Ist es nicht interessant, dass sich selten ein Physiker darüber beschwert, ein anderer mache seinen Job? Naja außer natürlich die ganzen Burgerschubser :-)
Gast
#2867470
loller schrieb: > Der Haken bei Leuten die keine IT-Ausbildung insbesondere kein > Informatikstudium absolviert haben liegt einfach darin das sie fachfremd > verwendet werden, das ist aber normal. Der Haken bei Leuten, die eine IT-Ausbildung und insbesondere ein Studium der Informatik absolviert haben liegt oft einfach darin daß sie einem zwar über "den Balzert" und "den Tanenbaum" erzählen können, aber niemals "den Stevens" oder "den Knuth" gelesen haben. Das Ergebnis davon ist, daß man sich mit diesen Leuten stundenlang überaus angeregt und interessant über Kryptografie, Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, High Availability-, High Performance- und Softwarearchitekturen unterhalten kann, sie aber mit der praktischer Umsetzung betraut oft keine zehn Zeilen Code geradeaus schreiben können und zudem oft zum Überspezifizieren neigen. Physiker tendieren hingegen häufig zum Herumspielen und zu einem robusten "Mach mal"-Ansatz, was im Grunde genommen zwar nicht schlecht ist, aber nicht selten zu Auswüchsen und Problemen bei Deployment, Wartung und Weiterentwicklung führt. Dabei neigt der Physiker dazu, erst einmal nur das gerade anstehende Problem zu lösen, ohne zu merken, welche anderen Schwierigkeiten diese seine Lösung in der Zukunft aufwerfen wird. Das geht zwar in kleineren Projekten häufig zunächst einmal gut, in größeren führt das aber gerne zu umfangreichen und zeitraubenden Refaktorierungsorgien. Nach meiner ganz praktischen Erfahrung bin ich deswegen zu der Erkenntnis gelangt, daß vor allem die praktischen Problemchen der Entwicklung in der Ausbildung zu kurz zu kommen scheinen: Versions- und Lifecycle-Management, Integrations- und Deploymentstrategien, und eben einfach so Dinge wie: wie schreibe ich wartbaren, fehlertoleranten, performanten, wiederverwendbaren und erweiterbaren Code? Wo und wie ziehe ich Zwischenschichten und Punkte für das Andocken von Erweiterungen, Konsistenzprüfungen etc. ein, obwohl ich sie aktuell noch gar nicht benötige? Wie baue ich eine Software so auf, daß sie schnell und einfach deployt und konfiguriert werden kann? Wann gieße ich Logik in Code, in Vererbung, oder in eine Konfiguration? Insofern ist die eigentliche Erkenntnis: saubere Softwareentwicklung und Programmierung sind primär eine Sache von Erfahrung und Teamfähigkeit. Die gewinnt man nur mit der Zeit, und Physiker, E-Techniker und Informatiker können das alle, wenn sie konstruktive Kritik annehmen und diese umsetzen können. Es kommt also weniger darauf an, welche Ausbildung die Leute haben -- denn wenn die mit dem Studium fertig sind, können die alle nicht sauber programmieren oder gar entwickeln. Viel wichtiger ist, daß die Leute dazu bereit sind, ihre guten und schlechten Erfahrungen zu reflektieren, daraus zu lernen, und den Rat von erfahreneren Leuten einzuholen und anzunehmen. Damit scheiden die Helden mit ihrem übergroßen Ego und der überheblichen Überzeugung, daß nur die anderen schlechten Code schreiben, meistens ganz schnell aus. Aus denen werden nie auch nur gute Programmierer, geschweige denn gute Entwickler oder gar Architekten. Das ist aber weniger eine Frage der Ausbildung, als vielmehr eine der Persönlichkeit.
Klaus Wachtler schrieb: > Die Vorstellung von "Praktikern" (also Leuten, die keine Theorie > verstehen), daß Theoretiker praktisch nie eine Ahnung von der Praxis > hätten, ist natürlich auch nur eine Theorie... Du meinst die Leute, die "Theoretiker" als Schimpfwort benutzen und nicht wissen, was sie tun? Das sind keine Praktiker, das sind Praktikanten!
Gast
#2867750
Noch eine interessante beobachtung. Informatik kann man sowohl an der uni als auch als ausbildung erlernen (flach-informatiker). Bei physik geht das nicht. Ergo ist informatik um einiges einfacher. Ausserdem bauen bei informatik die fächer nicht wie in den naturwissenschaften aufeinander auf, sondern stehen nebeneinander. Daher sind diese fächer von geringerem schwierigkeitsgrad, sogar lehrlinge können das.
Gast
#2867755
Ich würde meinen Hintern verwettern, dass 98% der Leute hier entweder an der FH waren oder noch nie das Modulhandbuch des Informatik Studiums einer TU9 Uni angeschaut haben. Zu den Elektrotechnikern: Ich verstehe nicht, wie ihr euch auf euer Studium etwas einbilden könnt. Da ich bei uns an der Uni sowohl Mathe und theo. Inf. Übungen als auch Übungen zu Mathe für E-Techniker betreue habe ich einen guten Überblick. Die Mathe für E-Techniker ist im Vergleich zu der Mathematik der Informatiker _reines_ rechnen. Das kann man einem Affen beibringen. DIe Informatiker hingegen sitzen in ihren Mathe Vorlesungen im selben Hörsaal wie die Mathematiker (lin. alg 1 und 2; ana 1 und 2,...). In Vorlesungen zu theo. Inf (an der Zahl 5 Module) werden die Informatiker angefangen bei Gruppen/Ringthorie über Modallogik bis hin zu ..... Daher finde ich Aussagen, wie > Warum kapiert dieser Haro nicht, daß es für einen Physiker aufgrund > seiner Grundlagenkenntnisse sehr einfach ist, sich IT-mäßig zu betätigen > (und einen Informatiker darin in kurzer Zeit überholen kann), während es > hingegen für einen Informatiker aufgrund mangelnder intellektueller > Fähigkeiten schlichtweg unmöglich ist, sich naturwissenschaftlich zu > betätigen. einfach nur lachhaft. Setzt dich mal in die Post-Quantum Kryptographie Verlesung der Informatiker, dann reden wir weiter.
