Forum: Offtopic Mathematik ist schneller als das Licht


von Icke ®. (49636b65)


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In der Praxis bewegten sich Teilchen bisher nur schneller als das Licht, 
wenn man bestimmte Kabel nicht richtig reinsteckt. Aber daß es 
theoretisch möglich ist, meinen zwei Schlauköpfe von der University of 
Adelaide jetzt mit ihrer Erweiterung der Relativitätstheorie 
mathematisch bewiesen zu haben:

http://www.adelaide.edu.au/news/news56901.html

Kann das mal einer der Zahlen- und Formelakrobaten hier nachrechnen??

von D. I. (Gast)


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Icke ®. schrieb:
> Kann das mal einer der Zahlen- und Formelakrobaten hier nachrechnen??

Und du glaubst wirklich irgendjemand hier hat genug Know-How oder ist 
Mathematiker genug?

von Markus M. (Firma: EleLa - www.elela.de) (mmvisual)


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http://rspa.royalsocietypublishing.org/content/early/2012/09/25/rspa.2012.0340.full

Wunderschön viele Buchstaben in den Formeln und kaum Zahlen.
Ich muss da ziemlich oft den die RND() Funktion nutzen.

Viel Spaß beim heraussuchen aller Konstanten.

von (prx) A. K. (prx)


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Icke ®. schrieb:
> In der Praxis bewegten sich Teilchen bisher nur schneller als das Licht,
> wenn man bestimmte Kabel nicht richtig reinsteckt. Aber daß es
> theoretisch möglich ist, meinen zwei Schlauköpfe von der University of
> Adelaide jetzt mit ihrer Erweiterung der Relativitätstheorie
> mathematisch bewiesen zu haben:

Im Klappentext steht keineswegs drin, dass eine Überlichtgeschwindigkeit 
theoretisch möglich ist. Sondern so wie ich es verstanden habe, zeigen 
sie nur, wie man die Formeln der speziellen Relativitätstheorie 
erweitern müsste, um diesem Fall beschreiben zu können.

Also ungefähr so: Wenn Überlichtgeschwindigkeit möglich sein sollte, 
dann könnte sie sich mathematisch so darstellen wie hier beschrieben.

von Icke ®. (49636b65)


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D. I. schrieb:

> Und du glaubst wirklich irgendjemand hier hat genug Know-How oder ist
> Mathematiker genug?

Nun ja, einige haben schon ordentlich Mathe drauf und dann gibts noch 
solche, die den Einstein raushängen lassen. Die haben jetzt Gelegenheit. 
;)

A. K. schrieb:

> Also ungefähr so: Wenn Überlichtgeschwindigkeit möglich sein sollte,
> dann könnte sie sich mathematisch so darstellen wie hier beschrieben.

Ja, sie weisen explizit darauf hin, daß sie keinen Plan haben, wie das 
physikalisch realisiert werden könnte, nur daß es mathematisch möglich 
ist.

Zitat:
"Their formulas extend special relativity to a situation where the 
relative velocity can be infinite, and can be used to describe motion at 
speeds faster than light."

Für nicht des Englischen Mächtige:

"Ihre Formeln erweitern die spezielle Relativitätstheorie um einen 
Zustand, in dem die relative Geschwindigkeit unendlich sein kann und sie 
können verwendet werden, um Bewegung bei Geschwindigkeiten schneller als 
das Licht zu beschreiben."

von (prx) A. K. (prx)


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Mathematisch möglich ist ziemlich viel. Das besagt nichts. Ich behaupte 
mal, dass es eine unendliche Zahl mathematischer Modelle gibt, die die 
Mathematik der speziellen Relativität als Teil enthalten und eine 
Überlichtgeschwindigkeit zulassen.

Die Newton'sche Physik hatte kein Problem mit Überlichtgeschwindigkeit. 
Nur eines mit der Realität. Mathematische Modelle entwickeln zu können, 
die Überlichtgeschwindigkeit zulassen, sagt also zunächst überhaupt 
nichts darüber aus, was tatsächlich möglich ist.

