Forum: Offtopic Wo hat eine Tram ihren Schutzleiter gegen Spannungen am "Gehäuse"?


von A. $. (mikronom)


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Es könnte doch sein, dass zufällig unter allen Tram-Rädern 
Laub/Matsch/Eis/wasweißichwas ist. Wenn ich dann die Tram berühre, um 
einzusteigen, dann bekomme ich den tödlichen Fahrstrom gereicht, weil 
die Tram keine Erde hat.

Wer kann mir erklären, warum das trotzdem nie passiert?

von Michael P. (mpl)


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Ich vermute mal da die Spannung so hoch ist und Laub kein guter Isolator 
ist das der Strom da ruhig durchfließen kann und bei den Tonnen an 
Gewicht wird sich da auch keine Isolation zwischen rad und Schiene 
aufbauen...

von (prx) A. K. (prx)


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Andi $nachname schrieb:
> Wenn ich dann die Tram berühre, um
> einzusteigen, dann bekomme ich den tödlichen Fahrstrom gereicht,

Selbst wenn das tatsächlich mal auftreten könnte: Du hättest dann 
Probleme einzusteigen. Es sei denn die Tram hat keine Türen und du 
steigst gewohnheitsmässig bei fahrender Tram ein. Denn "aufgebockt" 
kriegt der Fahrer die Türen nicht auf und kann nicht mehr anfahren. Kein 
Stromfluss.

von Korax K. (korax)


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Warum sollte eine Straßenbahn Spannung am "Gehäuse" haben? Meinst Du 
einen Fehlerfall? Dann muss der Fehlerfall und völlige Isolierung 
zeitgleich zusammen fallen. Die Wahrscheinlichkeit ist (sehr) gering.
Ich kenne mich im Straßenbahnbau nicht aus, aber ich glaube nicht, daß 
die Kabine zum Stromtransport verwendet wird.

von Kevin K. (nemon) Benutzerseite


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Ich denke, die Kabine ist durchaus mit den Fahrgestellen, also 
"Erdpotential" verbunden. Die Isolation des Gestells wäre vermutlich 
aufgrunde der hohen Masse besonders schwierig. Außerdem kann dann ein 
Strom von einem Ende zum nächsten Drehgestell fließen, falls eins mal 
seinen elektrischen Kontakt vom Gleis verliert.
Im Winter wird auf kalten und nassen / eisigen Schinen schonmal beim 
Anfahren und Bremsen Sand mit Druckluft zwischen Schiene und Rad 
geblasen. Der sorgt für einen besseren Reibkoeffizienten. Sand ist ja 
bekanntlich ein recht guter Isolator, aber dennoch ist dieses Verfahren 
zulässig. Beim genauen Hinsehen ist sogar an den Sandkörnern manchmal 
etwas Funkenflug zu sehen. Das erkläre ich mir entweder durch die hohe 
Presskraft eines Rads, sodass durch den Druck eine hohe Temperatur (in 
Verbindung ggf. mit Reibung) entsteht, oder dass das Rad tatsächlich 
kurz keinen elektrischen Kontakt zum Gleis hat und ihn dann 
wiedererlangt. Wobei ja eigentlich bei einem Drehgestell noch drei 
andere Räder sehr gut elektrisch leitend verbunden sind.

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Die Kabine wird leitend mit den Rädern verbunden sein, daher ist das auf 
sehr theoretischer Basis möglich. Allein, die Ausgangshypothese der 
vollständigen Isolation ist mehr als nur unrealistisch. Selbst wenn sie 
zuträfe, bekäme "Andi" natürlich nicht den Fahrstrom "gereicht", sondern 
nur die Spannung (die ihn natürlich trotzdem umwirft, aber der Strom ist 
mehrere Größenordnungen geringer) -- und es ist zu bedenken, daß "Andi" 
nicht mit nassen Füßen auf einem Gleis steht, sondern 
höchstwahrscheinlich Schuhe anhat und nur auf dem geteerten oder 
gepflasterten Boden herumsteht.

Der Widerstand zwischen "Andi" und Erde ist also ziemlich groß, und bei 
der doch relativ geringen Betriebsspannung einer Straßenbahn ( < 1 kV) 
würde also höchstwahrscheinlich nicht viel passieren.

von Ralph B. (rberres)


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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Der Widerstand zwischen "Andi" und Erde ist also ziemlich groß, und bei
>
> der doch relativ geringen Betriebsspannung einer Straßenbahn ( < 1 kV)
>
> würde also höchstwahrscheinlich nicht viel passieren.

Wenn mich nicht alles täuscht, fahren in Köln die Strassenbahnen mit 2KV 
DC

Ralph Berres

von Stefan M. (derwisch)


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Kannst ja mal etwas Isolierband auf die Schienen kleben und dann fühlen 
was passiert.
Wenn Du das Ergebnis noch posten kannst hats auf jedenfall nicht 
isoliert...
:-))

von Icke ®. (49636b65)


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Ralph Berres schrieb:

> Wenn mich nicht alles täuscht, fahren in Köln die Strassenbahnen mit 2KV
> DC

Wenn man Wiki glauben darf, sind es 800V.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stadtbahn_K%C3%B6ln#Technik

Bei 2kV wäre die Fahrdrahtinstallation wegen der erforderlichen 
Isolation auch viel aufwendiger.

von Ralph B. (rberres)


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Icke ®. schrieb:
> Wenn man Wiki glauben darf, sind es 800V.