Gast
#2867757
Ich würde nur zu gern mal sehen, wie du dich in Logik höherer Stufen einarbeitest ohne je eine "vorbereitende" Vorlesung dazu gehört zu haben
Gast
#2867761
Mathematiker (Tu 9 Uni) schrieb: > Ich würde nur zu gern mal sehen, wie du dich in Logik höherer Stufen > einarbeitest ohne je eine "vorbereitende" Vorlesung dazu gehört zu haben darum gehts nicht, aber z.b. für datenbanken muss man nichts von compilerbau wissen, für rechnernetze nichts von logischer programmierung etc. Es steht also alles nebeneinander
Gast
#2867767
Dann scheinst du wohl noch keine Datenbankenvorlesung besucht zu haben. Eine vernünftige Datenbanken Vorlesung setzt voraus, dass man solide Kenntnisse in lin. Algebra, Komplexität und Netzwerken hat. Wie wärs, wenn du dir mal Modulhandbücher der Tu9 Unis anschaust und wir dann weiterreden? Oder hat man dir an deiner FH den SQL "Programmierkurs" als Datenbanken verkauft?
Mathematiker (Tu 9 Uni) schrieb: > Zu den Elektrotechnikern: > Ich verstehe nicht, wie ihr euch auf euer Studium etwas einbilden könnt. > Da ich bei uns an der Uni sowohl Mathe und theo. Inf. Übungen als auch > Übungen zu Mathe für E-Techniker betreue habe ich einen guten Überblick. > Die Mathe für E-Techniker ist im Vergleich zu der Mathematik der > Informatiker reines rechnen. Das kann man einem Affen beibringen. Wird an jeder Uni anders gehandhabt. Am Schluss muss man dann aber nur rechnen können.
Haggedicht schrieb: > Noch eine interessante beobachtung. Informatik kann man sowohl an der > uni als auch als ausbildung erlernen (flach-informatiker). Bei physik > geht das nicht. Ergo ist informatik um einiges einfacher. Das gilt natürlich genauso für die E-Technik. ;-)
Gast
#2867787
Ulrich S. schrieb: > Mathematiker (Tu 9 Uni) schrieb: >> Zu den Elektrotechnikern: >> Ich verstehe nicht, wie ihr euch auf euer Studium etwas einbilden könnt. >> Da ich bei uns an der Uni sowohl Mathe und theo. Inf. Übungen als auch >> Übungen zu Mathe für E-Techniker betreue habe ich einen guten Überblick. >> Die Mathe für E-Techniker ist im Vergleich zu der Mathematik der >> Informatiker reines rechnen. Das kann man einem Affen beibringen. > > Wird an jeder Uni anders gehandhabt. Am Schluss muss man dann aber nur > rechnen können. Ahja, man lernt ja auf die Prüfung hin.... Rechnen kann auch mein Computer und das wesentlich effizienter und schneller als der gemeine E-Techniker. Das sind doch genau die Leute, die dann keine Jobs finden und hier im Forum rumheulen. Ich denke dazu ist nun alles gesagt und das bashing kann aufhören;)
Mathematiker (Tu 9 Uni) schrieb: > Ahja, man lernt ja auf die Prüfung hin.... > Rechnen kann auch mein Computer und das wesentlich effizienter und > schneller als der gemeine E-Techniker. Soso... Dann taugen deine E-Techniker nix. Man sollte schon in der Lage sein, dem Computer das (richtige) Rechnen beizubringen.
Mathematiker (Tu 9 Uni) schrieb: > Dann scheinst du wohl noch keine Datenbankenvorlesung besucht zu haben. > Eine vernünftige Datenbanken Vorlesung setzt voraus, dass man solide > Kenntnisse in lin. Algebra, Komplexität und Netzwerken hat. > > Wie wärs, wenn du dir mal Modulhandbücher der Tu9 Unis anschaust und wir > dann weiterreden? Oder hat man dir an deiner FH den SQL > "Programmierkurs" als Datenbanken verkauft? full ack! Hier muss wieder der arme Dunning und Co. herhalten. Wie sollen sie denn Wissen wozu man Informatik braucht, wenn sie gar keinen Einblick in das Fach haben? Wenn ich die "Argumente" schon höre. Dann kann ich auch sagen: "Ich kann auch nen Brett sägen, wozu also nen Schreiner?", "Ich kann auch ne Lampenfassung anklemmen, wozu nen Elektriker?". Und das geht dann so weiter bis wir am Ende überhaupt keine Berufe mehr brauchen weil anscheinend jeder alles kann? Glaube ich nicht. gruß cyblord
Gast
#2868296
Mathematiker (Tu 9 Uni) schrieb: > einfach nur lachhaft. Setzt dich mal in die Post-Quantum Kryptographie > Verlesung der Informatiker, dann reden wir weiter. Lachhaft ist allenfalls dein bemüht wirkendes und auch etwas peinliches Name-dropping, das ohne jegliche Aussagekraft daherkommt. Da wird einem schon schwindlig, wenn Leute wie du andere Studenten betreuen... > Ich denke dazu ist nun alles gesagt und das bashing kann aufhören;) Immerhin siehst du selbst ein, in welche Kategorie deine Aussagen gehören.