Der Begriff "theoretisch möglich" ist ohnehin ziemlich problematisch.
Denn wofür steht dieser Begriff? In der Physik steht am Anfang die 
Hypothese, die reale Aspekte erklärt. Durch Bestätigung von Voraussagen 
dieser Hypothese wird sie zur Theorie. Bewiesen wird sie nie, das ist in 
der Physik unmöglich, sowas geht nur in der Mathematik.

Theoretisch (un)möglich heisst also, physikalisch interpretiert, dass es 
im Rahmen der vorherrschenden (bestätigten!) Theorie (un)möglich ist. 
Hier handelt es sich aber um eine Modifikation einer bestehenden 
Theorie, also wiederum allenfalls um eine Hypothese. Die entwickelt 
wurde, um eine möglicherweise beobachtete Überlichtgeschwindigkeit 
beschreiben zu können. Zur physikalische Theorie würde sie erst, wenn 
sie über diese Erklärung der bereits vorneweg eingebauten Grundannahmen 
hinaus Aussagen trifft, die a posteriori bestätigt würden. Die pure 
Existenz von Überlichtgeschwindigkeit wäre keine solche Bestätigung, 
denn das ist ja grad eine der Grundannahmen.

von Michael K. (charles_b)


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A. K. schrieb:
> Mathematisch möglich ist ziemlich viel. Das besagt nichts. Ich behaupte
> mal, dass es eine unendliche Zahl mathematischer Modelle gibt, die die
> Mathematik der speziellen Relativität als Teil enthalten und eine
> Überlichtgeschwindigkeit zulassen.
>
> Die Newton'sche Physik hatte kein Problem mit Überlichtgeschwindigkeit.
> Nur eines mit der Realität. Mathematische Modelle entwickeln zu können,
> die Überlichtgeschwindigkeit zulassen, sagt also zunächst überhaupt
> nichts darüber aus, was tatsächlich möglich ist.

siehe auch: v= s/t

von Jo O. (brause1)


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A. K. schrieb:
> Ich behaupte
> mal, dass es eine unendliche Zahl mathematischer Modelle gibt, die die
> Mathematik der speziellen Relativität als Teil enthalten und eine
> Überlichtgeschwindigkeit zulassen.

Das ist aber nicht die durch populärwissenschaftliche Sendungen
verbreitete Meinung.

Auch in den öffentlich-rechtlichen (das 2. tut sich da seit Jahrzehnten
besonders hervor) hört man doch ständig in etwa diese Schlussfolgerung:

"Einsteins Theorie besagt, dass sich nichts schneller als das Licht
bewegen  kann.
Einsteins Theorie ist bewiesen, weil sonst der DVD-Player
nicht funktionieren würde.
Außerdem ist die Theorie zigtausendfach mit beliebiger Genauigkeit
messtechnisch nachgewiesen worden.
Daraus folgt: Es ist bewiesen, dass sich nichts schneller als das
Licht bewegen kann."

>... In der Physik steht am Anfang die
> Hypothese, die reale Aspekte erklärt. Durch Bestätigung von Voraussagen
> dieser Hypothese wird sie zur Theorie. Bewiesen wird sie nie, das ist in
> der Physik unmöglich, sowas geht nur in der Mathematik.

Wie oben schon gesagt: In populärwissenschaftlichen Sendungen sehen die
das anders. Und folglich findet man (leider) auch in Foren wie diesen
kaum jemanden mit deiner Meinung.


Könnte man mathematisch beweisen, dass sich Einsteins Theorie nicht 
schlüssig in eine übergeordnete Theorie, welche die Überschreitung der 
Lichtgeschwindigkeit erlaubt, einbetten ließe, dann hätte die 
populärwissenschaftliche Sprechweise von oben, eine gewisse 
Berechtigung.

Diesen Beweis gab es aber nie. Und wenn es ihn gegeben hätte wäre es 
immer noch kein Beweis für die Unmöglicht der Überschreitung der 
Lichtgeschwindigkeit in der Realität.

