MINT-Fach studieren = Todesurteil?

OP #2899976
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Hallo zusammen!

Ich hatte ja in einem Thread über mein Interesse an einem E-Tech-Studium 
geredet.

Wenn ich mich jetzt so durch das Forum klicke fällt mir auf, dass es 
sehr viele negative Meinungen zu diesem Beruf gibt. Zitat:"Ingenieure 
sind nichts anderes als die Spielebälle der Firmen, Sklaven und werden 
sobald sie nicht mehr gebraucht werden, vor die Tür gesetzt." Ist das 
nicht etwas übertrieben, oder wirklich schon Realität? oO
Ich kenne einen E-Ing, der in der Verwaltung arbeitet, nen sicheren Job 
seit 20 Jahren hat und eine Menge verdient. Ist das eine Ausnahme? Es 
klingt ja fast schon wie ein Todesurteil zu studieren, erst recht was 
mit MINT?

Was sollen denn Facharbeiter sagen? Da verdienen doch die wenigsten so 
viel wie ein Ingenieur?!?! Kommt es letztendlich nicht auf den 
Charakter/ die Abschlussnote/ das Auftreten an, wo man letztendlich 
landet?

Ich könnte genauso Medizin studieren, würde mich auch interessieren, 
aber der ING-Beruf reizt mich mehr, da ich viel mit Mathe und Physik 
mache und vor allem die Arbeitszeiten humaner sind... aber wenn der 
Beruf so schlimm sein soll....
Gast #2899986
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Wird euch das nicht selber langsam langweilig? Die ewige Leier über die 
armen geknechteten Ings?

Ich frage mich echt, was sind das für Waschlappen, die hier im Forum 
ernsthaft Hilfe bei der Berufswahl erwarten.
Gast #2899987
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Solche Foren haben (leier) auch immer einen gewissen negativen Bias. Wer 
treibt sich denn in einem Forum "Beruf/Ausbildung" herum? Richtig, 
Schüler, Studenten, Arbeitslose, Angestellte die vor haben zu wechseln. 
Kurz alle die sich beruflich verändern wollen.

Aber warum sollte ein erfolgreicher E-Techniker wie dein Bekannter hier 
seine Freizeit verbringen?
Gast #2899994
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Mach Arzt.

Die jammern auch rum, haben aber die Taschen voll Geld und man kann sich 
später selbständig machen (die einzige Art in Deutschland an Kohle zu 
gelangen).

Außerdem ist das Gesellschaftliche Ansehen bei Ärzten viel besser und 
wenn du die Frau fürs Leben noch nicht gefunden hast wird dir das auch 
viel leichter fallen als als Ing.
Gast #2899998
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@max, studiere was dich interessiert und dir Spaß macht. Das Leben ist 
zu kurz um sich von solchen Leuten herunter ziehen zu lassen.

Wenn du wissen willst wie der Beruf wirklich ist dann rede mit ein paar 
Leuten die in dem Beruf arbeiten, z.B. dein Bekannter. Und der kennt 
sicher noch ein paar andere mit denen er dich in Verbindung setzen kann. 
(2. Meinung einholen).

Aber nicht hier, hier kann jeder alles schreiben. Und die einzig gültige 
Anstellung als Ingenieur ist Eierschaukeln im Konzern, egal wie das 
Arbeitsklima ist, ob du in einem Großraumbüro sitzt oder dich jeden Tag 
fragst was du eigentlich mit deinem Leben machst. Weil Arbeiten gehört 
ja nicht zum Leben, das macht man wie Schlafen. Und natürlich musst du 
ein Haus bauen/kaufen, sonst bist du auch der größte Looser. Ach ja und 
rießengroß muss es natürlich auch sein. Ok, jetzt bin ich fertig ;-)
OP #2900005
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Martin schrieb:

> Wenn du wissen willst wie der Beruf wirklich ist dann rede mit ein paar
> Leuten die in dem Beruf arbeiten, z.B. dein Bekannter. Und der kennt
> sicher noch ein paar andere mit denen er dich in Verbindung setzen kann.
> (2. Meinung einholen).