Gast
#2868301
cyblord ---- schrieb: > Wenn ich die "Argumente" schon höre. Dann kann ich auch sagen: "Ich kann > auch nen Brett sägen, wozu also nen Schreiner?", "Ich kann auch ne > Lampenfassung anklemmen, wozu nen Elektriker?". Und das geht dann so > weiter bis wir am Ende überhaupt keine Berufe mehr brauchen weil > anscheinend jeder alles kann? Glaube ich nicht. Du findest es also in Ordnung, wenn hochqualifizierte Leute nur die Dinge tun, die andere für sie aufgearbeitet und vorbereitet haben? Den Begriff "Fachidiot" kennst du?
Edson schrieb: > Du findest es also in Ordnung, wenn hochqualifizierte Leute nur die > Dinge tun, die andere für sie aufgearbeitet und vorbereitet haben? Den > Begriff "Fachidiot" kennst du? Nein, aber zu behaupten die Informatik wäre nutzlos weil irgendwelche Physiker das an sich genauso gut (ja sogar besser) könnten ist einfach falsch. Es spricht nichts dagegen wenn ein Physiker SW Entwickelt. Nur ändert das nichts an der Daseinsberechtigung der Informatik. gruß cyblord
Gast
#2868339
Sebastian schrieb: > Ist allerdings > auch ein Bereich wo es weniger um hochtrabende Algorithmen geht, sondern > mehr um das Verständnis von guten Architekturen, sauberen Schnittstellen > und Objektorientierung. Dazu braucht man keine hochtrabende theoretische > Informatik oder Mathematik, sondern einfach das richtige Interesse und > Verständnis. Das ist es. Das werden die meisten hier im Thread aber nie verstehen. Und es wird auch an keiner Hochschule vermittelt. Eine Kunsthochschule produziert genauso wenig gute Kuenstler wie ein Informatikstudium gute Softwareentwickler. Die geben einem viele Impulse und viel Ruestzeug mit, am Ende zaehlen Talent, Fleiss und ein kritischer Blick auf die eigene Arbeit.
Gast
#2868348
cyblord ---- schrieb: > Nein, aber zu behaupten die Informatik wäre nutzlos weil irgendwelche > Physiker das an sich genauso gut (ja sogar besser) könnten ist einfach > falsch. Es spricht nichts dagegen wenn ein Physiker SW Entwickelt. Nur > ändert das nichts an der Daseinsberechtigung der Informatik. Ok, dann sind wir uns ja einig. Marwin schrieb: > Eine Kunsthochschule produziert genauso wenig gute Kuenstler wie ein > Informatikstudium gute Softwareentwickler. Die geben einem viele Impulse > und viel Ruestzeug mit, am Ende zaehlen Talent, Fleiss und ein kritischer > Blick auf die eigene Arbeit. Den Vergleich mit der Kunsthochschule finde ich recht gut. Der Rest ist auch einfach mal wahr.
Ich oute mich jetzt mal: Ich bin Physiker - und doch keiner. Mein Physik-Studium begann ich 1980. Informatik-Studiengänge gab es damals noch nicht bzw. steckten noch in den Kinderschuhen. Nur deshalb hatte ich Physik gewählt... obwohl ich schon als (Oberstufen-)Schüler meinen TI59 aufgeschraubt habe, um die Tastaturmatrix mit Transistoren und LDRs anzuzapfen und den (Taschen-)Rechner über selbstgestanzte Lochkarten zu programmieren. Als erstes belegte ich einen Fortran77-Programmierkurs am Rechenzentrum der Uni und beschäftigte mich privat mit CP/M- und anderen Z80-Systemen und machte "nebenbei" auch noch mein Physik-Grundstudium. Im Hauptstudium landete ich dann im "Institut für Kernphysik".... was lernte ich da? Richtig: Den richtigen Umgang mit Computern (VAXen und PDP11/70, VME-Bus-UNIX-Systeme). Ich lernte UNIX lieben und lernte dann auch ganz schnell die Programmiersprache C, schrieb dann Steuerprogramme für Millionen DM teure Detektor- und Elektronik-Systeme auf ECL- bzw. CAMAC-Crate-Basis. Auch wurde ich dann der Sysadmin des Instituts, der sich um die großen als auch um die kleinen Rechner gekümmert hat. Was das eigentliche Physikstudium betraf, wurde ich von den Institutsleitern aufgrund meiner Computer- und Programmierfähigkeiten einfach so "durchgeschleust". Richtige Physik lernte ich eigentlich nie - jedenfalls nicht im Sinne eine Diplom-Physikers. Meine Diplomprüfungen schloss ich deswegen auch nur mittelmäßig ab. Danach wollte mich mein Prof. noch 2(!) Jahre als "Computerspezialisten" zwangsweise rekrutieren, bevor ich meine Diplomarbeit abgeben(!) durfte, obwohl ich die Diplom-Prüfungen bereits alle in der Tasche hatte und auch meine Diplomarbeit (natürlich ein Computer-Thema) längst fertig