Jetzt gibt es anscheinend sogar ein mathematische Modell, dass Einsteins 
Theorie schlüssig einbettet und gleichzeitig das Überschreiten der 
Lichtgeschwindigkeit erlaubt.
Wissenschaftlich gesehen hat sich damit nichts, aber auch gar nichts 
geändert.
Populärwissenschaftlich gesehen ändert sich damit eine ganze Menge.

von (prx) A. K. (prx)


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Jo O. schrieb:
> "Einsteins Theorie besagt, dass sich nichts schneller als das Licht
> bewegen  kann.

Obacht, so einfach ist das nicht. Man sollte da schon ein wenig genauer 
hinsehen.

Zunächst: Die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit ist keine Folgerung aus 
der Relativitätstheorie, sondern vielmehr eine zentrale Grundannahme 
davon. Eben daraus entwickelte Einstein die spezielle 
Relativitätstheorie. Aus der ergab sich dann, dass es für Teilchen 
keinen Übergang zwischen Unter- und Überlichtgeschwindigkeit geben kann. 
Man also kein Teilchen oder Raumschiff aus dem Stand heraus auf 
Überlichtgeschwindigkeit beschleunigen kann.

Das schliesst aber nicht die Vorstellung aus, dass es Teilchen geben 
kann, die sich ausschliesslich schneller als Licht bewegen. Es ist der 
Theorie folgend nur ausgeschlossen, dass sie diesen Zustand durch 
Beschleunigung aus Unterlichtgeschwindigkeit entwickeln. Und so 
entwickelte man bereits vor Jahrzehnten eben aus der speziellen 
Relativitätstheorie die Frage der Existenz von Tachyonen. Eben solchen 
Teilchen, die sich ausschliesslich schneller als Licht bewegen.

Teilchen, die sich schneller als Licht bewegen, stehen also offenkundig 
nicht im Widerspruch zur speziellen Relativitätstheorie.

von (prx) A. K. (prx)


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Jo O. schrieb:
> Jetzt gibt es anscheinend sogar ein mathematische Modell, dass Einsteins
> Theorie schlüssig einbettet und gleichzeitig das Überschreiten der
> Lichtgeschwindigkeit erlaubt.

Steht in besagtem Text wirklich drin, dass einer Überschreitung 
mathematisch modellierbar ist, also der Übergang von drunter zu drüber? 
Ich hab das im für mich als Laien lesbaren Teil jedenfalls nicht 
gefunden, aber das heisst nichts.

von Manfred L. (egonotto)


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A. K. schrieb:
> Steht in besagtem Text wirklich drin, dass einer Überschreitung
> mathematisch modellierbar ist, also der Übergang von drunter zu drüber?

Hallo,

im Text steht:
"
The
second important point is that all theories exhibit singular behaviour 
when the
relative velocity is exactly equal to the speed of light.
"

Damit ist eine Überschreitung nicht sinnvoll. Kann man aber auch nicht 
erwarten, wenn man v gegen c gehen läßt, geht z.B. die Masse gegen 
unendlich und die Zeit gegen 0.

Nur wenn Einsteins Formeln die Natur bei Geschwindigkeiten sehr nahe c 
nicht mehr beschreiben würden, bleibt Raum für Spekulationen.

Übrigens wirkt die Arbeit ziemlich unmathematisch.

MfG
egonotto

von Purzel H. (hacky)


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Die Tachyonen ergeben sich wenn man in die normalen Bewegungsgleichungen 
eine negative Masse einsetzt. Deren Geschwindigkeitsuntergrenze ist die 
Lichtgeschwindigkeit.

Aber : Eine Theorie und ein paar Gleichungen dazu sind Spekulation 
solange man nichts beweisen kann.

von Oliver S. (phetty)


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Mathematisch kann ich auch durch eine einfache Vorzeichenumkehr mein 
Bankkonto am Monatsende wieder ins Plus bringen, praktisch funktioniert 
es nicht.

von Michael K. (charles_b)


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Jo O. schrieb:

> "Einsteins Theorie besagt, dass sich nichts schneller als das Licht
> bewegen  kann....