Tu ich wie ein Wilder. Nur auch hier wieder geteilte Meinungen. Der 
Bekannte meinte, nur weil man E-Tech studiert hat, heißt das nicht auch 
einer zu werden, er selbst arbeitet ja in der Verwaltung. Ein anderer 
E-Ing ist Mathenachhhilfelehrer an meiner Schule und meinte, er fand das 
Studium ätzend, weil es einfach schlecht aufbereitet war und überhaupt 
nicht praxisnah ist.

Dann wieder bei den Ärzten. Spricht man mit einem Chefarzt, sagt der 
natürlich, es ist ein klasse Beruf, ich hätte große Chancen und solle in 
dieses Studium einsteigen (zu viele Frauen, wenig Männer). Der Hausarzt 
sagt, es ist schon eine harte Sache und man wird nicht sehr gut bezahlt. 
Mein Eltern raten mir auch, nicht Arzt zu werden, zu hoch sei die 
psychologische Belastung, zu lang die Arbeitszeiten.

Man ist als Schüler einfach orientierungslos und fragt deswegen auch in 
Foren rum, wie manche ihren Beruf empfinden. Man steht zwischen 
tausenden Meinungen und weiß selbst nicht mehr wohin.
Gast #2900008
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Max Nit schrieb:
> Der
> Bekannte meinte, nur weil man E-Tech studiert hat, heißt das nicht auch
> einer zu werden, er selbst arbeitet ja in der Verwaltung.

Höchstwahrscheinlich ein 3.x er Diplom bei 25 Semester Studiendauer. 
Auch wenn die Leute an sich auch etwas drauf hätten schaffen es solche 
Lebensläufe selten durch den Aussortierungsprozess in der 
Personalabteilung.
Gast #2900010
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Max Nit schrieb:
> Wenn ich mich jetzt so durch das Forum klicke fällt mir auf, dass es
> sehr viele negative Meinungen zu diesem Beruf gibt. Zitat:"Ingenieure
> sind nichts anderes als die Spielebälle der Firmen, Sklaven und werden
> sobald sie nicht mehr gebraucht werden, vor die Tür gesetzt." Ist das
> nicht etwas übertrieben, oder wirklich schon Realität? oO

Es ist in einigen Bereichen Realität. Besonders dort, wo sich massiv 
Leiharbeit in all ihren Formen durchgesetzt hat.

Nur so als Beispiel, wie schlecht der Beruf mittlerweile angesehen ist. 
Wenn 13000 Schlecker-Verkäuferinnen ihren Job verlieren, machen Medien 
ein Jahr lang immer wieder einen einen Riesen-Aufstand. 
Schlecker-Verkäuferinnen sind offensichtlich systemrelevant.

Wenn mal wieder irgendwo bei der Telekom, Siemens, Nokia-Siemens, 
Alcatel-Lucent, AMD, Opel, Philips, usw. 5000 oder 10000 Ingenieure 
gefeuert werden, dann geht das den Medien völlig am Arsch vorbei. 
Ingenieure stehen in unserer Gesellschaft noch unter Toilettenpapier- 
und Putzmittel-Verkäuferinnen.

Dieser niedrigen Stellung der Ingenieure in der Gesellschaft ermöglicht 
es in einigen Bereichen mit uns umzugehen als seien wir der letzte 
Dreck.


> Ich kenne einen E-Ing, der in der Verwaltung arbeitet, nen sicheren Job
> seit 20 Jahren hat und eine Menge verdient.

Beamtenlaufbahn und frei Wirtschaft sind zwei ganz unterschiedliche 
Dinge. Als Beamter kannst du nach eigenem Ermessen deine Arbeitsleistung 
einstellen, was sich spätestens beim Laufbahnende anbietet. Solange du 
dann keine silbernen Löffel klaust, wirst du weiter versorgt.