abgeschlossen hate. Nun hatte es sich bereits rumgesprochen, dass ich mit Computern mehr Spaß hatte als mit beschleunigten Teilchen, die auf irgendein Target geschossen wurden.... und so wurde ich kurzerhand von einem Softwarehaus mit dem Ausblick auf ein kräftiges Gehalt "abgeworben". So hing ich die fertige Diplom-Arbeit an den Nagel und wurde dann innerhalb kurzer Zeit Entwicklungsleiter der Softwareschmiede. Dort blieb ich dann 15 Jahre und gründete dann eine Aktiengesellschaft - natürlich ein Softwarehaus ;-). Als sich dieses nach ein paar Jahren auf dem Markt etablierte und auf den eigenen Beinen stand (und auch ohne mich auskommen konnte), wurde ich kurzerhand für eine 6-stellige Ablösesumme [1] aus meiner Firma "rausgekauft" und arbeite nun als Leiter einer Abteilung "EDV Organisation" in einer Firma, deren Branche so gar nichts mit Computern zu tun hat. Die Sprachen (Z80-)Assembler, Fortran, UNIX-Shell, C, C++, Java, PHP und div. andere habe ich alle nicht wegen meines eigentlichen Physik-Studiums gelernt, sondern waren allesamt nur Mittel zum Zweck: Software zu entwickeln. Die Open-Source-Projekte fli4l und eisfair gründete ich, weil mir die Computerei einfach Spaß machte. Auch diverse Buchprojekte (wie z.B. über Xen-Servervirtualisierung) hatten ihren Reiz - jedenfall mehr als irgendwelche schweren Teilchen auf eine Goldfolie zu schießen ;-) Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2012 und ich glaube, dass ich mich als (gelernter, aber auch ungelernter) Physiker nicht hinter einem Informatiker zu verstecken brauche. Gruß, Frank [1] Die Ablösesumme kassiert leider nicht ich, sondern meine alte Fa. - nicht, dass hier ein Missverständnis entsteht ;-)
Yep, so kanns laufen. Ich kannte mal einen sicherlich gut bezahlten Spezialisten für hochverfügbare Serversysteme. Der hatte alte Sprachen und Archäologie studiert. Beste Voraussetzungen also. ;-)
A. K. schrieb: > Yep, so kanns laufen. Ich kannte mal einen sicherlich gut bezahlten > Spezialisten für hochverfügbare Serversysteme. Der hatte alte Sprachen > und Archäologie studiert. Beste Voraussetzungen also. ;-) Eigentlich ist der Studiengang egal. Hauptsache, man lernt zu lernen und sein Gehirn zu benutzen... und das wichtigste: sich für eine Sache zu begeistern.
Wobei es manchmal schon hilfreich sein kann, wenn man das passende Thema studiert hat. Wenn man beispielsweise ernsthaft in Themen mit stark mathematischem Bezug wie Verschlüsselung oder Fehlerkorrektur einsteigt und nicht nur existierende Lösungen reproduziert, dann sind einem ohne Vorkenntnisse die in der Fachliteratur verwendeten Formalismen fremd und bei solchen Themen macht man als reiner Autodidakt garantiert fast alles falsch, was man nur falsch machen kann.
Du hast natürlich recht. Ich hatte damals halt den Vorteil, dass man gerade als Kernphysiker sehr viel mit Computer-Systemen zu tun hat. Damals wurden auch schon Terabytes von Daten aufgezeichnet. Die dafür nötigen Magnetbänder füllten ganze Keller im Institut. Man musste damals schon ganz pfiffige Algorithmen entwickeln bzw. sich in vorhandene Algorthmen reinarbeiten, um solche Datenmengen überhaupt mit der damaligen Hardware effizient auswerten zu können. Wenn man bedenkt, dass heute 1 TB auf einer 3,5"-Scheibe ganz normal ist... früher musste man tagelang Bänder wechseln, um die Daten eines Experiments überhaupt ein einziges mal zu lesen. Heute macht man einfach einen Rewind auf der Datei, wenn man einen Fehler gemacht hat ;-) P.S. Aus diversen Postings habe ich auch schon rausgelesen, dass Du gelernter (Kern-)Physiker bist, oder?
Frank M. schrieb: > Aus diversen Postings habe ich auch schon rausgelesen, dass Du gelernter > (Kern-)Physiker bist, oder? Danke für das Kompliment, aber ich bin waschechter Uni-Informatiker, bereichert durch das Nebenfach Energietechnik mit ein paar Vorlesungen Kernenergietechnik.
A. K. schrieb: > Danke für das Kompliment, aber ich bin waschechter Uni-Informatiker, Jetzt muss ich echt lachen. > bereichert durch das Nebenfach Energietechnik mit ein paar Vorlesungen > Kernenergietechnik. Dafür ist Deine Kompetenz im Thread "Sicherheit von AKWs bei Erdbeben" überraschend hoch bis herausragend. Hut ab.