Vielleicht sollte man das umformlieren. Einsteins Theorie ERGIBT sich 
aus der Annahme, dass sich nichts schneller als das Licht...

von Karl H. (kbuchegg)


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> ... Einsteins Theorie ERGIBT sich ...

Das ist so nicht richtig.
Die 'Annahme', die in der RT getroffen wird, lautet
* die Lichtgeschwidigkeit ist konstant
* die Lichtgeschwindigkeit ist für alle Beobachter gleich

Das erste folgte aus den Maxwell Gleichungen und das zweite war etwas 
was man beim Versuch des Nachweises der Erdbewegung in Bezug auf den 
'Äther' festgestellt hat. Man konnte sie nicht feststellen, egal in 
welche Richtung man die Lichtgeschwindigkeit auf der Erde mass, man 
kriegte immer denselben Wert raus. Das verwirrte die Physiker, die 
eigentlich ein anderes Egebniss erwartet hatten. Eigentlich sollte sich 
die Bewegung der Erde um die Sonne klar und deutlich in den 
Messergebnissen wiederspiegeln.
Und es gab einige Ansätze mit diesem gemessenenen Problem umzugehen 
(Einstein war beileibe nicht der erste). Erst Einstein hat dann alles in 
eine geschlossene Theorie gepackt und nachgesehen, was denn noch alles 
daraus folgt. Und unter anderem folgt daraus, dass es nicht möglich ist, 
c zu überschreiten, weil einige wichtige Parameter gegen unendlich bzw. 
0 gehen.

von Michael K. (charles_b)


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Karl Heinz Buchegger schrieb:
>> ... Einsteins Theorie ERGIBT sich ...
>
> Das ist so nicht richtig.

Da würdest du also lieber:

>> "Einsteins Theorie besagt, dass sich nichts schneller als das Licht
>> bewegen  kann....

stehen lassen?

Da würde ich dann schreiben:

Das ist so nicht richtig.

Ich wollte auch nicht die RT und deren Geschichte hier aufzählen, 
sondern auf den Umstand hinweisen, dass sich die Endlichkeit der 
Lichtgeschwindigkeit keine Aussage ist, sondern eine Annahme.

Es ging also um eine "Notoperation" an dem o.a. Satz - nicht mehr und 
nicht weniger.

von Karl H. (kbuchegg)


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Michael K-punkt schrieb:
> Karl Heinz Buchegger schrieb:
>>> ... Einsteins Theorie ERGIBT sich ...
>>
>> Das ist so nicht richtig.
>
> Da würdest du also lieber:
>
>>> "Einsteins Theorie besagt, dass sich nichts schneller als das Licht
>>> bewegen  kann....
>
> stehen lassen?

Nein. Auch das würde ich nicht schreiben.

Der springende Punkt ist: überschreiten.
Es geht in der RT nur um diesen Punkt. Was passiert, wenn sich die 
eigene Geschwindigkeit immer mehr c annähert.

> Ich wollte auch nicht die RT und deren Geschichte hier aufzählen,
> sondern auf den Umstand hinweisen, dass sich die Endlichkeit der
> Lichtgeschwindigkeit keine Aussage ist, sondern eine Annahme.

Sorry. Aber das wurde gemessen. Viele male.

von Karl H. (kbuchegg)


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Mein persönlicher Favorit ist auch ein anderer:
So wie es Teilchen möglich ist, eine eigentlich zu hohe Energiebarriere 
zu durchtunneln, gibt es vielleicht eine Art Tunneleffekt, mit dem 
Teilchen die Lichtbarriere durchtunneln können.
Damit das aber eine Chance in der Theorie hat, müsste es gelingen RT und 
QT zu vereinen. Etwas von dem keiner weiß, wie das gehen könnte. Und im 
Moment gibt es auch keine experimentellen Belege, dass es so etwas wie 
Durchtunneln der Lichtmauer geben könnte.

von Michael K. (charles_b)


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Karl Heinz Buchegger schrieb:

>> Lichtgeschwindigkeit keine Aussage ist, sondern eine Annahme.
>
> Sorry. Aber das wurde gemessen. Viele male.

