Leo-andres H. schrieb:
> Brückenhälfte 1 bekommt ein PWM-Signal, Brückenhälfte 2 wird fest auf
> Low- oder High-Pegel gelegt.
Genau. Und mit der Brückenhälfte 2 legst du die Drehrichtung fest.
> Mit der 2. Hälfte lässt sich jetzt vorgeben ob der Motor beim Bremsen
> die erzeugte Spannung wieder in die Versorgung zurückspeist
1. Denkfehler: Der Motor kann beim Bremsen nichts in die Versorgung
zurückspeisen, da die Generatorspannung beim sinkender Drehzahl nicht
höher als die Versorgungsspannung werden kann.
Dennoch ist es prinzipiell möglich, den Motor elektrisch ungebremst
auslaufen lassen. Dazu müsstest du alle vier H-Brücken-Mosfets sperren
können, was aber nach deiner Beschreibung der H-Brücken nicht geht. Du
bräuchtest pro H-Brücke mindestens noch einen dritten Eingangspin, um
die beiden H-Brückenhälften hochohmig zu schalten. Die meisten
H-Brücken-ICs haben tatsächlich so einen Pin, der meist "Enable" oder
"Disable" heißt.
> oder über die Body-Dioden verheizt.
Die Kurzschlussbremse aktivierst du damit, dass du entweder beide
Highside- oder beide Lowside-Mosfets einschaltest. Der Generatorstrom
fließt dann durch die beiden eingeschalteten Mosfets. Ein Spannungs-
abfall entsteht dabei nur durch den RDSon, nicht durch die Body-Dioden.
Der größte Teil der Energie wird deswegen im Motor selber (wegen seinem
Wicklungswiderstand) verheizt.
> Weil man jetzt beim Umschalten zwischen "heizen oder zurückspeisen"
> leider auch die Drehrichtung des Motors umkehren würde müssen das
> Steuer- und das PWM-Signal die Plätze tauschen.
2. Denkfehler: Beim Bremsen kann sich die Drehrichtung des Motors nicht
ändern, da er nicht aktiv bestromt wird.
> Für die Ansteuerung von zwei Motoren möchte ich nur zwei PWM-Signale +
> 3-4 Steuersignale verwenden.
Das geht ja auch:
PWM -> Eingang Brückenhälfte 1
Richtung -> Eingang Brückenhälfte 2
Freilauf -> Disable-Eingang
Wenn die H-Brücke keinen Disable-Eingang hat, fällt eben der Freilauf
weg. Den kannst du dann aber auch nicht durch das Tauschen von Signal-
leitungen herbeizaubern.