Wie kann ich einen Chip (möchlichst unbeschadet) aus einem Plastik Dip
Gehäuse herausbringen?
Mit roher Gewalt hat es nicht funktioniert.
Hatte eher an eine Säure gedacht, mit der ich das Gehäuse auflöse.
Der Sinn des ganzen ist es , ein paar Chips in einem Transperenten 2K
Harz als Schlüsselanhänger zu vergiesen. Die Chips brauchen
!!!nicht!!! mehr zu funktionieren.
Im Dankeschön voraus
Verbrennen. Das funktioniert erstaunlich gut, lohnt aber erst bei recht
großen Chips (wie man sie in irgendwelchen Flatpacks findet).
Habe ich vor Äonen mal mit 'nem simplen Kachelofen beim Heizen
ausprobiert; die Verbrennungstemperatur von Braunkohle genügt. Der Chip
Carrier (dünnes Metallblech, aus dem auch die Beinchen sind), verglüht
bei dieser Temperatur und der darauf geklebte Chip löst sich von ihm.
Die Gefahr des Schmelzens des Chips selbst besteht bei so niedrigen
Temperaturen nicht.
Einfacher ist es vermutlich, Chips aus nicht vollständig vergossenen
Gehäusen zu extrahieren - da eignen sich vor allem EPROMs. Die öffnen
sich recht leicht mit einem Schraubenzieher, der auf die Vergussmasse
zwischen den Gehäuseschalen gesetzt wird und mit einem leichten
Hammerschlag beglückt wird.
Nun muss nur noch geklärt werden, wie der Chip zerstörungsfrei vom
Trägerblech gelöst wird ...
früher haben wir die fein säuberlich abgeschliffen. Dürfte wegen der
stetig abnehmenden Dicke problematisch sein - zumindest je nach
Equipment.
Viele Grüße
Olaf
prinzipiell könnte man sich solch einen wafer kaufen und dann einzelne
chips oder auch kleinere blöcke mit einem glasschneider
herausschneiden. evtl brechen sie aber auch von allein in den
sägegräben. laut murphy tun sie das jedoch nie wenn mans braucht :)
n paar kleinere stücke kann ich dir auch schicken, hab davon noch
eniges herumliegen
Frag mal bei IBM nach. Da kriegt man sowas bei
Informationsveranstaltungen oft geschenkt. Mal sind's PowerPCs, mal
ZSeries. Hat gegenüber dem Die von irgendeinem AVR Tiny immerhin den
Vorzug, das es nicht bloss wie ein Fliegenschiss aussieht.
Habe selbst nämlich soviel "unbrauchbare" IC's herumliegen, das mir
die Idee geschossen ist. Wäre für meine Nichte. Die interesiert sich
für Chips und Co.
Also mit Säure wäre das nicht zu machen, oder?
Ich werds mal mit einem Burn out versuchen.
Ich habe das auch mit dem Bunsenbrenner erledigt. Muss man aber
unbedingt im Freien machen, denn es qualmt und stinkt gewaltig und ich
vermute fast, diese Gase sind nicht sehr gesund!!!
Es gibt dabei unterschiedlich gute Resultate. Aus manchen Gehäusen kann
man den Die praktisch unbeschädigt herausschälen, in anderen Fällen
bleibt hartnäckig was auf der Chipoberfläche haften.
Besser für solche Chip-Demos eignen sich alte PGA-Keramikgehäuse mit
Metalldeckel (80x86-Prozessoren). Da schneiden man über eine Ecke
vorsichtig einen Schlitz in den Metalldeckel und klemmt dann einen
Schraubenzieher rein (vorsichtig und nicht mehr als ca. 1mm, sonst
zerkratzt man den Chip oder fegt die Bonddrähte weg). Normalerweise
kann man dann den ganzen Deckel absprengen und darunter liegt der
grosse Chip mit allen Bonddrähten in vergoldeter Umgebung - sieht echt
toll aus! Die Kunst ist nun, das ganze ohne Luftblasen zu vergiessen
(habe ich nie gemacht)
@rayelec
Noch einfacher ist es einfach solche Prozessoren zu nehmen, welche gar
keinen Deckel haben. Ich hatte mal einen Controller in der Hand,
welcher auf einen alten Intel Processor basierte. Die haben nur ein
stück Plastik oben draufgehabt, welches mit Tesafilm befestigt war :-)
sowas ist aber wohl kaum serienmässig entstanden. das gehäuse soll ja
den die vor umwelteinflüssen schützen. deshalb muss es schon hermetisch
dicht sein, sonst nützt es ja nix
mach aber vorsichtig mit den bonddrähten, die sind absolute
fingermagnete! da reicht schon leichtes dranstupsen und der is ab.
wieder dran bekommste den ohne entsprechende maschine nich mehr
Den Link den Profi genannt hatte, hab ich zwar nur kurz überflogen, aber
da steht auch Salpetersäure, nicht Schwefelsäure. Und die ist heiß und
rauchend...rauchend aber von der Konzentration nicht von der Hitze!
Nicht dass einer auf die Idee kommt 10%-ige NHO3-Lösung zu nehmen und
die so heiß zu machen dass sie raucht. Sollte so >65% haben. Schwer zu
bekommen. Absolute Vorsicht geboten!
@Berti
wo bekommt man denn so ein zeugs her?
kann ich da ins nächste Uni-Labor rennen und jemanden bitten, meinen
chip zu extrahieren mit dem rauchenden Zeugs?
Och hier fehlt echt ne Edit-Funktion.