Vielleicht stört dich das Wort "Annahme", weil es sich ein wenig nach 
"ungenau" oder "vage Vermutung" anhört. Das mein ich aber nicht.

Annahme bedeutet, dass man sagt:

Weil c = const., folgt....

Oder geht die RT so:

Weil...... folgt: c = const.?

Wenn es ein mathematischer Beweis wäre, hätte man es nicht so viele Male 
nachmessen müssen.

Und die Aufregung vor ein paar Monaten mit den Neutrinos wäre auch 
überflüssig gewesen.

Dass sich c = const. als nicht wiederlegt herausgestellt hat 
unterstreicht natürlich die Genialität von Einstein, dennoch bleibt es 
eine Grundannahme, eine Basis, aus der sich der Rest dann ergibt.

von Karl H. (kbuchegg)


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Michael K-punkt schrieb:
> Karl Heinz Buchegger schrieb:
>
>>> Lichtgeschwindigkeit keine Aussage ist, sondern eine Annahme.
>>
>> Sorry. Aber das wurde gemessen. Viele male.
>
> Vielleicht stört dich das Wort "Annahme", weil es sich ein wenig nach
> "ungenau" oder "vage Vermutung" anhört. Das mein ich aber nicht.
>
> Annahme bedeutet, dass man sagt:
>
> Weil c = const., folgt....

Darüber sind wir uns einig.
Genau das ist eine der Annahmen der RT.
(Allerdings war es eine, deren Existenz nicht an den Fingern 
herbeigezogen war. Denn: Diese Annahme ist bereits in den Maxwell 
Gleichungen zur Elektrodynamik enthalten. Wenn dem nicht so wäre, würde 
die ganze Elektrodynamik nicht so funktionieren wie sie es tut. Einstein 
hatte also gute Gründe, diese Annahme zu treffen bzw. zu übernehmen. Und 
deshalb muss man sich auch ein wenig die Geschichte der RT ansehen. 
Denn: die RT ist NICHT, wie das so oft dargestellt wird, aus heiterem 
Himmel gekommen! Einstein hatte gute Gründe für seine Grundannahmen und 
er war auch nicht der erste, der in diese Richtung gedacht hat. Nur 
haben seine Vorgänger (zb. Lorentz) die sich abzeichnenden Ergebnisse 
teilweise als absurd abgetan. Einstein ging den Weg zu Ende und hat 
mathematisch untersucht, was es denn wirklich heißen würde, wenn die 
Welt so funktionieren würde und es keinen Lichtäther gibt. Was seine 
Leistung keineswegs schmälern soll. Nur kam die RT nicht unvorbereitet 
aus heiterem Himmel)


Aber das ist ja nicht a priori gleichbedeutend mit 'nichts kann sich 
schneller bewegen als Licht'. Denn: das steht so nicht in dieser 
Annahme. Dieser Satz folgt auch nicht, wenn man diese Annahme dann in 
der RT weiter verfolgt.
Was aber folgt ist: Erhöht man die Geschwindigkeit immer weiter, dann 
gelangt man an einen Zustand, an dem man unendlich hohe Energie 
benötigen würde um aus diesem Zustand weiter zu beschleunigen.

Das schliesst aber erst mal nicht aus, dass es Teilchen geben könnte, 
die schon immer schneller als c waren. Einen Ausschluss eines derartigen 
Sachverhalts gibt die RT erst mal nicht her. Das ist nicht ihre Aussage.

von Michael K. (charles_b)


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Karl Heinz Buchegger schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>> Karl Heinz Buchegger schrieb:
>>
>>>> Lichtgeschwindigkeit keine Aussage ist, sondern eine Annahme.
>>>
>>> Sorry. Aber das wurde gemessen. Viele male.
>>
>> Vielleicht stört dich das Wort "Annahme", weil es sich ein wenig nach
>> "ungenau" oder "vage Vermutung" anhört. Das mein ich aber nicht.
>>
>> Annahme bedeutet, dass man sagt:
>>
>> Weil c = const., folgt....
>
> Darüber sind wir uns einig.
> Genau das ist eine der Annahmen der RT.
> (Allerdings war es eine, deren Existenz nicht an den Fingern
> herbeigezogen war.

