Hi an alle, wollte mal meine Fragen loswerden, die mir so bezügl der Mechatronik im Kopf rumschwirren. 1. Wenn ich gerade so an meine Versuche denke mit der Mechatronik vertraut zu machen, dann frage ich mich, wie zum Teufel bekommt man überhaupt so was kompliziertes wie ein Handy hin (im Vergleich versuche ich gerade ein Relais mit dem mikrocontroller zu schalten.) Da muss man ja übelst Ahnung von der ganzen Elektronik usw. haben. Auch wenn die Aufgaben in einer großen Firma aufgeteilt sind, glaubt ihr da gibts ein "Brain" der die ganze Platine versteht? 2. Wenn ich mir ein einfaches Mikrocontroller Programm so anschaue, dann sprengt das eines Handys ja jeden Rahmen. Wie programmieren die Entwickler das? Machen die das alles per Hand in C ? Hatte in meinem Studium Einblick in UML, ich habe aber gelesen, dass das kaum angewandt wird, oder ist das schon state of the art ? Sorry für meine Zeichensetzung und usw. Danke für jede Antwort Viele Grüße
Du hast gerade etwas wichtiges entdeckt. In der realen Welt sind die zu lösenden Probleme um Grössenordnungen komplexer, als alles was du in deiner Schule/Uni je zu Gesicht bekommst. Was allerdings nicht heißt, dass die dort gelernten Grundlagen sinnlos sind. Der Rest ist Organisation und Zeit. Projekte in der realen Welt dauern schon mal ein paar Mannjahre.
Markus Müller schrieb: > wollte mal meine Fragen loswerden, die mir so bezügl der Mechatronik im > Kopf rumschwirren. Was verstehst du eigentlich unter Mechatronik?
Joe G. schrieb: > Was verstehst du eigentlich unter Mechatronik? Mechanik, Hydraulik, Pneumatik, Antriebstechnik, Elektrik, Elektronik, Informatik und Vieles mehr, aber leider alles nur sehr oberflächlich... ...
Ganz einfach: An einem Projekt ( und sei es auch "nur" die Software ) sind viiieeele Leute beschäftigt. Da programmiert ja nicht nur ein Männlein an einer Handysoftware rum... Dann kann man auch Projekte wie einen Airbus A380 basteln...
Hannes Lux schrieb: > Mechanik, Hydraulik, Pneumatik, Antriebstechnik, Elektrik, Elektronik, > Informatik und Vieles mehr, aber leider alles nur sehr oberflächlich... Ja, ein oft und viel zitierter Ansatz ... Dann möchte ich mal die folgende Frage in den Raum werfen. Hat die Mechatronik eine eigene wissenschaftliche Basis wie z.B. die Elektrotechnik oder die Mechanik, oder ist die Mechatronik einfach nur eine Sammlung der oben genannten Teilgebiete?
Hallo, meiner Meinung nach wurde der Beruf des Mechatronikers erfunden um Lohnkosten zu sparen. Statt eines Mechanikers und eines Elektronikers, also zwei vollaugebildete Mitarbeiter, braucht man dadurch nur noch einen Mitarbeiter, der beide Berufe halbwegs, mehr oder weniger beherrscht. Dieser eine Mitarbeiter soll dann natürlich die gleiche Leistung erbringen, die vorher von zwei Mitarbeitern erbracht wurde. Dieser ganze Schwachsinn passt natürlich vortrefflich in das andere Konzept vom idealen 20 jährigen Mitarbeiter mit 30 jähriger Berufserfahrung. Es grüßt, Arno
Arno R. schrieb: > meiner Meinung nach wurde der Beruf des Mechatronikers erfunden um > Lohnkosten zu sparen. Der Ansatz erscheint mir zu einfach, Mechatronik ist wohl mehr als der Beruf eines Mechatronikers.
Nehmen wir mal das Beispiel Auto. Früher erstes Lehrjahr (1975): Meister: "Stell mal die Zündung ein". Lehrjung: "Wo ist die Zündungslehre" Heute erstes Ausbildungsjahr. Meister: "Stell mal bei dem Auto (Bj. 1975) die Zündung ein". Auszubildener: "Wo ist der Anschluss für den PC"? Früher hatten wir einen KFZ-Mechaniker und einen Autoelektriker. Beide ein Spezialist auf ihrem Gebiet. Heute hat man die Berufe zusammengelegt, weil der (Elek)troniker erst den Fehler per Motordiagnose feststellt und dann die ganze Einheit (Mecha(niker)) austauscht.
Ich verstehe dein Beispiel. Du beschreibst das Berufsbild eines KFZ-Mechatronikers. Doch das ist wohl nicht Mechatronik. So wie das Berufsbild eines Elektrikers nicht die Elektrotechnik beschreibt, beschreibt das Berufsbild des KFZ-Mechatronikers nicht die Mechatronik. Meine Frage zielte nach der tatsächlichen wissenschaftlichen Basis der Mechatronik.
