Bernd Wiebus schrieb:
> Wieder ein anderer Weg wäre die Verwendung ovaler Pads.

Die müssten aber immer in Richtung der ankommenden Leiterbahn gedreht 
werden (und was ist mit 2 davon?). Ich kenne kein System, das das 
automatisch könnte, und von Hand drehen wäre ein Albtraum, wenn es 
überhaupt geht.

Automatisches Teardropping findet man übrigens eher in den CAM-Systemen 
der Fertigung als in CAD-Systemen fürs Layout - warum auch immer.

Gruss Reinhard
Moderator Persönliche Seite #2833063
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Fabian schrieb:
> Warum
> Teardrops dennoch so selten verwenden werden, ist mir ein Rätsel.

Vielleicht, weil zu wenige Tools das unterstützen?

Reinhard Kern schrieb:
> Automatisches Teardropping findet man übrigens eher in den CAM-Systemen
> der Fertigung als in CAD-Systemen fürs Layout - warum auch immer.

Wie geht das aber mit danebenliegenden Füllflächen?
Gast #2833333
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Jörg Wunsch schrieb:
> Wie geht das aber mit danebenliegenden Füllflächen?

Die Systeme können schon die Flächen modifizieren - natürlich kann das 
dann wieder andere Probleme aufwerfen. Aber wo kein Teardrop hinpasst 
geht das eben weder in CAD noch in CAM bzw. es ist vorher eine Änderung 
des Layouts an dieser Stelle nötig. Die übliche CAM-Software für 
Hersteller ist aber sehr leistungsfähig, die erste Version hat uns beim 
Kauf 150000 DM gekostet, pro Arbeitsplatz. Damit kann man ja auch 
generell alle Kanten senkrecht zur Tangente verschieben, z.B. zur 
Kompensation vor dem Belichten oder Ätzen.

Gruss Reinhard
#2833516
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Paul Baumann schrieb:
> Aha. Von den genannten Sachen hatte ich vorher bis auf "Mentor" noch
> nichts gehört.
Natürlich nicht. Genauso wenig wie von professioneller Software für 
Steuerberater oder Fluidmechaniker.
Software für Nieschen-Betriebe haben immer auf den ersten Blick 
ungeheure Preise. Weil eben der Markt klein ist.
Dafür sind die um jeden Kunden dankbar und lassen mit sich reden - das 
führt zu guter Software.

Und wenn man das alles umdreht, kommt SAP raus =)


max schrieb:
> warum werden diese benutzt?
Bei flexiblen Platinen nehm ich sie immer her, weil sie die 
Durchkontaktierungen beanspruchbarer machen.
#2834955
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Ich hab mal irgendwo gelesen, daß die tropfenförmigen Pads einen Vorteil 
bei der Kontrolle der Lötstellen unter BGAs per Röntgen bringen sollen. 
Man soll dann anhand der Form leichter erkennen können ob es eine kalte 
Lötstelle gab oder nicht.

Ich hab selber aber keine Erfahrung mit Röntgenkontrolle und kann das 
daher nicht aus erster Hand bestätigen.
Gast #2835503
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Jörg Wunsch schrieb:
> Naja, im CAD lasse ich die Teardrops aber vor dem Flächenfüllen
> basteln.

Ich meinte Fälle, wo den Teardrops was im Weg steht, z.B. ein Via. Das 
muss man dann beseitigen oder es gibt da eben kein Teardrop.

Grundsätzlich hast du recht, dass man als Layouter das Design möglichst 
vollständig selbst bestimmen sollte, dann erlebt man keine üblen 
Überraschungen. Ich habe z.B. Masseflächen, sobald das technisch möglich 
war, nicht vom Postprozessor und schon garnicht vom LP-Hersteller 
erstellen lassen, sondern als Polygon selbst gezeichnet und füllen 
lassen, so dass ich jeden einzelnen Thermalsteg prüfen kann (bzw. ob 
welche nicht da sind). Das vereinfacht auch die Zusammenarbeit - die LP 
hat gefälligst bis aufs mil genauso auszusehen wie bei mir auf dem 
Bildschirm, alles andere ist ein Fehler.

Dass die LP-Hersteller schon vor längerer Zeit das Teardropping 
eingeführt haben, ist eher eine Notwehr-Massnahme gegen 
Fertigungsprobleme, sie müssen eine ev. höhere Fehlerquote ja ausbaden, 
während vielen Layoutern sowas wurscht ist solange sie überhaupt 
funktionierende LP kriegen. Professionell betrachtet ist das natürlich 
ein Fehler, dafür gibts sogar Seminare in "Design for Manufactoring". 
Oder allgemein formuliert, man kann nie zuviel wissen, ausser vielleicht 
in Süditalien.

Gruss Reinhard
#2837812
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Gerd E. schrieb:
> Ich hab mal irgendwo gelesen, daß die tropfenförmigen Pads einen Vorteil
> bei der Kontrolle der Lötstellen unter BGAs per Röntgen bringen sollen.
> Man soll dann anhand der Form leichter erkennen können ob es eine kalte
> Lötstelle gab oder nicht.

Hat nichts mit kalten Lötstellen zu tun. Man prüft damit schlicht und 
einfach, ob es eine Lötverbindung zwischen Pad und Ball gibt.
Im X-Ray sieht man eine ungelötete Verbindung kreisrund, eine gelötete 
wird durch den Teardrop zum Oval.

> Ich hab selber aber keine Erfahrung mit Röntgenkontrolle und kann das
> daher nicht aus erster Hand bestätigen.

Das ist eigentlich üblich, wenn man keine automatischen Prüfverfahren 
(Boundary Scan etc.) für das Design vorsehen kann oder will. Das 
Verfahren funktioniert überaus zuverlässig.

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