Klar, die Annahme ist wohl begründet und stützt sich auf eine Reihe von 
Beobachtungn - und nicht dass die Vermutung entsteht, meine innerste 
Überzeugung wäre, dass es DOCH v > c gibt... Nein, da bin ich kein 
Verschwörungstheoretiker.

> Das schliesst aber erst mal nicht aus, dass es Teilchen geben könnte,
> die schon immer schneller als c waren. Einen Ausschluss eines derartigen
> Sachverhalts gibt die RT erst mal nicht her. Das ist nicht ihre Aussage.

Das meinte ich, weil eben die umgangsprachliche Zitierweise die ist, 
dass WEGEN der RT gilt c=const.

von Purzel H. (hacky)


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>Karl Heinz Buchegger (kbuchegg) (Moderator)
>Was aber folgt ist: Erhöht man die Geschwindigkeit immer weiter, dann
gelangt man an einen Zustand, an dem man unendlich hohe Energie
benötigen würde um aus diesem Zustand weiter zu beschleunigen.

Die Beschleunigungs-Energie gilt nur fuer massebehaftete Teilchen. 
Masselose Teilchen haben die Lichtgeschwindigkeit geschenkt. Von denen 
gibt es solche, die kann man mit geeigneten Massnahmen runterbremsen, 
und andere, bei denen kann man's (noch) nicht.
Die Herunterbremsbaren, sind die Photonen, die kann man mit hoeheren 
Dielektrizitaets- und Suszeptilitaetskonstante von Medien verlangsamen. 
Sobald diese Medien verlassen werden werden sie wieder schneller.

von Jens M. (Gast)


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Hallo, als Hobbyphysiker möchte ich dann auch meine Meinung kundtun.

Michael K-punkt schrieb:
> Das meinte ich, weil eben die umgangsprachliche Zitierweise die ist,
> dass WEGEN der RT gilt c=const.

Das ist meines Wissens so nicht ganz richtig. c ist medienabhängig und 
schwankt extrem.

Wenn eine elektromagnetische Welle sich im Medium "leerer Raum" bewegt 
kann man eine Fortpflanzungsgeschwindigkeit messen die mit dem 
Formelzeichen "c" abgekürzt wird und immer gleich ist. Das ist aber auch 
in allen anderen Medien der Fall. Ebenso bei z.B. Schallwellen.

Der leere Raum ist im übrigen alles andere als "leer". Schlichter 
Beweis: Planeten die um die Sonne kreisen, irgendwas muss Sie ja 
festhalten. Leer ist er für die menschliche Wahrnehmung, also ein eher 
anthropologisches Forschungsgebiet.

Drei von Vier schrieb:
> Masselose Teilchen haben die Lichtgeschwindigkeit geschenkt.

Dazu müssen es erst einmal Teilchen sein, genau so gut halte ich es für 
möglich das diese Teilchen durch die Grenzen der Messtechnik 
"entstehen".

von Michael K. (charles_b)


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Jens Martin schrieb:
> Hallo, als Hobbyphysiker möchte ich dann auch meine Meinung kundtun.
>
> Michael K-punkt schrieb:
>> Das meinte ich, weil eben die umgangsprachliche Zitierweise die ist,
>> dass WEGEN der RT gilt c=const.
>
> Das ist meines Wissens so nicht ganz richtig. c ist medienabhängig und
> schwankt extrem.


1. Schön, dass sich alles im Kreise dreht. Bitte den ganzen Satz lesen 
und nicht bei c=const. wie ein getretener Hund reagieren.

2. c wird gerne auch für die Vakuumlichtgeschwindigkeit hergenommen, da 
schankt dann gar nix.

3. "schwankt" suggeriert, dass es auch mal mehr als c sein könnte.