Gast
#2868534
A. K. schrieb: > Wobei es manchmal schon hilfreich sein kann, wenn man das passende Thema > studiert hat. Das wird keiner bestreiten, ganz im Gegenteil. Es gibt Menschen, deren Werdegang kein Studium beinhaltet und die sich bewusst sind, dass man immer etwas mehr Begeisterung und Interesse aufbringen muss um am Ball zu bleiben, als jemand mit akademischem Hintergrund und den passenden Vorlesungen. > Wenn man beispielsweise ernsthaft in Themen mit stark > mathematischem Bezug wie Verschlüsselung oder Fehlerkorrektur einsteigt > und nicht nur existierende Lösungen reproduziert, dann sind einem ohne > Vorkenntnisse die in der Fachliteratur verwendeten Formalismen fremd und > bei solchen Themen macht man als reiner Autodidakt garantiert fast alles > falsch, was man nur falsch machen kann. Gerade als Autodidakt weiß ich, ob mir Terminologien und Formalismen bekannt sind oder nicht. Wenn ich dann feststelle, dass ich ein Thema überhaupt nicht beherrsche, werde ich mich nicht mit den Spezialisten vergleichen. Klar, dein Beispiel ist richtig, mehr aber auch nicht.
Und so ist doch am Beispiel von A.K belegt, das Leute hervorragend in Randgebieten arbeiten können. Was, um zum Eingangspost zurückzukommen, die Schlußfolgerung nahelegt: Das Physiker sofern sie keine Anstellung im Hauptthema finden sehr gut im Nebenthema, hier Programmierung, einzusetzen sind.
Frank M. schrieb: > Elektronik-Systeme auf ECL- bzw. > CAMAC-Crate-Basis Omg, sind Dir auch soviel von diesen v+$(/& Kartzen abgebrannt, weil die ECL Logic die Leitungen auf den Camac Einschüben gegrillt hat ? Wie hies diese "interessante" italienische Bude ? Da will man ja gar nicht mehr dran denken :-) Grüße Andreas
Andreas H. schrieb: > Omg, sind Dir auch soviel von diesen v+$(/& Kartzen abgebrannt, weil die > ECL Logic die Leitungen auf den Camac Einschüben gegrillt hat ? Wie hies > diese "interessante" italienische Bude ? Nö, an "Abbrennen" kann ich mich gar nicht erinnern, nur daran, dass ECL tierisch viel Strom zog ;-)
> Und so ist doch am Beispiel von A.K belegt, das Leute hervorragend in > Randgebieten arbeiten können. Als Informatiker abseits der Uni muss man in Randgebieten arbeiten können, sonst bleibt man kleiner Admin ;) Ohne die Grundlagen aus der E-Technik/Physik zur Realisierung von Computern wäre Informatik ein kleines Randgebiet der Mathematik geblieben... Andererseits wären viele der "Hauptfächer" ohne informatische Hilfsmittel/methoden heutztage gar nicht so prominent, von daher fällt das Rumgehacke einiger auf die sinnlose und ach so simple Informatik genau auf die wieder zurück. Was würden die denn nur ohne Computer tun... CAD, FEM, Schaltungsimulation, Erfassung/Auswertung der Kernphysikexperimente, selbst grosse Teile der Mathematik selbst (zB. Finanzmathe) basieren darauf, dass die Algorithmen (und auch die ganze Infrastruktur dahinter) effizient laufen. Und das entweder direkt, um Ergebnisse zu bekommen oder Methoden zu evaluieren. Nur weil heute alles so locker-flockig interoperabel bunt networked und jeder Depp am PC rumklicken kann, ist das nicht vom Himmel gefallen. Egal ob Compiler, OS, DBs, Netzwerk, Grafik, da steckt viel Forschungsarbeit drin, die zu keinem der traditionellen Kernfächer gehört.
Gast
#2868893
ich kann Schorsch A. nur beipflichten.
Gast
#2868903
Witzige Geschichte, @Frank M. Ich kenne es leider umgekehrt: Hatte in meinen ehemaligen Dienstverhältnis in einer Firma als Arbeitskollegen einen studierten Physiker, der C Programme und GUIs entwickelte, der war halt sehr schüchtern und eigen und liess sich auch oft von nicht studierten Team- oder Abteilungsleitern auf der Nase rumtanzen.. Wie ich das sah, redete ich mal ein paar Wörter mit ihm (ich war neu in der Firma, er schon seit 8 Jahren dort), das Ergebnis war, dass er eigentlich gar nicht mehr wollte, er hatte sein festes Einkommen, Frau, Familie usw. Ich sagte bloß, Mensch, mach doch was aus deinem Leben, du hast eine Universitätsausbildung genossen, und jetzt frickelst du unterbezahlt an C-Code rum.. naja , jeder wie er will.. in seiner Freizeit war der Typ Pastor/Pfarrer oder so als Hobby in der Kirchengemeinde tätig...
Gast
#2868969
Was mir von den Informatikern am besten in Erinnerung geblieben ist: Der Rechnerraum dieser Truppe war mit Abstand am versiffsten. Vor allem die Tastaturen dort konnte man ohne Desinfiktionsmittel nicht anfassen. Ekelalarm!