Joe G. schrieb: > Meine Frage zielte nach der tatsächlichen wissenschaftlichen Basis der > Mechatronik. Da es den Beruf (auf Facharbeiter-Niveau) des Mechatronikers gibt, kam wohl kaum einer auf die Idee, dass Du das akademisch meinen könntest. Natürlich bringt erst das Zusammenspiel der oben genannten Sparten der Technik Nutzen. Eine Sparte alleine bleibt da wirkungslos. Es ist also schon sinnvoll, wenn der Maschinenbau-Ing auch Ahnung von E-Technik hat und der E-Technik-Ing Ahnung von Mechanik, Hydraulik, Pneumatik, Antriebstechnik und co. Wenn man das Mechatronik nennt ist es doch ok. Zukunft hat es allemal, wenn man schon beim Entwurf oder gar den Vorüberlegungen dazu in der Lage ist, über den Tellerrand zu schaun und den Blick auf das Ganze hat. Das erspart viele Reibereien zwischen den Sparten aufgrund von Missverständnissen. ...
Hannes Lux schrieb: > Da es den Beruf (auf Facharbeiter-Niveau) des Mechatronikers gibt, kam > wohl kaum einer auf die Idee, dass Du das akademisch meinen könntest. > ... http://www.mechatronik.tu-darmstadt.de/mechatronik/mechatronik.de.jsp Arno
Ein Mechatronik Ing ist eigentlich ein Wirtschaftsing, der das Pferd von der richtigen Seite aufgezäumt hat: Er hat wesentlich mehr Anhnung von Technik, da während des Studiums hierauf mehr Wert gelegt wurde, und ihn auch mehr interessiert. Den Kaufmanns Kram lernt man nebenbei. Dafür ist kein besondere Neigung notwendig. Daher kann der Mechatronik-Ing als Projektleiter universeller eingesetzt werden, als ein Wirtschafts-Ing... Ist zumindest meine Erfahrung, auch daher, dass ich schon mehrfach Dipl-Ings in rein kaufmännischen Bereichen kennenlernen durfte. Der Weg in die andere Richtung ist wesentlich schwieriger. Um noch mal auf die Mechtronik ansich zurück zu kommen: Sie ist die Schnittstelle zwischen dem klassischen Maschinenbau und der klassischen Elektrotechnik. Markus Müller schrieb: > Auch wenn die Aufgaben in einer großen Firma aufgeteilt sind, glaubt > ihr da gibts ein "Brain" der die ganze Platine versteht? Bis ins Detail? Nö. Aber die einzelnen Funktionsblöcke schon. Markus Müller schrieb: > 2. Wenn ich mir ein einfaches Mikrocontroller Programm so anschaue, dann > sprengt das eines Handys ja jeden Rahmen. Wie programmieren die > Entwickler das? Machen die das alles per Hand in C? Hatte in meinem > Studium Einblick in UML, ich habe aber gelesen, dass das kaum angewandt > wird, oder ist das schon state of the art ? Handys werden per SMS programmiert ;) Da werden verschiedene Schnittstellen definiert und um die Software dazwischen kümmern sich einzelne Programmierer, die wiederum von einem "Brain" koordiniert werden. Von diesen "Brains" gibt es dann wieder mehrere, die von einem "Überbrain" oordiniert werden. ...
@Arno H. Leider ist es hier eine weit verbreitete Unsitte einfach einen Link in den Raum zu stellen. Diese Methode ist sicherlich immer dann hilfreich, wenn die Informationen hinter diesem Link die ursprüngliche Fragestellung beantworten. Also nochmals meine Frage von oben etwas anders formuliert. Unter den formalen Wissenschaften nehmen die exakten Wissenschaften wie die Mathematik, die Physik, die Mechanik oder die Elektrotechnik eine Sonderstellung ein. Sie basieren jeweils auf eigenen wissenschaftlichen Gedankengebäuden. So z.B. die Elektrotechnik auf den Induktionsgesetz, den Maxwellschen Gleichungen, dem Ohmschen Gesetz, usw. Bei der Mechanik ist es ähnlich. Das Wissen beruht z.B. auf den Newtonschen Gesetzen, dem Langrange Formalismus oder den Hamiltonbeziehungen. Wie ist es nun bei der Mechatronik? Gibt es hier eigene Gesetzmäßigkeiten oder ist die Mechatronik einfach nur ein mehr oder weniger zusammengewürfeltes Gebilde aus den einzelnen Teilwissenschaften. Ist es so, stellt sich gleich eine anschließende Frage. Wer würfelt? Rahul Der trollige schrieb: > Um noch mal auf die Mechtronik ansich zurück zu kommen: > Sie ist die Schnittstelle zwischen dem klassischen Maschinenbau und der > klassischen Elektrotechnik. Diese Antwort ist nicht gerade tiefschürfend. Was ist den die Schnittstelle?