> klingt ja fast schon wie ein Todesurteil zu studieren, erst recht was
> mit MINT?

MINT wird gehyped, um noch weiter die Preise zu drücken. Es gibt keinen 
Ingenieurmangel in Deutschland (was man an den nicht steigenden 
Gehältern sieht). Die Industrie ist seit Jahren mit Lobbyverbänden wie 
der BITKOM, ZWEI oder dem unterwanderten VDI emsig bemüht, einen 
Ingenieurmangel herbeizureden.

Als Beispiel, der VDI berechnet seine Ingenierbedarfszahlen wie folgt: 
Bei der Arbeitsagentur gemeldete offene Ingenieursstellen multipliziert 
mit sieben. Kein Witz, es wird einfach mit sieben multipliziert, damit 
die Zahl schön groß wird.

Auf der anderen Seite stehen mehrere 10000 arbeitslose Ingenieure. 
Angeblich alle zu alt oder zu doof.

> Was sollen denn Facharbeiter sagen? Da verdienen doch die wenigsten so
> viel wie ein Ingenieur?!?!

Falsch. Ein Arbeiter am Band eines Automoblikonzerns, ein 
Industriemechaniker in der Kraftwerksrevision, usw., ein 
Industriemeister sowieso, verdient ähnlich viel oder mehr. Noch dazu hat 
er mit dem Verdienen wesentlich früher angefangen als der Ingenieur.

> Kommt es letztendlich nicht auf den
> Charakter/ die Abschlussnote/ das Auftreten an, wo man letztendlich
> landet?

Es kommt sehr viel auf Glück und Beziehungen an. Dazu etwas auf Können. 
Und natürlich die Softskills.

> Ich könnte genauso Medizin studieren,

Auch nicht einfach und der gemeine Mediziner verdient auch nicht viel. 
In den Medien tauchen immer nur die wenigen Ausnahmen auf, die Chefärzte 
mit der dicken Privatklinik.
#2900011
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Max Nit schrieb:
> Wenn ich mich jetzt so durch das Forum klicke fällt mir auf, dass es
> sehr viele negative Meinungen zu diesem Beruf gibt. Zitat:"Ingenieure
> sind nichts anderes als die Spielebälle der Firmen, Sklaven und werden
> sobald sie nicht mehr gebraucht werden, vor die Tür gesetzt." Ist das
> nicht etwas übertrieben, oder wirklich schon Realität? oO

Das sind nur unsere gescheiterten Existenzen.

Heulsusen, Jammerlappen, Berufsharzer, Neosozialisten und Dummschwätzer.

Einfach ignorieren.
OP #2900036
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Ulrich S. schrieb:

> Wenn es dich wirklich interessiert (und nicht nur interessant klingt)
> dann mach es und ignoriere die Jammerlappen.
>
> E-Tech bedeutet aber auch eine Menge Mathe. Darüber sollte man sich im
> klaren sein.

Na klar, ich hab mir die Studieninhalte schon genau angeguckt, mit Mathe 
komm ich schon klar, macht natürlich viel Arbeit und ist abstrakt, aber 
ich kapiere selbst solche Sachen wie Laplace-Transformation etc...
Gast #2900037
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@Max,

mal ehrlich, was erwartest du, abgesehen von einem unterhaltsamen 
Samstag vormittag, von diesem Thread?

Die absolute Wahrheit über deinen Berufsweg?

Wenn du dir so unsicher bist, laß die Finger vom Studieren. Alleine der 
Threadtitel "Mint-Fach = Todesurteil" zeigt, daß du nicht genug 
Durchhaltevermögen für ein Studium haben wirst. Bei der ersten 
Schwierigkeit im Studium wirst du hier aufschlagen und jammern, daß du 
das falsche Fach gewählt hast.
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