Es könnte doch sein, dass zufällig unter allen Tram-Rädern Laub/Matsch/Eis/wasweißichwas ist. Wenn ich dann die Tram berühre, um einzusteigen, dann bekomme ich den tödlichen Fahrstrom gereicht, weil die Tram keine Erde hat. Wer kann mir erklären, warum das trotzdem nie passiert?
Ich vermute mal da die Spannung so hoch ist und Laub kein guter Isolator ist das der Strom da ruhig durchfließen kann und bei den Tonnen an Gewicht wird sich da auch keine Isolation zwischen rad und Schiene aufbauen...
Andi $nachname schrieb: > Wenn ich dann die Tram berühre, um > einzusteigen, dann bekomme ich den tödlichen Fahrstrom gereicht, Selbst wenn das tatsächlich mal auftreten könnte: Du hättest dann Probleme einzusteigen. Es sei denn die Tram hat keine Türen und du steigst gewohnheitsmässig bei fahrender Tram ein. Denn "aufgebockt" kriegt der Fahrer die Türen nicht auf und kann nicht mehr anfahren. Kein Stromfluss.
Warum sollte eine Straßenbahn Spannung am "Gehäuse" haben? Meinst Du einen Fehlerfall? Dann muss der Fehlerfall und völlige Isolierung zeitgleich zusammen fallen. Die Wahrscheinlichkeit ist (sehr) gering. Ich kenne mich im Straßenbahnbau nicht aus, aber ich glaube nicht, daß die Kabine zum Stromtransport verwendet wird.
Ich denke, die Kabine ist durchaus mit den Fahrgestellen, also "Erdpotential" verbunden. Die Isolation des Gestells wäre vermutlich aufgrunde der hohen Masse besonders schwierig. Außerdem kann dann ein Strom von einem Ende zum nächsten Drehgestell fließen, falls eins mal seinen elektrischen Kontakt vom Gleis verliert. Im Winter wird auf kalten und nassen / eisigen Schinen schonmal beim Anfahren und Bremsen Sand mit Druckluft zwischen Schiene und Rad geblasen. Der sorgt für einen besseren Reibkoeffizienten. Sand ist ja bekanntlich ein recht guter Isolator, aber dennoch ist dieses Verfahren zulässig. Beim genauen Hinsehen ist sogar an den Sandkörnern manchmal etwas Funkenflug zu sehen. Das erkläre ich mir entweder durch die hohe Presskraft eines Rads, sodass durch den Druck eine hohe Temperatur (in Verbindung ggf. mit Reibung) entsteht, oder dass das Rad tatsächlich kurz keinen elektrischen Kontakt zum Gleis hat und ihn dann wiedererlangt. Wobei ja eigentlich bei einem Drehgestell noch drei andere Räder sehr gut elektrisch leitend verbunden sind.
Die Kabine wird leitend mit den Rädern verbunden sein, daher ist das auf sehr theoretischer Basis möglich. Allein, die Ausgangshypothese der vollständigen Isolation ist mehr als nur unrealistisch. Selbst wenn sie zuträfe, bekäme "Andi" natürlich nicht den Fahrstrom "gereicht", sondern nur die Spannung (die ihn natürlich trotzdem umwirft, aber der Strom ist mehrere Größenordnungen geringer) -- und es ist zu bedenken, daß "Andi" nicht mit nassen Füßen auf einem Gleis steht, sondern höchstwahrscheinlich Schuhe anhat und nur auf dem geteerten oder gepflasterten Boden herumsteht. Der Widerstand zwischen "Andi" und Erde ist also ziemlich groß, und bei der doch relativ geringen Betriebsspannung einer Straßenbahn ( < 1 kV) würde also höchstwahrscheinlich nicht viel passieren.
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Der Widerstand zwischen "Andi" und Erde ist also ziemlich groß, und bei > > der doch relativ geringen Betriebsspannung einer Straßenbahn ( < 1 kV) > > würde also höchstwahrscheinlich nicht viel passieren. Wenn mich nicht alles täuscht, fahren in Köln die Strassenbahnen mit 2KV DC Ralph Berres
Kannst ja mal etwas Isolierband auf die Schienen kleben und dann fühlen was passiert. Wenn Du das Ergebnis noch posten kannst hats auf jedenfall nicht isoliert... :-))
Ralph Berres schrieb: > Wenn mich nicht alles täuscht, fahren in Köln die Strassenbahnen mit 2KV > DC Wenn man Wiki glauben darf, sind es 800V. http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahn_K%C3%B6ln#Technik Bei 2kV wäre die Fahrdrahtinstallation wegen der erforderlichen Isolation auch viel aufwendiger.