Gast
#2868974
DrTech schrieb: > Witzige Geschichte, @Frank M. > > Ich kenne es leider umgekehrt: > > Hatte in meinen ehemaligen Dienstverhältnis in einer Firma als > Arbeitskollegen einen studierten Physiker, der C Programme und GUIs > entwickelte, der war halt sehr schüchtern und eigen und liess sich auch > oft von nicht studierten Team- oder Abteilungsleitern auf der Nase > rumtanzen.. ja so einer bleibt auch kleiner Frickler. Ich arbeite in der IT Beratung, was aber trotzdem bedeutet dass ich zu 50 % entwickle, Rest ist Koordination, Abstimmung ( z.B. Schnittstellen zu Fremdsystemen ), Konzeption und Architektur. So schüchterne Nerds haben bei uns keine Chance, die bestehen die Probezeit nicht. Wer bei einem Konzernkunden eingesetzt ist und dort sehr heterogene Systeme konsolidieren soll und es bei jedem System mit einem Lokalfürsten zu tun hat, muss sich durchsetzen können, sonst wird man von jedem dieser Leute über den Tisch gezogen und jeweils von Abteilung A nach B geschickt. DAS lernt man in keiner Vorlesung über Kryptografie oder theoretischer Informatik, auch nicht in SW Engineering. Wer zwar ein guter Entwickler ist, aber nicht in der Lage ist, Konzeptionen und Architekturen sauber abzustimmen und alle Beteiligten unter einen Hut zu bekommen, wird nie ein funktionsfähiges System zum laufen bekommen. Allerdings sehe ich das aus der Brille von ERP Systemen, wo es eher selten um hochtrabende Algorithmen geht ( teilweise auch, gerade im Analyse Bereich, aber nicht so sehr wie z.B. bei FEM oder so )
Gast
#2868988
Heiner schrieb: > Allerdings sehe ich das aus der Brille von ERP Systemen, wo es eher > selten um hochtrabende Algorithmen geht ( teilweise auch, gerade im > Analyse Bereich, aber nicht so sehr wie z.B. bei FEM oder so ) > Naja, ERP ist reine Fleißarbeit ohne Hirn, Mathe oder komplizierte Algorithmen braucht man da nicht. Das kann sogar ein Informatiker-Geselle.
Gast
#2868996
Immer wieder hübsch Birnen zuerst mit Äpfeln und dann mit Kokosnüssen zu vergleichen :-P Programmierer != Informstiker != Mathematiker != Physiker Es gibt ja schon die nette "Grundsatzdiskussionen" das die Physiker zuerst da waren, dann die Mathematik erfunden haben und das dann auf Epsilon=1 herausläuft, oder wie ging der Witz ? Das Hauptproblem im Berufsleben sind die "Manager" und "Personaler", die brauchen eigentlich "nur" einen Programmierer weil die ja von ganz alleine volle Lasten- und Pflichtenhefte hinbekommen OHNE das da was übersehen wurde (meist der Endnutzer) ... Gute Qualität hängt mit Erfahrung zusammen, die hat man nach dem Studium nicht wohl aber das notwednige Werzeug selbständig vorgehen zu können.
Gast
#2869021
Anton H. schrieb: > Naja, ERP ist reine Fleißarbeit ohne Hirn, Mathe oder komplizierte > Algorithmen braucht man da nicht. Das kann sogar ein > Informatiker-Geselle. ohne Hirn sicher nicht. Ansonsten wäre es ja ganz leicht eine SW Landschaft eines Konzerns mit ca. 10 tsd Datenbanktabellen pro System und zig verschiedenen heterogenen Systemen mit ganz unterschiedlichen Architekturen und Plattformen mal eben so zu konsolidieren. Da bringen auch keine physikalischen Formeln nichts. Komplex ist das, aber die Komplexität liegt nicht in den Algorithmen der Formeln sondern in der Komplexität der Daten und deren Zusammenhänge ! jemand der dagegen eher Anwendungen schreibt, die algorithmisch und mathematisch komplex sind, braucht häufig nicht solche komplexen Datenzusammenhänge, sondern hat lediglich einen kleinen Datenspeicher der auf einem kleinen Chip etc. läuft. Daher können solche Leute die Datenkomplexität vllt gar nicht so sehr nachvollziehen.
Gast
#2869022
Das ist reine Fließarbeit. Genauso stumpfsinnig wie Fließbandarbeit. Punkt aus.
Gast
#2869037
Anton H. schrieb: > Das ist reine Fließarbeit. Genauso stumpfsinnig wie Fließbandarbeit. Alles fließt, das wussten ja schon die alten Griechen.
Gast
#2869045
Anton H. schrieb: > Das ist reine Fließarbeit. Genauso stumpfsinnig wie Fließbandarbeit. > Punkt aus. na gut glaub Du das mal ^^ dann kann man also in Zukunft komplexe Unternehmenslandschaften von Fließbandarbeitern integrieren und konsolidieren lassen ^^ maaaaan müssen die Unternehmen doof sein, hochbezahlte Fachkräfte da ran zu lassen, statt einfach sich ein paar Ungelernte vom Arbeitsamt zu holen ^^
Gast
#2869059
Heiner schrieb: > Anton H. schrieb: >> Das ist reine Fließarbeit. Genauso stumpfsinnig wie Fließbandarbeit. >> Punkt aus. > > na gut glaub Du das mal ^^ dann kann man also in Zukunft komplexe > Unternehmenslandschaften von Fließbandarbeitern integrieren und > konsolidieren lassen ^^ maaaaan müssen die Unternehmen doof sein, > hochbezahlte Fachkräfte da ran zu lassen, statt einfach sich ein paar > Ungelernte vom Arbeitsamt zu holen ^^ Naja, so abwegig ist das nicht. Gerade bei ERP-Systemen frickeln z.B. sehr viele vom Arbeitsamt Umgeschulte rum.