Joe G. schrieb: > Diese Antwort ist nicht gerade tiefschürfend. Was ist denn die > Schnittstelle? Die Frage ist echt schwer zu beantworten. Meine Definition der Schnittstelle habe ich ja geschrieben. Mechatronik ist keine Naturwissenschaft wie Physik, Chemie oder Mathematik. Sie verwendet diese nur, wie es alle Ingenieur-Wissenschaften tun. Ich vermute, dass sie aufgrund der Verzahnung in der industriellen Entwicklung entstand, und irgendjemand das jemand anders verkaufen wollte/musste (daher auch das Kofferwort). Joe G. schrieb: > Gibt es hier eigene Gesetzmäßigkeiten oder ist die Mechatronik einfach > nur ein mehr oder weniger zusammengewürfeltes Gebilde aus den einzelnen > Teilwissenschaften. Ist es so, stellt sich gleich eine anschließende > Frage. Jepp. Warum auch extra was neues erfinden? >Wer würfelt? Jeder, der will!? > Was ist denn die Schnittstelle? Die reale Welt?! "Mechatronik" ist ein wunderbar schwammiger Begriff...
Rahul Der trollige schrieb: > Jepp. Warum auch extra was neues erfinden? Damit gerade nicht jeder würfelt.
Joe G. schrieb: > Rahul Der trollige schrieb:> Jepp. Warum auch extra was neues erfinden?Damit gerade nicht jeder würfelt. Langsam frage ich mich wirklich, was du willst. Mechatronik hat nichts mit würfeln zu tun. Ich glaube, du weiß selber nicht, worauf du hinaus willst.
Joe G. schrieb: > @Arno H. > > Leider ist es hier eine weit verbreitete Unsitte einfach einen Link in > den Raum zu stellen. Diese Methode ist sicherlich immer dann hilfreich, > wenn die Informationen hinter diesem Link die ursprüngliche > Fragestellung beantworten. Du hast den Zusammenhang zwischen meinem Link und dem darüber stehenden Zitat aus dem Post von Hannes Lux erkannt? Arno
Arno H. schrieb: > Du hast den Zusammenhang zwischen meinem Link und dem darüber stehenden > Zitat aus dem Post von Hannes Lux erkannt? Ich z.B. nicht, denn kommentarlos hingeworfene links verfolge ich nicht. Durch's Nachhaken hab' ich nun doch mal hingeschaut und finde (wie erwartet) auch nur eine billige Präsentation, wie man sie von Ablasszettelverkäufern (Versicherungen, Finanzhaien, ...) zur Genüge kennt. Aber egal ob man das nun Mechatronik oder "ganzheitliche Medizin", äähh "-Technik" nennt, am Zusammenspiel der einzelnen Sparten kommt man nicht vorbei. Das gilt für Akademiker-Neveau genauso wie für Ingenieursniveau und Facharbeiterniveau. ...
Rahul Der trollige schrieb: > angsam frage ich mich wirklich, was du willst. > Mechatronik hat nichts mit würfeln zu tun. > Ich glaube, du weiß selber nicht, worauf du hinaus willst. Nun, dann hilf mir bitte. Wenn es keine wiss. Grundlagen der Mechatronik so wie bei der Elektrotechnik oder der Mechanik gibt, wer definiert dann den Wissensumfang der Mechatronik?
Joe G. schrieb: > wer definiert dann den Wissensumfang der Mechatronik? Niemand. Es ist eine interdisziplinäre Wissenschaft. Zum Lösen eines mechatronischen Problems benutzt man einfach passende "Bausteine" anderer Wissenschaften.
Rahul Der trollige schrieb: > Zum Lösen eines mechatronischen Problems benutzt man einfach passende > "Bausteine" anderer Wissenschaften. Haben wir da nicht ein Henne-Ei Problem? Wenn der Wissensumfang der Mechatronik nicht definiert ist, was ist dann ein mechatronisches Problem? Ein interdisziplinäres Problem? Einfach ein Problem zu deren Lösung passende Bausteine anderer Wissenschaften verwendet werden?
Braugschdu Gerät, der wo ebbes hebt, nach wohin wo vorher gemessen hat und wertet dabei sensors aus, damit ned alles putt. Haschdu Mechanik, Haschdu Elektronik, Haschdu Mechatronik. Korreggd, odda?
Jens Plappert schrieb: > Haschdu Mechatronik. Korreggd, odda? Nein, auch Sprachtechnische Einrichtungen für Forschung und Lehre können die Mechatronik so nicht erklären.
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