> Wenn eine elektromagnetische Welle sich im Medium "leerer Raum" bewegt
> kann man eine Fortpflanzungsgeschwindigkeit messen die mit dem
> Formelzeichen "c" abgekürzt wird und immer gleich ist. Das ist aber auch
> in allen anderen Medien der Fall. Ebenso bei z.B. Schallwellen.

Hab noch nie was von Schallwellen im "leeren Raum" gehört. Wirklich 
nicht.

> Der leere Raum ist im übrigen alles andere als "leer". Schlichter
> Beweis: Planeten die um die Sonne kreisen, irgendwas muss Sie ja
> festhalten.

Tja, was hält die Planeten auf ihren Bahnen um die Sonne? Eine wahrhaft 
ungeklärte Frage. Und: Was macht die Sonne übrigens in der Nacht?

> Leer ist er für die menschliche Wahrnehmung, also ein eher
> anthropologisches Forschungsgebiet.

Da sag ich jetzt mal gar nix dazu.

von Karl H. (kbuchegg)


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Jens Martin schrieb:
> Hallo, als Hobbyphysiker möchte ich dann auch meine Meinung kundtun.
>
> Michael K-punkt schrieb:
>> Das meinte ich, weil eben die umgangsprachliche Zitierweise die ist,
>> dass WEGEN der RT gilt c=const.
>
> Das ist meines Wissens so nicht ganz richtig. c ist medienabhängig und
> schwankt extrem.


Na ja. Jetzt wirds aber spitzfindig.

Mit c ist immer die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum gemeint.

Und ja, auch das Vakuum ist nicht wirklich leer. In jedem Kubikmeter 
Vakuum im Sonnensystem finden sich auch ein paar Elektronen, Protonen, 
ja sogar Atome.

Lass uns hier jetzt nicht spitzfindig werden. In diesem Zusammenhang ist 
c immer die LG im Vakuum. Und zwar im idealen Vakuum.

von Michael K. (charles_b)


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Karl Heinz Buchegger schrieb:
> Jens Martin schrieb:
>> Hallo, als Hobbyphysiker möchte ich dann auch meine Meinung kundtun.
>>
>> Michael K-punkt schrieb:
>>> Das meinte ich, weil eben die umgangsprachliche Zitierweise die ist,
>>> dass WEGEN der RT gilt c=const.
>>
>> Das ist meines Wissens so nicht ganz richtig. c ist medienabhängig und
>> schwankt extrem.
>
>
> Na ja. Jetzt wirds aber spitzfindig.
>
> Mit c ist immer die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum gemeint.
>
> Und ja, auch das Vakuum ist nicht wirklich leer. In jedem Kubikmeter
> Vakuum im Sonnensystem finden sich auch ein paar Elektronen, Protonen,
> ja sogar Atome.
>
> Lass uns hier jetzt nicht spitzfindig werden. In diesem Zusammenhang ist
> c immer die LG im Vakuum. Und zwar im idealen Vakuum.

...nicht die Neutrinos zu vergessen!

im übrigen soll das Vakuum am LHC besser sein als im Weltraum...

von Tim S. (maxxie)


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Jens Martin schrieb:
> Das ist aber auch
> in allen anderen Medien der Fall. Ebenso bei z.B. Schallwellen.

Ich hoffe, das meinst du nicht ernst. Den Äther, also das "Lichtmedium" 
haben wir denke ich schon ein paar Jahre hinter uns.

Ein Lichtquant, dass eine Materieanhäufung durchquert, ohne durch 
quantenmechanische Effekte mit diesem zu wechselwirken wird mit der 
durch c erwarteten Geschwindigkeit aus dem Material wieder austreten. In 
der Menge jedoch folgt die Wechselwirkung und die dadurch entstehenden 
(statistischen) Latenzen.

Niemand würde behaupten bei "glow in the dark" Stickern würde die 
Lichtgeschwindigkeit auf nm/sekunde reduziert werden, oder? Und dennoch 
tritt das Licht hier viel später wieder dort aus.

von Karl H. (kbuchegg)


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Michael K-punkt schrieb:

> im übrigen soll das Vakuum am LHC besser sein als im Weltraum...