Gast
#2869093
Wir sollen uns vielleich an Fakten halten: - Soweit mir es bekannt ist, viele Studienabbrecher von E-Technik bzw. auch Maschinenbau studieren dann erfolgreich Informatik. Das würde heißen, dass für diesen Studenten Informatikstoff einfacher ist. Ich bin selber Dipl. Informatiker und bei uns auch einige dabei waren. Wobei ich selbst zuerst Maschinenbau studiert habe. Da ich dort Tech. Mechanik nicht geschafft habe, habe anschließend erfolgreich Informatik studiert. Info war für mich einfacher - Es gibt mehr Quereinsteiger in der Softwareentwicklung als z.B. in der Maschinenbauentwicklung. Das bedeutet auch etwas - Forschung in der Informatik, tja das wird eher von Mathematiker gemacht, Informatik ist eher Hilfswissenschaft - Wie viele Informatiker machen Karriere d.h. ab Abteilungsleiter bis Management, bei großen Firmen ab 1000 Eingestellten, und zum Vergleich wie viele E-Techniker, Physiker, Maschinenbauer? - IG-Metall, dort sind die besten Gehälter zu holen. Wer hat bei diesen Betrieben bessere Karriere Chancen? Informatiker oder doch Ings? Klar, es gibt noch Google etc. aber wie viele Beschäftigte hast bei google und z.B. bei VW oder BMW....
Gast
#2869110
Anton H. schrieb: > Naja, so abwegig ist das nicht. Gerade bei ERP-Systemen frickeln z.B. > sehr viele vom Arbeitsamt Umgeschulte rum. wo den ? vllt in Klitschen, nicht aber bei guten Beratungshäusern oder in Konzernen. Man muss da differenzieren. Etwas bisschen Klicki Bunti Gui Entwicklung ist nichts wildes, das kann auch ein Umschüler. Aber wenn es um komplexe Architekturen oder Datenmodelle geht, braucht man dafür sehr viel Erfahrung. Diese kann auch ein Physiker, Informatiker oder Mathematiker sammeln. Trivial ist das wirklich nicht. Da gibt ER Modelle mit denen kann man in Schriftgröße 10 ein Hochhaus mit tapezieren, dazu zig Referenzen, Querverweise, Schnittstellen. Um in sowas erstmal Struktur zu bringen, braucht man viel Erfahrung, das kriegt nicht mal eben so ein Umschüler hin und auch kein Physiker mit einer Quantenmechanikformel. Nicht umsonst wird in dem Bereich sehr gut bezahlt, die Stundensätze sind erheblich höher als z.B. für Freelancer die Mikrocontroller entwickeln !
Gast
#2869720
info_entwickler schrieb: > Wir sollen uns vielleich an Fakten halten: > - Soweit mir es bekannt ist, viele Studienabbrecher von E-Technik bzw. > auch Maschinenbau studieren dann erfolgreich Informatik. Das würde > heißen, dass für diesen Studenten Informatikstoff einfacher ist. Ich bin > selber Dipl. Informatiker und bei uns auch einige dabei waren. Wobei ich > selbst zuerst Maschinenbau studiert habe. Da ich dort Tech. Mechanik > nicht geschafft habe, habe anschließend erfolgreich Informatik studiert. > Info war für mich einfacher Und wieviele gibts die den umgekehrten Weg nahmen? Eben, auch entsprechend. Vllt kam euch Info auch einfacher vor weil es eher euren Neigungen / Fähigkeiten entsprach als das andere. Ich persönlich fände wahrscheinlich Medizin sehr schwer, weil mir Kampflernen nicht liegt. > - Es gibt mehr Quereinsteiger in der Softwareentwicklung als z.B. in der > Maschinenbauentwicklung. Das bedeutet auch etwas Aha was soll das bedeuten? > - Forschung in der Informatik, tja das wird eher von Mathematiker > gemacht, Informatik ist eher Hilfswissenschaft Quatsch, schau dir die üblichen Abschlüsse von WiMi an Inf.Lehrstühlen an, meistens ist das Dipl.-Inf. oder nun M.Sc in Computer Science. > - Wie viele Informatiker machen Karriere d.h. ab Abteilungsleiter bis > Management, bei großen Firmen ab 1000 Eingestellten, und zum Vergleich > wie viele E-Techniker, Physiker, Maschinenbauer? Ja hast du irgendwelchen belastbaren Zahlen oder laberst du nur wie davor auch schon? > - IG-Metall, dort sind die besten Gehälter zu holen. Wer hat bei diesen > Betrieben bessere Karriere Chancen? Informatiker oder doch Ings? Klar, > es gibt noch Google etc. aber wie viele Beschäftigte hast bei google und > z.B. bei VW oder BMW.... IG-Metall sind nun wahrlich nicht die besten Gehälter. Sie sind ok. Aber ja, für euch E-Ings. und ähnliche bleibt nichts besseres, am anderen Ende warten die Dienstleister. Und was hat die Beschäftigungszahl für eine Aussagekraft, sind das alles Entwickler? Ich würde 1000 Mal lieber bei Google in Mountain View arbeiten wollen als bei irgendeinem x-beliebigen deutschen Furz-Großkonzern. Wenn ich einem Googler (selbst in München) von IG Metall erzählen würde, würde er mich wahrscheinlich einfach auslachen und/oder bemitleiden. Ich bin nur froh dass dieses Forum kein repräsentativer Querschnitt des Ing./Inf.-Standes ist, soviel müsste man sich fremdschämen. Eines lässt sich aber mit Bestimmtheit sagen: Jemand der wirklich was kann, abgesehen von dummer Scheiße in diesem Thread labern, hat immer gute Chancen es zu was zu bringen und da ist auch relativ egal was für ein Diplom er sich vorher ans Knie genagelt hat. Und so einer muss sich dann auch nicht mit einem vermeintlichen "Non-Plus-Ultra-Platz-an-der-Sonne"-IG Metall Gehalt begnügen.