Da habe ich mich dann wohl geirrt.

Ralph Berres

von Jörg W. (dl8dtl) (Moderator) Benutzerseite


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Kevin K. schrieb:
> Im Winter wird auf kalten und nassen / eisigen Schinen schonmal beim
> Anfahren und Bremsen Sand mit Druckluft zwischen Schiene und Rad
> geblasen.

Nix Druckluft, der fällt da einfach runter. ;-)  Aber nur vor die
ersten Räder, danach ist er zermahlen.

Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Allein, die Ausgangshypothese der
> vollständigen Isolation ist mehr als nur unrealistisch.

Für sämtliche Fahrgestelle: in der Tat.

Aber für einen einzelnen Radsatz kann das durchaus passieren, mit
anderweitig fatalen Folgen:

http://www.eisenbahn-unfalluntersuchung.de/cln_033/nn_316888/SharedDocs/Publikationen/EUB/DE/Untersuchungsberichte/2008/024__Recklinghausen,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/024_Recklinghausen.pdf

von A. $. (mikronom)


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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Selbst wenn sie
> zuträfe, bekäme "Andi" natürlich nicht den Fahrstrom "gereicht", sondern
> nur die Spannung

Natürlich ist die Fahrspannung gemeint (man sagt ja aber auch, dass der 
"Strom aus der Steckdose kommt", auch wenn im eingemauerten 
Schweinerüssel erst mal nur eine Spannung ist).

> (die ihn natürlich trotzdem umwirft, aber der Strom ist
> mehrere Größenordnungen geringer)

Nun darf ich aber mal zurückklugscheißen: Mann kann nicht die 
Dimensionen als Vergleich hernehmen, wenn die Einheiten nicht identisch 
sind!

von Uhu U. (uhu)


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Andi $nachname schrieb:
> Nun darf ich aber mal zurückklugscheißen

mal?

von Rufus Τ. F. (rufus) Benutzerseite


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Andi $nachname schrieb:
> Nun darf ich aber mal zurückklugscheißen: Mann kann nicht die
> Dimensionen als Vergleich hernehmen, wenn die Einheiten nicht identisch
> sind!

Nö. Hier ist tatsächlich der durch Dich fließende Strom gemeint, als 
Resultat der anliegenden Spannung und des Widerstandes, der aus Deinem 
Innenwiderstand und dem Widerstand von Dir gegen Masse/Erde 
zusammengesetzt ist.

Insofern hast Du danebengeschissen.

von A. $. (mikronom)


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Rufus Τ. Firefly schrieb:
> Andi $nachname schrieb:
>> Nun darf ich aber mal zurückklugscheißen: Mann kann nicht die
>> Dimensionen als Vergleich hernehmen, wenn die Einheiten nicht identisch
>> sind!
>
> Nö. Hier ist tatsächlich der durch Dich fließende Strom gemeint,

Und was meinst du mit "aber der Strom ist mehrere Größenordnungen 
geringer"? Im Vergleich zu was?

von Jens G. (jensig)


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Im Vergleich zum Fahrstrom ...

von Winfried J. (Firma: Nisch-Aufzüge) (winne) Benutzerseite


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Hallo Freunde der Bim

So unwahrscheilnich wie hier vermutet ist das Problem Isolation wohl 
nicht, denn in der DV ist geregelt, was der Bimfahrer im Falle der 
Isolation (z.B. Entgleisung o.Ä.) zu tun hat und zwar bevor er die Türen 
freigibt, was auch dann möglich ist. Zu allen Nöten ließen sich die 
Türantriebe entkuppeln und händisch öffnen. Das aber ist nur selten 
nötig, wenn nicht gerade der Türantrieb defekt ist.

Als erste Maßnahme ist der Bügel abzuziehen (früher immer per Seil vorn 
rechts im Führerstand) heute mit Hilfsenergie oder im worstcase mit 
ebenfalls mit Seil. Ich müsste allerdings meinen Bruder (Bimmelfahrer in 
B.) fragen wo das bei den modernen Wagen versteckt ist.

Zum Sanden: Da gibt es beide Methoden Freifall und druckluftunterstützt, 
je nach Fahrzeugtyp.

Namaste

von Ben _. (burning_silicon)


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Also die meisten Straßenbahnen haben Akkus, die das Licht und die 
Türantriebe eine ganze Weile versorgen können. Manche Bahnen können 
sogar kurze Strecken aus den Akkus fahren (Waschfahrten zB.).

Und wenn eine Straßenbahn völlig isoliert steht möchte ich da auch nicht 
anfassen solange der Stromabnehmer am Fahrdraht ist. Da werden schon ein 
paar mA fließen wollen auch wenn die Bahn nicht fährt.

Ich könnte mir aber vorstellen, daß der Hauptschalter abfällt wenn der 
Verlust der Erdung erkannt wird (Spannung zwischen Stromabnehmer und 
Drehgestellen außerhalb der Toleranz). Das würde die Bahn von der 
Fahrdrahtspannung trennen und man kann sie problemlos anfassen.

von U. B. (Gast)


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Die "Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen" ( BoStrab ) 
bzw. die VDE 0115 liess ( zumindest früher mal ) zu, dass die Spannung 
zwischen Fahrschienen und "Erde" relativ gross sein darf:
90 V !!!

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