Also sehe gerade, dass rauchende Salpetersäure mit B gekennzeichnet
ist, also für Privatanwender nicht zu bestellen. Vielleicht hilft Dir
auch ne Apotheke, kannte früher mal einen der hatte mich als Schüler
immer Unterstützt bei meinen gefährlichen Experimenten :)
Allerdings haben die gepfefferte Preise, weil meist reine und nicht
technische Chemikalien, welche hier voll ausreichend wären, da verkauft
werden.
>sowas ist aber wohl kaum serienmässig entstanden. das gehäuse soll ja
den die vor umwelteinflüssen schützen. deshalb muss es schon hermetisch
dicht sein, sonst nützt es ja nix
Nackte Chips gibt es wirklich. Ich hab neulich einen durchaus
serienmäßigen älteren Taschenrechner auseinandergenommen, auf der
Rechnerplatine war der Chip nackt aufgeklebt und mit der Platine
verbondet. Es gab lediglich einen kleinen Plastikdeckel, der schloß
aber keinesfalls hermetisch ab und sich auch leicht entfernen.
MfG Olaf
Ich war in einem Institut, die haben diesen Chip selber entwickelt.
Die haben sich sogar einen recht günstigen Preis pro Chip ausgerechnet,
deshalb muss die Stückzahl schon recht hoch gewesen sein.
http://www.offis.de/hs/DesCem.php
Ich habe dort Praktikum gemacht und konnte selber so ein Teil
Fotografieren. Das Foto muss ich irgendwo haben. Das ist noch etwas
hochauflösender, aber irgendwie ist der Kontrast auf dem Chip an sich
nicht so gut geworden.
Wie wäre es, wenn Du Schaltungstechnik- oder Mikroelektroniklehrstühle
anschreibst? Die haben blanke Dies von irgendwelchen Prototypen
säckeweise im Schrank und schenken Dir bestimmt welche; würde das
panschen mit Säure oder Verbrennen sparen.
Paul hat mal wieder ganz recht. Trotzdem Leichenfledderei, diesen Thread
wieder auszugraben. Aber für alle, die's nochmal wissen wollen: Das mit
der Säure ist für privat nicht praktikabel, weil nicht beschaffbar und
ohne Abzug etc. saugefährlich. Im Freien in der Brennerflamme abrösten,
und danach in kaltes Wasser geben, soll gehen. Alternativ in DMSO
zerkochen und dann das Gehäuse auseinanderbröseln. Ist nicht ganz so
eklig wie die Säure, dennoch nicht ungefährlich, wenn weit über 100 Grad
heiß.
Schlüssenmeister schrieb:> Mit roher Gewalt hat es nicht funktioniert.
Auch wenn der Beitrag alt ist, ich habe mir früher mal eine ganze
Sammlung von Chips angelegt.
Einfach den Maikäfer mit dem Gesicht nach oben in den Schraubstock
gespannt und langsam zudrehen. Ergab nur etwa 5% Verlust....
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das Gehäuse das (den? ) Die fast
wie von selbst freigibt , indem es zerbröselt. Habe aber keine heisse
Bunsenbrennerflamme verwendet, sondern eine "normale" Flamme (ca. 600
Grad). Problem: Die Bonddrähte sind Schrott und bei manchen Chips ist
irgendeine Art Schutzlack auf dem Die, der sich unansehnlich schwarz
färbt und sehr hartnächig ist.
In Kolophonium kochen hab ich auch mal probiert. Das geht gut, ist aber
ne Sauerei. Das Reagenzglas bekommt man hinterher nie wieder sauber.
Vom die bekommt man das Kolophonium hinterher mit Aceton runter.
Viel Erfolg!
Nimm Flusssäure. Die frisst alles weg. In der "Datenschleuder" (die
Zeitschrift des CCC, kostenlos als PDF erhältlich) wurde in irgendeiner
Ausgabe relativ anschaulich erklärt, wie ein Chip einer Chipkarte ohne
großartige Beschädigung zwecks Analyse der auf dem ROM befindlichen
Daten freigelegt wurde. Vielleicht hilft Dir das weiter. Den Artikel zu
finden würde mir jetzt gerade jedenfalls zu viel Zeit rauben. Einfach
mal nach der Datenschleuder suchen.
Kermit schrieb:> Nimm Flusssäure.
Ist ja auch garagentauglich, bloss ein bisschen ätzend und giftig, kein
Grund zur Sorge.
Ne Ne. Kolophonium ist schon gut.
> Einfach> mal nach der Datenschleuder suchen.
Ist oben verlinkt.
Mit Flusssäure sollte man ohne komplette Schutzausrüstung und ohne die
nötige Fachkompetenz nichts zu tun haben wollen...Das Zeug ist die
Hölle. Ist für Privatleute zum Glück so gut wie nicht beschaffbar.
Hallo,
bitte lass von der Flusssäure unbedingt die Finger (im wahrsten
Wortsinn) weg.
Das Zeug hat es wirklich "in sich", lies dir mal die
Sicherheitsdatenblätter oder auch nur einen Wikipediaartikel durch.
Dagegen ist Wasserstoffperoxyd, rauchende Säuren, Acteon usw. nur
Tafelwasser obwohl ich auch schon mit rauchender Säure nicht zu tun
haben möchte.
mfg
Praktiker
"Eine handtellergroße Verätzung durch 40-%-ige Flusssäure ist in aller
Regel durch resorptive Giftwirkung tödlich. Besonders gefährlich ist,
dass ein warnender Schmerz oft erst mit einer Verzögerung von mehreren
Stunden auftritt. Schmerzstillende Mittel, selbst Betäubungsmittel wie
Morphin und Fentanyl, sind hierbei fast wirkungslos."
Fazit: NICHT benutzen.