Gast
#2869735
D. I. schrieb: > Eines lässt sich aber mit Bestimmtheit sagen: Jemand der wirklich was > kann, abgesehen von dummer Scheiße in diesem Thread labern, hat immer > gute Chancen es zu was zu bringen und da ist auch relativ egal was für > ein Diplom er sich vorher ans Knie genagelt hat. Und so einer muss sich > dann auch nicht mit einem vermeintlichen > "Non-Plus-Ultra-Platz-an-der-Sonne"-IG Metall Gehalt begnügen. Ja, das gibt es wirklich, sogar mit vollständig "unbehauenen Knien".
Gast
#2869817
D. I. schrieb: > ein Diplom er sich vorher ans Knie genagelt hat. Und so einer muss sich > dann auch nicht mit einem vermeintlichen > "Non-Plus-Ultra-Platz-an-der-Sonne"-IG Metall Gehalt begnügen. Wundere mich auch immer wie sich die Leute hier freuen, wenn sie ein ERA-Tarifkonstrukt angeboten bekommen im deutschen "Superkonzern" und das dann begeistert in den entsprechenden Tabellen aufgedröselt wird. Das riecht ja schon nach Nepp, mit den ganzen Stufen, Sonder/Leistungs/Vollmond am 25. Zulagen ideal um die Leute zu verarschen. Danach kommt dann gleich der Dienstleister mit seinen Putzfrauentarifen und Sklavenbedingungen. Wie man sich ernsthaft so eine Scheisse antun kann, werde ich nie verstehen, da muss man wohl waschechter Ing. sein, bei der hohen Anzahl an Alltagsversagern unter den - speziell deutschen - Ing. die ich kenne wundert mich das nicht, dass die nach Strich und Faden verarscht werden. Absolut kein Arsch in der Hose, schlucken jede Kröte die man ihnen anbietet. Man kann es mit ihnen machen also macht man es auch und die fühlen sich noch toll dabei -> ideale Opfer. Da passt wieder der alte Spruch: Man muss die Leute so über den Tisch ziehen, dass sie die dabei entstehende Reibungswärem als Nestwärme spüren. Wer sich solchen Schwachsinn einredet wie es sei "eine Ehre für Firma/Uni/Institut XY zum Spartarif zu arbeiten" der hat doch nicht mehr alle Latten am Zaun, auch so eine speziell deutsche Inschenöhrstugend.
Gast
#2947284
Haro schrieb: > Mir begegnen in meinem Berufsleben seit einiger Zeit immer mehr > Physiker, die sich in der SW-Entwicklung festgesetzt haben, oftmals, > ohne rudimentäre Strukturen und Methoden erlernt zu haben. Viele haben > sich das Programmieren selber beigebracht - offenbar mangels > Vorlesungen. > > Das Ergebnis sind nicht nur abstruse und aussergewöhnliche Lösungen, > sondern auch ein chaotischer Programmier- und Arbeitsstil - von > Dokumentation, die andere verstehen könnten, ganz zu schweigen. > > Das Schlimme ist, dass sie ihren output auch noch als intelligent > einstufen und es für grossartig halten, wenn sie etwas Kompliziertes > vollbracht haben, wobei es eigentlich nur künstlich kompliziert ist und > mit mehr SW-Knowhow wesentlich einfacher und kürzer gegangen wäre. > Ich habe die gleiche Erfahrung gemacht. Meist wird unter dem Stichwort Kreativität ganz schlimmer Code, Pfriemel- und Frickellösungen, der schlimste vorzustellende Hack, abgeliefert. Funktionen/Methoden sind kilometerlang, Dokumentation ist gar nicht vorhanden, objektorientierte Konzepte sind gar nicht verstanden etc. Dann wird sich beispielsweise eine Woche lang damit gebrüstet dass man keine Betriebssystemsemaphore einsetzen musste, sondern die eigene Lösung viel genialer ist und parallelen Zugriff verhindert ... bis es kracht. Idome und Entwurfsmuster sind nur Mittel für Informatiker da diese ja als Hilfswissenschaftler relativ doof sind um echte Innovationen beim Code zu machen und sich deshalb alles merken müssen. Vorgehensmodelle sind auch unnötiger Ballast. Low Coupling ist nur was für jemanden der zu dumm ist die Übersicht zu bewahren und die eigenen verstrickten, selbstmodifizierenden Algorithmen sind das non-plus-ultra. UML, Statemachines sowie Unit-Tests blödsinniges Zeugs aus der Informatik die ohne die Elektrotechnik eh nix wäre. Zur Verteidigung: nicht jeder Physiker oder Ingenieur ist so. Es gibt auch Informatiker die nur zum Schwafeln oder Admin taugen. Der Physiker ist auch näher am Kern des Problems. Wer ist denn Schuld an der ganzen Misere: die Informatiker die den Zugang so leicht gemacht haben dass jeder D..p meint er könne programmieren und hacken ist gleich Softwareentwicklung.