Icke ®. schrieb: > Wenn man Wiki glauben darf, sind es 800V. Da habe ich mich dann wohl geirrt. Ralph Berres
Kevin K. schrieb: > Im Winter wird auf kalten und nassen / eisigen Schinen schonmal beim > Anfahren und Bremsen Sand mit Druckluft zwischen Schiene und Rad > geblasen. Nix Druckluft, der fällt da einfach runter. ;-) Aber nur vor die ersten Räder, danach ist er zermahlen. Rufus Τ. Firefly schrieb: > Allein, die Ausgangshypothese der > vollständigen Isolation ist mehr als nur unrealistisch. Für sämtliche Fahrgestelle: in der Tat. Aber für einen einzelnen Radsatz kann das durchaus passieren, mit anderweitig fatalen Folgen: http://www.eisenbahn-unfalluntersuchung.de/cln_033/nn_316888/SharedDocs/Publikationen/EUB/DE/Untersuchungsberichte/2008/024__Recklinghausen,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/024_Recklinghausen.pdf
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Selbst wenn sie > zuträfe, bekäme "Andi" natürlich nicht den Fahrstrom "gereicht", sondern > nur die Spannung Natürlich ist die Fahrspannung gemeint (man sagt ja aber auch, dass der "Strom aus der Steckdose kommt", auch wenn im eingemauerten Schweinerüssel erst mal nur eine Spannung ist). > (die ihn natürlich trotzdem umwirft, aber der Strom ist > mehrere Größenordnungen geringer) Nun darf ich aber mal zurückklugscheißen: Mann kann nicht die Dimensionen als Vergleich hernehmen, wenn die Einheiten nicht identisch sind!
Andi $nachname schrieb: > Nun darf ich aber mal zurückklugscheißen: Mann kann nicht die > Dimensionen als Vergleich hernehmen, wenn die Einheiten nicht identisch > sind! Nö. Hier ist tatsächlich der durch Dich fließende Strom gemeint, als Resultat der anliegenden Spannung und des Widerstandes, der aus Deinem Innenwiderstand und dem Widerstand von Dir gegen Masse/Erde zusammengesetzt ist. Insofern hast Du danebengeschissen.
Rufus Τ. Firefly schrieb: > Andi $nachname schrieb: >> Nun darf ich aber mal zurückklugscheißen: Mann kann nicht die >> Dimensionen als Vergleich hernehmen, wenn die Einheiten nicht identisch >> sind! > > Nö. Hier ist tatsächlich der durch Dich fließende Strom gemeint, Und was meinst du mit "aber der Strom ist mehrere Größenordnungen geringer"? Im Vergleich zu was?
Im Vergleich zum Fahrstrom ...
Hallo Freunde der Bim So unwahrscheilnich wie hier vermutet ist das Problem Isolation wohl nicht, denn in der DV ist geregelt, was der Bimfahrer im Falle der Isolation (z.B. Entgleisung o.Ä.) zu tun hat und zwar bevor er die Türen freigibt, was auch dann möglich ist. Zu allen Nöten ließen sich die Türantriebe entkuppeln und händisch öffnen. Das aber ist nur selten nötig, wenn nicht gerade der Türantrieb defekt ist. Als erste Maßnahme ist der Bügel abzuziehen (früher immer per Seil vorn rechts im Führerstand) heute mit Hilfsenergie oder im worstcase mit ebenfalls mit Seil. Ich müsste allerdings meinen Bruder (Bimmelfahrer in B.) fragen wo das bei den modernen Wagen versteckt ist. Zum Sanden: Da gibt es beide Methoden Freifall und druckluftunterstützt, je nach Fahrzeugtyp. Namaste
Also die meisten Straßenbahnen haben Akkus, die das Licht und die Türantriebe eine ganze Weile versorgen können. Manche Bahnen können sogar kurze Strecken aus den Akkus fahren (Waschfahrten zB.). Und wenn eine Straßenbahn völlig isoliert steht möchte ich da auch nicht anfassen solange der Stromabnehmer am Fahrdraht ist. Da werden schon ein paar mA fließen wollen auch wenn die Bahn nicht fährt. Ich könnte mir aber vorstellen, daß der Hauptschalter abfällt wenn der Verlust der Erdung erkannt wird (Spannung zwischen Stromabnehmer und Drehgestellen außerhalb der Toleranz). Das würde die Bahn von der Fahrdrahtspannung trennen und man kann sie problemlos anfassen.
Die "Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen" ( BoStrab ) bzw. die VDE 0115 liess ( zumindest früher mal ) zu, dass die Spannung zwischen Fahrschienen und "Erde" relativ gross sein darf: 90 V !!!
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