Das hätten sie gerne :-)

von Michael K. (charles_b)


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Karl Heinz Buchegger schrieb:
> Michael K-punkt schrieb:
>
>> im übrigen soll das Vakuum am LHC besser sein als im Weltraum...
>
> Das hätten sie gerne :-)

http://www.lhc-facts.ch/index.php?page=vakuum

...zumindest führen sie die Mondoberfläche an. Wie sie darauf kommen, 
weiß ich nicht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vakuum#Vakuum_des_Weltraums

Ok, im interplanetaren Raum sieht es noch mal deutlich "leerer" aus.

Was mich aber wunder ist, dass man beim LHC keine Kryopumpen einsetzt.

von Karl H. (kbuchegg)


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Michael K-punkt schrieb:
> Karl Heinz Buchegger schrieb:
>> Michael K-punkt schrieb:
>>
>>> im übrigen soll das Vakuum am LHC besser sein als im Weltraum...
>>
>> Das hätten sie gerne :-)
>
> http://www.lhc-facts.ch/index.php?page=vakuum
>
> ...zumindest führen sie die Mondoberfläche an. Wie sie darauf kommen,
> weiß ich nicht.

Der Mond hat eine 'Atmosphäre'.
Ok, der Begriff als solcher nicht besonders sinnvoll im Zusammenhang mit 
dem Mond. Tatsache ist aber, dass der Mond über eine, wenn auch extrem 
dünne, Umgebung aus Gasen verfügt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mond#Atmosph.C3.A4re

> Was mich aber wunder ist, dass man beim LHC keine Kryopumpen einsetzt.

Na ja. In einem 27 Kilometer Ring auch noch die letzten paar 
Hunderttausend Atome/Moleküle einzufangen ist dann nicht so einfach.

von Icke ®. (49636b65)


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Karl Heinz Buchegger schrieb:
> Mein persönlicher Favorit ist auch ein anderer:
> So wie es Teilchen möglich ist, eine eigentlich zu hohe Energiebarriere
> zu durchtunneln, gibt es vielleicht eine Art Tunneleffekt, mit dem
> Teilchen die Lichtbarriere durchtunneln können.

Danke für den Hoffnungsschimmer. Vielleicht können wir ja doch eines 
Tages mit dem WARP-Antrieb dorthin reisen, wo noch nie ein Mensch zuvor 
gewesen ist ;-)

> Damit das aber eine Chance in der Theorie hat, müsste es gelingen RT und
> QT zu vereinen. Etwas von dem keiner weiß, wie das gehen könnte. Und im
> Moment gibt es auch keine experimentellen Belege, dass es so etwas wie
> Durchtunneln der Lichtmauer geben könnte.

Es ist gerade mal ~100 Jahre her, daß sich die bis dato angenommene 
Unteilbarkeit des Atoms in Elementarteilchen auflöste. Inzwischen wurde 
eine Vielzahl weiterer Teilchen entdeckt und wir (meinen zu) wissen, daß 
das Universum eigentlich aus Quark besteht. Warum sind wir so viel 
schlauer als die bestimmt nicht blöden Wissenschaftler vor 100 Jahren? 
Weil uns eine ungleich höher entwickelte Technologie zur Verfügung 
steht, die solche Entdeckungen bzw. praktische Verifizierung 
theoretischer Modelle überhaupt erst möglich macht. In den nächsten 100 
Jahren wird sich die Technologie um weitere Größenordnungen entwickeln. 
Weiß der Geier, welche Erkenntnisse dann zutage treten. Sofern sich die 
Menschheit nicht vorher selbst eliminiert oder in die Steinzeit 
zurückgebombt hat, versteht sich.

@topic
Resümee: Wenn ich das richtig verstanden habe, bringt uns die 
Adelaidesche Rechenkunst dem WARP nicht näher. Da müssen wir wohl auf 
Zefram Cochrane warten, der in 18 Jahren geboren werden wird...

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